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Hier erhalten Sie eine Übersicht über die im Roten Saal seit 2010 gezeigten Dokumentarfilme.

Human Nature: Die CRISPR Revolution

USA 2019 | Regie: Adam Bolt | 91 Min. | OmdU | FSK: ab 12 

Einer der größten wissenschaftlichen Durchbrüche des 21. Jahrhunderts: CRISPR. Extrahiert aus bakteriellen Immunsystemen ermöglicht die Genschere CRISPR-CAS9 in den Händen bahnbrechender Wissenschaftler heute eine nie dagewesene Kontrolle über die grundsätzlichsten Bausteine des Lebens. So öffnen sich Wege, um Krankheiten zu heilen, die gesamte Biosphäre umzugestalten und letztlich auch unsere eigenen Kinder zu designen. Die Setzung ethischer Grenzen hinkt diesem rasanten Fortschritt hinterher. Bolt zeigt in seinem Film, wie Gen-Veränderung mit CRISPR-CAS9 funktioniert und wie sie unser Leben beeinflussen könnte. „Ein Dokumentarfilm handelt vom neuen Lieblingstool der Gentechniker: Crispr. Nerdig? Schon. Aber jeder sollte "Human Nature" sehen. Es geht um die Zukunft der Menschheit.“ [Die Zeit vom 7. November 2019]


Born in Evin

Deutschland, Österreich 2019 | Regie: Maryam Zaree | 95 Min. | OmdU | FSK: o. A.

Regisseurin und Schauspielerin Maryam Zaree sucht die Hintergründe der eigenen Geburt in Evin, einem der berüchtigtsten politischen Gefängnisse des Iran, zu erhellen. Vor 40 Jahren wurde der Schah und mit ihm die iranische Monarchie gestürzt. Ayatollah Khomeini, der neue Staatschef und religiöse Führer, ließ nach seiner Machtergreifung
Zehntausende politischer Gegner verhaften und ermorden. Unter den Gefangenen waren auch die Eltern der Filmemacherin, die nach Jahren im Gefängnis überlebt haben und nach Deutschland fliehen konnten. In ihrem dokumentarischen Debütfilm begibt sich Maryam Zaree auf eine persönliche Spurensuche: Sie versucht das Schweigen zu brechen und mit ihren Eltern über die gewaltvollen Umstände ihrer Geburt zu sprechen. Und sie befragt andere Menschen, die in Evin geboren wurden, nach ihren Erfahrungen und den traumatischen Konsequenzen.

© Verleih

Peter Lindbergh – Women's Stories

Deutschland 2019 | Regie: Jean-Michel Vecchiet | 103 Min. | FSK: ab 0

Der Film zeigt die außergewöhnliche Geschichte eines Mannes, der
zu den größten Fotografen des 20. Jahrhunderts zählt. Neben außergewöhnlichen Einblicken in seine tägliche Arbeit erzählt der Film eine sehr persönliche und emotionale Lebensgeschichte, die grundlegende Fragen aufwirft: Wie und warum wird man zum Künstler? Woher kommt diese kreative Kraft, die jeder Logik trotzt und sich der Analyse widersetzt? Peter Lindbergh gelang es, Frauen wie Naomi Campbell, Linda Evangelista oder Cindy Crawford unter einem völlig anderen Blickwinkel abzubilden und sie zu den größten Topmodels der Welt zu machen. Vecciets Film ist ein einfühlsames Porträt, von Lindberghs Kindheit – die geprägt war von den Spuren des Zweiten Weltkriegs – bis hin zu dem Künstler und Starfotografen, der bis heute von den größten Marken weltweit gebucht wird.


© Verleih

The Whale and the Raven

Kanada, Deutschland 2019 | Regie: Mirjam Leuze | 101 Min. | OmdU | FSK: o. A.

Sind Wale Individuen mit der Fähigkeit zur Selbstwahrnehmung und Intelligenz? Janie Wray und Hermann Meuter sind fest davon überzeugt.
In enger Zusammenarbeit mit der Gitga’at First Nation dokumentieren die beiden Walforscher seit 15 Jahren das Verhalten von Orcas, Buckel und Finnwalen an der einsamen Westküste Kanadas. Doch dann entdeckt die Öl- und Gasindustrie die Region. Die stille Fjordlandschaft soll in eine Tankerroute für den Transport von Flüssiggas verwandelt werden. Was die Tankerroute für die Wale bedeuten wird, ist nicht absehbar. In ihrem Film wirft Regisseurin Mirjam Leuze die Frage auf, ob wir Menschen das Recht haben, die Welt ausschließlich nach unseren Bedürfnissen zu formen. Nah dran an den beiden Walforschern gibt der Film einen tiefen Einblick in ein gefährdetes Biotop und in die Welt der Wale.


© VerleihFilmplakat

Push - Für das Grundrecht auf Wohnen

Schweden 2019 | Regie: Fredrik Gertten | 92 Min. | OmdU | FSK ab 0

Das Recht auf Wohnen wird seit 1966 von der UN als Menschenrecht anerkannt. Doch auch in den westlichen Industrienationen steht vielen Menschen adäquater Wohnraum nicht zur Verfügung. Die Preise für Miet- und Eigentumswohnungen steigen seit Jahren enorm an – vor allem in den städtischen Ballungsräumen von Europa und Nordamerika, aber auch in asiatischen Metropolen. Erwerbstätige müssen zunehmend mehr von ihren Einkünften für Wohnkosten aufwenden und können es sich oft nicht mehr leisten, in den Städten zu wohnen, in denen sie arbeiten. Die Zahl der Obdachlosen nimmt zu. Der Film begleitet Leilani Farha, der UN-Sonderberichterstatterin für das Menschenrecht auf Wohnen, wie sie die Welt bereist, um herauszufinden, wer aus der Stadt gepusht wird und warum.


Christo – Walking on Water

USA, Italien 2018 | Regie: Andrey Paounov | 100 Min.| OmdU

Vor dem malerischen Bergpanorama der italienischen Alpen realisierte der legendäre Installationskünstler Christo 2016 auf dem Lago d‘Iseo seine „Floating Piers“. Mit leuchtend gelben Stoffbahnen bespannte Stege aus schwankenden Pontons verbanden die beiden Inseln Monte Isola und San Paolo mit dem Ufer und zeichneten ein abstraktes Kunstwerk in die Landschaft. Das Werk existierte nur für 16 Tage, ermöglichte es aber über 1,2 Millionen Besuchern auf dem Wasser zu laufen. Der Film blickt hinter die Kulissen und verfolgt den turbulenten Entstehungsprozess dieses gigantischen Kunstwerkes. Zugleich entsteht ein humorvolles Porträt eines unberechenbaren Ausnahmekünstlers, der es schaffte, Behörden, Sammler, Denkmalpfleger und Naturschützer für seine Idee zu gewinnen.


Die andere Seite von Allem

Serbien, Frankreich, Katar 2017 | Regie & Buch: Mila Turajlić | 100 Min. | OmdU 

Prädikat besonders wertvoll Eine Familie wird nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet, ihre Wohnung in Belgrad aufgeteilt. Die Tür dazwischen, die 70 Jahre verschlossen blieb, bildet den Ausgangspunkt einer familiären, politischen und historischen Chronik. Es ist die Familie der Regisseurin, verkörpert von ihrer charismatischen Mutter Srbijanka Turajlic, einer ehemaligen Mathematik- Professorin und eine der Gallionsfiguren von OTPOR, dem demokratischen Widerstand gegen den nationalistischen Diktator Slobodan Milošević. Die Chronik der Familie entwickelt sich zu einem ergreifenden Portrait einer Aktivistin in Zeiten großer Unruhen und politischer Veränderungen und wirft Fragen nach der Verantwortung jeder Generation in Bezug auf die Zukunft auf. Entstanden ist ein außergewöhnlicher und berührender Film, der zugleich die Geschichte eines Landes aus ungewohnter Perspektive erzählt.


WKDW – Was kostet die Welt

Deutschland 2019 | Regie: Bettina Borgfeld | 91 Min. | OmdU

Sark, die im Ärmelkanal gelegene, kleine Insel, war Europas letzter Feudalstaat. Einst britischer Kronbesitz, fanden die ersten demokratischen Wahlen hier erst vor 10 Jahren statt. Keiner der rund 600 Einwohner besaß bislang das Land, auf dem er lebte. Das Leben war einfach und beruhte mehr auf gegenseitigem Vertrauen als auf Gesetzesvorgaben. Aber eine neue Macht verändert das beschauliche Inselleben: Zwei Milliardäre beginnen das Land aufzukaufen, Weinfelder anzulegen und erwerben vier der sechs Hotels. Ihre Firmen besitzen bis jetzt ein Drittel der gesamten Landfläche. Das Inselparlament versucht sich den Maßnahmen entgegenzusetzen, doch die Investoren scheuen keine Kosten und Mühen, um ihre Interessen durchzusetzen. Vor idyllischer Kulisse entfaltet sich ein erbitterter Kampf um Demokratie, Meinungs- und Pressefreiheit sowie die Auslegung der Rechtslage. So wirft der Film fundamentale, aktuelle Fragen auf nach sozialer Verantwortung, den Schlupflöchern der Finanzindustrie und den Herausforderungen, vor denen diejenigen stehen, die diesen Strategien auf die Spur kommen oder sich ihnen widersetzen wollen.


HI, AI

Deutschland 2019 | Regie: Isa Willinger | 86 Min. | FSK: ab 12 | OmdU

Humanoide Roboter sind die neuen Lebewesen. Sie arbeiten an der Rezeption, in Shopping Malls oder als Köche – und sie führen Beziehungen mit Menschen. Wie die charmante Androidin Harmony, mit der der Amerikaner Chuck zu einem Roadtrip quer durch die USA aufbricht. Harmony ist die perfekte Partnerin für Chucks Einzelgängerleben. Sie stellt keine übergriffigen Fragen und ist auf Empathie und Komplimente programmiert. Und sie mag Bücher und kann aus dem Stegreif den Futuristen Ray Kurzweil zitieren. Am anderen Ende der Welt, in Tokio, bekommt Sakurai von ihrem Sohn den Roboter Pepper geschenkt, damit sie weniger allein ist. Pepper ist ganz anders als Harmony, wenig interessiert an den Gesprächsthemen der alten Frau, dafür ein Schlitzohr und Entertainer. Während Harmony und Chuck nach der Liebe suchen und Pepper und Oma die Zeit totschlagen, stellt sich die Frage: Wie werden wir mit künstlicher Intelligenz zusammenleben? Was werden wir gewinnen, was verlieren? Und: Wer sind eigentlich die Hauptfiguren dieser schönen, neuen Welt?


EX LIBRIS - Die Public Library von New York

USA 2017 | Regie: Frederick Wiseman | 197 Min. | OmU | FSK: ab 0

Mit über 51 Millionen Medien ist die New York Public Library eine der größten Bibliotheken der Welt. Doch das 1911 eröffnete Haus ist mehr als ein altehrwürdiges Archiv des Wissens, Sammelns und Bewahrens von Informationen – im Zuge der digitalen Revolution erfindet sich die Bibliothek neu als ein vielschichtiger und lebendiger Ort des gemeinsamen Lernens. Dokumentarfilm-Legende Frederick Wiseman ist mit seiner Kamera tief in den Kosmos der New York Public Library eingedrungen und hat einen Ort entdeckt, an dem Demokratie gelebt wird. Hier, zwischen Bücherstapeln und Monitoren, kann jeder sein Recht auf Bildung wahrnehmen und sich mit anderen austauschen. Die Kraft der Gedanken ist der Anfang einer besseren Welt. „Eine Hymne auf das Wissen und die menschliche Neugier!" (epd Film)


An den Rändern der Welt

Deutschland 2018 | Regie: Thomas Tielsch | 90 Min. | OmU | FSK: ab 0 Ein aufrüttelndes und spannendes Kinoerlebnis: Der Dokumentarfilmer Thomas Tielsch begleitet den Fotografen Markus Mauthe auf seinen Reisen zu indigenen Völkern in Afrika, Asien und Südamerika. Diese kleinen Gemeinschaften gehören vielleicht zu den letzten auf der Erde, die im Einklang mit der Natur leben oder zumindest versuchen, einen Kompromiss zwischen Fortschritt und Tradition zu finden. Der Film bietet einmalige wunderbare, oft überraschende Bilder und stellt mehr Fragen, als dass er Antworten findet – er ist ein einmaliges Dokument und ein Appell an die Menschheit, die ursprüngliche Schönheit und Vielfalt der Natur zu bewahren. (programmkino.de)

Why are we creative?

Deutschland 2018 | Regie: Hermann Vaske | 90 Min. | OmU | FSK: ab 0

Der Film basiert auf dem „Why Are You Creative“-Projekt des Regisseurs Hermann Vaske und ist eine einzigartige Reise durch die verschiedenen Facetten der Kreativität: künstlerisch, intellektuell, philosophisch und wissenschaftlich. Mit dabei sind Regisseure wie Wim Wenders und David Lynch, Musikerinnen und Musiker wie Björk und Bono, Künstlerinnen und Künstler wie Marina Abramović und Damien Hirst, Modemacherinnen wie Vivienne Westwood, Schauspielerinnen wie Angelina Jolie und Isabella Rossellini, Schauspieler wie Willem Dafoe, Sean Penn und John Cleese, Staatsmänner wie Nelson Mandela und Mikhail Gorbatschow, Wissenschaftler wie Stephen Hawking, religiöse Führer wie der Dalai Lama und Gesamtkunstwerke wie David Bowie. Alles in allem hat Vaske in 30 Jahren Kreativgespräche mit über 50 Nobel- und Oscarpreisträgern
geführt. Ein Who is Who der besten Kreativen der Welt. Was treibt sie an, ihre Ideen in Werke umzusetzen?

FAMILIE BRASCH – Eine deutsche Geschichte

Fimplakat

Deutschland 2018 | Buch und Regie: Annekatrin Hendel
103 Min. | FSK: ab 6

Die Braschs waren eine perfekte DDR-Funktionärsfamilie. In ihrer Geschichte spiegeln sich Hoffnungen, Träume, Alpträume und böses Erwachen der DDR. Hier kulminieren die großen Konflikte des letzten Jahrhunderts am Küchentisch. Horst Brasch, Antifaschist und jüdischer Katholik, gründet mit Erich Honecker die FDJ. Der älteste Sohn Thomas
Brasch wird ein Literaturstar, er träumt wie sein Vater von einer gerechteren Welt, steht aber wie seine jüngeren Brüder Peter und Klaus dem real existierenden Sozialismus kritisch gegenüber. Vater Brasch liefert den rebellierenden Sohn Thomas an die Behörden aus – und leitet damit auch das Ende seiner Laufbahn ein.

Hendel porträtiert in ihrer Dokumentation diese zerrissene Familie. Sie trifft die einzige Überlebende, Marion Brasch, sowie zahlreiche Vertraute, Geliebte und Freunde, unter ihnen die Schauspielerin Katharina Thalbach und der Dichter Christoph Hein.

Die Gentrifizierung bin ich. Beichte eines Finsterlings.

Schweiz 2018 | Regie: Thomas Haemmerli | 98 Min. | FSK: o. A.

Thomas Haemmerli war Rekrut, Hausbesetzer, Jura- und Philosophiestudent, Yuppie und Werber, TV-Korrespondent und Expat in Lateinamerika. Er lebte in einem noblen Stadthaus am Zürichberg, besetzten Häusern und WGs, schicken Lofts, Pariser Dachwohnungen, südamerikanischen, über Onlineübernachtungsdienste vermittelten Zimmern und Hochhauskomplexen. Entlang dieser individuellen Wohnverhältnisse in den unterschiedlichen Phasen seines Lebens entwickelt Haemmerli einen hochunterhaltsamen Essay mit autobiographischem Zugriff über Raumgebrauch, Wohnsituationen, Architektur, Stadtplanung und Gentrifizierung in den Großstädten dieser Welt. In einer Mischung aus Provokation, Satire und Humor will Haemmerli neue Diskussionen anstoßen.

Vom Bauen der Zukunft - 100 Jahre Bauhaus

Deutschland 2018 | Regie: Niels Bolbrinker, Thomas Tielsch | 90 Min. | OmU | FSK: ab 0

im Rahmen der Reihe "Vom Herzogtum zum Freistaat - Braunschweigs Weg in die Demokratie"

Vor beinahe einhundert Jahren wurde eine radikale künstlerische Utopie in die beschauliche Stadt Weimar hineingeboren: Das Bauhaus. Ihre Auswirkungen prägen unsere Lebenswelt bis heute. Vor dem Hintergrund des 100. Bauhaus-Jubiläums erzählt der Dokumentarfilm nicht nur Kunst-, sondern Zeitgeschichte. Von Beginn an fragten die Architekten und Künstler des Bauhauses, darunter Walter Gropius, Wassily Kandinsky oder Paul Klee: Wie zusammenleben? Was bedeutet „zusammenleben“? Wie lassen sich Räume so gestalten, dass alle Menschen am gemeinsamen Leben teilhaben? Mit dem Bauhaus wurden Kunst, Gestaltung und Architektur politisch. Vom Bauhaus als gesellschaftlicher Utopie ausgehend fragen die Regisseure Bolbrinker und Tielsch nach ihrer Evolution, ihrem Wandel und ihrer Inspirationskraft im Lauf der letzten hundert Jahre.

Eldorado

Schweiz, Deutschland 2017 | Regie: Markus Imhoof | 94 Min. | OmU | FSK: ab 6

„Das einzige, was uns am Ende bleibt, sind Erinnerungen, die auf Liebe basieren.“ Es ist Winter, die Schweiz ist das neutrale Land inmitten des Zweiten Weltkriegs und Markus Imhoofs Mutter wählt am Bahnhof ein italienisches Flüchtlingskind aus, um es aufzupäppeln. Das Mädchen heißt Giovanna – und verändert den Blick, mit dem der kleine Markus die Welt sieht. 70 Jahre später kommen wieder Fremde nach Europa. Markus Imhoof hat Giovanna nie vergessen. Nun geht er an Bord eines Schiffes der italienischen Marine; im Verlauf der Operation werden mehr als 100.000 Menschen aus dem Mittelmeer gezogen. Markus Imhoof erzählt nach seinem Kinoerfolg "More Than Honey" erneut eine sehr persönliche Geschichte. Seine Fragen nach Menschlichkeit führen ihn zurück zu den Erlebnissen seiner Kindheit und seiner ersten Liebe.

Maria by Callas

Frankreich 2017 | Regie und Buch: Tom Volf | OmU | Briefe gelesen von Eva Mattes (Deutsche Synchronisation) | 118 Min. | FSK: ab 0

"Da sind zwei Menschen in mir, Maria und die Callas ..." - Eine Künstlerin auf der Suche nach Vollkommenheit, eine globale Ikone - und zugleich eine Frau, die liebt und der ein unvergleichliches Schicksal beschieden ist: "Maria by Callas" erzählt dieses außergewöhnliche Leben aus der Perspektive der Ausnahme-Sopranistin des 20.Jahrhunderts. "Die Callas" selbst zieht den Schleier von Maria, und zum Vorschein kommt eine Frau, die ebenso leidenschaftlich wie verwundbar ist. Dabei entstehen Momente intimster Annäherung an eine Legende, und ein Kosmos von Gefühlen erschließt sich hinter dieser Stimme, die in der Welt einzigartig war. Ein Muss für alle Opern- und Klassikfans.

Sternenjäger – Abenteuer Nachthimmel

Szenenfoto aus dem Film "Auf der sicheren Seite"

Deutschland 2016/2017 | Regie: Christian Schidlowski, Rohan
Fernando | 90 Min. | FSK: 0

Der Film begleitet fünf der besten Sternenfotografen der Welt bei ihren abenteuerlichen Reisen zu den abgelegensten Plätzen der Erde. Ihr selbst erklärtes Ziel ist es, den Menschen den schönen Nachthimmel wieder nahe zu bringen, der im Angesicht permanenter Luftverschmutzung und andauernder Beleuchtung zu verblassen droht. Dabei führt sie ihr Weg ins australische Outback, auf die winterliche Iceroad zu den Polarlichtern in Nordkanada, in die Atacama Wüste, auf bis zu 5000 Meter über dem Meeresspiegel liegenden Hochebenen in Chile, ins winterliche Norwegen und nach Indonesien, wo sie eine totale Sonnenfinsternis beobachten können. Viele Hindernisse gilt es zu bewältigen, aber dafür werden sie mit wunderschönen Landschaften belohnt und mit Begegnungen mit Ureinwohnern, die ihnen viel über die Bedeutung des Sternenhimmels und seiner Verknüpfung mit ihrer Kultur erzählen.

The Green Lie – Die grüne Lüge

Österreich/Deutschland/Brasilien/Indonesien/USA 2017 | Regie: Werner Boote | 97 Min. | FSK: ab 0

Durch das eigene Konsumverhalten einen Beitrag zu einer besseren Welt zu leisten, ist der Wunsch vieler Verbraucher. Doch nachhaltiger Konsum ist nicht so einfach. Das zeigt Boote in seinem neuen Dokumentarfilm. Begleitet von der Journalistin und Umweltexpertin Kathrin Hartmann, die sich mit dem so genannten „Greenwashing“ auskennt, begibt er sich auf die Suche nach der Wahrheit hinter dem Schlagwort „Nachhaltigkeit“. Vom österreichischen Supermarkt über Indonesien in die USA reisen Boote und Hartmann, um Orte zu besuchen, die von der Zerstörungsgewalt hinter dem „Greenwashing“ zeugen. Sie diskutieren mit namhaften Experten über die Verbindung von Ökologie und Ökonomie, aber auch den Fehler der Politik, die Verantwortung für den gerechten und nachhaltigen Umgang mit Ressourcen auf die Verbraucher abzuwälzen.

Free Lunch Society - Komm, komm Grundeinkommen

Deutschland, Österreich 2018 | Regie: Christian Tod | 95 Min. | OmU | FSK: 0

Das bedingungslose Grundeinkommen ist eine der viel diskutiertesten Utopien unserer Zeit. Der Film erzählt die Geschichte dieser Idee, die seit über 60 Jahren weltweit immer wieder getestet wird. Eliten – ob an Universitäten oder in Regierungen – denken darüber nach, wie sich Arbeit und Einkommen trennen lassen und welche Folgen das hätte. Von Alaskas Ölfeldern über die kanadische Prärie, zu Washingtons Denkfabriken und zur namibischen Steppe nimmt uns der Film mit auf eine große Reise, und zeigt, was das führerlose Auto mit den Ideen eines deutschen Milliardärs und einer Schweizer Volksinitiative zu tun hat. Filmemacher Tod ist überzeugt, dass das bedingungslose Grundeinkommen Teil unserer Zukunft sein wird. Dem Film fehlen die kritischen Stimmen, aber er regt einen inneren Diskurs an. Man fragt sich, wenn man aus dem Kino kommt: Wie will ich eigentlich leben?

Playing God

Deutschland/Niederlande 2017 | Regie: Karin Jurschick | 95 Min. | OmU | FSK: 6

Kurz nach dem Terroranschlag vom 11. September 2001 verabschiedet der US-Kongress ein ungewöhnliches Gesetz. Die Politiker legen einen milliardenschweren Fonds auf, aus dem alle Opfer entschädigt werden sollen, die freiwillig auf den Gang zum Gericht verzichten. Ein Mann wird dabei von George Bush persönlich zum alleinigen Entscheider über alle Abfindungssummen ernannt: Der Anwalt und Mediator Ken Feinberg, der den „Master of Disaster“ spielen soll. Er allein entscheidet, wer unter welchen Voraussetzungen wie viel Geld bekommt. Ein Portrait des Mannes, der in den USA in allen großen Entschädigungsfällen der „special master“ ist, angefangen von Agent Orange nach dem Vietnamkrieg bis zur Abgasaffäre von VW.

Einsteins Nichten

Deutschland 2016 | Regie & Buch: Friedemann Fromm
90 Min. | FSK: ab 12

Im August 1944 sucht die Wehrmacht in der Toskana nach Robert Einstein, einem Cousin und engen Freund von Albert Einstein. Die Deutschen ermorden Roberts Frau Nina und seine beiden Töchter Luce und Cici. Albert Einsteins Großnichten, Lorenza und Paola, sind die einzigen überlebenden Augenzeugen dieses schrecklichen Verbrechens. Nach über 70 Jahren kehren sie zum ersten Mal an den Ort des Geschehens zurück und erzählen ihre bewegende Geschichte. Der Film ist nicht nur eine Beschreibung der tragischen Geschichte der Familie Einstein, sondern insbesondere die Geschichte von zwei starken Frauen, Zeitzeuginnen mit einem außergewöhnlich dramatischen Schicksal, die den Zuschauer durch ihren Lebensmut, ihre Stärke und ihre sympathische Art für sich einnehmen.

Das grüne Gold

Schweden, Deutschland, Finnland 2016 | Regie: Joakim Demmer
80 Min. | FSK: ab 0

Weltweit gibt es einen massiven kommerziellen Ansturm auf Ackerland– das neue grüne Gold. Die Auswirkungen spüren Hunderttausende von Menschen in den Entwicklungsländern. In Äthiopien, das von Hungersnot betroffenen ist, verpachtet die Regierung Millionen Hektar Land an ausländische Investoren, in der Hoffnung auf Exporteinnahmen. Aber der Traum vom Wohlstand hat auch seine Schattenseiten die größte Zwangsvertreibung in der heutigen Zeit, eine bösartige Spirale von Gewalt, dunkle Tage für die Meinungsfreiheit. Diese Katastrophe wird mit Milliarden von Entwicklungsgeldern von Institutionen wie der Weltbank mit verursacht.
Der Film entwickelt sich schnell zu einem Thriller, der aus den entlegensten Winkeln Äthiopiens über die globalen Finanzmetropolen letztendlich wieder zu uns zurückführt.

Veranstalter: Kulturinstitut
Ort: Roter Saal im Schloss, Schlossplatz 1, 38100 Braunschweig
Eintritt: 5,00 € / erm. 4,00 €
Kartenreservierung online unter www.braunschweig.de/dok
oder telefonisch unter 0531 470 - 48 48

Weit. Die Geschichte von einem Weg um die Welt.

Deutschland 2017 | Regie: Patrick Allgaier, Gwendolin Weisser| 129 Min.| FSK: ab 0

Mehr Roadmovie geht nicht. Zu zweit zogen Patrick und Gwen im Frühling 2013 mit einem kleinen Budget in der Tasche von Freiburg gen Osten los, um 97.000 Kilometer später zu dritt aus dem Westen wieder nach Hause zu kehren. Über den Balkan bis nach Russland, durch Pakistan, Indien, den Iran und China. Nach Mexiko und zu Fuß von Barcelona bis nach Hause. Dreieinhalb Jahre sind sie unterwegs, um ihre Phantasie von der Welt in Erfahrung zu verwandeln, wie Gwendolin Weisser erklärt. Was man noch wissen muss: Ein Flugzeug haben sie nie bestiegen. Im Mittelpunkt der Reise standen dabei immer die unmittelbare Nähe zu den Menschen und der Natur. Die Essenz ihrer Reise: Vertrauen in die Menschen lohnt sich.
Deutschlands beliebteste Kino-Doku des Jahres 2017.

Veranstalter: Kulturinstitut
Ort: Roter Saal im Schloss, Schlossplatz 1, 38100 Braunschweig
Eintritt: 5,00 € / erm. 4,00 €
Kartenreservierung online unter www.braunschweig.de/dok
oder telefonisch unter 0531 470 - 48 48

Robert Doisneau – Das Auge von Paris

Frankreich 2016 | Regie: Clémentine Deroudille | 77 Min. | OmU | FSK: ab 0

Robert Doisneau (1912-1994) war einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Doisneaus Enkelin Clémentine Deroudille zeigt in diesem sehr persönlichen Porträt die unbekannten Seiten des Mannes und Künstlers, der seine Berufung darin sah, anderen Menschen Glück zu schenken., der mit seinen alltäglichen aber intimen Bildern ganze Generationen geprägt hat. Anhand zum Teil unveröffentlichter Fotografien und Filmaufnahmen aus dem Nachlass sowie in Gesprächen mit Freunden und Kollegen zeichnet Deroudille seinen Lebensweg von der Kindheit in einem Pariser Vorort bis hin zu seinem weltweiten Durchbruch als Fotograf nach. Doisneaus Werk entsprechend rückt der Film auch sein wichtigstes Sujets in den Fokus: Paris und seine Menschen.

Wir sind Juden aus Breslau

Szenenfoto

DOKfilm-Sonderveranstaltung zum Gedenken an die Pogromnacht

Deutschland 2016 | Regie: Karin Kaper und Dirk Szuszies | 108 Min. | FSK: ab 12 | Prädikat wertvoll
Zu Gast: Dirk Szuszies

Sie waren jung und blickten hoffnungsvoll in die Zukunft. In der heute zu Polen gehörenden Stadt Breslau, wo der damals die drittgrößte jüdischen Gemeinde Deutschlands beheimatet war, fühlten sich die Jugendlichen zu Hause. Doch dann wurde ihr friedliches Leben durch Hitlers Machtergreifung zerstört. Mit der Judenverfolgung brachen düstere Zeiten an: Tausende Menschen wurden gefangen genommen, in Konzentrationslager deportiert und getötet. Nur wenige hatten das Glück, die Schrecken der Nazizeit zu überleben. Die Dokumentation widmet sich weniger dem Grauen der Schoah, sondern eher dem Leben danach. Wie ist die Biographie der Überlebenden nach dem Ende des Dritten Reichs verlaufen? Wie konnten sie das, was ihnen angetan wurde, verarbeiten und neuen Lebensmut finden? Diese und weitere Fragen beantworten 14 Überlebende aus Breslau.

Zur Filmvorführung und zu dem im Anschluss an die Vorführung stattfindenden Filmgespräch ist einer der beiden Regisseure zu Gast.

In Kooperation mit dem Deutsch-Polnischen Kulturverein Braunschweig e. V. mit dem städtischen Fachbereich Kultur

Banana Pancakes und der Lonely Planet

Laos | Regie: Daan Veldhuizen | 93 Min. | OmU | FSK: in Prüfung

Shai und Khao leben in dem kleinen Dorf Muang Ngoi in Laos und sind Freunde seit ihrer Kindheit. Sie fischen gemeinsam, schlagen Holz im Dschungel und haben gelernt, in der wilden Natur zu leben. Doch während Khao glücklich und zufrieden mit seinem Leben als Reisbauer ist, fühlt sich Shai, nachdem er einige Zeit in der Stadt gelebt hat, auf dem Dorf eingeengt. Als Backpacker das Dorf auf der Suche nach der authentischsten Reiseerfahrung entdecken, ziehen Veränderungen ein. Das zuvor stark spirituelle Leben der Dorfbewohner und ihre traditionellen östlichen Werte treffen auf ein neues System: den globalen Kapitalismus. Das Streben nach dem vermeintlichen Wohlstand und dem Anschluss an die moderne Welt verändert das ehedem so abgelegene Dorf und auch die Freundschaft von Shai und Khao. Daan Veldhuizen zeigt in seinem Film die Auswirkungen des Tourismus, ohne Partei zu ergreifen.

Sing It Loud - Luthers Erben in Tansania

Zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation
Deutschland 2017 | Regie: Juliane Irene Peters, Jutta Feit
99 Min. | OmU | FSK: ab 0

Seit über 60 Jahren findet in Tansania ein großer Chorwettbewerb mit mehr als 1.500 Chören statt, veranstaltet von der Evangelisch-lutherischen Kirche. Um bei dem Wettbewerb mitmachen zu dürfen, muss in diesem Jahr der von Martin Luther komponierte Choral „Verleih uns Frieden gnädiglich“ sowie eine Eigenkomposition vorgetragen werden. Der Film begleitet sechs Menschen, die in drei der Chöre singen: die Kleinbauern Martha und Simon, Maria und Evarest, Inhaber einer Autowerkstatt in einer tansanischen Großstadt und die beiden Jugendlichen Kelvin und Nuru. Durch die Auswahl der Sänger entsteht so etwas wie ein Querschnitt durch die Bevölkerung Tansanias. Peters erzählt in ihrem Film von einem Afrika, das in den Köpfen der meisten Menschen nicht präsent ist.

Zwischen den Stühlen

Filmplakat

Deutschland 2016 | Regie und Drehbuch: Jakob Schmidt | 102 Min. | FSK: ab 0 | Prädikat besonders wertvoll

Um in Deutschland Lehrer zu werden, muss nach dem theoriebeladenen Studium ordnungsgemäß das Referendariat absolviert werden. Eine Feuerprobe, die die angehenden Lehrerinnen und Lehrer in eine widersprüchliche Position bringt: Sie lehren, während sie selbst noch lernen. Sie vergeben Noten, während sie ihrerseits benotet werden. Zwischen Problemschülern, Elternabenden, Intrigen im Lehrerzimmer und Prüfungsängsten werden die Ideale der Anwärter auf eine harte Probe gestellt. Der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm begleitet drei Referendare auf ihrem Weg zum Examen. Er gibt einen einfühlsamen wie humorvollen Blick hinter die Kulissen des Systems Schule und wirft dabei nicht zuletzt die Frage auf, in was für einer Gesellschaft wir leben wollen.

Die Farbe der Sehnsucht

Deutschland 2016 | Regie: Thomas Riedelsheimer | 92 Min. | Prädikat wertvoll | FSK: ab 0 | OmU

In seinem neuen Film geht der vielfach ausgezeichnete Regisseur Thomas Riedelsheimer dem Gefühl der Sehnsucht nach und trifft dabei auf Menschen, die ihrer eigenen Sehnsucht folgen oder anderen helfen, deren Sehnsüchte zu stillen.

Seine filmische Reise führt als lose gesponnener Faden durch fünf Länder und reiht acht Geschichten aneinander: über Heimat und die Kraft eines Tanzes aus den Kapverden in einem „Problemviertel“ in Lissabon, über Obdachlose und eine Dichterin, die ihnen eine Stimme gibt in Osaka, über einen Taucher in Mexiko, der das Meer, seine Bewohner und die Einheit mit der Schöpfung liebt, und über ei-nen jungen Musiker aus München, der am Zustand der Welt schier verzweifelt.

I Am Not Your Negro

Frankreich/USA/Belgien/Schweiz 2016 | Regie: Raoul Peck | 93 Min. | FSK: ab 12 | OmU

James Baldwin war einer der bedeutendsten afroamerikanischen Schriftsteller des 20. Jahr-hunderts. Als er 1987 im Alter von 63 Jahren an Magenkrebs starb, hinterließ er ein unfertiges Manuskript mit dem Titel "Remember This House", das sich mit der Geschichte des Rassis-mus im modernen Amerika beschäftigt.
In seinem Film greift der aus Haiti stammende Re-gisseur Peck dieses Material auf und verwendet dafür ausschließlich Original-Zitate des offen schwulen Schriftstellers, gesprochen von Samuel L. Jackson. Baldwin erinnert sich etwa an seine Freunde und Bürgerrechtsaktivisten Malcolm X, Medgar Evers und Martin Luther King. Der Film, der als beste Dokumentation auf der Oscar-Shortlist steht, ist sowohl ein berühren-des Porträt des Poeten und Aktivisten als auch eine spannende Chronik der American Civil Rights Movement.

Where to, Miss?

Filmplakat

Deutschland, Indien 2017 | Regie: Manuela Bastian | 86 Min. | FSK: ab 12

Die junge Inderin Devki muss mit den fest in der Gesellschaft verankerten Traditionen zu-rechtkommen. Dabei wünscht sie sich nichts sehnlicher als ein emanzipiertes Leben. Um das zu erreichen, träumt sie davon, eines Tages Taxifahrerin zu werden, damit sie andere Frauen sicher nach Hause bringen und finanziell auf eigenen Beinen stehen kann. Doch die Hindernisse, die sich ihr in den Weg stellen, sind nicht einfach nur festgefahrene Regeln, sondern kommen auch in Form vertrauter Gesichter daher: So muss sie sich gegen ihren Vater, ihren Ehemann und am Ende sogar ihren Stiefvater durchsetzen und dabei riskiert sie stets, ihre eigene Familie zu verlieren.

Ein Dokumentarfilm mit poetischen Bildern und der grandiosen Musik von Milky Chance.

Filmplakat

Schweiz 2016 | Regie: Nicolas Wadimoff | 92 Min. | FSK: ab 0

1964 verspricht der junge Jean Ziegler in Genf Che Guevara, in der Schweiz zu bleiben, um gegen den ‚Kopf des kapitalistischen Monsters‘ zu kämpfen. Seither kennt er als Schriftsteller, Professor, Nationalrat und Mitarbeiter von Kofi Annan keine Ruhe, um in Büchern und Vorträgen die Ungerechtigkeiten zu geißeln. Bei einer Reise nach Kuba, die der heute 82-Jährige in Begleitung seiner Frau Erica unternimmt, stehen seine revolutionären Ideen auf dem Prüfstein der Realität der Insel, die er im Wandel antrifft. Gehört Ziegler zu den Siegern oder zu den Verlierern im Kampf gegen das ‚Monster‘?
Filmemacher Wadimoff nähert sich dem umstrittenen Schweizer mit kritischer Empathie. Er geht mit Ziegler dahin, wohin dieser sonst nur alleine geht: zu seinen Zweifeln und Widersprüchen und zu seiner tief sitzenden Hoffnung, dass eine andere Welt möglich ist.

Neo Rauch – Gefährten und Begleiter

Szenenfoto

Deutschland 2016 | Regie: Nicola Graef | 105 Min. | FSK: o. A.

Der gebürtige Leipziger Neo Rauch gilt als der erfolgreichste Maler seiner Generation, dessen Bilder maßgeblich von seiner eigenen Lebensgeschichte und insbesondere seiner Kindheit in der DDR geprägt sind. Heimat ist überhaupt ein zentrales Thema für den Künstler, der sich selbst nie weit von ihr entfernt hat. Heute werden seine Werke von Sammlern aus aller Welt gekauft, ganz gleich ob Südkorea, Russland, den USA oder Israel. Doch was machen seine Malereien, in denen nur wenig Hoffnung und Glück vorzufinden sind, aus? Der Dokumentar-film geht der geheimnisvollen Aura von Rauchs Bildern auf die Spur, indem
sie ins Zentrum gestellt werden. Dabei kommen nicht nur seine Bewunderer zu Wort, sondern auch seine Wegbegleiter, die ihn seit jeher unterstützen.

A Good American

Österreich 2015 | Regie: Friedrich Moser | 100 Min. | OmdU | FSK: ab 12

Vor Edward Snowden gab es William Binney – und der Film erzählt seine Geschichte in Gestalt eines dokumentarischen Thrillers: Nach dem ersten Anschlag auf das World Trade Center im Jahr 1993 entwickelte der NSA-Mitarbeiter Binney ein System zur Datenanalyse und Überwachung namens ThinThread – hoch effektiv und mit eingebauten
Mechanismen zum Datenschutz. Das Projekt wurde im August 2001 eingestellt, doch Binney ist sich sicher: ThinThread hätte 9/11 genauso verhindern können wie viele der Terrorangriffe, die noch folgen sollten. Mit viel Wut im Bauch beschreiben Regisseur Moser und Binney eine
Mixtur aus Arroganz, (Macht-)gier und Inkompetenz, die verhängnisvolle Auswirkungen hatte.

Der Film gilt als hochinformatives und aufrüttelndes Werk.

Homo Sapiens - Vorpremiere

Szenenfoto

Österreich 2016 | Regie und Kamera: Nikolaus Geyrhalter
94 Min. | ohne Dialog | FSK: o. A.

An ihren Werken sollt ihr sie erkennen... In „Homo sapiens“ ist nicht ein einziger Homo sapiens zu sehen, keine menschliche Stimme erzählt etwas, keine Hand bewegt je die Kamera. Geyrhalter hat seine neueste Arbeit den Spuren gewidmet, die Menschen in der Welt hinterlassen haben. Bauwerke, die aus Natur Kultur gemacht haben. Orte, die inzwischen vom Menschen verlassen wurden und die sich die Natur langsam wieder einverleibt.

Innsaei – Die Kraft der Intuition

Filmplakat

Island 2016 | Regie: Kristin Ólafsdottir, Hrund Gunnsteinsdottir | 78 Min. | OmdU | FSK: ab 12 Hrund Gunnsteinsdottir stand bei den Vereinten Nationen am Beginn einer vielversprechenden Karriere. Dann erlitt sie mit 29 Jahren ein Burn-out und kündigte. Rückblickend stellt sie fest, dass sie dessen Anzeichen lange ignorierte. Mit der Filmemacherin Kristin Ólafsdottir ist sie durch die Welt gereist, um in Erfahrung zu bringen, was genau Intuition ist, wo sie ihren Platz im Körper hat, ob man sie messen kann und wie wir Zugang zu ihr finden. Sie haben Künstler wie Marina Abramovic und Shirin Neshat besucht, spirituelle Denker und natürlich Wissenschaftler wie Marti Spiegelman und den Psychologen Iain McGilchrist. Der Film vermittelt einen Einblick, wie wir unser Denken über und unser Gefühl für die Welt neu strukturieren müssen.

„…es ist nicht das, wonach es sich vielleicht anhört – Esoterik oder New Age. Es geht um harte Fakten.“ (ttt – titel thesen Temperamente)

USA, Italien, Großbritannien 2014 | Regie: Lisa Immordino Vreeland | 96 Min. | OmdU | FSK: ab 0

Peggy Guggenheim ist die vielleicht berühmteste Kunstsammlerin des 20. Jahrhunderts und leistete einen wertvollen Beitrag zur Kanonisierung moderner Kunstrichtungen wie Surrealismus, Kubismus oder Dadaismus. Für ihr Doku-Porträt machte die Filmemacherin das ver-schollen geglaubte letzte Interview der 1979 verstorbenen Kunstmäzenin ausfindig. Mit dem neuen Material liefert sie nicht nur exklusive Einblicke in das kuratorische Schaffen der Guggenheim, sondern insbesondere auch in ihre etlichen Männergeschichten. So zeichnet das Porträt Peggy Guggenheim als eine selbstbewusste Frau, bei der das Leben und die Kunst Hand in Hand gingen.

PACO DE LUCÍA – Auf Tour!

Spanien 2014 | Regie: Curro Sanchéz | 94 Min., FSK: ab 0

Paco de Lucía war der bedeutendste Flamenco-Gitarrist des 20. Jahrhunderts. Er hat den Flamenco erneuert und in der ganzen Welt populär gemacht. Der Film begleitet de Lucía weltweit auf Konzerten, Studioaufnahmen und in sein
privates Refugium. Historische Aufnahmen gemischt mit aktuellen Konzerten geben Einblicke in seine Sozialisation, seinen beruflichen Werdegang und die Entwicklung der Flamenco-Musik. Gedreht von seinem Sohn Curro Sanchez Varela kurz vor Paco de Lucias Tod im Februar 2014.

Love Supreme - Sechs Saiten und ein Brett

Deutschland 2014
Regie: Steffen König, Olaf Neumann | 93 Min. | FSK: ab 0
Zu Gast: Steffen König, Olaf Neumann

Überall auf der Welt halten Gitarristen Instrumente der Firma Duesenberg in den Händen. Der Instrumentenbauer Dieter „Atze“ Gölsdorf liefert seine Schmuckstücke an Größen wie Joe Walsh von den Eagles, Dave Stewart von den Eurythmics und Jon Bon Jovi. In den Film erzählen renommierte nationale und internationale Musiker von ihrem ganz persönlichen Verhältnis zu ihrer Duesenberg und versuchen zu ergründen, was die E-Gitarre an sich so besonders macht und warum sie am Anfang der Rockmusik steht. Mit ihren vielen und langen Musikpassagen lässt sich diese dokumentarische Liebeserklärung an ein Instrument fast schon als Konzertfilm bezeichnen.

DIRTY GAMES

Deutschland 2015 | Drehbuch u. Regie: Benjamin Best | 90 Min. | OmdU | FSK: ab 6
Allerspätestens nach dem FIFA-Skandal ist klar, was von vielen schon lange vermutet wurde: Im internationalen Spitzensport sind Korruption, gesundheitsschädliche Ausbeutung und Betrug keine Fremdwörter.

Regisseur Best blickt in seinem Dokumentarfilm hinter die Kulissen des lukrativen Sportgeschäfts, vor allem in den besonders beliebten Bereichen Fußball, Boxen und NBA-Basketball. Welche Methoden werden hier angewandt, die von den Verantwortlichen unter den Teppich gekehrt werden und meistens nur der eigenen Bereicherung dienen? Die Realität, die Best bei seinen Recherchen kennenlernt, ist häufig bitter und die Folgen sind für viele Menschen, die in diese Geschäfte verstrickt sind oder ihnen zum Opfer fallen, oft tragisch. Der Filmemacher lässt seine Protagonisten dabei persönlich zu Wort kommen und bietet ihnen so ein Forum, um von ihren eigenen Erfahrungen zu berichten.

»„Dirty Games“ wirft einen entlarvenden Blick hinter die Hochglanzkulisse des Weltsports. [...] Kein Paradies von Reinheit und Fairplay.« (Süddeutsche Zeitung)

Where to invade next

Szenenfoto

„Wo einmarschieren? Der oscarprämierte Dokumentarfilmer Michael Moore bietet dem Pentagon an, ab sofort das Einmarschieren in ferne Länder als Ein-Mann-Armee zu übernehmen. Bei seinem Feldzug folgt der Regisseur drei Regeln: niemanden erschießen, kein Öl erbeuten und etwas nach Hause bringen, was den Amerikanern nutzt. Denn
seinem Recherche-Vorstoß liegt eine ganz eigene Agenda zugrunde, er ist überzeugt, dass Lösungen für drängende soziale Probleme der USA woanders bereits existieren. So sammelt er Beispiele für bessere Lebens- und Arbeitsbedingungen: die Urlaubsregelung in Italien, das
Schulessen in Frankreich, das Bildungssystem in Finnland, die Vergangenheitsbewältigung in Deutschland, die Gleichstellung der Frauen in Island. Gewohnt subversiv, aber auch ausgelassen und fröhlich vertritt der
Regisseur von FAHRENHEIT 9/11 und BOWLING FOR COLUMBINE die
Interessen seines Landes. Bei seiner ebenso heiteren wie nachdenklichen globalen Invasion entstand ein Film über die USA ohne eine einzige Einstellung auf US-amerikanischem Boden.“ (Berlinale)

„Sie werden sich vor Lachen am Kinosessel festhalten (...)“ stern.de

Parchim International

Szenenfoto aus dem Film Plastic Planet

Deutschland 2015 | Buch und Regie: Stefan Eberlein | Co-Regie und Kamera: Manuel Fenn | 93 Min. | chinesisch, deutsch, englisch | deutsche Untertitel | FSK: ab 12

2007 kauft der chinesische Investor Jonathan Pang einen alten Militärflughafen in einer kleinen Stadt namens Parchim in Mecklenburg-Vorpommern und will eine internationale Drehscheibe für Flugfrachtverkehr zwischen China, Europa und Afrika schaffen. Herr Pang hat Visionen, wobei weltweiter Flugverkehr seine kleinste Übung ist: Business-Center, künstliche Berge, Hotels, hunderte Arbeitsplätze, tausende Shops, Millionen Kunden, Milliarden Umsätze – Wohlstand für alle von Parchim bis Peking. Die einen hoffen auf fette Gewinne, die anderen auf einen festen Arbeitsplatz.

Die Filmemacher nehmen sich der individuellen Schicksale an, bewegen sich zwischen Culture-Clash-Komödie und Provinzposse, wobei nichts der Lächerlichkeit preisgegeben wird. Und Jonathan Pang wird nicht nur als „der Chinese“ wahrgenommen, sondern die Filmemacher zeichnen ihn mit Tiefe und auch Tragik.

Family Business

Deutschland, Polen 2015 | Regie: Christiane Büchner | 89 Min. | OmU | Prädikat besonders wertvoll

Der Film zeigt das intime Band, das zwischen zwei sich fremden Familien gewoben wird – einer deutschen und einer polnischen. Beide Familien müssen ein handfestes Problem lösen und tun sich dafür zusammen. Jowita reist nach Deutschland, um die 88-jährige Anne rund um die Uhr zu betreuen und deren arbeitende Töchter zu entlasten. Umgekehrt wird die Familie von Jowita den Bau ihres Hauses vorantreiben und ihrer Tochter endlich ein eigenes Zimmer einrichten können.
Aber das pragmatische Ineinandergreifen läuft nicht ohne Reibung. Der Film taucht in den Alltag beider Familien ein und zeigt, wie die Wirtschaft nach und nach in das Familienleben Einzug erhält. Zeit und Lohn werden ausgetauscht. Doch wie sieht die menschliche Bilanz in diesem Geschäft aus? „Unaufdringlich, und doch zutiefst berührend.“ (Deutsche Film- und

No Land's Song

Deutschland, Frankreich 2014 | Regie: Ayat Najafi | 90 Min.| OmdU | Prädikat besonders wertvoll

„Die Stimme der Frau verschwindet.“ Die iranische Komponistin Sara Najafi meint das ganz wörtlich, denn im Iran wurden mit der Islamischen Revolution 1979 Sängerinnen aus der Öffentlichkeit verbannt. Sara Najafi ist fest entschlossen, der Zensur und den Tabus zum Trotz, ein offizielles Konzert mit weiblichem Sologesang in Teheran zu organisieren. Als die iranische Regierung jedoch immer mehr Steine in den Weg legt, erscheint ein Erfolg des Projekts fast unmöglich. Doch Sara Najafi ist nicht bereit, ihren Traum aufzugeben. Bei ihrem kühnen Vorhaben begleitet sie ihr Bruder, Regisseur Ayat Najafi, der schon mit seinem ersten Film „Football under cover“ iranische Frauen porträtiert hat, die sich die Restriktionen der Gesetze und Traditionen ohne Rücksicht auf die eigene Sicherheit nicht mehr gefallen lassen. Der Film ist eine spannende, musikalisch inszenierte Parabel auf die Verhältnisse der letzten fünf Jahre im Iran und gewann zahlreiche internationale Preise.

Chuck Norris und der Kommunismus

Rumänien/Großbritannien/Deutschland 2015 | Regie und Buch: Ilinca Calugareanu | 80 Min.| OmdU | FSK:o.A.

Die 1980er Jahre. Rumänien ist unter der Diktatur Ceausescus kulturell völlig isoliert. Dann beginnt der Siegeszug des Videorekorders und tausende Filme aus dem Westen bahnen sich illegal ihren Weg durch den eisernen Vorhang. Ein windiger Schwarzmarkt-Händler und eine mutige Übersetzerin bringen dem rumänischen Volk den Zauber Hollywoods - und bereiten damit nicht weniger vor als die Revolution.

Ein Doku-Thriller über die Zeit des kalten Krieges, der dem Zuschauer ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Der Publikumsliebling des Sundance Film Festivals 2015 von den Produzenten von „Searching for Sugarman“.

„Muss man sehen!“ Rolling Stone

Kleine graue Wolke

Sondervorstellung der DMSG Braunschweig:
Deutschland 2014 | Regie: Sabine Marina | 85 Min. | FSK: ab 0

„Da gibt es eine kleine graue Wolke an deinem blauen Himmel.“ So umschreibt der Arzt die Diagnose Multiple Sklerose. Für Sabine Marina war es ein furchtbares Gewitter – bis sie beschloss, einen Dokumentarfilm über sich und ihre Krankheit zu drehen. Entstanden ist ein persönlich erzählter Film über eine starke junge Frau und ihren Weg aus der Angst zurück ins Leben. „Nie zuvor hab ich so sehr gespürt, wie man mit einem Film Hilfe, Hoffnung und Gemeinschaft geben kann.“ Sabine Marina

Zwischen Himmel und Eis

Frankreich 2015 | Regie: Luc Jacquet | 89 Min | FSK: ab 0 | Prädikat besonders wertvoll

Mit atemberaubenden Landschaftsaufnahmen und spektakulärem Archivmaterial erzählt Oscar-Preisträger Luc Jacquet (Die Reise der Pinguine) die abenteuerliche Geschichte des über 80-jährigen französischen Polarforschers Claude Lorius, der seit 50 Jahren an der Erforschung der Antarktis arbeitet und als erster vor den Gefahren des Klimawandels warnte. Es war die Entdeckung des Glaziologen, dass anhand von Luftblasen in tiefen Eisschichten die klimatischen Bedingungen vergangener Jahrtausende präzise bestimmen kann. Der Film begleitet den Wissenschaftler in die Antarktis und lässt uns an dessen Erfahrungsschatz und unbändiger Leidenschaft für die Eisforschung teilhaben. Originalaufnahmen seiner frühen Expeditionen geben eindringlich Zeugnis ab über den Pioniergeist der frühen Antarktisforscher, die unvorstellbaren Entbehrungen und Kälte trotzten. Ein bewegendes Plädoyer für den Klimaschutz. Erzählt von Max Moor.

Archiv 2015

Landraub

Deutschland/Osterreich 2015 | Regie: Kurt Langbein | 95 Min. | OmdU | FSK: ab 0

„Kaufen Sie Land. Es wird keines mehr gemacht.“ So lautet ein Zitat von Mark Twain. Ackerland wird immer wertvoller und seltener. Jedes Jahr gehen etwa 12 Millionen Hektar Agrarfläche durch Versiegelung verloren. Nach der Finanzkrise 2008 hat das globale Finanzkapital die Äcker der Welt als Geschäftsfeld entdeckt. Eine Fläche halb so groß wie Europa wurde bereits aufgekauft. Statt Nahrung für die Region anzupflanzen, wird im großen Stil für die Märkte der wohlhabenden Länder produziert. Bauern und indigenen Völker mussten weichen. Nicht ohne Grund haben die Vereinten Nationen das Jahr 2015 zum „Internationalen Jahr des Bodens“ ausgerufen. Der Film portraitiert die Investoren und ihre Opfer. Er erzählt auch, was diese Entwicklung mit uns zu tun hat.

Nice Places to Die

Deutschland 2015 | Regie: Bernd Schaarmann | 106 Min. | OmdU | FSK: ab 6

Wo lebt und stirbt es sich wohl am besten? Nach „Leben und Sterben in Castrop-Rauxel", dem liebevollen Porträt seiner Eltern und ihres Bestatter-Alltags in der Provinz, reist Schaarmann in „Nice Places To Die" um die Welt – von Argentinien und Ägypten bis nach Sulawesi und auf die Philippinen. Er besucht Partys auf dem Friedhof, findet Betten auf Gräbern und begegnet Menschen, die überraschend positiv mit dem Tod umgehen. Herausgekommen ist ein Film voller Wärme, der zeigt, was Menschen im Angesicht des Todes verbindet: das Leben! „Der sehr sehenswerte Film begeistert mit erweiternden Einblicken und Erkenntnissen zu Leben und Tod, die in anderen Kulturen nicht als Gegensätze verstanden werden.“ programmkino.de.

Das dunkle Gen

Deutschland/USA/Schweiz/ Großbritannien/Spanien 2014 | Buch, Regie und Schnitt: Miriam Jakobs, Gerhard Schick | 99 Min. | OmdU

Der Film erzählt eine sehr persönliche Geschichte aus zwei unterschiedlichen Blickwinkeln: Frank Schauder ist gleichzeitig Arzt und Patient. Als Patient kämpft er seit Jahren gegen eine immer wiederkehrende Depression, als Arzt will er diese ergründen. Die Suche nach den Wurzeln seiner Krankheit führt ihn ins Reich seiner eigenen Gene und beleuchtet gleichzeitig die fundamentalen Umwälzungen, die der modernen Gesellschaft durch die rasanten Fortschritte in der Genforschung bevorstehen. Doch der Film beschränkt sich nicht auf die wissenschaftliche Sichtweise, sondern zeigt auch künstlerische Visionen und spielerische Umgangsformen mit dem genetischen Bauplan. Diese Perspektiven brechen die scheinbare Determiniertheit der Genetik, sie helfen dem Protagonisten bei seinem Kampf gegen die Krankheit und eröffnen einen tröstenden Blick auf die Einzigartigkeit des Lebens.

„Eine ästhetisch überwältigend gelungene, sehr berührende filmische Suche nach dem Ursprung der Depression.“ (Frankfurter Rundschau)

The Forecaster

Deutschland 2014 | Regie: Marcus Vetter, Karin Steinberger | 93 Min. | OmdU | FSK: ab 0 | Prädikat wertvoll

Der Finanzberater Martin Arthur Armstrong entwickelt in den 1980ern ein Computer-Modell, mit dem er Wendedaten der Wirtschaft voraussagt: Den Oktobercrash 1987, die Dollar-Baisse 1986 und den Nikkei Crash 1989 berechnet er mit einem System, das auf der Zahl Pi basiert, fast auf den Tag genau. So erarbeitet sich der Mann aus Philadelphia einen Ruf als Finanz-Magier und wird mit seiner Berater-Firma “Princeton Economics” in den 1990ern zu einem Mann, auf dessen Meinung Wert gelegt wird. Angebote zur Manipulation des Finanzmarktes lehnt er ab und weigert sich, seinen “Source Code”, die Formel zu seinem Erfolg, offenzulegen. 1999 stürmt das FBI sein Büro. Armstrong wird verhaftet und wandert ins Gefängnis. Nach seiner Freilassung 2011 widmet sich Dokumentarfilmerin Karin Steinberger Martin Armstrongs Geschichte und lässt ihn zukünftige Lösungsansätze anbieten. Für den 17. Oktober 2015 prophezeit Armstrongs Modell den nächsten wirtschaftlichen Einschnitt: eine große Staatsschulden-Krise.

Thule Tuvalu

Schweiz 2014 | Buch und Regie: Matthias von Gunten | 96 Min.| OmdU | FSK ungeprüft

Thule liegt im obersten Norden Grönlands, Tuvalu ist ein kleiner Inselstaat im pazifischen Ozean. Trotz riesiger Entfernung und Gegensätzlichkeit sind die beiden Orte durch ein gemeinsames Schicksal eng miteinander verbunden: Während in Thule das Eis immer mehr zurückgeht und zu Meerwasser wird, steigt in Tuvalu der Meeresspiegel immer mehr an. Der Film handelt von den Menschen in Thule und Tuvalu, deren Leben sich für immer verändert. Der Kinodokumentarfilm von Matthias von Gunten ("Max Frisch, Citoyen") über die Folgen der Klimaerwärmung feierte seine Weltpremiere 2014 im internationalen Wettbewerb des renommierten "Visions du Réel"-Festivals in Nyon. Es folgten weltweite Festivalteilnahmen u.a. beim International Film Festival Toronto, in Locarno und beim DOK.fest München.

Die letzten Gigolos

Filmplakat

Deutschland 2014 |Regie: Stephan Bergmann |86 Min. | FSK: ab 0, Prädikat besonders wertvoll

Ob Tango im Teesalon, Spaziergang an Bord oder Tagesausflug am exotischen Urlaubsziel – sie sind immer Kavaliere. „Die letzten Gigolos“ verbringen ihren Lebensabend auf Kreuzfahrtschiffen als Unterhalter für amüsierwillige Frauen
ab 60, organisiert von Agenturen und angestellt von Reedereien. Zusammen mit Peter Nemela (74) begibt sich der Film auf die Spuren derer, die als gebuchte Gentleman auf einem luxuriösen Schiff ihre Träume verwirklichen
wollen. Wir lernen sie und einige der Passagiere näher kennen, die entspannt und offen über ihre Lebenswege, ihre Wünsche und die Sehnsucht nach Nähe, Bestätigung und Zweisamkeit, die keine Altersgrenze kennt, berichten. Bergmanns Dokumentarfilm gelingt es, auf respekt- und humorvolle Weise hinter die Fassaden zu blicken, auch die des Ozeanriesen selbst.

Wer rettet wen

Szenenfoto

Deutschland 2015 | Regie: Leslie Franke, Herdolor Lorenz
104 Min. | OF mit deutschem Voice-Over

Nach „Water makes Money“ und „Bahn unter dem Hammer“ wirft auch der neue Film von Leslie Franke und Herdolor Lorenz einen Blick „von unten“ auf die Probleme, die alle angehen. Seit fünf Jahren werden Banken und Länder gerettet. Politiker schaffen immer neue Rettungsfonds, während mitten in Europa Menschen wieder für Niedrigstlöhne arbeiten, Sozialleistungen abgebaut und öffentliche Güter verkauft werden. Es wird gerettet, nur ist keine Rettung in Sicht. Die Filmemacher fragen: Wer rettet also wen? Die Troika die europäischen Staaten? Die Politiker den Euro? Die Steuerzahler die Banken? Mit ihrem Film wollen Franke und Lorenz die Finanzkrise greifbar machen. Experten und Betroffene in Griechenland, Spanien, Irland, Deutschland, Island und den USA sprechen über Ursachen und Alternativen.

„Die Filme von Leslie Franke und Herdolor
Lorenz klären nicht nur auf. Sie entwickeln eine demokratische Kraft!“ (NRZ)

My Stuff - Was brauchst du wirklich?

Szenenfoto

Deutschland 2015 | Regie: Leslie Franke, Herdolor Lorenz
104 Min. | OF mit deutschem Voice-Over

Ein Mann rennt durch die verschneiten Straßen Helsinkis. Nur eine Zeitung bedeckt die intimsten Körperregionen. In einem Lagerhaus durchforstet er diverse Kisten, bis er einen Mantel hervorkramt und wieder verschwindet.

„My Stuff“ dokumentiert ein Selbstexperiment des finnischen
Filmemachers Petri Luukkainen. Er beschließt, sein gesamtes Hab und Gut in einen Lagerraum zu sperren. Nackt, in seiner leergeräumten Wohnung, beginnt das Experiment. Die Regeln: Ein Jahr lang darf er sich nur einen einzigen Gegenstand pro Tag aus dem Lager holen. Außer Nahrung darf nichts
käuflich erworben werden. Der Sinn hinter diesem geradezu masochistischen Vorhaben ist die Suche nach dem Glück – abseits materieller Dinge und des Konsums.

„Die Botschaft seiner Geschichte ist wichtig und zeitlos, und er erzählt sie ebenso eindringlich wie angenehm.“ (The Hollywood News)

Szenenfoto

Deutschland/Polen 2014 | Regie: Elwira Niewiera, Piotr Rosolowski | 76 Min.| OmdU | Prädikat besonders wertvoll

Rafael, Sportminister von Abchasien, dem halbautonomen kaukasischen Zwergstaat, kämpft für eine Domino-Weltmeisterschaft, mit der er seinem Land wieder zu internationalem Prestige verhelfen will. Mit Entschlossenheit trotzt er allen Widrigkeiten: dem fehlenden Strom, der Talentlosigkeit der Sportler und den Tränen seiner Frau, der Moskauer Sängerin Natascha, die
für ihn ihre Heimat aufgab. Sie fühlt sich fremd und zerrieben im Kulturstreit zwischen Russland und Georgien, die beide territoriale Ansprüche auf die Region erheben.

Meisterlich ist es den Filmemachern gelungen, die privaten
Konflikte mit den zuweilen absurden politischen Realitäten Abchasiens zu spiegeln. So, wie das Paar sich noch finden muss, ist das Land auf der Suche nach sich selbst. Bei DOK Leipzig 2014 ausgezeichnet mit der Goldenen Taube im Deutschen Wettbewerb Dokumentarfilm.

Citizenfour

Filmplakat

USA, Deutschland 2014 | Regie: Laura Poitras | 115 Minuten | OmU

Im Januar 2013 erhält die Filmemacherin Laura Poitras verschlüsselte Emails von einem Unbekannten, der sich „Citizen Four“ nennt und Beweise für illegale verdeckte Massenüberwachungsprogramme der NSA und anderer Geheimdienste in Aussicht stellt. Im Juni 2013 fliegen Laura Poitras und die Journalisten Glenn Greenwald und Ewen
MacAskill nach Hongkong, um sich mit dem Unbekannten zu treffen. Es ist Edward Snowden.

Entstanden ist so ein einmaliger Dokumentar-Thriller, in dem sich die dramatischen Ereignisse Minute für Minute direkt vor unseren Augen entfalten – die atemberaubend spannende Geschichte über den waghalsigen Schritt eines jungen Whistleblowers, eindringlich, unbequem und von großer politischer Sprengkraft.

CITIZENFOUR hat seine Weltpremiere im Oktober 2014 auf dem New York Film Festival, in Deutschland feierte er als Eröffnungsfilm des „DOK Leipzig 2014“ seine Premiere.

Schnee von gestern

Deutschland, Israel 2013 | Regie: Yael Reuveny | 97 Min. | FSK: ab 0 | OmU Prädikat besonders wertvoll

Die 1980 geborene israelische Regisseurin Yael Reuveny zieht nach Berlin. „In die Diaspora!“, befinden ihre entsetzten Eltern, dorthin, wo ein Großteil der Verwandten im Holocaust umkam. Als Reuveny durch den Ortswechsel in der Familiengeschichte stöbert, lüftet sie ein Geheimnis:
Sie entdeckt, dass der tot geglaubte Bruder ihrer Großmutter den Holocaust überlebt hat. Aber warum hat ihre Oma ihr nie davon erzählt?

Reuveny geht mit ihrer Kamera auf Spurensuche in Schleiben, Cottbus, Berlin, Tel Aviv und Jerusalem. Entstanden ist ein spannendes Psychogramm zweier Familien und ein Dokument einer behutsamen Annäherung.

Der packende Film wurde beim International Film Festival Haifa mit dem Award für den besten Dokumentarfilm prämiert und erhielt den DEFA Förderpreis auf dem DOK-Fest Leipzig.

„Ihr Film ist ein Meisterwerk.“ Frankfurter Allgemeine Zeitung

Das Große Museum

Österreich 2014 | Regie: Johannes Holzhausen | 94 Min. | FSK: ab 0

Der Film ist ein neugieriger, verschmitzt humorvoller Blick hinter die Kulissen einer weltberühmten Kulturinstitution. Über zwei Jahre hat sich Regisseur Holzhausen im Kunsthistorischen Museum in Wien mit seinem Filmteam umgesehen. In aufmerksamem Direct Cinema-Stil – kein
Off-Kommentar, keine Interviews, keine Begleitmusik – beobachtet der Film die vielgestaltigen Arbeitsprozesse, die daran mitwirken, der Kunst ihren rechten Rahmen zu geben. Der Film zeigt routinierte Handgriffe, vor allem aber lebhafte Mikrodramen: Eine Restauratorin ist der Geschichte eines mehrfach bearbeiteten Rubens-Gemäldes auf der Spur; eine Frau vom Publikumsdienst fühlt sich am Haus nicht integriert; der kaufmännische Leiter empfindet die Ziffer „3“ auf einem Plakatmotiv als zu „bissig“. So entsteht nicht nur das Porträt einer staatlichen Kultureinrichtung, die ihre Integrität mit Budgetvorgaben und Konkurrenzdruck ausbalancieren muss. Unangestrengt stellt der Film auch weiter reichende Fragen: Wie lässt sich vermitteln zwischen der Bewahrung der Werke
und ihrer zeitgemäßen Präsentation? Welche Zwecke hat Kunst für die Selbstdarstellung einer Nation in Politik und Tourismus zu erfüllen?

Archiv 2014

Watermark – Wie wir das Wasser verändern und wie das Wasser uns verändert

Kanada 2013 | Regie: Jennifer Baichwal, Edward Burtynsky | 93 Min. | tlw. OmU | FSK: 0

Ohne Wasser gibt es kein Leben, keine Zivilisation, keine wirtschaftliche Entwicklung. Wasser wird gestaut, um Energie zu gewinnen, es wird umgeleitet, um Wüste in Farmland zu verwandeln und Städte bewohnbar zu machen – meist mit verheerenden Konsequenzen.

Der Dokumentarfilm "Watermark" der mehrfach ausgezeichneten Regisseurin Jennifer Baichwal und des international bekannten Fotografen Edward Burtynsky lädt auf eine beeindruckende Reise zu verschiedenen Orten auf der Welt ein, die der menschliche Eingriff in den Wasserkreislauf
tiefgreifend verändert hat. In 10 Ländern gedreht – vom größten Staudamm in China bis zum rituellen Bad im Ganges – erleben wir das Element Wasser als Naturereignis und schwindenden Rohstoff.

„Ein Film von schrecklicher Schönheit." [3sat Kulturzeit]

Live and Let Live

„Vegetarismus war gestern, der Ernährungstrend der Stunde heißt Veganismus. Dieser vollständige Verzicht auf tierische Produkte ist für viele Veganer auch eine moralische Haltung. Sie sehen darin eine positive
Einstellung zum Leben insgesamt - auf Nicht-Veganer kann das oft wie eine anstrengende, humorlose Ideologie wirken. Die Dokumentation positioniert sich klar auf Seite der Veganer: Regisseur Pierschel trifft Ikonen der Bewegung wie den Philosophen Peter Singer, spricht mit Nahrungswissenschaftlern, Landwirten und einen veganen Leistungssportler. Er begleitet Aktivisten, die Tiere aus Käfighaltung befreien und ihnen ein „tierwürdiges“ Leben ermöglichen wollen.“ [NDR Kulturjournal] Pierschels Film entstand auf der Grundlage seines Buchs ‘Vegan!‘, mit dem er 2010 eine Einführung in die vegane Lebensweise gab. Finanziert wurde das Filmprojekt über eine Crowdfunding-Kampagne.

Was bin ich wert

Szenenfoto aus dem Film "Die Frau mit den 5 Elefanten"

Deutschland 2013 | Regie: Peter Scharf | 94 Min. | tlw. OmU | FSK: ab 0

Lässt sich der Wert menschlichen Lebens berechnen und in Geld aufwiegen? Die spontane Antwort lautet: Nein, des Menschen Leben ist unbezahlbar – ihn berechnen zu wollen, verstößt gegen die menschliche Würde. Doch die Frage nach dem konkreten Wert eines Menschen beschäftigt weltweit unzählige Fachleute: Gesundheits-Ökonomen, Versicherungs-mathematiker, Ärzte, Politiker.

„Was bin ich wert?“ fragt sich der Filmemacher Scharf in seiner Lebensmitte und macht sich auf die Suche nach den unterschiedlichen „Menschenwertberechnern“. In verschiedenen Episoden, die sich nach und nach miteinander verweben, geht der Film der Frage nach, was es bedeutet, dass der Mensch wie eine Ware berechnet und gehandelt wird.
Die Zuschauer dringen in eine unbekannte Welt vor, in der die monetäre Kalkulation eines Menschenlebens längst etwas Alltägliches ist. Die Erkenntnisse sind so erschreckend wie erhellend, grausam, absurd und bisweilen auch hochkomisch.

Alphabet – Angst oder Liebe

Österreich 2013 | Regie: Erwin Wagenhofer | 109 Min. | OmU | FSK: ab 0 | Prädikat besonders wertvoll

98 Prozent aller Kinder kommen hochbegabt zur Welt. Nach der Schule sind es nur noch 2 Prozent. Dies ist eine der Thesen, mit der Wagenhofer in seinem Film das derzeitige Bil-dungssystem anprangert. Die extrem leistungsorientierte Erziehung, die sich überall auf der Erde immer mehr durchsetzt, ist für ihn ein Irrweg, bei dem der Horizont der Kinder verengt wird.

Nach "We Feed the World" und "Let's Make Money" legt Wagenhofer mit „Alphabet“ den dritten Part seiner gesellschaftskritischen Trilogie vor. „Wagenhofer beweist hier eine weitreichende Recherche und fügt die verschiedenen Aspekte zu einem überzeugenden Plädoyer dafür zusammen, dass ein radikaler Richtungswechsel für das derzeitige Bildungssystem dringend nötig ist: Erziehung sollte nicht auf der Angst, sondern auf der Liebe basieren.“ [Deutsche Film- und Medienbewertung]

Ai Weiwei – The Fake Case

Dänemark 2013 | Regie: Anders Johnsen | 86 Min.| OmU | FSK: ab 0

Die chinesischen Behörden bedrohen ihn, damit er den Mund hält. 2011 wurde Ai Weiwei, der derzeit international bekannteste Künstler Chinas, von der Pekinger Polizei verschleppt und 81 Tage von der Öffentlichkeit isoliert. Der Film begleitet Ai unmittelbar nach seiner Entlassung in seinem Alltag, den er unter ständiger Beobachtung verbringt. Er protokolliert den Rummel der ausländischen Presse, zeigt den Versuch der Behörden, ihn mittels eines fin-gierten Steuerschuldbescheides in Millionenhöhe materiell zu ruinieren und zu diskreditieren, begleitet ihn aber auch bei augenzwinkernden Aktionen, in denen Ai seine Verfolger karikiert. Der Zuschauer erlebt einen charismatischen Künstler, ein Kommunikationstalent und einen Medienprofi, der auch den Film zu seinen Zwecken zu nutzen weiß.

"THE FAKE CASE macht die Wahrheit zur Waffe. Unbedingt anschauen." Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die schöne Krista

Deutschland 2013 | Regie: Antje Schneider, Carsten Waldbauer | 93 Min. | FSK: ab 0 | Prädikat besonders wertvoll

Krista ist Deutschlands Topmodel: Miss Germany. Entdeckt wurde sie von Jörg, einem jun-gen Bauern aus Ostfriesland, der seine ganze Existenz mit Kristas Karriere verbindet. Der Film folgt den Höhen und Tiefen der zum Teil aberwitzigen Karriere dieser deutschen „Hochleistungskuh“. Dabei legen die Filmemacher Mechanismen offen, die den menschlichen Schönheitswettbewerben häufig in nichts nachstehen. Sie werfen immer wieder Seitenblicke auf weitere Themen und beleuchten anhand ihrer Geschichte auch die „moderne“ Ernährungsindustrie.

„Neue, interessante Welten gibt es nicht nur in der Ferne zu entdecken, vieles liegt auch einfach nur ein paar Kilometer außerhalb der Alltagswelt, direkt vor unserer Tür!“, lobt die Deutsche Film- und Medienbewertung.

Mittsommernachtstango

Argentinien, Deutschland, Finnland 2012 | Regie: Viviane Blumenschein | 82 Min. | OmU

Leidenschaft, Gefühl und Sehnsucht – der Tango verbindet Generationen von heißblütigen Tänzern und Musikern. Nicht nur in Argentinien und Uruguay, sondern auch in Finnland. Dem Land der Saunen, Seen und schweigsamen Menschen. Und der Heimat des Tangos, behauptet zumindest der berühmte finnische Regisseur Aki Kaurismäki. Der Film begleitet drei temperamentvolle argentinische Tango-Musiker auf ihrem Road-Trip durch Finnland, auf der Suche nach den wahren Ursprüngen des Tangos. »Mittsommernachtstango« ist eine humorvolle Hommage an den Tango, mit liebevollem Blick auf die Sprache der Musik, deren Melancholie unabhängig von Kultur und Herkunft verbindet.

Population Boom

Österreich 2013 | Regie: Werner Boote | 93 Min. | FSK: ab 0 | tlw. OmU

Der Dokumentarfilmer Werner Boote hat bereits mit seinem Film „Plastic Planet“ für Aufse-hen gesorgt und widmet sich nun erneut einem sozialpolitischen Thema mit enormer Sprengkraft. Für „Population Boom“ hat sich Boote erneut auf eine durchaus humorvolle Reise rund um den Erdball begeben. Um herauszufinden, was es mit der „Überbevölkerung“ auf sich hat, untersucht er ein über Jahrzehnte festgefahrenes Weltbild. Das Horrorszenario ist bekannt: Sieben Milliarden Menschen leben auf der Erde. Schwindende Ressourcen, giftige Müllberge, Hunger und Klimawandel – eine Folge der Überbevölkerung? Für Boote stellen sich ganz andere Fragen: Wer treibt dieses Katastrophenszenario eigentlich an? Wer behauptet, dass die Welt übervölkert ist? Und wer von uns ist zu viel?

„Werner Boote ist hier jedenfalls ein starker Dokumentarfilm gelungen."(3sat Kulturzeit)

Art War

Deutschland 2013 | Regie: Marco Wilms | 90 Min. | FSK: ab 12 | tlw. OmU

Art War wirft einen Blick auf die jungen Künstler und Aktivisten, die den Arabischen Frühling geprägt und mitgestaltet haben, die mit rebellischer Musik, haushohen Graffitis und anderen künstlerischen Mitteln versuchen, ihre Revolution vor dem Untergang zu retten. Neben Fa-cebook und Smart-Phones hatten die Wandmalereien im Verlauf der ägyptischen Revolution die Funktion der Aufklärung. Der Film begleitet die revolutionären Künstler seit der Zeit der Euphorie im Jahr 2011 bis zum Fall Mursis und der Muslimbrüder im Sommer 2013. Er be-schreibt die Explosion der Kreativität nach dem Sturz Mubaraks und zeigt, wie die Künstler lernten, ihre Kunst als Waffe im Kampf für die unvollendete Revolution zu nutzen. Der Regis-seur liefert dabei viele interessante Einblicke in die ägyptische Gegenwart.

Blackfish

Filmplakat

USA 2013 | Regie: Gabriela Cowperthwaite | 83 Min. | FSK: ab 12 | OmdU | Prädikat wertvoll

Der Orca-Bulle Tilikum wurde 1983 im Alter von etwa zwei Jahren gefangen. Seitdem tritt der sieben Meter lange Orca als Show-Wal in Freizeitparks auf und wird mit dem Tod von drei Menschen in Verbindung gebracht. Was genau lief schief bei diesem Tier, dessen Artgenossen in freier Wildbahn niemals Menschen angreifen würden?

Mit bislang unveröffentlichtem Bildmaterial und teilweise schockierenden Bildern erzählt Blackfish die Geschichte von Tilikum und wirft mit Tiertrainern und Walexperten einen Blick auf die Praktiken der Erlebnisparks und ihrer Walshows.

Cowperthwaite präsentierte ihren nachdenklich stimmenden Dokumentarfilm zum ersten Mal auf dem Sundance Film Festival im Januar 2013. Der Parkbetreiber SeaWorld versuchte bis zuletzt, eine Veröffentlichung von Blackfish zu verhindern.

Die Deutsche Film- und Medienbewertung lobte insbesondere die "verständliche und eindrückliche Erzählung der Geschichte".

Master of the Universe

Deutschland, Österreich 2013 | Regie: Marc Bauder | 88 Min. | FSK: ab 0 | Prädikat besonders wertvoll

Zum ersten Mal packt ein echter Insider des internationalen Finanzgewerbes aus, einer der ehemals führenden Investmentbanker Deutschlands. Rainer Voss, der in seiner aktiven Zeit locker mit Millionen hantierte, erzählt aus eigener Anschauung, wie es in der glitzernden Finanzwelt wirklich zugeht, von all ihren Abgründen, Skrupellosigkeiten und quasi-religiösen Gesetzmäßigkeiten. Hat sich seit der globalen Finanzkrise etwas geändert? Voss' Ausblick gibt Grund zur Beunruhigung.

„Ein Wort charakterisiert unsere Dreharbeiten in der Finanzbranche: Angst. Diese Branche hat Angst, sich aus der Deckung heraus zu bewegen. Jeder Schritt könnte von der Außenwelt falsch interpretiert werden, und bevor man das riskiert, sagt man lieber gar nichts.“ [Bauder]

Der Film gewann 2013 den Hauptpreis Semaine de la Critique beim Locarno Filmfestival und eröffnete das Festival DOK Leipzig 2013. "Ein formal kühn gestalteter Dokumentarfilm, bei dem die Stilisierung aber nie vom Inhalt ablenkt. Und die Botschaft ist beängstigend." So die fünfköpfige Expertenrunde der Deutschen Film- und Medienbewertung, die das Prädikat "besonders wertvoll" verlieh.

Archiv 2013

What happiness is

Österreich 2012 | Regie: Harald Friedl | 87 Min. | FSK: ab 0 | OmdU Das lange Zeit abgeschottete Land Bhutan will sich der Welt öffnen, ohne dem Materialismus zu erliegen. Es will sich modernisieren, ohne seine Seele zu verkaufen. Maßstab für die Entwicklung ist „Gross National Happiness“, das Brutto-Nationalglück. In einem weltweit einzigartigen Projekt sind Beamte und Beamtinnen des Ministeriums für Glück acht Monate lang unterwegs, um mit dicken Fragebögen das Glück im Land zu ermitteln. Regisseur Harald Friedl hat einige von ihnen begleitet. Entstanden ist ein Roadmovie zum fernsten aller Ziele, dem Glück,das auch uns die Frage stellt, welche Ziele wir in Gesellschaft und Leben verfolgen. Der Film gibt nebenbei faszinierende Einblicke in ein Land, das für Filmaufnahmen bisher weitgehend unzugänglich war.

Chasing Ice

Szenenfoto aus dem Film "Hotel Sahara"

USA 2012 | Regie: Jeff Orlowski | 75 min. | FSK: ab 0 | Prädikat wertvoll

Irgendwo in der Arktis kalbt ein Gletscher. Eine Eisfläche in der Größe von Lower Manhattan bricht tosend ins Meer. Dass es davon Aufnahmen gibt, ist dem Team um den US-Naturfotografen Balog zu verdanken. Seit Jahren dokumentiert er mit besonderen Zeitraffer-kameras den immer rasanter fortschreitenden Rückgang der Gletscher. Selbst lange ein Skeptiker, ist Balog heute einer der eifrigsten Verfechter der Theorie von der Klimaerwärmung. Regisseur Orlowski begleitet Balog bei seiner spektakulären Arbeit und präsentiert diese warnende Erzählung als eine Abenteuergeschichte. Der vielfach ausgezeichnete und 2013 für den Oscar nominierte Film feierte seine Premiere auf dem Sundance Film Festival 2012. Von der Deutschen Film- und Medienbewertung wurde er mit dem Prädikat "wertvoll" ausgezeichnet.

Cesars Grill

Filmplakat

Deutschland; Schweiz; Ecuador 2013, Regie: Dario Aguirre | Prädikat besonders wertvoll

Vor zwölf Jahren kam Dario Aguirre nach Deutschland, Eines Tages erhält er einen Anruf von seinem Vater aus Ecuador, der große Probleme hat. Er ist hochverschuldet, die Ehe der Eltern wird von einer Krise erschüttert und sein Grillrestaurant steht vor der Pleite. Kurzerhand reist Dario, selbst Vegetarier, nach Ambato, um seine Familie zu unterstützen. Doch seine mittlerweile westeuropäisch geprägte Lebenswelt lässt sich nicht so leicht mit den Vorstellungen seines Vaters vereinbaren und seine Ansichten zu einem geregelten Restaurantbetrieb sind in Ecuador ebenfalls nur sehr schwer umzusetzen. Dario Aguirre gelingt mit seinem Dokumentarfilm eine charmante wie auch subjektive Annäherung an einen Generations- und Kultur-Konflikt.

Der Film lief im Wettbewerb des 34. Filmfestival Max Ophüls Preis 2013.

His & Hers

Szenenfoto aus dem Film "Hotel Sahara"

Regie: Ken Wardrop | IRL 2009 | 80 Min.

70 Frauen in allen Lebensaltern berichten von ihren Vätern, Freunden, Liebhabern, Ehemännern. Ob Teenies, Twens und Thirtysomethings oder Best Ager – in 70 kurzen Vignetten macht sich der Film auf eine chronologische Reise durch das Leben und dem Verhältnis zwischen Mann und Frau. Aus der Perspektive der Frauen und unter Auslassung jedweder männlichen Interviewpartner. Doch gerade diese Einseitigkeit, diese Selbstbeschränkung, kreiert auch ein Bild des Abwesenden. Ein universelles, ein allgemeingültiges Bild. Die Geschichte von Mann und Frau. Obwohl alle Frauen aus den irischen Midlands stammen, aus einem Radius von gerade 15 Meilen, ist "His & Hers" nicht eine Studie in irischer Folklore. Die überraschendste Erfahrung ist die Allgemeingültigkeit des anscheinend so Besonderen.

Mit seinem Glanzstück gewann der irische Regisseur Ken Wardrop u. a. den Publikumspreis beim Dublin International Film Festival und den Kamerapreis beim Sundance Film Festival 2010.

„Einer der bewegendsten und originellsten Filme, die ich dieses Jahr gesehen habe. So einen Dokumentarfilm hat noch niemand gemacht.“ Michael Moore

More than Honey

Szenenfoto aus dem Film "Auf der sicheren Seite"

Regie: Markus Imhof | Deutschland; Schweiz; Österreich 2011 | 91 Min. | Prädikat besonders wertvoll

„Wenn die Bienen aussterben, stirbt der Mensch vier Jahre später aus“, soll Albert Einstein gesagt haben. In seinem Film geht Imhoof, Schweizer Regisseur und Sohn einer Imkerfamilie, dem rätselhaften Bienensterben auf den Grund, das weltweit mit Sorge beobachtet wird. Denn ein Leben ohne die Biene ist undenkbar. Sie ist die große Ernährerin der Menschen. Aber ihr wird heute Großes abverlangt: der weltweite Bedarf an Naturprodukten ruht auf ihren zierlichen Flügeln. Zwischen Pestiziden, Antibiotika, Monokulturen und dem Transport von Plantage zu Plantage scheinen die Königinnen und ihre Arbeiterinnen ihre Kräfte zu verlieren.

MORE THAN HONEY entführt in das faszinierende Universum der Biene. Imhoof verfolgt ihr Schicksal von der eigenen Familienimkerei bis hin zu industrialisierten Honigfarmen und Bienenzüchtern und öffnet mit spektakulären Aufnahmen den Blick in eine unvergessliche Welt.

„Man kann diesen sehr gegenwärtigen Dokumentarfilm nicht genug loben für seine inhaltliche Prägnanz und seine hervorragende handwerkliche Umsetzung.“, lobt die Deutsche Film- und Medienbewertung.

MORE THAN HONEY wurde mit der Goldenen Lola für den besten Dokumentarfilm 2013 ausgezeichnet.

You drive me crazy

Filmplakat "Kinshasa Symphony"

Regie: Andrea Thiele | Deutschland 2012 | 90 Min.| OmdU |Prädikat wertvoll

Drei Menschen, drei Länder, drei Kulturkreise - eine gemeinsame Situation: Die Führerscheinprüfung auf fremdem Terrain. In den ihnen jeweils unbekannten Städten Tokio, München und Mumbai bereiten sich die Protagonisten auf die Führerscheinprüfung vor und geraten dabei oft an den Rand des Wahnsinns: Der Amerikaner Jake in Tokio, die Deutsche Mirela in Mumbai und die Südkoreanerin Hye-Won in München - jeder von ihnen wird auf seine Weise mit den - für sie bizarren - Eigenheiten des Straßenverkehrs konfrontiert. Das ungewöhnliche Thema verleiht der Dokumentation eine erfrischende Andersartigkeit und hat eine fesselnde Wirkung auf das Publikum. Es ergeben sich reihenweise skurrile Situationen, die einen absoluten Unterhaltungsfaktor garantieren. Und wer hätte gedacht, dass die jeweils unterschiedlichen Verkehrsregeln so viel über die kulturellen Besonderheiten der Länder aussagen können?

"You Drive Me Crazy“ ist eine „cultural comedy“ im besten Sinne. Lange war keine Doku mehr so lustig, zuletzt vielleicht „Full Metal Village“ über ein Heavy-Metal-Festival in dem kleinen Dorf Wacken. Ähnlich wie dort prallen auch hier die größtmöglichen Gegensätze aufeinander und schlagen Comedy-Funken, die für Lachattacken sorgen. Viele Szenen in „You Drive Me Crazy“ sind reiner Slapstick: Wenn der Fahrlehrer in Mumbai während der Fahrt in dem infernalischen Chaos um ihn herum in aller Ruhe telefoniert und von seiner verzweifelten Schülerin irritierte Blicke erntet; oder wenn Jake in seiner ersten Fahrstunde losfahren möchte und von seinem Lehrer erst einmal zu einer Art Meditation hinter dem Steuer verdonnert wird." [programmkino.de]

Der Film lief im Deutschen Wettbewerb beim DOK Leipzig 2012.

Sagrada – das Wunder der Schöpfung

Filmplakat "Kinshasa Symphony"

Regie: Stefan Haupt | Schweiz 2012 | 93 min. | OmdU

Die «Sagrada Família» in Barcelona ist ein einzigartiges, faszinierendes Bauprojekt mit einem genialen, einst umstrittenen Vater – Antoni Gaudí – einer riesigen Familie von Mitwirkenden, einer Geschichte voller Höhenflüge und Abgründe und einer Unzahl von aufgeworfenen Fragen. Die Biographie dieses Bauwerkes – seit 1882 im Bau und heute gut zur Hälfte fertig gestellt –, bildet den Ausgangspunkt für Stefan Haupts Film über die Frage nach unserer menschlichen Schaffenskraft – und wofür wir sie einsetzen wollen.

„Geschickt verwebt Stefan Haupt die Biographie des Bauwerks und seines Architekten mit dem Weiterbauen. Er rückt die unzähligen Förderer, Zeitzeugen und Handwerker vor die Kamera. Und er zeigt das Nebeneinander von Sakralität und Baustelle, von geschäftiger Rambla und stiller Grösse der Kathedrale. Dem Regisseur gelingt ein dichtes Werk, das Fakten mit philosophischen Fragen verbindet. Der Film macht das Mysterium Sagrada fassbar.” (Andres Herzog, Tages-Anzeiger)

Frohes Schaffen – Ein Film zur Senkung der Arbeitsmoral

Filmplakat

Regie: Konstantin Faigle | Deutschland 2012 | 98 Min.

Arbeit steht für Sicherheit, Selbstbestätigung und Existenzberechtigung. Sie ist aber auch ein Fetisch, ein Mantra, das uns tagtäglich durch Politik und Medien umgibt. Regisseur Faigle hinterfragt in dieser Dokumentation auf humorvolle Weise den Sinn der Arbeit. Rund um den Globus befragt er dazu Experten wie den amerikanischen Sozialhistoriker Benjamin Hunnicutt, für den die Arbeit längst die Religion als sinnstiftende Instanz des Menschen abgelöst hat. Er bereist Stätten des Arbeitsglaubens und dessen Niedergangs. Parallel dazu stellt Faigle in inszenierten Sequenzen Prototypen der deutschen Arbeitswelt vor und verlässt damit die gängigen Dokumentarfilmpfade. „Frohes Schaffen“ stellt nicht, wie zumeist üblich, die Frage nach den Bedingungen der Arbeit, sondern nach der Arbeit selbst, nach ihrem heiligen Mythos, ihrem philosophischen Kern.

„Der Dokumentarfilm ist ein einziges Ausrufezeichen, klar, einseitig und kompromisslos. (...) Was wäre, wenn Arbeit bloß eine absurde Idee wäre? Tatsächlich schafft es Faigle, nachhaltig Zweifel an dieser Idee zu säen.“ (aspekte)

Der Film lief im Wettbewerb des renommierten Max Ophüls Filmfestival 2013 in Saarbrücken und eröffnete das Kasseler Dokumentarfilmfest 2012.

Sofia´s Last Ambulance

Filmplakat

Regie: Ilian Metev | Bulgarien/Deutschland/Kroatien 2012 | 75 Min. | OmdU

Mit rasendem Tempo geht es über die holprigen Straßen der bulgarischen Hauptstadt Sofia, unterwegs sind der Arzt Krassi, die Krankenschwester Mila und der Fahrer Plamen. Sie bilden eines von 13 Ambulanzteams, die eine Bevölkerung von zwei Millionen Menschen zu versorgen haben. Die Kamera richtet sich nicht auf jene, die Hilfe suchen, ihre Würde bleibt gewahrt. Der Blick bleibt konsequent fokussiert auf das Rettungsteam. Herzanfälle, Drogenabhängige und Betrunkene – auf ihren rasanten Fahrten durch die Stadt liefern sich Krassi, Mila und Plamen stets einen Wettkampf mit der Zeit. Ketterauchend und manchmal der Resignation nahe kämpfen die drei mit Leidenschaft, Selbstlosigkeit und einer gesunden Portion Humor gegen ein marodes Gesundheitssystem und eine Flut von Absurditäten.

„Sofia’s Last Ambulance“ ist ein Dokumentarfilm, der nicht nur durch seine wunderbaren Protagonisten überzeugt, die trotz aller Widrigkeiten versuchen, ihren Job zu machen, so gut es geht. Nicht minder beeindruckt der Film durch seine klare und konsequent durchgehaltene Stilistik. Obwohl man von der Stadt nichts zu sehen bekommt, erfährt man in diesem Film mehr über Sofia und das Leben im postkommunistischen Bulgarien als in so mancher aufwändig bebilderter Reisereportage. [Reinhard Lüke, FILMDIENST 6/2013]

"Sofia's Last Ambulance" wurde für seine außergewöhnliche Regie- und Kameraarbeit u. a. mit dem Visionary Award, Cannes 2012 und mit der Silbernen Taube, DOK Leipzig 2012 ausgezeichnet. Der Film lief zudem im Programm der diesjährigen Berlinale.

Vergiss mein nicht

Szenenfoto aus dem Film "Auf der sicheren Seite"

Regie: David Sieveking | Deutschland 2011 | 88 Min. | Prädikat besonders wertvoll

David Sieveking entdeckt durch die Alzheimer-Demenz seiner Mutter Gretel den Schlüssel zu ihrer Vergangenheit, zur Geschichte ihrer Ehe und zu den Wurzeln der gemeinsamen Familie. Liebevoll und mit zärtlicher Distanz dokumentiert er ihren geistigen und körperlichen Abbau und seine Versuche, ihr das Leben zu erleichtern.

Mit viel Sinn für kleine Gesten und für den Zauber des Augenblicks schafft Sieveking ein feinfühlig heiteres Familienporträt: die würdevolle, niemals rührselige Reise durch ein Menschenleben, an dessen Ende ein Anfang steht, in dem die Familie neu zueinander findet. Dabei bleibt er seinem sehr persönlichen Tagebuchstil aus "David wants to fly" treu, der bei "DOKfilm im Roten Saal" im Sommer 2011 gezeigt wurde.

Der Film wurde beim renommierten Festival del Film Locarno 2012 in der Reihe Semaine de la Critique uraufgeführt und gewann den Kritikerpreis.

An beiden Vorführungstagen ist die Alzheimer Gesellschaft Braunschweig e. V. mit einem Informationsstand im Foyer des Roten Saals zu Gast.

Süßes Gift – Hilfe als Geschäft

Szenenfoto aus dem Film "Auf der sicheren Seite"

Deutschland/Österreich/Niederlande 2012 | Regie: Peter Heller | 92 Min. | OmdU | FSK: ab 0

Macht Hilfe abhängig? Peter Heller packt mit seinem Dokumentarfilm „Süsses Gift – Hilfe als Geschäft“ Tabus der Nord-Süd/Afrika-Szene an. Anhand von drei Fallstudien aus Mali, Kenia und Tansania überprüft er die Wirkungen der Entwicklungshilfe aus Sicht der Afrikaner und fragt: Warum hat Afrika nach fünfzig Jahren und 1000 Milliarden US-Dollar Hilfsgeldern nicht den erwarteten Entwicklungsschub gemacht?

Peter Heller, der seit 30 Jahren Filme in und über Afrika realisiert, kommt gemeinsam mit afrikanischen Intellektuellen und Praktikern zu der ernüchternden Erkenntnis: Jahrzehntelange Hilfe hat nichts gebracht. Für die meisten Staaten des Kontinents sei sie ein einziges Desaster. Während sie im Norden der Welt Zigtausende von Arbeitsplätzen sichere, verfallen die Nehmerländer in Lethargie. Der Film blickt dabei nicht nur in die Vergangenheit, sondern diskutiert auch neue Ansätze von Hilfe und Zusammenarbeit auf Augenhöhe, die derzeit als hoffnungsvoll und positiv beurteilt werden.

Mama Coca – Die Krieger des Kokain - VORPREMIERE

Szenenfoto aus dem Film "Auf der sicheren Seite"

Deutschland/Kolumbien 2011 | Regie: Suzan Sekerci | 84 Min. | Omdu | FSK: o. Al. | Prädikat wertvoll

"In Kolumbien gedeiht die Coca-Pflanze. Das daraus gewonnene Kokain ist nicht nur eine der meist konsumierten Drogen der Welt, sondern auch heiß umkämpftes Schmuggelgut. Seit Jahrzehnten brennt der Krieg zwischen einzelnen Banden, zwischen Militär, Guerilla-Kämpfern und paramilitärischen Organisationen, die alle nur eines wollen: die Coca-Pflanze. Denn wer sie besitzt, besitzt die Macht in einem System der Korruption.

Der Film von Suzan Sekerci beleuchtet die Vorgänge in einem Land, das wunderschön ist, aber doch zerfressen vom Handel mit dem Rauschmittel. Dabei lässt Sekerci alle Seiten zu Wort kommen. Eine ehemalige Guerilla-Kämpferin stellt ihre Sichtweise ebenso dar wie ein Taxifahrer in einer besonders betroffenen Stadt oder auch ein ehemaliger Drogenhändler aus Hamburg. Die verschiedenen Perspektiven geben einen informativen Überblick über das Thema und wecken, zusammen mit sorgfältig recherchiertem Bildmaterial, das Bewusstsein für ein brisantes und stets aktuelles Thema. Ob die lang diskutierte Legalisierung von Coca ein Lösungsansatz für das Problem darstellt, weiß auch der Film nicht. Doch er stellt richtige und wichtige Fragen." (Deutsche Film- und Medienbewertung)

Filmplakate der von 2010 bis 2012 gezeigten Filme

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Anfahrtsbeschreibung

Mit allen Straßenbahnen: Der Nordflügel des Schlosses liegt in unmittelbarer Nähe zu der Haltestelle „Rathaus”. Dort stehen Ihnen die Linien M 1, M 2, M 3, M 4, 6 und 9 zur Verfügung. Die Haltestelle „Schloss”, ebenfalls sehr nah, wird zudem von der Linie M 5 angefahren.

Mit vielen Buslinien: Die Bushaltestelle „Rathaus” befindet sich ebenfalls in direkter Nähe. Dort verkehren die Buslinien 230, 418, 420, 422, 443, 450, 452, 480, 493, 499, 566, M 11, M 13 und M 16.