Aktuelles


Liebes Literaturpublikum,

auch wenn das Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig momentan leider nicht geöffnet sein kann, präsentieren wir Ihnen über unser digitales Programm „Schwarz auf Weiß“ eine Auswahl an Lesungen. Die Texte wurden von den Schauspielerinnen und Schauspielern eingesprochen, die Sie sonst persönlich im Raabe-Haus mit unseren Veranstaltungen erfreuen.

Sie möchten nur ein kurzes Zitat hören, um literarisch in den Tag zu starten oder Sie finden doch die Zeit, einem längeren Text zuzuhören, dann schauen Sie doch einfach mal, was wir zur Zeit für Sie im Angebot haben. Unsere Inhalte werden regelmäßig neu zusammengestellt. In unserem kostenlosen Newsletter informieren wir Sie gern über unsere aktuellen Literaturprojekte.

Solange das Museum geschlossen ist, können Sie, wann immer Sie Lust auf Literatur haben, einen Blick ins Raabe-Haus werfen, wo Sie Informationen zu Wilhelm Raabe in Text, Fotos, Clips und Audiofiles erhalten. Ein virtueller Rundgang durch unser Museum ist ebenfalls möglich. 

Oder wollen Sie Wilhelm Raabe von einer anderen Seite kennenlernen? Ob als Filmclip, Audio oder Text – hören Sie hier Anekdoten zu Wilhelm Raabes Leben und Wirken. 

NEU: Nehmen Sie an Online-Literaturkreisen im Rahmen des Literaturfestes Niedersachsen der VGH Stiftung teil! Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Wir wünschen Ihnen gute Unterhaltung und freuen uns auf ein Wiedersehen in naher Zukunft!


10. MAI 1933 – ERINNERN AN DIE BÜCHERVERBRENNUNG VOR 88 JAHREN

© Design Axel BaltzerGedenktafel mit dem Zitat Heinrich Heines:"Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen"

„Das war ein Vorspiel nur, dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen." Dieses Zitat von Heinrich Heine sollte am 10. Mai 1933 zur bitteren Realität werden.

Der Fachbereich Kultur und Wissenschaft macht mit dem Projekt „Lesen verboten!" online auf den 88. Gedenktag der Bücherverbrennung aufmerksam. 

Hier finden Sie eine Auswahl an Texten, die 1933 verbrannt wurden. Eingelesen wurden diese Audiofiles von der Schauspielerin Verena Noll und den Schauspielern Andreas Jäger und Ronald Schober. Darunter sind Auszüge aus Texten von Stefan Zweig, Sigmund Freud, Gustav Meyrink und Irmgard Keun zu hören. 

„Lesen verboten!" erinnert an die Dichter, deren Werke verbrannt wurden, an die, die ermordet wurden, und an die, die nur durch die Flucht dem Schreibverbot, drohenden Repressalien oder dem Tod entkamen, verhaftet wurden oder in der inneren Emigration überlebten. Von den rund 200 deutschen Schriftstellern, die ins Exil gingen, hatten nur wenige die Möglichkeit, im Ausland ihre Bücher zu veröffentlichen. Viele bekamen weder eine Aufenthalts- noch Arbeitsgenehmigung und wählten den Freitod.

Informieren Sie sich zusätzlich auf den Seiten der Erinnerungskultur.


© Eckhard IschebeckVerena Noll

Verena Noll liest Auszüge aus „Das kunstseidene Mädchen“ von Irmgard Keun, „Warum Krieg?“, ein Briefwechsel zwischen Albert Einstein und Sigmund Freud und „Die Welt von Gestern“ von Stefan Zweig.

 

Irmgard Keun: Das kunstseidene Mädchen (1932)
Länge: 11:10 Minuten

Nachdem die achtzehnjährige Doris als Stenotypistin entlassen wurde, versucht sie sich als Edelstatistin, hat diverse Männerbekanntschaften und stiehlt in einem unbedachten Moment einen Fehmantel. Aus Angst vor der Polizei flieht sie nach Berlin und sucht dort ihr Glück.

„Das kunstseidene Mädchen" war Irmgard Keuns (1905-1982) zweiter Roman, der mit großem Erfolg 1932 publiziert wurde. Kurz nach der Veröffentlichung kamen ihre Bücher auf die „Schwarze Liste" der Nazis. Ende der Siebziger Jahre wurde Irmgard Keun wiederentdeckt als prominente Vertreterin der "Neuen Sachlichkeit". 

Auszüge von Irmgart Keun "Das Kunstseidene Mädchen", gelesen von Verena Noll"

Albert Einstein/Sigmund Freud: Warum Krieg? Ein Briefwechsel (1932) 
Länge: 13:03 Minuten

Im Juli 1932 wirft Albert Einstein in einem Brief an Sigmund Freud die Frage auf, inwieweit sich aus psychoanalytischer Sicht der menschliche Hang zur Destruktion eindämmen lässt. Sind gewaltsame Auseinandersetzungen unter Staaten und Menschen überhaupt notwendig? Können sie verhindert werden. Sigmund Freuds Antwort vom September 1932 fällt eher pessimistisch aus.

Albert Einstein (1879-1955) schuf neue Grundlagen für die moderne Physik durch die Veröffentlichung seiner Relativitätstheorie. 1921 erhielt er den Nobelpreis für Physik. Mit der Machtergreifung Hitlers gab er 1933 seinen deutschen Pass zurück und wurde 1934 ausgebürgert.

Sigmund Freud (1856-1939), österreichischer Arzt und Neurophysiologe gilt als Begründer der Psychoanalyse und gehört zu den einflussreichsten Denkern des 20. Jahrhunderts. Auch seine Werke fielen im Mai 1933 der Bücherverbrennung zum Opfer. 1938 verließ er das von den Nationalsozialisten besetzte Wien und ging nach London ins Exil. 

Albert Einstein/Sigmund Freud: Warum Krieg? Ein Briefwechsel, gelesen von Verena Noll

Stefan Zweig: Die Welt von Gestern (posthum 1942)
Länge: 07:38 Minuten

„Die Welt von Gestern" ist Stefan Zweigs autobiographischer Rückblick und vermittelt ein Panorama der österreichischen Kulturwelt bis zum Ersten Weltkrieg, die angesichts des Faschismus als verlorenes Goldenes Zeitalter erscheint.

Stefan Zweig (1881-1942), österreichischer Novellist und Essayist, lebte während des Ersten Weltkriegs in der Schweiz, wo er sich gegen Völkermord und Chauvinismus wandte; emigrierte 1934 nach England, 1940/41 über New York nach Brasilien. 1942 wählte er den Freitod.

Auszüge von Stefan Zweig „Die Welt von Gestern“, gelesen von Verena Noll

© Andreas JägerAndreas Jäger

Andreas Jäger liest Auszüge aus „Schlafwandler" von Arthur Holitscher, „Der Golem" von Gustav Meyrink und „Florentinische Nächte" von Heinrich Heine.

Arthur Holitscher: Schlafwandler (1919)
Länge: 07:58 Minuten

Holitscher beschreibt in seiner Erzählung das Leben auf der fiktiven Nordsee Insel Sille, ein Jahr lang aus Sicht zweier Passagiere, die mit dem Schiff an der Insel vorüberfahren. Die Erzählung ist wie ein Traum, ob Wahrheit oder Fiktion überlässt Arthur Holitscher den Leserinnen und Lesern. 

Der ungarische Dichter und Reiseschriftsteller Arthur Holitscher  (1869-1941) gehörte 1933 zu den Autoren, die nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten ins Exil gehen mussten und deren Werke der Bücherverbrennung zum Opfer fielen. Holitscher floh nach Paris und später nach Genf, wo er 1941 verarmt starb.

 

Auszüge aus Arthur Holitscher: "Schlafwandler", gelesen von Andreas Jäger

Gustav Meyrink: Der Golem (1915) 
Länge: 10:49 Minuten

„Der Golem“ ist eine aus dem jüdischen Legendenschatz entlehnte Gestalt des Lehmmenschen und dient Gustrav Meyrink zum Gleichnis für eine brüchige und dem Untergang geweihte Welt. Im Zentrum der Geschichte steht der Prager Raabi Löw und seine Erschaffung eines künstlichen Menschen, den er aus Lehm zum Leben erweckt. Der Erzähler schildert in düsteren Bildern die halluzinierte Begegnung mit dieser Gestalt im jüdischen Viertel Prags.

Gustav Meyrink (1868-1932), deutscher Schriftsteller, der 1927 zum Buddhismus übertrat. Der in seinen Erzählungen angelegte Zug zum Phantastisch-Grotesken, zu religiös motivierten apokalyptischen Bildern und Horrorfiguren erzeugt meist eine unwirkliche und unheimliche Atmosphäre. Sein Roman "Der Golem" gilt als Klassiker der phantastischen Literatur.

Auszüge aus Gustav Meyrink: "Der Golem", gelesen von Andreas Jäger

Heinrich Heine: Florentinische Nächte (1836)
Länge: 08:03 Minuten

Heinrich Heines Novelle „Florentinische Nächte" besteht aus zwei Geschichten, die der Protagonist Maximilian seiner todkranken Freundin erzählt. Er bedient sich dabei auf besonders unterhaltsamer Weise der deutschen Sprache und bereitet der Kranken dadurch vergnügliche Stunden.

Heinrich Heine (1797-1856), einer der bedeutendsten deutschen Lyriker, Schriftsteller und Journalisten seiner Zeit, hatte schon 1823 in seiner Tragödie „Almansor" geschrieben: „Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen." Diese Aussage richtete sich gegen die Bücherverbrennung in Spanien der frühen Neuzeit.  Wegen seiner jüdischen Herkunft und seiner politischen Haltung zunehmend angefeindet, ging Heine 1831 nach Paris. Erst die späteren Publikationsverbote 1833 und 1835 machten Paris zu seinem Exil.

Auszüge aus Heinrich Heine: "Florentinische Nächte", gelesen von Andreas Jäger

© Ronald SchoberRonald Schober

Ronald Schober liest Auszüge aus „Hitler und Goethe“ von Kurt Tucholsky und „Im Westen nichts Neues“ von Erich Maria Remarque.

Kurt Tucholsky: Hitler und Goethe (1932)
Länge: 06:24 Minuten

Tucholskys „Hitler und Goethe" ist eine Parodie und Satire auf und gegen den Nationalsozialismus.  Er bedient sich dieser Stilmittel und Formen und hofft, mit seinem Text eine Wirkung auf das Denken und Handeln der Menschen zu erreichen.

Kurt Tucholsky (1890-1935) war ein deutscher Publizist, Lyriker und Erzähler, dessen politisch engagierte Publizistik fand bereits zu seinen Lebzeiten breite Anerkennung. 1929 emigrierte er nach Schweden. 1933 verbrannten die Nationalsozialisten seine Bücher und erkannten ihm die deutsche Staatsbürgerschaft ab. 1935 beging er Selbstmord.

Auszüge aus Kurt Tucholsky "Hitler und Goethe“, gelesen von Ronald Schober

Erich Maria Remarque: Im Westen nichts Neues (1929)
Länge: 13:12 Minuten

Remarques Roman spielt zur Zeit des Ersten Weltkriegs an der Westfront und schildert betont nüchtern die Schrecken des Krieges aus der Sicht des jungen Soldaten Paul Bäumer. Dieser hat sich freiwillig an die Front gemeldet und nach anfänglicher Kriegsbegeisterung erlebt er und seine Kameraden das Grauen und die Sinnlosigkeit des Krieges.  

Erich Maria Remarque (1898-1970) wurde weltbekannt durch seinen Roman „Im Westen nichts Neues“. 1933 wurden seine Bücher in Berlin von den Nazis verbrannt. Nach seiner Ausbürgerung 1939 emigrierte Remarque in die USA und erlangte 1947 die amerikanische Staatsbürgerschaft.


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