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Urkundenbuch der Stadt Braunschweig Bd. 8

Das Urkundenbuch der Stadt Braunschweig, zentrales Quellenwerk zur mittelalterlichen Geschichte der bedeutenden Hansestadt, ist abgeschlossen. Der achte und letzte Band, den das Stadtarchiv jetzt vorgelegt hat, behandelt die Jahre 1388 bis 1400. In zwei Teilbänden werden auf insgesamt 1841 Seiten die Texte zahlreicher Urkunden und Briefe sowie Auszüge aus der reichen Stadtbuchüberlieferung des Braunschweiger Stadtarchivs abgedruckt. Die umfangreiche und inhaltlich überaus vielfältige Edition erlaubt einen faszinierenden Einblick in nahezu alle Lebensbereiche der mittelalterlichen Stadt und wird durch Zusammenfassungen des Rechtsinhalts der jeweiligen Urkunden (Regesten), einen wissenschaftlichen Apparat sowie einen detaillierten Orts-, Personen- und Sachindex mustergültig erschlossen. Bearbeitet hat den Band wie schon die Vorgängerbände 5 bis 7 der Mittelalterhistoriker Josef Dolle.

© Quelle: Stadtarchiv Braunschweig Sign. A I 1: 323, Urkundenbuch der Stadt Braunschweig, Bd. 8, Nr. 232Papsturkunde aus dem Jahre 1390

Die Anfänge der Arbeiten am Urkundenbuch reichen bis ins 19. Jahrhundert zurück. Der erste, von Ludwig Hänselmann bearbeitete Band erschien bereits 1873. Bis 1912 folgten drei weitere Bände, in denen die Quellen zur Geschichte der Stadt bis 1350 abgedruckt wurden.
Erst nach einer langen Pause gelang die Fortsetzung. Sie wäre ohne die großzügige Unterstützung zahlreicher Förderer nicht möglich gewesen. Um das Urkundenbuch haben sich die Hans und Helga Eckensberger-Stiftung, die von Dammsche Stiftung, die Stiftung Nord/LB - Öffentliche, die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, die Richard Borek-Stiftung, die Stiftung der Niedersächsischen Bauindustrie, die Historische Kommission für Niedersachsen und Bremen sowie das Land Niedersachsen verdient gemacht. Seit 1994 konnten auf diese Weise bereits drei material- und inhaltsreiche Bände publiziert werden.

Bei der Vorstellung des achten Bandes des Urkundenbuches am 23. Januar 2008 im Roten Saal des Braunschweiger Schlosses dankte Dr. Anja Hesse, Fachbereichsleiterin Kultur der Stadt Braunschweig, allen beteiligten Personen und Institutionen und vor allem dem Bearbeiter des Urkundenbuches, Dr. Josef Dolle, für ihr großes Engagement.
Für die an der Finanzierung des Urkundenbuchprojektes beteiligten Stiftungen hoben stellvertretend Gerhard Glogowski und Klaus Webendörfer die Bedeutung des Engagements der Stiftungen für die Erforschung der Braunschweiger Stadtgeschichte und speziell für ein Langzeitvorhaben wie das einer Urkundenedition hervor.
Prof. Thomas Scharff (TU Braunschweig) würdigte das „Jahrhundertprojekt“ Urkundenbuch mit einer Einordnung in den Kontext der Stadtgeschichte und betonte die vielfältigen Forschungsmöglichkeiten, die sich mit dem Abschluss der Quellenedition für die Mittelalterforschung eröffnen. Deutlich wurde in diesem Zusammenhang auch die starke Zunahme des Schriftgebrauchs im Spätmittelalter. Dr. Henning Steinführer, Leiter des Stadtarchivs Braunschweig knüpfte in seinen Ausführungen an diesen Aspekt an und zeigte Perspektiven für die weitere Publikation der umfangreichen Quellen des ausgehenden Mittelalters, hier besonders der Stadtbücher, auf.

Die Edition erscheint im Rahmen der Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen und wird von der Hahnschen Buchhandlung in Hannover verlegt. Der neue Band des Urkundenbuchs ist im Buchhandel erhältlich.

Urkundenbuch der Stadt Braunschweig, Bd. 8 (1388-1400), bearbeitet von Josef Dolle (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen, Bd. 240) , ISBN 978-3-7752-6040-4. 79,90 Euro.