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Schützenplatz

© Stadt Braunschweig - Open GeoData, 2016, Lizenz: dl-de/by-2-0, Ausschnitt; bearbeitet durch Manuela WenderothSchützenplatz 2016
© Historischer Atlas der Stadt Braunschweig, Braunschweig, Bauverwaltung 1958-71, Ausschnitt aus Blatt 1.51Schützenplatz 1820

1701 ist hier ein Hopfengarten, Feldland und kleine Teiche mit Weiden an deren Ufer.


Dieses Grundstück erwirbt 1748 der Gärtner Johann Ernst Brinckmann.
1763 bittet er darum hier ein Wirtshaus eröffnen zu dürfen und 1765 es "Prinz Leopold" zu nennen (nach dem jüngsten Sohn des Herzogs Karls I, Maximilian Julius Leopold 1752-1785).


Nach einem Brand am 28.10.1835 ist es ab 1836 das Gasthaus &quotZum Forsthause".


Nachdem geplant war den alten Schützenplatz an der Petri-Masch mit dem Neustadtring zu überbauen, zogen die Schützen auf das Grundstück an der Hamburger Straße -> der heutige Schützenplatz.


Anfang April 1890 konnten sie den neuen Schießstand und die Schießgesellengebäude mit einem Festschießen eröffnen.

© Adreßbuch der Stadt Braunschweig 1895Werbung 1895 für den Schützenhof (abgebildet: Hofgebäude)

Und aus dem &quotForsthaus" wurde der &quotSchützenhof".


Die Witwe des Gärtners Hampe läßt ein neues &quotForsthaus" weiter nördlich, neben dem jüdischen Friedhof, errichten. Dieses Gebäude bestand bis es 1960, wegen des Neubaus (1959) und der Verbreiterung der Hamburger Straße, abgerissen wurde.

Von 1928-1931 wurde die Brunsviga-Halle errichtet (1999 abgerissen) -> Alte Stadthalle.

© Collage: Manuela Wenderoth, mit Bildern aus der Sammlung Manuela WenderothRechts oben im Bild: das neue Schützenhaus von 1911

1911 wurde nördlich an die bestehenden Gebäude des Schützenhofs an der Hamburger Straße ein neues großes Schützenhaus angebaut.


Dieses diente im ersten Weltkrieg als Reserve-Lazarett. Und ab August 1940 wurden die ersten ausländischen Hilfsarbeiter (vorwiegend osteuropäische Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene) für die Braunschweiger Industrie im Schützenhaus untergebracht, bis die Baracken auf dem Schützenplatz (für ca. 1.100 Personen) fertiggestellt waren.
Nach dem 2. Weltkrieg kamen zu diesen &quotdisplaced persons" deutsche Flüchtlinge hinzu, welche auf Grund der Wohnungsnot teilweise bis in die 1970iger in den Baracken lebten.


1960 wurde ein Toilettengebäude mit Trafostation und ein Bereitschaftsgebäude für die Polizei am mittleren Eingang zum Schützenplatz gebaut.
Das alte Schützenhaus mußte 1976 der Auffahrt zur Tangente weichen und die Schützen zogen in einen modernen Neubau.

Nach dem Einsturz des Daches der Eissporthalle 2006 in Bad Reichenhall wurde die Braunschweiger Halle 2008 abgerissen. An dieser Stelle steht heute die Wasserwelt, welche 2014 eröffnet wurde. Dem folgte 2018 ein Stellplatz für Wohnmobile.


2010 wurde die SoccaFive® Arena gebaut - fast genau an der Stelle, wo dereinst das Wirtshaus &quotPrinz Leopold" gestanden hat ...

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© Manuela Wenderoth

Verwendete Quellen:
Adreßbücher der Stadt Braunschweig

Liedke, Karl: Gesichter der Zwangsarbeit. Polen in Braunschweig 1939 - 1945. Braunschweig 2. Aufl. 1998

Pötzsch, Hansjörg: Das Braunschweiger Schützenwesen, 450 Jahre Geschichte der Braunschweiger Schützengesellschaft 1545, Braunschweig, Meyer, 1995

Historischer Atlas der Stadt Braunschweig, Braunschweig, Bauverwaltung 1958-71, Ausschnitt aus Blatt 1.51

Kampf gegen Feuer - Zur Geschichte der Braunschweiger Berufsfeuerwehr, Braunschweigisches Landesmuseum, Braunschweig, 2000

Stadt Braunschweig, Bauordnungsamt, Archiv, Akten Hamburger Straße 53 und 53 a

Stadt Braunschweig - Open GeoData, 2016, Lizenz: dl-de/by-2-0, Ausschnitt

Stadtarchiv Braunschweig C I 8, C I 9 : 31, C I 12 : 3 und 4, D I 8 : 10


Stand: 02.08.2019