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Ölper

Wappen von Ölper

Pfahldorf mit wechselvoller Vergangenheit - seit 1934 gehört Ölper offiziell zur Stadt Braunschweig

Die erste urkundliche Erwähnung von Ölper stammt aus dem Jahre 1251. In einer Lehensurkunde des Bischofs von Hildesheim an das Blasius-Stift wird der Ort noch mit Elbere bezeichnet. Die Besiedlung des alten Ortskerns um die Kirche dürfte jedoch älter sein. Allein die ehemalige Ausdehnung der Ölper Flur vom Kanzlerfeld über den Ölper Wald bis zum Eichtal zeigt, dass Ölper nicht nur ein altes sondern auch bedeutendes Bauerndorf in Braunschweigs Norden war.

Ölper war seit 1393 eines der drei westlich der Oker gelegenen Pfahldörfer, die zusammen mit der Landwehr bis 1671 eine vorgelagerte Verteidigungslinie der Stadt Braunschweig bildeten. In diesem Zusammenhang entstand auch das noch älteste erhaltene Gebäude Ölpers – der Altbau des Ölper Turms von 1642. Neben dem militärischen Zweck diente der Turm in Friedenszeiten als Ausspann- und Zollstation.

Ein weiteres bedeutendes städtisches Gebäude war die Ölper Mühle. Die mit 11 Mahlgängen größte städtische Mühle war ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Im Laufe des 19. Jahrhunderts verlor die Mühle jedoch diese Bedeutung und sie wurde in ein stadtbekanntes Ausflugslokal umgewandelt. Von der ehemaligen Pracht dieser Mühle zeugen nur noch das ehemaliger Müllerwohnhaus sowie ein reparaturbedürftiges aber einzigartiges Holzwehr.

Kirche in Ölper
Kirche in Ölper

Ebenfalls erwähnenswert ist die Kirche, da der heutige Kirchenbau 1842 nach Plänen von Carl Theodor Ottmer errichtet wurde. Der Neubau entstand unter starker Beteiligung der Ölperaner Bürger und zeigt das damals die Kirche ein wichtiger Mittelpunkt im dörfliche Leben war. Noch heute bildet die Kirchengemeinde St. Jürgen den Mittelpunkt für viele gesellschaftliche Aktivitäten in Ölper.

Landespolitisch trat Ölper 1809 ins Rampenlicht. Der Schwarze Herzog war auf dem Weg ins englische Exil und wurde durch westfälische Truppen im Norden von Ölper gestellt. Nach einigen Gefechtshandlungen zogen die Verbündeten Napoleons ab und gaben den Weg für den Herzog frei. An diese sogenannte Schlacht von Ölper erinnert heute der Obelisk am südlichen Ortseingang.

All diese historischen Begebenheiten sollten jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass Ölper jahrhundertelang ein eigenständiges Bauerndorf war. Sein Kern lag zwischen der Celler Heerstraße und der Dorfstraße, seine Anwohner waren Großkotsassen. Im 17. Jh. erweiterte sich der Ort im Westen entlang der Heerstraße durch die Ansiedlung von Kleinkotsassen. Erst im Zuge der Industrialisierung Ende des 19. Jh. dehnte sich der Ort nördlich des Ölper Turms und südlich des alten Dorfeinganges Celler Heerstraße / Am Mühlengraben aus.

Am bekanntesten dürfte Ölper in ganz Norddeutschland durch den „Ölper Knoten“ sein. Dieses Autobahnkreuz entstand durch den Bau der westlichen Stadtautobahn 1974 bis 78. Im gleichen Atemzug muss der Ölper See genannt werden, da viele Ölperaner Bauern ihre Wiesen verloren. Der dort ausgehobene Kies wurde für die Aufschüttung der Tangentendämme benötigt. Seit dieser Zeit fließt die Oker durch den ehemaligen Mühlengraben direkt am Ort vorbei und Ölper ist nur noch nach Über- oder Unterquerung einer Brücke zu erreichen.

Heute gibt es in Ölper nur noch 4 aktive Landwirte, unter anderem den einzigen Milch erzeugenden Betrieb der Stadt Braunschweig. Überhaupt hat sich das Bild in den letzten hundert Jahren stark gewandelt. Vom reinen Bauerndorf zu einer „Schlafstadt“ - aber dennoch hat es Ölper geschafft seinen dörflichen Charakter zu bewahren. Eine Lebensqualität die von vielen Ölperanern geschätzt wird. Zu dieser Lebensqualität tragen aber nicht nur die Wohnverhältnisse sondern auch das reichhaltige gesellschaftliche Leben bei, das neben der Kirchengemeinde von der Freiwilligen Feuerwehr, dem Gemischten Chor, dem Seniorenkreis, dem Turnerbund Ölper, dem BSV Ölper 2000 und nicht zu letzt durch die Bürgergemeinschaft geprägt wird.

 

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