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Schuntersiedlung

Der Tostmannplatz - Das Zentrum der Schuntersiedlung
Der Tostmannplatz - Das Zentrum der Schuntersiedlung

Aktuelles
Öffentliche Sitzungen des Stadtbezirksrats 332 Schunteraue ... mehr.

Vorgeschichte

Im nördlichen Gebiet der Stadt waren bis ins Mittelalter große Teile unpassierbar und feucht mit Busch und Waldlandbeständen. Dieses Gebiet, ein Bereich der Schunteraue, hat seine archäologische Bedeutung durch bemerkenswerte Funde im Bereich der Wabe und Schunter durch Steinzeitfunde bekommen. Auch die Bienroder Dünen werden als Fundgebiete genannt.
Urgeschichte der Schunteraue
Die Schunteraue bis zum Ausgang des Mittelalters

Entstehung der Schuntersiedlung

Mit der Errichtung des Rüstungsunternehmen der NIMO sowie des VW-Werkes ergab sich die Frage der Unterbringung von Fachkräften für diese Region.

Die Voraussetzung für den zügigen Bau von Wohnungen, wie in diesem Fall die Schuntersiedlung, setzen sich die politischen Verwaltungsorgane ohne rechtliche Bedenken durch. Das Ziel war die rasche Aufrüstung für den Krieg.

Viele Arbeiternehmer, die zu diesen neu gegründeten Firmen kamen, haben größtenteils mit ihren Familien, mit der Aussicht auf eine Verbesserung ihrer Lebenslage, ihre alte Heimat verlassen.

Gründung der Niedersächischen Motorenwerke GmbH (NIMO)

Luftaufnahme der NIMO vom 13.5.1944
Luftaufnahme der NIMO vom 13.5.1944

Auf einem Gelände von 52 ha gründete die Firma Büssing am 7. Juni 1935 im Querumer Forst die Niedersächsischen Motorenwerke GmbH (NIMO), die zum Bau von Flugmotoren geplant war. Denn alle Automobilfirmen waren zum Bau von Flugmotoren durch das Reichsluftfahrt-Ministerium aufgefordert. Die NIMO hat nach dem Kriege seine Produktion eingestellt. In der Folgezeit wurde das Gelände von der Firma Büssing-Werke und später durch das MAN-Konzern bis 1987 genutzt. Heute sind dort lauter kleine Firmen angesiedelt.

Bau der Schuntersiedlung

Die Braunschweiger Baugenossenschaft erhielt den Auftrag Wohnungen zu bauen. Bis zum 1.12.1938 waren insgesamt 928 Wohnungen bezugsfertig. Die Siedlung am Bienroder Weg wurde in zwei Bauabschnitten gebaut. Hierbei fiel die weiträumige Bauweise besonders auf.

Die Schuntersiedlung heute

Luftaufnahme vom 2.9.2004 (Dieter Heitefuß)
Luftaufnahme vom 2.9.2004
(Dieter Heitefuß)

Das Schuntertal mit seinen ökologisch wertvollen Funktionen ist für die Bewohner der Schuntersiedlung zu ihrem Naherholungsgebiet geworden. Neue Wegführungen und die Umgestaltung der vorhandenen Wege zu einem Rad-Wanderweg werden die Nutzungsmöglichkeiten des Schuntertales erweitern. Langfristiges Ziel behördlicher Planung ist die sogenannte "Revitalisierung" der Schunter. Unter diesem Schlagwort sind Maßnahmen zu verstehen, die den naturnahen Zustand von Fluss und Aue wieder herstellen sollen.

Wappen des Stadtbezirks Schunteraue

Heute ist die Schuntersiedlung im Rahmen der Gemeindevertretung Teil eines Stadtbezirks mit dem selbst gegebenen Namen "Schunteraue" und der Verwaltungsnummer 332 – ihm gehören noch die Sandwüste, die Kralenriede, die Michelfelder-Siedlung und die Bastholzsiedlung an.

Die Michelfelder Siedlung

Die Milchelfelder-Siedlung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Wirken von Pastor Finck und der Dankeskirche und kann deshalb – auch wenn sie jenseits der Schunter liegt – in ihrer Entwicklung der Schuntersiedlung zugeordnet werden.

Am 8. November 1952 wurden für die Dankeskirche der Grundstein gelegt. In ihrer Ausgabe 15./ 16. November 1952 berichtete die Braunschweiger Zeitung darüber und nahm Gelegenheit, ein wenig über das "Schunterviertel" auszuführen: 7080 Einwohner hätte die Siedlung, 4500 seien evangelisch, 1390 katholisch, 1490 Dissidenten, 30 reformiert, 170 Angehörige verschiedener Sekten. Die Hälfte der Einwohner seien Heimatvertriebene und Ausgebombte, und eine selbständige Kirchengemeinden gäbe es seit Mai 1951, wenn auch vorerst nur mit behelfsmäßigen Räumen in einer Baracke des Lauditzkamps, die zugleich dem evangelischen Kindergarten als Unterkunft diente.

Am 24. April 1954, einem Sonnabend, wurde der Richtkranz in der späteren Michelfelder-Siedlung aufgesetzt. Die Gemeinnützige Siedlungsgemeinschaft des Hilfswerk der Deutschen Evangelischen Kirche war Bauherr der 132 Mietwohnungen, Einfamilienhäuser und Einliegerwohnungen. Das Richtfest der Kirche folgte eine knappe Woche später.

Am 8. August 1954 wurde die Dankeskirche durch den Landesbischof eingeweiht, und danach auf dem "Innenplatz", wie die Braunschweiger Zeitung am 9. August 1954 schreibt, auch die neue Michelfelder-Siedlung.

Ein Teil der Finanzierung der Siedlung, nämlich 297 000 DM, wurde auf Vermittlung des amerikanischen Hohen Kommisars von der Fordspende geleistet. Die Siedlung wurde "in Erinnerung an den tatkräftigen Förderer des evangelischen Siedlungswerkes und aufopferungsvollen Helfer in Notzeit "…" auf den Namen des 1953 verstorbenen Generalsekretärs des Lutherischen Weltbundes, Dr. Michelfelder (USA) getauft" (Braunschweiger Zeitung vom 9. August 1954), dessen Namen auch der Innenplatz trägt. Sylvester Clarence Michelfelder (1889-1951) war ein deutsch-amerikanischer lutherischer Theologe. Er organisierte als Exekutivsekretär des Lutherischen Weltbundes seit 1947 die amerikanische kirchliche Hilfe für Mitteleuropa nach dem 2. Weltkrieg.

Die Straßennamen der Michelfelder Siedlung werden hier erläutert.

Fraunhofer-Institute WKI (oben) und IST (unten) (Fraunhofer-Gesellschaft)
Fraunhofer-Institute WKI (oben) und IST (unten)

In der Michelfelder Siedlung sind zwei Institute der Fraunhofer-Gesellschaft angesiedelt: das Fraunhofer-Institut für Schicht- und Oberflächentechnik IST und das Fraunhofer-Institut für Holzforschung Wilhelm-Klauditz-Institut WKI.

Außerdem befindet sich hier in drei Hochhäusern das Studentenwohnheim "An der Schunter" des Studentenwerk Braunschweig.

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Hinweis:

Die Informationen zu den Stadtteilen werden von den jeweiligen Heimatpflegerinnen und Heimatpflegern betreut. Für den Inhalt sind diese ausschließlich verantwortlich.