Programm
Hier werden Sie über das aktuelle Programm und die anstehenden Projekte vom Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig informiert.
Unsere Veranstaltungen finden im Raabe-Haus statt. Sie finden uns aber auch gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern an anderen Orten der Stadt und der Region.
Bei allen Veranstaltungen sind telefonische Reservierungen unter
0531 70 189 317 jeweils von Di. - Do. von 10 - 15 Uhr möglich.
Alternativ per E-Mail an raabe-hausbraunschweigde
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass das Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig – eingerichtet in der letzten Wohnung des Schriftstellers Wilhelm Raabe (1831-1910) – aufgrund dieser historischen Gebäudesituation nicht über einen barrierefreien Zugang verfügt.
Eintritt frei.
Sofern nicht anders angegeben, ist der Eintritt zu den Veranstaltungen frei.
Aktuell arbeiten wir an unserem Programm bis Dezember. Viele Veranstaltung stehen bereits fest, aber es folgen noch weitere! Es lohnt sich also, hier immer mal wieder vorbeizuschauen.
Oktober
Mi. 21.10. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ost-west-deutsche Begegnungen im Roman: Wolfgang Hilbig: Das Provisorium (Auszüge)
Lesekreis mit Dr. habil. Peggy Gehrmann.
In einprägsamen Bildern erzählt Hilbig von der leidvollen Isolation seines Helden C. nach der Übersiedlung in die BRD. Die DDR-Diktatur zwang C. dazu, seine Identität zu verleugnen. Das alle Lebensbereiche durchdringende Marktdenken in Westdeutschland bewirkt nunmehr dasselbe. Da er keinen Weg hin zu sich selbst finden kann, strebt C. immer nur fort, sei er nun gerade im Osten oder im Westen.
Für Informationen zu den zu besprechenden Passagen bitte unter raabe-hausbraunschweigde melden.
Di. 27.10. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ein Jahrhundert Gedichte mit Helmut Berthold
In dieser Gesprächsrunde werden folgende Gedichte vorgestellt: Sarah Kirsch: Bei den weißen Stiefmütterchen (1969), Rainer Kunze: Wie die Dinge aus Ton (1970), Günter Kunert: Daystream (1971).
Änderungen der Textauswahl vorbehalten
Sarah Kirsch (1935-2013) schrieb Erzählungen, Kinderbücher und Gedichte. Ihren Vornamen wählte sie als Mahnung an den Holocaust. 1968 siedelte sie in die DDR über, verließ aber nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns die DDR.
Rainer Kunze (*1933) orientierte sich zunächst in seiner Lyrik am sozialistischen Realismus, später begann er, sich zunehmend von den Vorstellungen der SED zu distanzieren. Als Dissident kam er mit seiner Ausreise 1977 einer mehrjährigen Haftstrafe zuvor. In seinen späteren Jahren machte er vor allem mit Protesten gegen Rechtschreibreformen und geschlechtergerechte Sprache auf sich aufmerksam.
Günter Kunert (1929-2019) behandelte in seinen Werken vor allem die beiden deutschen Staaten in der Zeit der Teilung. Er gehörte zu den Erstunterzeichner*innen gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns.
November
Sa. 07.11. | 19:00 - 24:00 Uhr
Braunschweiger Literaturzeit
Parallel an fünf Veranstaltungsorten kann das Publikum am Sa., 7. November 2026 von 19:00 bis 23:00 Uhr Höhepunkte der aktuellen deutschsprachigen Literatur erleben.
Mit Louise K. Böhm: Kaskaden, Helene Bukowski: Wer möchte nicht im Leben bleiben, Tomer Gardi: Liefern, Anja Gmeinwieser: Wir Königinnen, Özge İnan: Die Dichterin, Thilo Krause: Jetzt, wo du ein Held bist, Svenja Leiber: Nelka, Leh-Wei Liao: Glaszeit, Annette Mingels: Evas Tochter, Sharon Dodua Otoo: So, in etwa, ist es geschehen, Lukas Rietzschel: Sanditz, Cécil Ludwig Röski: Trizeps Royal, Ingo Schulze: Das Wasser im August, Eva Sichelschmidt: Schön, dass du da warst
und der Wilhelm Raabe-Literaturpreisträgerin 2026 Shida Bazyar: Die Lücken.
Karten sind ab dem 26. September im Vorverkauf an der Kasse des Staatstheaters Braunschweig (Großes Haus) und online über den Webshop des Staatstheaters zum Preis von 15 Euro, ermäßigt 7 Euro, erhältlich.
Mi. 11.11. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Aufbrüche – Umbrüche in der Literatur mit Bernd Passier
Christian Kracht: Faserland (1995)
Ein namenloser Ich-Erzähler, „ein dandyhafter arroganter Typ“, Sohn wohlhabender Eltern, durchquert in einem atemlosen Trip Deutschland von Nord nach Süd, per Flieger, mit der Bahn, im Auto. Orte seiner Zwischenstopps: subkulturelle Partys und angesagte Bars von Frankfurt bis München. Seine ständigen Begleiter: Zigaretten, Alkohol, Drogen, Sex. Was treibt ihn an? In welchen Milieus hält er sich auf? Welche Beziehungen hat er zu den Menschen, denen er begegnet? Und was glaubt er unter der Oberfläche eines Landes zu finden, das der Autor als „Faserland“ ironisiert? Christian Krachts gleichnamiger Roman, 1995 erschienen, gilt als Abgesang auf die politische Literatur der Vorgängergeneration und einflussreicher Treiber für eine literarische Strömung, die sich vor allem in den neunziger Jahren als „Pop-Literatur“ entwickelt hat. Neben den inhaltlichen Fragen soll in der Veranstaltung auch der Frage nach dem spezifischen „Stil“ dieser Literaturform nachgegangen werden.
Mi. 18.11. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ost-west-deutsche Begegnungen im Roman: Juli Zeh: Unter Leuten (Auszüge)
Lesekreis mit Dr. habil. Peggy Gehrmann.
Anders als in Großstädten, die oft von Segregation geprägt sind – so zeigt Juli Zehs Roman – wagen in einem brandenburgischen Dorf Menschen aus Ost und West, Stadt und Land, alter und junger Generation ein Zusammenleben. Die Figuren weisen teils typenhafte Züge, teils ganz individuelle Eigenschaften auf. So verlaufen auch die Konfliktlinien im Roman nicht einfach zwischen Ost- und Westdeutschen, sondern zwischen originellen Einzelpersonen in diesem dörflichen Kosmos.
Für Informationen zu den zu besprechenden Passagen bitte unter raabe-hausbraunschweigde melden.
So. 22.11. | 15:00 Uhr | Raabe-Haus
Vortrag der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V.
Geldgier des Herrschers und Tod in der Bastille - Ein Geheimnis bewegt Wilhelm Raabe mit Prof. Dr.h.c. Gerd Biegel und Dr. Angela Klein
Mit der historischen Novelle, die auch in Westermanns Monatsheften sowie in der Sammlung „Verworrenes Leben“ erschien, wird ein Beitrag Raabes zum Poetischen Realismus vorgestellt. Es ist die Zeit von 1692 bis 1704 in Paris. Als ein neapolitanischer Chemiker die geheime Formel zur Herstellung von Gold gefunden hatte und daran verdiente, wurde auch Ludwig XIV. auf ihn aufmerksam. Trotz der Haft in der Bastille gab Stefano sein „Geheimnis" nicht preis und schnitt sich am 20. März 1704 in seiner Zelle die Kehle durch und nahm sein Geheimnis mit ins Grab.
So. 22.11. | 17:00 Uhr | Raabe-Haus
Federleicht. Von Bambus und Tannenbäumen
Federleicht. Von Bambus und Tannenbäumen
Zwischen Anpassung und Aufbruch, zwischen Wurzeln und Freiheit: In ihrem Debütroman Von Bambus und Tannenbäumen erzählt Stephanie Sartison von den Momenten, die ein Leben aus der Bahn werfen und gleichzeitig in Bewegung bringen. Es ist ein Buch über Orientierungslosigkeit und Wiederbeginn, über Fremde, die uns retten, und über die Frage, wie man lernt, sich selbst genug zu sein. Warm, klug, humorvoll und radikal menschlich.
Die Arbeitsgruppe Literatur, in der sich Autorinnen und Autoren in wechselnden Konstellationen zur Arbeit an Literaturprojekten zusammenfinden, bietet der freien Autorenszene sowie Schreib- und Textwerkstätten im Braunschweiger Land eine Plattform für die Vernetzung und den Austausch. Neben den AG-Sitzungen finden regelmäßig Literaturstammtische, kreative Schreibseminare und Tagungen statt.
Di. 24.11. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ein Jahrhundert Gedichte mit Helmut Berthold
In dieser Gesprächsrunde werden folgende Gedichte vorgestellt: Hannes Wader: Heute hier, morgen dort (1972), Ulrich Plenzdorf: Wenn ein Mensch lebt (1973), Georg Danzer: Bahamas-Nassau Bay (1974).
Änderungen der Textauswahl vorbehalten
Hannes Wader (*1942) ist ein deutscher Musiker und Liedermacher. Er veröffentlichte zunächst sozialkritische Chansons, die die Studierendenbewegung beeinflusste, wendete sich aber in den letzten Jahren vermehrt der Liedgutpflege und -wiederbelebung zu.
Ulrich Plenzdorf (1934-2007) war der Sohn kommunistischer Verfolgter während der NS-Zeit und siedelte mit seiner Familie 1950 in die DDR über. Hier erlangte er schnell seinen Ruf als Schriftsteller und Drehbuchautor. Er war als IM tätig, wurde aber ebenso bespitzelt.
Georg Danzer (1946-2007) war ein österreichischer Liedermacher und widerwilliger Pionier des Austropops. Seine Texte sind teils auf Hochdeutsch und teils im Wiener Dialekt geschrieben und behandeln auch schwierige und gesellschaftskritische Themen wie Sucht, Wohnungslosigkeit und Krieg.
Dezember
Di. 01.12. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ein Jahrhundert Gedichte mit Helmut Berthold
In dieser Gesprächsrunde werden folgende Gedichte vorgestellt: Rainer Malkowski: Wo Raum ist (1975), Ernst Meister: Sterben (1976), Georg Oswald Cott: Fortschritt (1977).
Änderungen der Textauswahl vorbehalten
Rainer Malkowski (1939-2003) war ein deutscher Naturlyriker, der stark von der Neuen Subjektivität geprägt war. Sein Wohnhaus dient dank einer Stiftung, die auch in seinem Namen einen hochdotieren Literaturpreis vergibt, als Stipendiatenhaus und Künstlerbegegnungsstätte.
Ernst Meister (1911-1979) verarbeitete in seinen Werken seine Erfahrungen als Soldat im Zweiten Weltkrieg. Er lebte stets sehr zurückgezogen.
Georg Oswald Cott (*1931) wurde in Salzgitter geboren und lebt heute als freier Schriftsteller in Braunschweig. In seinen eingängig formulierten Kurzgedichten thematisiert er die Existenz des Menschen, seine Beziehung zu den Mitmenschen, aber auch zur Natur in ihrer Vielfalt. Als Braunschweiger hat Cott überdies in seinem Gedichtzyklus „Marienborn. Westostelbische Gedichte“ die deutsche Teilung verarbeitet und ihn als subjektiven Beitrag zur poetischen Geschichtsschreibung betrachtet.
So. 20.12. | 11:30 Uhr | Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte
Fallersleber-Tor-Wall 23, 38100 Braunschweig
Vortrag der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V.
Wilhelm Raabes Erzählung „Weihnachtsgeister“ mit Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel und Dr. Angela Klein
Eine traditionelle Lesung und Weihnachtsbetrachtung für die ganze Familie. – Eine Kooperation des Raabe-Haus:Literaturzentrums mit dem IBRG und der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V.