Programm
Hier werden Sie über das aktuelle Programm und die anstehenden Projekte vom Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig informiert.
Unsere Veranstaltungen finden im Raabe-Haus statt. Sie finden uns aber auch gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern an anderen Orten der Stadt und der Region.
Bei allen Veranstaltungen sind telefonische Reservierungen unter
0531 70 189 317 jeweils von Di. - Do. von 10 - 15 Uhr möglich.
Alternativ per E-Mail an raabe-hausbraunschweigde
Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass das Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig – eingerichtet in der letzten Wohnung des Schriftstellers Wilhelm Raabe (1831-1910) – aufgrund dieser historischen Gebäudesituation nicht über einen barrierefreien Zugang verfügt.
Eintritt frei.
Sofern nicht anders angegeben, ist der Eintritt zu den Veranstaltungen frei.
Aktuell arbeiten wir an unserem Programm bis Dezember. Viele Veranstaltung stehen bereits fest, aber es folgen noch weitere! Es lohnt sich also, hier immer mal wieder vorbeizuschauen.
September
Di. 08.09. | 15:00 Uhr | Raabe-Haus
Blind Date mit einem Text
Überraschungslesung mit Götz van Ooyen
Wie immer weiß nur der Schauspieler, welche Texte gelesen werden.
Mi. 09.09. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ost-west-deutsche Begegnungen im Roman: Lutz Seiler: Stern 111 (Auszüge)
Lesekreis mit Dr. habil. Peggy Gehrmann.
Zwei Geschichten werden hier miteinander verknüpft: Carl wird in der Anarchie des Berliner Szene-Lebens erwachsen – seine Eltern brechen überraschend in den Westen auf und kämpfen um einen Neuanfang. In Westdeutschland begegnen ihnen einige Menschen verständnislos, herablassend oder versuchen sie ungeniert auszunutzen. Doch das Ehepaar Bischoff hält unbeirrt an seinem Traum vom Westen fest: dem Versprechen auf Befreiung und Entfaltung ihrer ungezügelten, kreativen und lebendigen Seiten.
Für Informationen zu den zu besprechenden Passagen bitte unter raabe-hausbraunschweigde melden.
Do. 10.09. | 18:00 Uhr | Treffpunkt: Ecke Herzogin-Elisabeth-Str./Georg-Westermann-Allee
Schrullen, Exzentrisches oder das Vergnügen, anders zu sein
Bei diesem literarischen Spaziergang erkundet die Schauspielerin Kathrin Reinhardt Schrullen, Exzentrisches oder das Vergnügen, "anders zu sein" und so die Bedeutsamkeit von wunderlich anmutenden menschlichen Angewohnheiten.
So. 13.09. | 16:00 Uhr | Treffpunkt: Inselwall-Park, großer Springbrunnen
Poesie der Bäume: Von Blättern, die die Welt bedeuten – NEU
Bei diesem neuen literarischen Spaziergang zeigt der Schauspieler Ronald Schober, dass die literarische Welt eng mit der Natur verbunden ist.
Mi. 16.09. | 18:00 Uhr | Treffpunkt: Portal Klosterkirche Riddagshausen
Von Kopf bis Fuß auf Liebe... und so weiter – Vom Jubeln und Jammern in Liebesfragen – NEU
Bei diesem neuen musikalisch-lyrischen Spaziergang klärt das Duo Susanne Maierhöfer und Hans Stallmach Sie auf dem Weg durch den Klostergarten über jegliche Fragen bezüglich der Liebe auf.
Do. 17.09. | 19:00 Uhr | bücherwurm
Schloßstraße 8, 38100 Braunschweig
Shida Bazyar: Die Lücken
Autorinnenlesung - Moderation: Susanne Maierhöfer
In einem kleinen Dorf im Hunsrück haben seine Bewohner*innen ihr Bestes gegeben, die eigene, dunkle NS-Vergangenheit zu begraben. Überlebenden wird mit betretenem Schweigen begegnet, einer politischen Karriere steht trotz Parteibuch nichts im Wege. Doch dann suchen zwei geflüchtete Familien aus dem Iran hier Zuflucht – und ein Geist beginnt zu erzählen: von Vergangenheit und Gegenwart, Heimat und Verrat, Erinnerung und Verdrängung. Davon, welche Gräben sich in unserer Gesellschaft auftun und wie man eine Heimat an einem Ort finden kann, dessen Identität auf einer Lüge aufbaut.
Shida Bazyar (*1988 in Hermeskeil) studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim und war viele Jahre in der Jugendbildungsarbeit tätig. Ihr Debütroman »Nachts ist es leise in Teheran« (2016) wurde mehrfach übersetzt und ausgezeichnet, „Drei Kameradinnen“ folgte 2021 und stand auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis.
Eintritt: VVK 11,00€ / erm. 7,00€; Abendkasse: 12,00€ / erm. 8,00€
Tickets im Vorverkauf erhältlich in der Buchhandlung bücherwurm oder online bei Eventim (ggf. zzgl. Gebühren).
Fr. 18.09. | 18:00 Uhr | Treffpunkt: Solarkatze, Theaterpark
Alles im Fluss oder lassen Sie uns vom Wasser sprechen – NEU
Bei diesem neuen literarischen Spaziergang führt die Schauspielerin Kathrin Reinhardt Sie entlang der Oker zwischen Geschichten, Gedichten und neuen Perspektiven.
So. 20.09. | 15:00 Uhr | Raabe-Haus
Vortrag der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V.
„Ein Frühling“, Raabes ‚Gequadder‘ – Rezeption als sentimentale Vergangenheit mit Prof. Dr.h.c. Gerd Biegel und Dr. Angela Klein
Eine verwickelte Liebesgeschichte, die Idylle einer Gasse und „ein Blick in die Ferne“ bilden ein Nebeneinander in Wilhelm Raabes 1857 veröffentlichtem zweiten Roman „Ein Frühling“. Mit seinem unterschwelligen „Unruhepotential“ weist das Buch, das Raabe später als „Gequadder“ bezeichnete, in ersten Ansätzen auf die Moderne.
So. 20.09. | 17:00 Uhr | Raabe-Haus
Federleicht: Raabenhorst im Raabe-Haus
Kurzkrimis aus der 4. Ausgabe der Literaturzeitschrift Raabenhorst. Autor*innen der AG Literatur der Braunschweigischen Landschaft e.V. lesen.
Die Arbeitsgruppe Literatur, in der sich Autorinnen und Autoren in wechselnden Konstellationen zur Arbeit an Literaturprojekten zusammenfinden, bietet der freien Autorenszene sowie Schreib- und Textwerkstätten im Braunschweiger Land eine Plattform für die Vernetzung und den Austausch. Neben den AG-Sitzungen finden regelmäßig Literaturstammtische, kreative Schreibseminare und Tagungen statt.
Di. 22.09. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ein Jahrhundert Gedichte mit Helmut Berthold
In dieser Gesprächsrunde werden folgende Gedichte vorgestellt: Peter Huchel: Winterpsalm (1963), Christa Reinig: Mein Besitz (1964), Wolf Biermann: Ballade von der Buckower Süßkirschenzeit (1965).
Änderungen der Textauswahl vorbehalten
Peter Huchel (1903-1981) war ein deutscher Lyriker und Redakteur, der bereits in der NS-Zeit Kritik durch in Hörfunkspielen versteckte Zitate übte und trotz Fürsprache von Brecht auch unter DDR-Regierungsschikanen litt. 1971 verließ er deshalb die DDR.
Christa Reinig (1926-2008) wuchs in ärmlichen Verhältnissen in Berlin auf, erhielt nach ersten Erfolgen 1950 Publikationsverbot in der DDR und floh 1964. Sie schrieb insbesondere ab den 1970er Jahren feministische und lesbische Gedichte und verarbeitete ihre Erfahrungen als körperlich behinderte Frau.
Wolf Biermann (*1936) ist ein deutscher Liedermacher und Lyriker. Als Sohn eines in Ausschwitz ermordeten kommunistischen Juden siedelte er freiwillig in die DDR über, kritisierte die DDR-Staatsführung wiederholt kritisch in seinen Werken und wurde deshalb 1976 ausgebürgert.
Di. 22.09. | 15:00 Uhr | Raabe-Haus
Präsidentinnen
Lesung mit der Schauspielerin Verena Noll
Mit Briefen und Erzählungen geht die Reise durch die Geschichte und rückt Frauen in den Fokus, die Geschichte gemacht haben und sich in Geschichtsbüchern erstaunlicherweise oft nur als Fußnote wiederfinden.
So. 27.09. | 12:00 Uhr | Treffpunkt: Portal Klosterkirche Riddagshausen
Von Kopf bis Fuß auf Liebe... und so weiter – Vom Jubeln und Jammern in Liebesfragen – NEU
Bei diesem neuen musikalisch-lyrischen Spaziergang klärt das Duo Susanne Maierhöfer und Dorothee Bärmann Sie auf dem Weg durch den Klostergarten über jegliche Fragen bezüglich der Liebe auf.
Mo. 28.09. | 19:00 Uhr | BLAU-WAL
Hagenring 90, 38102 Braunschweig
Kunst & Tarot - Camille Claudel
In Lesung und Gespräch und mit Unterstützung der Tarotkarten nähern sich Kathrin Reinhardt und Martina Niestroj dieser Ausnahmekünstlerin der Malerei und Bildhauerei und ihrem bewegten Leben.
Di. 29.09. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Philosophische Spurensuche in literarischen Texten
Thomas Mann: Der kleine Herr Friedemann
vorgestellt von Johannes Heinen
Die im Jahre 1897 veröffentlichte Erzählung „Der kleine Herr Friedemann“ gestaltet vor allem das Leben und die besondere Sozialisation eines großbürgerlichen jungen Mannes. Thomas Mann kommentierte im Jahre 1940 diese von ihm besonders geschätzte Erzählung folgendermaßen: „Die Hauptgestalt ist ein von der Natur stiefmütterlich behandelter Mensch, der sich auf eine klug-sanfte, friedlich-philosophische Art mit seinem Schicksal abzufinden weiß und sein Leben ganz auf Ruhe, Kontemplation und Frieden abgestimmt hat.“ Friedemanns Einstellungen, vor allem auch die unerwartete, sehr tragische Handlungsentwicklung sollen in dieser Vorstellung detailliert erschlossen und beurteilt werden.
Mi. 30.09. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ost-west-deutsche Begegnungen im Roman: Thomas Brussig: Wie es leuchtet (Auszüge)
Lesekreis mit Dr. habil. Peggy Gehrmann.
Zugleich unterhaltsam und ernsthaft breitet Brussig ein Tableau der (Nach-)Wendezeit vor uns aus. Der Roman besticht durch seinen episodenhaften Stil und seine Fülle unterschiedlichster Figuren. So erleben wir die Zeit aus der Perspektive von ostdeutschen Karrieristen, Angepassten, Dissidenten und Träumern, von westdeutschen Bankern, Betrügern, Studenten und Journalisten mit. Wir lesen von ersten ost-west-deutschen Erkundungsgängen und folgenreichen Begegnungen.
Für Informationen zu den zu besprechenden Passagen bitte unter raabe-hausbraunschweigde melden.
Oktober
Do. 01.10. | 19:00 Uhr | Roter Saal im Schloss
Schlossplatz 1, 38100 Braunschweig
Lesereise 200 Jahre Brailleschrift. 25 Gedichte
1825 revolutionierte Louis Braille mit der Punktschrift das Leben blinder Menschen. Passend zum Jubiläum zeigt ein inklusives Literaturprojekt des Blinden- und Sehbehindertenverbandes Niedersachsen (BVN) die Vielfalt der Literatur. Im Mittelpunkt steht die Anthologie „Seht her – Poesie in Braille“. Das Besondere: Das Buch vereint Schwarzschrift und tastbare Brailleschrift. Die Gedichte von 25 blinden und sehenden Dichter:innen nehmen auch inhaltlich Bezug auf Sehen und Hören, auf Sichtbares und Unsichtbares.
Im Roten Saal lesen Autor:innen und BVN-Mitglieder daraus Texte und geben Einblicke in die Welt der Brailleschrift und barrierefreien Literatur. Das Publikum erwartet ein berührender, humorvoller Abend. Zudem informiert der BVN vor Ort und macht die Punktschrift für Sehende erlebbar.
Kontakt für Reservierungen: E-Mail: lesereiseblindenverbandorg
Telefonnummer für Rückfragen: 0511 5104-0
Veranstalter: Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e. V. (BVN) in Kooperation mit dem Kulturinstitut/Raabe-Haus:Literaturzentrum Braunschweig
Di. 06.10. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ein Jahrhundert Gedichte mit Helmut Berthold
In dieser Gesprächsrunde werden folgende Gedichte vorgestellt: Ernst Jandl: Etüde in f (1966), Rose Ausländer: Fremde (1967), / Paul Celan: Heddergemüt (1968).
Änderungen der Textauswahl vorbehalten
Ernst Jandl (1925-2000) war ein österreichischer Dichter und Schriftsteller, der vor allem durch seine experimentelle, lautmalerische und visuelle Lyrik bekannt wurde. Er stand der Wiener Gruppe nahe und arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Lehrer.
Rose Ausländer (1901-1988), aus liberalem jüdischen Elternhaus, überlebte trotz Ghettosierung in ihrer rumänischen Heimatstadt den Zweiten Weltkrieg. Danach arbeitete sie als Fremdsprachenkorrespondentin in den USA, schrieb auf Deutsch und Englisch und verließ in den letzten 11 Jahren ihres Lebens ihr Schreibzimmer nicht mehr.
Paul Celan (1920-1970) war ein jüdischer, deutschsprachiger Lyriker rumänischer, später französischer Staatsangehörigkeit. Er beschrieb in seinem Werk insbesondere die Schrecken des Holocaust. Außerdem betätigte er sich als Übersetzer aus dem Französischen.
Di. 06.10. | 15:00 Uhr | Raabe-Haus
Hermann Hesse: Demian. Die Geschichte einer Jugend
Lesung mit dem Schauspieler Ronald Schober
Die Geschichte eines jungen Menschen auf der Suche nach Identität und Selbstfindung. Thema des Romans ist der Konflikt zwischen behüteter Kindheitswelt und dem Unbekannten außerhalb davon.
Mi. 07.10. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Aufbrüche – Umbrüche in der Literatur mit Bernd Passier
Georg Büchner: Lenz
„Den 20. ging Lenz durchs Gebirg“. Mit diesem Satz beginnt eines der berühmtesten Werke der deutschen Literatur, das, wie Peter Schneider in einer Hommage für die ZEIT-Bibliothek der 100 Bücher festgestellt hat, „jedes historisierende Interesse von sich abschüttelt und den Leser sogleich wie eine innere Stimme anspricht.“ Im Mittelpunkt der 1839 posthum erschienenen, unvollendet gebliebenen Erzählung „Lenz“ von Georg Büchner steht der Sturm und Drang-Dichter Jakob Michael Reinhold Lenz. Psychisch angeschlagen, sucht Lenz bei dem elsässischen Pfarrer Oberlin Zuflucht und Geborgenheit. Doch was als Aufbruch mit rauschhaften Entgrenzungserfahrungen beginnt, endet in Wahnsinn und Aussichtslosigkeit. „Die Welt, die er hatte nutzen wollen, hatte einen ungeheuren Riß; er hatte keinen Haß, keine Liebe, keine Hoffnung – eine schreckliche Leere, und doch eine folternde Unruhe, sie auszufüllen. Er hatte nichts.“ Die Erzählung fasziniert durch die ungeheure Dichte, mit der Büchner die Wahrnehmungen und den zunehmenden mentalen Verfall des Protagonisten schildert. Zugleich ruft sie zur Auseinandersetzung mit auch heute noch aktuellen Fragen auf: über den Zusammenhang von repressiven Normen und psychischer Gesundheit, zur Frage von Abwehr und Akzeptanz, zur Frage: Wer hilft? In der Veranstaltung werden ausgewählte Passagen der Erzählung gelesen sowie Werk und Biografie von Autor und Figur in den literaturgeschichtlichen Kontext eingeordnet.
Mi. 07.10. | 19:00 Uhr | bücherwurm
Schloßstraße 8, 38100 Braunschweig
Ann-Christin Kumm – Ultramarin
Autorinnenlesung - Moderation: Kathrin Reinhardt
Ann-Christin Kumm legt mit Ultramarin ihr Debüt vor, ein gleichzeitig fesselnder und leicht zugänglicher Roman über ein toxisches Beziehungsgeflecht, verwebt in Rückblenden und gegenwärtigen Momenten, Andeutungen und Unausgesprochenem.
Drei Freund*innen fahren in den Urlaub - so ist der Plan, doch im letzten Moment schließt sich eine Bekannte an und bringt alles aus dem Gleichgewicht. Während lang ausgedehnter Sommertage in den dänischen Dünen offenbart sich langsam ein Geheimnis - und ein Mensch verschwindet. Die Spannung steigert sich ständig und es bleibt die Frage: Wer manipuliert hier wen?
Die Autorin Ann-Christin Kumm arbeitet als Gärtnerin und Texterin und lebt in Berlin. Ultramarin ist ihr erster Roman.
Eintritt: VVK 11,00€ / erm. 7,00€; Abendkasse: 12,00€ / erm. 8,00€
Tickets im Vorverkauf erhältlich in der Buchhandlung bücherwurm oder online bei Eventim (ggf. zzgl. Gebühren).
So. 11.10. | 15:00 Uhr | Raabe-Haus
Vortrag der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V.
„Hastenbeck“ und ein unveröffentlichtes Nachwort mit Prof. Dr.h.c. Gerd Biegel und Dr. Angela Klein
Mit „Hastenbeck“ geht der Blick in ein wichtiges Kapitel der historischen Romane von Wilhelm Raabe. Es reicht von der Schlacht im Siebenjährigen Krieg bei Hastenbeck, dem Anteil der braunschweigischen Welfen und geht bis zur Frage, die Wilhelm Raabes Großvater erstmals angedeutet hatte: „Daß, wenn über die Grenzen am Oronoco Zwist entstand, er in Deutschland mußte, ausgemacht, Kanada auf unserm Boden erobert werden.“ Mit dem Blick auf ein unveröffentlichtes Nachwort werden Schwerpunkte des Romans von Wilhelm Raabe diskutiert.
So. 11.10 | 17:00 Uhr | Raabe-Haus
Federleicht. Wenn die Muse küsst
Schreibende haben sich auf Einladung der AG Literatur in verschieden Museen und Ausstellungen von den dort präsentierten Exponaten inspirieren lassen und lesen die daraus entstandenen Texte vor. Mitglieder der AG Literatur der Braunschweigischen Landschaft e.V. lesen.
Die Arbeitsgruppe Literatur, in der sich Autorinnen und Autoren in wechselnden Konstellationen zur Arbeit an Literaturprojekten zusammenfinden, bietet der freien Autorenszene sowie Schreib- und Textwerkstätten im Braunschweiger Land eine Plattform für die Vernetzung und den Austausch. Neben den AG-Sitzungen finden regelmäßig Literaturstammtische, kreative Schreibseminare und Tagungen statt.
Di. 13.10. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Philosophische Spurensuche in literarischen Texten
Arthur Schnitzler: Fräulein Else
vorgestellt von Johannes Heinen
In der im Jahre 1924 veröffentlichten Novelle stellt Schnitzler die Charakterzüge einer großbürgerlichen jungen Frau namens Else dar. Ausschließlich in der Form eines inneren Monologs werden ihre persönlichen Sehnsüchte, grundlegenden Werte sowie ihre sehr gegensätzlichen Erwartungen an sich und ihre Umgebung unmittelbar und sehr anschaulich verdeutlicht. Vor allem die spezifischen Anforderungen ihres sozialen Umfelds an diese junge Frau werden pointiert hervorgehoben und sind vor allem aus heutiger Sicht kritisch zu beleuchten.
Di. 13.10. | 15:00 Uhr | Raabe-Haus
Der Jäger und der Ra(a)be
Unterhaltsame Lesungsreihe mit dem Schauspieler Andreas Jäger über Raben, die Natur und andere komische Vögel. Vermutlich kommt auch Wilhelm Raabe (1831-1910) zu Wort.
Mo. 19.10. | 15:00 Uhr | Treffpunkt: Magnikirchplatz
Auf den Spuren Wilhelm Raabes
Der Literaturvermittler Johannes Heinen wandert auf diesem Spaziergang wieder mit Interessierten auf den Spuren des Schriftstellers Wilhelm Raabe (1831 – 1910). Es geht vom Magniviertel ins Krähenfeld. Dabei sollen Raabes Alltag und literarisches Schaffen beispielhaft verdeutlicht werden. Der Spaziergang endet mit einem Besuch im Museum des Raabe-Hauses.
Mi. 21.10. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ost-west-deutsche Begegnungen im Roman: Wolfgang Hilbig: Das Provisorium (Auszüge)
Lesekreis mit Dr. habil. Peggy Gehrmann.
In einprägsamen Bildern erzählt Hilbig von der leidvollen Isolation seines Helden C. nach der Übersiedlung in die BRD. Die DDR-Diktatur zwang C. dazu, seine Identität zu verleugnen. Das alle Lebensbereiche durchdringende Marktdenken in Westdeutschland bewirkt nunmehr dasselbe. Da er keinen Weg hin zu sich selbst finden kann, strebt C. immer nur fort, sei er nun gerade im Osten oder im Westen.
Für Informationen zu den zu besprechenden Passagen bitte unter raabe-hausbraunschweigde melden.
Di. 27.10. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ein Jahrhundert Gedichte mit Helmut Berthold
In dieser Gesprächsrunde werden folgende Gedichte vorgestellt: Sarah Kirsch: Bei den weißen Stiefmütterchen (1969), Rainer Kunze: Wie die Dinge aus Ton (1970), Günter Kunert: Daystream (1971).
Änderungen der Textauswahl vorbehalten
Sarah Kirsch (1935-2013) schrieb Erzählungen, Kinderbücher und Gedichte. Ihren Vornamen wählte sie als Mahnung an den Holocaust. 1968 siedelte sie in die DDR über, verließ aber nach der Ausbürgerung Wolf Biermanns die DDR.
Rainer Kunze (*1933) orientierte sich zunächst in seiner Lyrik am sozialistischen Realismus, später begann er, sich zunehmend von den Vorstellungen der SED zu distanzieren. Als Dissident kam er mit seiner Ausreise 1977 einer mehrjährigen Haftstrafe zuvor. In seinen späteren Jahren machte er vor allem mit Protesten gegen Rechtschreibreformen und geschlechtergerechte Sprache auf sich aufmerksam.
Günter Kunert (1929-2019) behandelte in seinen Werken vor allem die beiden deutschen Staaten in der Zeit der Teilung. Er gehörte zu den Erstunterzeichner*innen gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns.
November
Sa. 07.11. | 19:00 - 24:00 Uhr
Braunschweiger Literaturzeit
Literaturfestival mit zeitgleichen Autor*innenlesungen auf fünf verschiedenen Bühnen.
Bereits zugesagt haben: Tomer Gardi, Anja Gmeinwieser, Thilo Krause, Svenja Leiber, Sharon Dodua Otoo, Lukas Rietzschel und Ingo Schulze.
Mi. 11.11. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Aufbrüche – Umbrüche in der Literatur mit Bernd Passier
Christian Kracht: Faserland (1995)
Ein namenloser Ich-Erzähler, „ein dandyhafter arroganter Typ“, Sohn wohlhabender Eltern, durchquert in einem atemlosen Trip Deutschland von Nord nach Süd, per Flieger, mit der Bahn, im Auto. Orte seiner Zwischenstopps: subkulturelle Partys und angesagte Bars von Frankfurt bis München. Seine ständigen Begleiter: Zigaretten, Alkohol, Drogen, Sex. Was treibt ihn an? In welchen Milieus hält er sich auf? Welche Beziehungen hat er zu den Menschen, denen er begegnet? Und was glaubt er unter der Oberfläche eines Landes zu finden, das der Autor als „Faserland“ ironisiert? Christian Krachts gleichnamiger Roman, 1995 erschienen, gilt als Abgesang auf die politische Literatur der Vorgängergeneration und einflussreicher Treiber für eine literarische Strömung, die sich vor allem in den neunziger Jahren als „Pop-Literatur“ entwickelt hat. Neben den inhaltlichen Fragen soll in der Veranstaltung auch der Frage nach dem spezifischen „Stil“ dieser Literaturform nachgegangen werden.
Mi. 18.11. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ost-west-deutsche Begegnungen im Roman: Juli Zeh: Unter Leuten (Auszüge)
Lesekreis mit Dr. habil. Peggy Gehrmann.
Anders als in Großstädten, die oft von Segregation geprägt sind – so zeigt Juli Zehs Roman – wagen in einem brandenburgischen Dorf Menschen aus Ost und West, Stadt und Land, alter und junger Generation ein Zusammenleben. Die Figuren weisen teils typenhafte Züge, teils ganz individuelle Eigenschaften auf. So verlaufen auch die Konfliktlinien im Roman nicht einfach zwischen Ost- und Westdeutschen, sondern zwischen originellen Einzelpersonen in diesem dörflichen Kosmos.
Für Informationen zu den zu besprechenden Passagen bitte unter raabe-hausbraunschweigde melden.
So. 22.11. | 15:00 Uhr | Raabe-Haus
Vortrag der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V.
Geldgier des Herrschers und Tod in der Bastille - Ein Geheimnis bewegt Wilhelm Raabe mit Prof. Dr.h.c. Gerd Biegel und Dr. Angela Klein
Mit der historischen Novelle, die auch in Westermanns Monatsheften sowie in der Sammlung „Verworrenes Leben“ erschien, wird ein Beitrag Raabes zum Poetischen Realismus vorgestellt. Es ist die Zeit von 1692 bis 1704 in Paris. Als ein neapolitanischer Chemiker die geheime Formel zur Herstellung von Gold gefunden hatte und daran verdiente, wurde auch Ludwig XIV. auf ihn aufmerksam. Trotz der Haft in der Bastille gab Stefano sein „Geheimnis" nicht preis und schnitt sich am 20. März 1704 in seiner Zelle die Kehle durch und nahm sein Geheimnis mit ins Grab.
So. 22.11. | 17:00 Uhr | Raabe-Haus
Federleicht. Von Bambus und Tannenbäumen
Federleicht. Von Bambus und Tannenbäumen
Zwischen Anpassung und Aufbruch, zwischen Wurzeln und Freiheit: In ihrem Debütroman Von Bambus und Tannenbäumen erzählt Stephanie Sartison von den Momenten, die ein Leben aus der Bahn werfen und gleichzeitig in Bewegung bringen. Es ist ein Buch über Orientierungslosigkeit und Wiederbeginn, über Fremde, die uns retten, und über die Frage, wie man lernt, sich selbst genug zu sein. Warm, klug, humorvoll und radikal menschlich.
Die Arbeitsgruppe Literatur, in der sich Autorinnen und Autoren in wechselnden Konstellationen zur Arbeit an Literaturprojekten zusammenfinden, bietet der freien Autorenszene sowie Schreib- und Textwerkstätten im Braunschweiger Land eine Plattform für die Vernetzung und den Austausch. Neben den AG-Sitzungen finden regelmäßig Literaturstammtische, kreative Schreibseminare und Tagungen statt.
Di. 24.11. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ein Jahrhundert Gedichte mit Helmut Berthold
In dieser Gesprächsrunde werden folgende Gedichte vorgestellt: Hannes Wader: Heute hier, morgen dort (1972), Ulrich Plenzdorf: Wenn ein Mensch lebt (1973), Georg Danzer: Bahamas-Nassau Bay (1974).
Änderungen der Textauswahl vorbehalten
Hannes Wader (*1942) ist ein deutscher Musiker und Liedermacher. Er veröffentlichte zunächst sozialkritische Chansons, die die Studierendenbewegung beeinflusste, wendete sich aber in den letzten Jahren vermehrt der Liedgutpflege und -wiederbelebung zu.
Ulrich Plenzdorf (1934-2007) war der Sohn kommunistischer Verfolgter während der NS-Zeit und siedelte mit seiner Familie 1950 in die DDR über. Hier erlangte er schnell seinen Ruf als Schriftsteller und Drehbuchautor. Er war als IM tätig, wurde aber ebenso bespitzelt.
Georg Danzer (1946-2007) war ein österreichischer Liedermacher und widerwilliger Pionier des Austropops. Seine Texte sind teils auf Hochdeutsch und teils im Wiener Dialekt geschrieben und behandeln auch schwierige und gesellschaftskritische Themen wie Sucht, Wohnungslosigkeit und Krieg.
Dezember
Di. 01.12. | 11:00 Uhr | Raabe-Haus
Ein Jahrhundert Gedichte mit Helmut Berthold
In dieser Gesprächsrunde werden folgende Gedichte vorgestellt: Rainer Malkowski: Wo Raum ist (1975), Ernst Meister: Sterben (1976), Georg Oswald Cott: Fortschritt (1977).
Änderungen der Textauswahl vorbehalten
Rainer Malkowski (1939-2003) war ein deutscher Naturlyriker, der stark von der Neuen Subjektivität geprägt war. Sein Wohnhaus dient dank einer Stiftung, die auch in seinem Namen einen hochdotieren Literaturpreis vergibt, als Stipendiatenhaus und Künstlerbegegnungsstätte.
Ernst Meister (1911-1979) verarbeitete in seinen Werken seine Erfahrungen als Soldat im Zweiten Weltkrieg. Er lebte stets sehr zurückgezogen.
Georg Oswald Cott (*1931) wurde in Salzgitter geboren und lebt heute als freier Schriftsteller in Braunschweig. In seinen eingängig formulierten Kurzgedichten thematisiert er die Existenz des Menschen, seine Beziehung zu den Mitmenschen, aber auch zur Natur in ihrer Vielfalt. Als Braunschweiger hat Cott überdies in seinem Gedichtzyklus „Marienborn. Westostelbische Gedichte“ die deutsche Teilung verarbeitet und ihn als subjektiven Beitrag zur poetischen Geschichtsschreibung betrachtet.
So. 20.12. | 11:30 Uhr | Institut für Braunschweigische Regionalgeschichte
Fallersleber-Tor-Wall 23, 38100 Braunschweig
Vortrag der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V.
Wilhelm Raabes Erzählung „Weihnachtsgeister“ mit Prof. Dr. h.c. Gerd Biegel und Dr. Angela Klein
Eine traditionelle Lesung und Weihnachtsbetrachtung für die ganze Familie. – Eine Kooperation des Raabe-Haus:Literaturzentrums mit dem IBRG und der Internationalen Raabe-Gesellschaft e.V.