Ralf Rothmann, Preisträger 2004

Der Wilhelm Raabe-Literaturpreis, der gemeinsame Literaturpreis der Stadt Braunschweig und des Senders Deutschlandfunk, ging 2004 an Ralf Rothmann für das Buch „Junges Licht". Dies hat der Verwaltungsausschuss der Stadt Braunschweig am Dienstag, 14. September 2004, entschieden.

Er folgte dem Vorschlag einer Fachjury, die Rothmann aus dreizehn Autoren auswählte. Der Wilhelm Raabe-Literaturpreis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Die Begründung der Jury lautet:

„Ralf Rothmann wurde 1953 in Schleswig geboren. Er lebt und arbeitet seit 1976 in Berlin. Er ist im Ruhrgebiet, in der Nähe von Oberhausen, aufgewachsen. Mit erstaunlicher Konsequenz hat er seine Herkunft immer wieder zum Thema seiner Romane gemacht. Der mit dem Wilhelm Raabe-Preis auszuzeichnende Roman "Junges Licht" ist Rothmanns vierter Roman im Milieu der Bergwerke, Hochöfen, Unter-Tage-Arbeiter und vor allem Orientierung suchenden Jugendlichen. Er ist in jeder Hinsicht ein Höhepunkt in Rothmanns literarischer Entwicklung. Die brilliante, ja in Deutschland einmalige soziale Feinzeichnung, ist die eine Seite seiner Kunst; die andere wäre mit dem Stichwort Transzendenz oder Religion zu bezeichnen. Rothmanns Genauigkeit in der Beschreibung bringt die Dinge zum Leuchten. Noch das unscheinbarste Detail gewinnt eine nahezu sakrale Würde. Es ist besonders die einfache und eingängige Erzählsprache, die diesen Eindruck verstärkt. Die Verbindung von tragischer Familiengeschichte, härtesten Lebensbedingungen und schönster, erhebender Anschaulichkeit ist einzigartig in der gegenwärtigen Literaturlandschaft."

Von Rothmann liegen lyrische Werke, Erzählungen und Romane vor. Folgende Romane sind bislang erschienen (Auswahl): Stier (1991), Wäldernacht (1994), Flieh, mein Freund (1998), Milch und Kohle (2000), Hitze (2003). Die Arbeiten von Ralf Rothmann erschienen im Suhrkamp Verlag, so auch „Junges Licht" im Herbst 2004.

Die Jury setzte sich dieses Jahr zusammen aus:

Dr. Gerd Biegel (Direktor des Braunschweigischen Landesmuseums und Präsident der Raabe-Gesellschaft)
Julia Schröder (Stuttgarter Zeitung)
Prof. Dr. Renate Stauf (Seminar für Deutsche Sprache und Literatur an der Technischen Universität Braunschweig)
Felicitas von Lovenberg (Frankfurter Allgemeine Zeitung)
Ursula März (Deutschlandradio, Die Zeit u. a.)
Roman Bucheli (Neue Züricher Zeitung)
Dr. Hubert Winkels (Deutschlandradio)