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Partner wollen Finanzierungssituation für Braunschweiger Start-ups verbessern

Analyse der Braunschweiger Gründungslandschaft ergibt fünf zentrale Handlungsfelder zur Weiterentwicklung des Ökosystems

Das RKW Kompetenzzentrum aus Eschborn hat am Freitag, 7. Oktober, die Ergebnisse seiner von der Wirtschaftsförderung beauftragten Analyse des Braunschweiger Gründungsökosystems vorgestellt. Auf Basis dieser Analyse wollen die Partnerinnen und Partner aus der Braunschweiger Gründungsszene gemeinsame Maßnahmen ableiten, um die Bedingungen für nachhaltig erfolgreiche Gründungen weiter zu verbessern. 

„Der Forschungs- und Wissenschaftsstandort Braunschweig bietet eine hervorragende Basis für aussichtsreiche und vielversprechende Gründungsvorhaben. Hier wird absolute Spitzenforschung betrieben – und das in den verschiedensten Fachgebieten, häufig sogar branchenübergreifend“, so Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum. „Wenn sich das Know-how, das an unseren vielen Forschungseinrichtungen tagtäglich ausgebaut wird, in tragbare Geschäftsmodelle ummünzen lässt, profitiert davon letztlich wiederum der gesamte Standort Braunschweig.“ 

Die Innovationskraft am High-Tech-Standort Braunschweig bestätigen auch die Fachleute vom RKW Kompetenzzentrum in ihrer Analyse. Hinzu komme eine hohe Dichte an mittelständischen Unternehmen, die für Start-ups häufig wertvolle Kooperationspartner seien. Positiv hebt die Analyse zudem das gewachsene Angebot an öffentlichen und privaten Unterstützungsprogrammen für Start-ups hervor. „Die Unterstützung von Gründungen und Start-ups kann langfristig nur durch das gemeinschaftliche Engagement von öffentlichen und privatwirtschaftlichen Institutionen getragen werden“, so Projektleiter Dr. Matthias Wallisch. Wallisch und sein Team hielten für die Analyse unter anderem drei Workshops mit Akteurinnen und Akteuren aus dem Braunschweiger Gründungsökosystem ab. 

Im Ergebnis leitete das Kompetenzzentrum fünf zentrale Handlungsempfehlungen ab. 

1. Finanzierungsmöglichkeiten: Start-ups, insbesondere im High-Tech-Bereich, benötigen in der Regel viel Kapital, um wachsen und sich am Markt etablieren zu können. Um die Verfügbarkeit von Wagniskapital in Braunschweig zu verbessern, wollen die Partnerinnen und Partner neue Zugänge zu Venture Capital Fonds schaffen. Hierzu sollen auch die Kontakte und die Sichtbarkeit Braunschweigs an größeren Standorten wie Berlin ausgebaut werden. „Unser Ökosystem ist jetzt reif und stabil genug, den Brückenbau in andere Regionen zu wagen. Gerade im Sinne von mehr Wagniskapital lohnt sich der Weg nach Berlin für uns“, so Florian Bernschneider, Hauptgeschäftsführer vom Arbeitgeberverband Region Braunschweig und Vorstandsmitglied im auf Finanzierungsfragen spezialisierten BANSON e. V. 

2. Kooperationen zwischen Startups und etablierten Unternehmen: Der Accelerator W.IN der Braunschweig Zukunft GmbH bindet regionale Unternehmen aktiv in die Begleitung der Start-ups ein. Sie teilen ihr unternehmerisches Know-how mit den Start-ups und schätzen gleichzeitig die frischen Impulse, die die Start-ups einbringen. Um diesen Austausch auszubauen, gibt es die Idee, das Pitch-Konzept zu nutzen, in dem mittelständische Unternehmen ihre Bedarfe gegenüber Start-ups vorstellen und in Kooperationen Lösungen erarbeiten. „Zusätzlich gilt es, Unternehmen nicht nur als Kooperationspartner für Startups, sondern auch als Investoren zu gewinnen“, so Dr. Matthias Wallisch. 

3. Marketing: Die überregionale Sichtbarkeit des starken Gründungs- und Innovationsstandorts Braunschweig soll weiter gesteigert werden. „Mit dem Label ‚Braunschweig #MitGründen‘ haben wir hier eine gute Grundlage für eine gemeinsame Kommunikation, unter deren Dach wir die attraktiven Angebote für Gründerinnen und Gründer noch bekannter machen können“, so Gerold Leppa, Geschäftsführer der Braunschweig Zukunft GmbH.

4. Büroflächen und Produktionsräume: Das Raum- und Flächenangebot für Start-ups soll weiter ausgebaut werden. Mit dem Technologiepark am Rebenring, den öffentlichen und privaten Start-up-Programmen sowie diversen Co-Working-Spaces ist bereits ein gutes Angebot an Büroflächen vorhanden. Insbesondere Werkstattflächen in zentraler Lage nahe der Innenstadt werden von Start-ups aber immer häufiger nachgefragt. 

5. Innovation und Nachhaltigkeit: Das RKW Kompetenzzentrum empfiehlt, die Aspekte Nachhaltigkeit und Impact, sowohl in ökologischer als auch in sozialer Hinsicht, als wesentliche Leitlinien bei der Weiterentwicklung des Braunschweiger Gründungsökosystems zu integrieren.

„Ich danke allen Beteiligten für ihren wertvollen Input und viele konstruktive Anregungen. Das seit fast 20 Jahren bestehende Gründungsnetzwerk Braunschweig zählt inzwischen mehr als 20 Mitglieder. Mit diesem starken Netzwerk werden wir uns weiter eng abstimmen und konkrete Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Gründungsökosystems entwickeln“, so Gerold Leppa.

v.r.n.l.: Braunschweigs Oberbürgermeister Dr. Thorsten Kornblum, Johanna Heß (TRAFO Hub GmbH), Dr. Matthias Wallisch (RKW Kompetenzzentrum), Jörg Meyer (Braunschweig Zukunft GmbH), Rabena Ahluwalia (RKW Kompetenzzentrum), Simona Westhoven (borek.digital), Gerold Leppa (Geschäftsführer Braunschweig Zukunft GmbH), Florian Bernschneider (Hauptgeschäftsführer AGV Braunschweig), und Eduard Klein (Geschäftsführer iTUBS).© Braunschweig Zukunft GmbH/Philipp Ziebart