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ABGESAGT! Zwischen den Welten

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Ein Stück zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung und Deutschland heutzutage von Sophie Delest und Beata Cholewa-Mazurowska

Als 1989 Tausende DDR-Bürger über Prag und Ungarn in die BRD fliehen, fährt Ellen Schernikau in die Gegenrichtung und kommt nach 23 Jahren aus der BRD in ihre Heimat zurück. Sie beantragt die DDR-Staatsbürgerschaft, die sie im Oktober 1989 bekommt. Fünf Wochen später bricht das Land ihrer Sehnsucht zusammen. Diese unglaubliche Geschichte nahm Sophie Delest als Ausgangspunkt für ihr Theaterstück „Zwischen den Welten“, in dem sie sich mit der Frage auseinandersetzt, was es bedeutet, Grenzen zu überschreiten, was es für den Einzelnen heißt, seine Heimat zu verlassen und in der Fremde neu zu beginnen, warum Menschen, die theoretisch die besten Voraussetzungen haben, sich in ihrer neue Heimat einzuleben, dort nie so richtig ankommen und schlussendlich, warum sich manchmal Polen und Ostdeutsche besser als „Ossis“ und „Wessis“ verstehen.

Delest untersucht, wie „unsichtbare Mauern“ in der deutschen Gesellschaft entstehen. Nach verschiedenen künstlerischen Projekten beschloss sie, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, warum Zuwanderer heutzutage in einem offenen Europa stellenweise mit ähnlichen Aussagen und Beurteilungen konfrontiert werden wie Ellen Schernikau vor über 50 Jahren in einem geteilten Europa. Hat sich diese Staatengemeinschaft wirklich so sehr seit dem Zusammenbruch des Sozialismus verändert, wie wir es glauben wollen? Wann ist ein Mensch frei? Warum ist Deutschland ein so heiß begehrtes Ausreiseziel? Und warum sagen gleichzeitig viele Migranten nach vielen Jahren oftmals, dass Deutschland für sie keine neue Heimat geworden sei? Deutschland hat zweifellos in den letzten 70 Jahren unglaublich viel dafür getan, sich in ein Zuwanderungsland zu verwandeln. Und dennoch scheint es, dass irgendetwas nicht so ganz richtig funktioniert, dass etwas offenbar an der Basis nicht stimmt. Bestimmte Denkweisen scheinen sich seit Jahren nicht verändert zu haben. Woran liegt das? Jeder Migrant steht zwischen den Welten. Sein Herz wird die Welt wählen, in der er sich wie zu Hause fühlen kann. Was muss geschehen, damit man an fremden Orten sein Zuhause findet? Und letztendlich: Was für eine Gesellschaft sind wir aus der Sicht anderer? Die Organisation der Events wird den sanitären Bestimmungen angepasst.

Gefördert von: Sanddorf Stiftung, Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung, demokratie leben



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