Programm
Hier werden Sie über das aktuelle Programm und die anstehenden Projekte vom Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig informiert.
Unsere Veranstaltungen finden im Raabe-Haus statt. Sie finden uns aber auch gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern an anderen Orten der Stadt und der Region.
Bei allen Veranstaltungen sind telefonische Reservierungen unter
0531 70 189 317 jeweils von Di. - Do. von 10 - 15 Uhr möglich.
Alternativ per E-Mail an raabe-hausbraunschweigde
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass das Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig – eingerichtet in der letzten Wohnung des Schriftstellers Wilhelm Raabe (1831-1910) – aufgrund dieser historischen Gebäudesituation nicht über einen barrierefreien Zugang verfügt.
Eintritt frei.
Sofern nicht anders angegeben, ist der Eintritt zu den Veranstaltungen frei.
Hier finden Sie unser aktuelles Programm bis Juni. Dies neigt sich langsam dem Ende zu. Wir arbeiten jedoch schon fleißig an neuen Spaziergängen für den Sommer, unser Programm für das zweite Halbjahr und der Literaturzeit!
Mai
Di. 05.05. | 15:00 Uhr | Raabe-Haus
Böse, böse Märchenwelt
Emanzipierte Frauen…ähm, böse Stiefmütter und Hexen oder doch der fremde, böse „Wolf“ im Wald – wer glaubt, dass Grimms Märchen nur das zu bieten haben, der sollte bei dieser Lesung dabei sein:
Die Schauspieler*innen Kathrin Reinhardt und Ronald Schober versorgen uns mit schrägen und nicht so bekannten Märchen der Gebrüder Grimm für Erwachsene.
Mi. 06.05. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Märchen der Romantik: E.T.A. Hoffmann: Der goldne Topf 7.–12. Vigilie
Lesekreis mit Dr. habil. Peggy Gehrmann.
Märchen lesen – bedeutet das Flucht? Wie es scheint, entrinnen wir dabei zumindest zeitweilig unserem oft schwierigen Alltag, um uns in eine Welt des Wunderbaren zu träumen, die Gegensätze aufhebt, Wünsche wahrmacht und Gerechtigkeit verbürgt. Doch im romantischen Kunstmärchen werden stets auch Missverhältnisse und Entfremdungen thematisiert. Wir werden überrascht durch Wirkungen des Unheimlichen, Fantastischen und Komischen. Sie stören unseren Glauben ans Wunderbare und regen uns an, das Gelesene aufs Hier und Jetzt zu beziehen.
Im Lesekreis gehen wir der Wirkung und Bedeutung ausgewählter Märchen nach. Der freie, persönliche Austausch über Lese- und Lebenserfahrungen steht dabei im Mittelpunkt.
Im zweiten Teil des Märchens spitzt sich Anselmus‘ Konflikt bis ins Unerträgliche zu. Sein Festhalten an Poesie und Künstlerliebe lässt ihn das bürgerliche Leben bedrückend eng erleben, seiner Mitwelt erscheint er zunehmend wahnsinnig. Wie sind die Auswege aus diesem Konflikt zu verstehen, die das Märchen uns anbietet?
Interessant könnte ein Blick auf die Fülle an christlichen Motiven sein, die den Text durchziehen. Auch das Motiv des Wahnsinns und das Symbol des goldenen Topfes fordern zur Erörterung heraus. Der Blick auf Gestaltungsweisen des Textes wie Ironie und Spiegelungen von Figuren und Handlung kann lohnend sein.
Der zu besprechende Text wird Ihnen auf Wunsch gern zugeschickt. Dazu bitte unter raabe-hausbraunschweigde melden!
Mi. 06.05. | 15:00 Uhr | Raabe-Haus
Ich darf nur lieben, aber niemals jemandem gehören.
Die Schauspielerin Susanne Maierhöfer liest aus Texten von Franziska zu Reventlow (1871 – 1918), die bereits als junge Frau im 19. Jahrhundert einen sich über Standes- und Anstandsgrenzen hinwegsetzenden Freiheitswillen hatte – in der Liebe und im Leben allgemein. So schreibt sie: „Ich will und muss einmal frei werden; es liegt nun einmal tief in meiner Natur, dieses maßlose Streben, Sehnen nach Freiheit.“
So 10.05. | 15:00 Uhr | Raabe-Haus
Wilhelm Raabe, Edmund Sträter und Ernst Böhme
Vortrag der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V. von Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel und Dr. Angela Klein.
Ein Freund, Vermittler und ein Schüler in Magdeburg
So. 10.05. | 17:00 Uhr | Raabe-Haus
„Was man sich in Braunschweig und Umgebung so erzählt“
Federleicht-Lesung mit den Autor*innen Karin Bottke, Rainer Gellermann und Thomas Meyer. Mitglieder der AG Literatur der Braunschweigischen Landschaft e.V. lesen eigene Texte mit historischem Bezug.
Die Arbeitsgruppe Literatur bietet der freien Autorenszene sowie Schreib- und Textwerkstätten im Braunschweiger Land eine Plattform für die Vernetzung und den Austausch. Ein beliebtes Format ist seit nunmehr 15 Jahren die Lesereihe „Federleicht“ im Raabe-Haus:Literaturzentrum. Darüber hinaus veröffentlicht die Arbeitsgruppe Anthologien zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten.
Di. 12.05. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ein Jahrhundert Gedichte
mit Helmut Berthold
Die literarische Reise anhand von ausgewählten Gedichten geht weiter mit:
Werner Riegel: Grünlicher Himmel (1954),
Karl Krolow: Die Erscheinung (1955),
Rainer Brambach: Poesie (1956).
Werner Riegel (1925-1956) war ein deutscher Lyriker und Essayist. Er arbeitete auch unter den Pseudonymen Scharbock - als Lyriker -, John Frieder, Conrad Kefer und Lothar Leu.
Karl Krolow (1915-1999) war ein deutscher Schriftsteller. Er studierte Germanistik, Romanistik, Kunstgeschichte und Philosophie und gilt als einer der bedeutendsten Lyriker der deutschen Nachkriegsliteratur.
Rainer Brambach (1917-1983) war ein deutsch-schweizerischer Schriftsteller. Nachdem er von der deutschen Wehrmacht desertierte und zurück in die Schweiz ging, entstand ab 1947 sein Werk aus Gedichten und Erzählungen.
Änderungen der Textauswahl vorbehalten
Di. 12.05. | 15:00 Uhr | Raabe-Haus
Dein ist mein ganzes Herz
Haben sie „Bock auf Gefühl“? Dass es auch Liedtexte zunehmend in den Literaturkanon schaffen, wissen wir spätestens seit Reclams neuer Reihe mit u.a. Songetxten von Anna R., den Ärzten oder Rio Reiser. Welche Texte in Andreas Jägers eigenem Kanon vorkommen, erfahren Sie bei dieser Lesung.
Mi. 20.05. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Karl Philipp Moritz: Anton Reiser (1785-1790)
Aufbrüche – Umbrüche in der Literatur mit Bernd Passier
In dem ab 1785 erscheinenden „psychologischen Roman“ erzählt Karl Philipp Moritz unter fremdem Namen die Geschichte seiner eigenen Kindheit und Jugend als exemplarische Leidensgeschichte. Dass der Roman auch eine erschütternde Episode rund um Reisers Lehrzeit in Braunschweig enthält, macht ihn aus lokaler Perspektive besonders interessant. Gelesen und besprochen werden Passagen aus dem ersten Teil des Werks.
Goethe sagte von ihm: „er ist wie ein jüngerer Bruder von mir, von derselben Art, nur da vom Schicksal verwahrlost und beschädigt, wo ich begünstigt und vorgezogen bin.“ Das Leben des am 15. September 1756 in Hameln in armseligsten Verhältnissen geborenen Karl Philipp verläuft als kaum unterbrochene Kette von Entbehrungen und Zurücksetzungen: erzwungene Hutmacherlehre als dreizehnjähriger Knabe in Braunschweig, demütigende Erfahrungen als mittelloser Schüler am Hannoverschen Gymnasium, ein abgebrochenes Theologiestudium, schließlich der erfolglose Versuch, sich einer Schauspieltruppe anzuschließen. Seine „Lehr- und Wanderjahre“ machen in erschütternder Weise die Begrenzungen eines empfindsamen und begabten jungen Mannes in der Ständegesellschaft des 18. Jahrhunderts deutlich. Hätte es nicht gelegentlich hilfreiche Förderer gegeben, Moritz wäre der Sprung in eine bürgerliche Existenz wohl kaum gelungen. Nach einer Anstellung als Lehrer am Berliner Gymnasium zum Grauen Kloster (1778), hält Moritz es acht Jahre in vergleichsweise gesicherten Verhältnissen aus. Dann ein erneuter Ausbruch, diesmal nach Italien, wo der abgerissene Fußreisende die Freundschaft und Unterstützung Goethes gewinnt. Erst nach seiner Rückkehr und der Ernennung zum Professor der Theorie der schönen Künste an der königlich-preußischen Akademie der Künste in Berlin (1789) wird Moritz frei von materiellen Sorgen sein: Noch vier Lebensjahre sind dem Lungenkranken beschieden, eine Zeit angestrengten Schreibens, in der er vielfältige Studien zur Mythologie, zur Grammatik und Pädagogik veröffentlicht. Karl Philipp Moritz stirbt am 26. Juni 1793 in Berlin, noch keine 37 Jahre alt.
Wie man angesichts solcher Lebensumstände überhaupt so etwas wie personale Identität ausbilden kann? Man kann den ab 1785 in vier Teilen erscheinenden psychologischen Roman „Anton Reiser“ als Moritz` Versuch lesen, eine Antwort auf diese Frage zu finden. Am Faden einer minutiösen Erinnerung, die Einheit und Zusammenhang herzustellen versucht, wo sonst „oft nichts als Zwecklosigkeit, abgerißne Fäden, Verwirrung, Nacht und Dunkelheit“ zu sehen sind, schreibt er gewissermaßen seine eigene Pathografie. Dass die schonungslose Selbstanalyse rückblickend keine harmonische Vollendung eines Lebens konstruiert, macht den Fragment gebliebenen Roman auch für heutige Leser und Leserinnen Leser interessant.
Do. 21.05. | 15:00 Uhr | Raabe-Haus
Blind Date mit einem Text
Überraschungslesung mit Götz van Ooyen
Die beliebte Reihe geht in die nächste Runde. Nur der Schauspieler weiß, welche Texte gelesen werden.
Juni
Di. 02.06. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ein Jahrhundert Gedichte
mit Helmut Berthold
Die literarische Reise anhand von ausgewählten Gedichten geht weiter mit:
Hans Magnus Enzensberger: april (1957),
Klaus Demus: Über die Mauern zu schauen (1958),
Hilde Domin: Rückzug (1959).
Hans Magnus Enzensberger (1929-2022) verhandelte mit seiner Lyrik tagesaktuelle Themen war widerwillige Orientierungsfigur der Studentenbewegung und der außerparlamentarischen Opposition.
Klaus Demus (1927-2023), war ein österreichischer Kunsthistoriker und Lyriker, der pantheistische Naturlyrik verfasste und mit Paul Celan und Ingeborg Bachmann verkehrte.
Hilde Domin (1909-2006) war eine jüdische Lyrikerin. In den 30ern floh sie erst nach Italien, dann nach Frankreich, Großbritannien und schließlich in die Dominikanische Republik, aus der sie 1954 nach Deutschland zurückkehrte. Diese Odysse prägt das Werk der Lyrikerin, die viel mit freien Versen arbeitete.
Änderungen der Textauswahl vorbehalten
Sa. 27.06. | 19:00 Uhr - 22:00 Uhr | Raabe-Haus
Braunschweiger Museumsnacht
Ab die Post!
Lesungen von Briefen durch die Jahrhunderte.
„Briefe soll man wie jedes Vergnügen nach getaner Arbeit sich gestatten.“ Gottfried Keller
Das Raabe-Haus:Literaturzentrum hat Briefe zusammengetragen: vielfältige Post durch die Jahrhunderte von interessanten Persönlichkeiten aus Literatur, Kunst, Wissenschaft und vieles mehr, alles für eine Veranstaltung der besonderen Art: Götz van Ooyen, Pia Kranz und Ronald Schober verlesen Briefe!
Der Zufall entscheidet, welcher Brief aus der Black Box gezogen wird. Das Publikum sucht aus, welche*r unserer drei Expert*innen des gesprochenen Worts ihn vorliest und teils jahrhundertalte Liebesbekundungen, Urlaubsberichte oder intellektuelle Fehden zu neuem Leben erweckt. Es handelt sich bei den Lesungen um ein unterhaltsames und kurzweiliges Form. Das Publikum kann jederzeit kommen und gehen oder auch wiederkommen.
Parallel besteht die Möglichkeit, die Dauerausstellung des Raabe-Hauses von 19:00 Uhr bis 22:00 Uhr zu besuchen und auf Wunsch eine kurze Führung zu bekommen.