DOKfilm im Roten Saal

"DOKfilm im Roten Saal" des städtischen Kulturinstituts ist Braunschweigs erste, 2010 gestartete Dokumentarfilm-Reihe. Sie richtet den Fokus auf aktuelle nationale und internationale Dokumentarfilme.

"DOKfilm im Roten Saal" versteht sich als Ergänzung zum übrigen Filmangebot in Braunschweig. Gezeigt werden Produktionen zu aktuellen, gesellschaftspolitisch relevanten Themen sowie Dokumentarfilme im Themenspektrum Kunst und Kultur.

Karten sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen und online (s. u.) als print@home-Ticket (Öffnet in einem neuen Tab) bzw. Mobiles Ticket erhältlich. Für den Kartenverkauf an der Abendkasse wird ein Kontingent an Restkarten hinterlegt.  

Eintrittspreise:
6,00 €
4,00 € (ermäßigt)


ZUM PROGRAMM

DO 27. NOVEMBER 2025 | 19:30 Uhr: Go Clara Go

Deutschland 2025 | Regie: Sylvie Kürsten | 93 Min. | FSK: 0 

Vor gut 50 Jahren erklärte eine Handvoll Künstler:innen die einstige sozialistische Vorzeigestadt Karl-Marx-Stadt, heute Chemnitz, zur avantgardistischen Happening-Zone. Mit ihren avantgardistischen Werken in der DDR leisteten die Künstlergruppe Clara Mosch „kreativen Widerstand", um die Grenzen dessen, was gesagt und gezeigt werden durfte, zu verschieben. Chemnitz trägt in diesem Jahr den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“. Pünktlich dazu wird die Geschichte des berühmten Kollektivs poetisch nacherzählt und zeigt eines der wichtigsten Beispiele alternativen Kunstschaffens in der DDR. Zusammen mit den Protagonist:innen von damals taucht Sylvie Kürsten tief ein in diese legendäre Parallelwelt, die zahlreiche Fans anzog, aber auch die Spitzel der Stasi.


DO 11. DEZEMBER 2025 | 19:30 Uhr: Noch lange keine Lipizzaner

Österreich 2025 | Regie: Olga Kosanovic | 92 Min. | FSK: 0

Olga Kosanović lebt seit ihrer Geburt 1995 in Wien – doch ihr Antrag auf die österreichische Staatsbürgerschaft wird abgelehnt. Warum? Sie war im Laufe ihres Lebens insgesamt 58 Tage zu lange im Ausland.

Diese persönliche Erfahrung ist der Ausgangspunkt für eine kluge, humorvolle und vielschichtige filmische Auseinandersetzung mit den Themen Zugehörigkeit, Nation und Identität. Durch Gespräche mit Jurist*innen, Philosoph*innen und Künstler*innen, wie u. a. Toxische Pommes, Judith Kohlenberger und Robert Menasse, hinterfragt Kosanović mit scharfem Blick, wer dazugehören darf – und warum. Mit spielerischem Zugriff kombiniert der Film Dokumentation, Performance, Interviews und Archivmaterial. Ihr Film ist ein kluges, sehr persönliches und zugleich universelles Plädoyer für ein offeneres Verständnis von Zugehörigkeit.


DO 29. JANUAR 2026 | 19:30 Uhr: REQUIEM IN WEISS – Das würdelose Sterben unserer Gletscher

Österreich 2025 | Regie: Harry Putz | 60 Min. | FSK: o. A.

Mit diesem Dokumentarfilm inszeniert Harry Putz eine eindringliche filmische Hommage an das Sterben der Gletscher in den Alpen. Durch tiefgehende Interviews verwebt er Wissenschaft und Emotion zu einer beklemmenden Dokumentation. Gedreht an 14 Gletschern in Österreich, Deutschland, Italien und der Schweiz, stellt der Film am Ende eine unumgängliche Frage: „Wie wollen wir unsere Gletscher verabschieden?“ Die Gletscher der Ostalpen sterben – unumkehrbar, darin ist sich die Wissenschaft einig. Doch während das „ewige Eis“ schwindet, boomt der Tourismus. Im Sommer drängen sich Besucher*innen in Gletscherbahnen, um die letzten Überreste zu berühren. Der Skibetrieb läuft auf Hochtouren, und die Eingriffe in die Natur nehmen immer drastischere Formen an: Hangsicherungen, Gletscherabdeckungen, Schneedepots, Kunstschneeanlagen, massive Geländeplanierungen – ein Wettlauf gegen die Zeit.


DO 26. FEBRUAR 2026 | 19:30 Uhr: Wir, die Wolfs

Deutschland 2025 | Regie: Darío Aguirre | 98 Min. | OmdU | FSK: 0

„Denke daran, wer dein Ururgroßvater war“, mahnte die Oma des Filmemachers Darío Aguirre, wenn der als Kind mit schlechten Noten nach Hause kam. Die ecuadorianische Familie ist stolz auf ihren deutschen Vorfahren, den Forscher und Geografen Theodor Wolf. Er starb vor 100 Jahren, und bis heute sind Straßen, Vulkane und sogar der kleinste Tintenfisch der Welt nach ihm benannt. Doch war Wolf wirklich so heldenhaft, wie die Familie ihn in Erinnerung hat? Wie kommt es, dass seine Nachfahren in Deutschland nichts von der Familie in Ecuador wissen? Aguirre begibt sich auf Spurensuche, spricht mit Verwandten und recherchiert Wolfs Biografie. Dabei gerät eine Frau immer mehr in den Fokus: seine indigene Ururgroßmutter Jacinta Pasaguay, über die bis heute geschwiegen wird.

Mit gewohnter Leichtigkeit und Neugier nähert sich Aguirre einem dunklen Kapitel der Familiengeschichte und behandelt dabei komplexe Fragen von kolonialer Vergangenheit, Identität und Herkunft.


DO 26. MÄRZ 2026 | 19:30 Uhr: Girls & Gods

Österreich 2025| Regie: Arash T. Riahi, Verena Soltiz | 104 Min. | FSK: 12

„My name is Inna Shevchenko. I'm a feminist activist. I am one of those hysterical, immoral women.“ Die FEMEN-Aktivistin und bekennende Atheistin begegnet weltweit Frauen, die an Gott glauben und zugleich die patriarchalen Strukturen ihrer Kirchen infrage stellen – und solchen, die religiösen Traditionen monotheistischer Religionen und Machtverhältnissen mit Widerstand begegnen. In den Gesprächen mit Gläubigen, Priester*innen und Aktivist*innen verdichtet sich ein Spannungsfeld zwischen Glauben und Gleichberechtigung, wobei Inna Shevchenko dem Monotheismus selbst kritisch gegenübersteht: „all gods, all their gods are male“.

Der Film eröffnet einen ambivalenten, aber vielstimmigen Raum zwischen religiöser Praxis und feministischem Denken. (Elena Lanzinger, Internationales Dokumentarfilmfestival München)


Auf dem Foto (v.l.n.r.): Preispate Heiko Pinkowski, Aleksandar Stojanovic und Iris Mügge vom Kulturinstitut, nordmedia-Geschäftsführerin Meike Götz.© nordmedia_André Germar

Ausgezeichnet!

„DOKfilm im Roten Saal“ ist im Rahmen der Kinoprogrammpreise mehrfach von der zentralen Medien-Fördereinrichtung für Niedersachsen und Bremen „nordmedia“ für die Gestaltung eines hervorragenden Jahresfilmprogramms ausgezeichnet worden, zuletzt mit einer lobenden Erwähnung für das Jahresfilmprogramm 2024.  


Kontaktadresse

Roter Saal

Anschrift

Schlossplatz 1
38100 Braunschweig

Kontakt

Tel.: 0531 4704861

Anfahrtsbeschreibung

Mit allen Straßenbahnen: Der Nordflügel des Schlosses liegt in unmittelbarer Nähe zu der Haltestelle „Rathaus”. Dort stehen Ihnen die Linien M 1, 2, M 3 und 4 zur Verfügung. Die Haltestelle „Schloss”, ebenfalls sehr nah, wird zudem von der Linie M 5 angefahren.

Mit vielen Buslinien: Die Bushaltestelle „Rathaus” befindet sich ebenfalls in direkter Nähe. Dort verkehren die Buslinien 411, 413, 416, 418, 420, 422, 443, 450, 452, 480, 493 und 560.

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Bildnachweise

  • nordmedia_André Germar