Menü und Suche
Ausstellungen

Zwischen Herzogtum und Freistaat. Braunschweigs Weg in die Demokratie 1916. Sonst geht’s uns gut. Braunschweiger Biografien

Altstadtrathaus, Foto: Städtisches Museum

Als das Deutsche Reich am 1. August 1914 in den Krieg eintrat, galt die Devise „Mit Gott für Kaiser und Vaterland“. Im Berliner Reichstag stimmten die Abgeordneten aller Parteien geschlossen für die Bewilligung der Kriegskredite, auch die Sozialdemokraten. Die nationale Begeisterung überlagerte die aktuellen sozialen Spannungen und politischen Debatten. Der Glaube an einen schnellen militärischen Sieg sollte sich aber als krasse Fehleinschätzung erweisen. 1916 zeigt sich so ein vollkommen verändertes Stimmungsbild. Dieser Bruch spiegelt sich in mancher Biografie. Der jahrelange Kriegsalltag zermürbte Soldaten und Zivilisten gleichermaßen, machte schließlich revolutionärem Denken Platz und führte 1918 zum Ende der Monarchie in Deutschland. Der Erste Weltkrieg kostete weltweit mehr als neun Millionen Soldaten das Leben.

Auch bei den Braunschweigern verschwanden alle Illusionen schnell. Kurz nach Kriegsausbruch wurden die ersten Meldungen über große Verluste publik. Die Traueranzeigen in der Tagespresse gehörten zum Alltag und Braunschweig verwandelte sich in eine Lazarettstadt. Zur Linderung der Not fanden sich viele private Initiativen zusammen. Große Probleme machte die Kriegswirtschaft. Es fehlte überall an Arbeitskräften, in der Industrie ebenso wie in der Landwirtschaft. Viele Arbeitsplätze übernahmen Frauen, die oft mit einer ständigen Doppelbelastung fertig werden mussten.

In den letzten Kriegsjahren konnte jeder im Alter von 17 bis 60 Jahren zur Arbeit verpflichtet werden. Verschärfend hinzu kam die Lebensmittelrationierung.  Insbesondere bei Kindern führte die Mangelernährung zu Krankheiten und Missbildungen. Die Protestbereitschaft der Bevölkerung wuchs. Die Kriegsindustrie schluckte riesige Geldmengen, der die Regierung mit Steuererhöhungen, Spendenaufrufen und Kriegsanleihen begegnete. Für die Umwerbung des Bürgers setzte die Oberste Heeresleitung erstmals das Medium Propagandafilm ein.

Einer der ersten Frontberichterstatter war der Braunschweiger Kameramann Ewald Daub. An den militärischen Sieg glaubten immer weniger Menschen und fragten nach dem Frieden. Die Ausstellung möchte an den Alltag dieser Kriegsjahre in Braunschweig erinnern.

Termine und Informationen

16.11.2017 - 08.04.2018, Di-So



Für Texte von Veranstaltern ist die Terminredaktion nicht verantwortlich. Alle Angaben ohne Gewähr für Richtigkeit und Vollständigkeit.

zurück zur Suche
Fester Link auf diese Veranstaltung.

Weitere Informationen Externe Links