Hilfe für Wildbienen
Das Haus Entenfang bietet interessierten Besucher:innen, Schulen und anderen Einrichtungen seit 2015 praktische Unterstützung beim Bau von Wildbienenhotels.
Wildbienen in Gefahr
Wildbienen erfüllen neben den Honigbienen eine der wichtigsten Aufgaben der Welt: Die Bestäubung!
Doch die kleinen Bestäubungswunder haben in unserer heutigen, intensiv genutzten Kulturlandschaft mit zahlreichen Problemen zu kämpfen. Neben dem Mangel an vielen verschiedenen, bis in den Herbst hinein blühenden Pflanzen, fehlen den Wildbienen geeignete Nistmöglichkeiten.
Von den mehr als 560 in Deutschland vorkommenden Wildbienenarten nistet ca. ein Viertel in hohlen Stängeln oder Bohrlöchern im Holz. Eine gute Hilfestellung sind daher für Wildbienen geeignete Wildbienennisthilfen.
Hierbei kann man aber leider Vieles falsch machen. Das Positiv-Negativ-Modell im Haus Entenfang zeigt ausführlich, was man beim Bau alles beachten sollte.
Wildbienenstation im NSG Riddagshausen
Die neue Wildbienenstation am Nehrkornweg befindet sich seit Herbst 2025 im Bau und soll im Sommer 2026 fertig gestellt werden.
Sie bietet alles, was Wildbienen brauchen: Nistmöglichkeiten, Baumaterial und Nahrung.
Hauptbestandteile sind eine große Fachwerkwand mit Materialien für röhrennistende Wildbienenarten, eine Fläche mit lehmigem Sand für Erdnister, Pflanzungen mit heimischen Stauden und im Umfeld eine Wildblumenwiese und blütenreiche Sträucher. Die Platten- und Pflasterwege wurden ebenfalls in lehmigen Sand gesetzt und sollen auch Nistmöglichkeiten bieten.
An der Fachwerkwand sollen noch eine Mauer aus Ziegeln mit Kalkmörtel und eine Sandsteinmauer errichtet werden, die auch als Sitzfläche für Besucher dient.
Es wurden zum größten Teil gebrauchte Steinmaterialien wiederverwendet. Weitere Elemente wie Totholzhaufen und eine südexponierte Böschung aus sandigem Lehm kommen später noch dazu.
Die Station soll möglichst vielen verschiedenen Wildbienenarten Lebensraum bieten und die Besucher des Naturschutzgebietes zum Verweilen und Beobachten einladen.
Wildbienen helfen - aber richtig!
Nicht empfehlenswert ist es, sogenannte „Insektenhotels“ in Bau- und Gartenmärkten zu erwerben. Hier wird für Wildbienen wertloses Material (z.B. Kiefernzapfen, Holzhäcksel, Stroh) für viel Geld angeboten. Die „Insektenhotels“ haben oft zu kurze, ungeeignete Röhren und auch in die anderen Materialien verirrt sich kaum ein Insekt.
Wer Wildbienen wirklich helfen will, gestaltet seinen Garten naturnah, pflanzt lange blühende Sträucher, Kräuter und Stauden und baut ein Wildbienenhotel selbst. Eine Anleitung dazu haben wir für Sie erstellt.
Wem dies nicht möglich ist, der kann im Haus Entenfang ein Wildbienenhotel erwerben. Hier werden unterschiedliche Größen für jeden Geschmack angeboten. Die Wildbienenhotels werden von den Mitarbeitenden im Haus Entenfang mit Unterstützung des Fördervereins Riddagshausen – Naturschutz und Bürgerschaft e.V. gebaut.
Anke Kätzel, die Rangerin des Naturschutzgebietes Riddagshausen, erläutert, wie artgerechte Wildbienenhotels aus einfachen Materialien selbst gebaut werden können.