Das neue Sirenen-Warnsystem – Sirenensignale und ihre Bedeutung
Unwetter, Brände oder andere Notlagen können jederzeit passieren. Damit Sie im Ernstfall schnell gewarnt sind, gibt es in Braunschweig ein modernes Sirenensystem, das schnell und zuverlässig warnt. Die Töne warnen oder geben Entwarnung – wichtig ist zu wissen, was sie bedeuten.
Warnsignale und Handlungsempfehlungen
Wie klingen die Warnsignale und wie können Sie sich richtig verhalten? In diesem Abschnitt finden Sie die Warnsignale und Sprachdurchsagen zum Nachhören, sodass Sie sich mit diesen vertraut machen können. Außerdem können Sie Hinweise nachlesen, wie Sie sich im Ernstfall verhalten sollten.
Einminütiger allgemeiner Warnton
Handlungsempfehlungen
- Bewahren Sie die Ruhe: Hören Sie auf die anschließende Sprachdurchsage und handeln Sie entsprechend.
- Schutz suchen: Begeben Sie sich in ein Gebäude und holen Sie Kinder oder andere Personen aus dem Freien nach drinnen.
- Gebäude sichern: Schließen Sie Türen und Fenster. Schalten Sie Lüftungs- und Klimaanlagen aus.
- Informieren Sie sich: Hören Sie lokale Radiosender und verfolgen Sie aktuelle Informationen über die offiziellen Kanäle.
- Informieren und unterstützen Sie andere: Benachrichtigen Sie Familie, Freunde, Nachbarn und Menschen in Ihrer Umgebung. Helfen Sie älteren Personen, Menschen mit Behinderung oder Personen, die kein Deutsch sprechen oder nicht hören können.
- Befolgen Sie den Anweisungen der Behörden: Richten Sie sich strikt nach den offiziellen Mitteilungen und Warnungen.
- Wählen Sie den Notruf nur bei wirklichem Notfall: Wählen Sie 110 oder 112 ausschließlich, wenn Sie oder andere sich in akuter Gefahr befinden.
- Entlasten Sie das Telefonnetz: Telefonieren Sie nur, wenn es unbedingt notwendig ist und halten Sie Gespräche so kurz wie möglich.
- Meiden Sie das Schadensgebiet: Wenn Sie selbst nicht betroffen sind, bleiben Sie dem betroffenen Bereich fern.
Einminütiger allgemeiner Entwarnungston
Handlungsempfehlungen
- Bewahren Sie die Ruhe: Bleiben Sie ruhig und handeln Sie besonnen.
- Es besteht keine Gefahr mehr: Fenster und Türen können wieder geöffnet werden, ein Aufenthalt im Freien ist wieder möglich.
- Informieren und unterstützen Sie andere: Benachrichtigen Sie Familie, Freunde, Nachbarn und Menschen in Ihrer Umgebung. Helfen Sie älteren Personen, Menschen mit Behinderung oder Personen, die kein Deutsch sprechen oder nicht hören können.
Sprachdurchsagen
Neben den Sirenenalarmen können bei bestimmten Ereignissen Sprachdurchsagen durch das Warnsystem erklingen. Einige Beispiele können Sie im Folgenden nachhören.
Übersichtskarte der Sirenenstandorte
Die Übersichtskarte mit den Sirenenstandorten zeigt das ausgebaute Sirenennetz und die Abdeckung in Braunschweig. Die Auswahl der Sirenenstandorte erfolgte durch ein Planungsbüro, welches anhand verschiedener Parameter die optimalen Standorte auswählte.
Die Grafik bildet zudem die verschiedenen Sirenen-Typen ab, die in der untenstehenden Legende benannt sind.
Aktuell baut die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) auf ihrem Gelände zwei eigene Sirenenstandorte, die ebenfalls in das Netz der Feuerwehr integriert werden sollen.
FAQ – häufig gestellte Fragen
Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Sirenen-Warnsystem finden Sie in diesem Abschnitt. Sollten Sie weitere Fragen oder Anmerkungen haben, können Sie sich per Mail an die Feuerwehr wenden.
1. Warum werden die zuvor abgebauten Sirenen nun wieder aufgestellt?
Immer häufiger auftretende Naturkatastrophen und veränderte politische Realitäten machen den Aufbau eines zukunftsfähigen Bevölkerungsschutzes unerlässlich. Insbesondere das Hochwasserereignis im Ahrtal 2021 zeigte, wie wichtig eine funktionierende Warninfrastruktur für den Schutz von Leben und Gesundheit ist.
Die neu errichteten Sireneneinrichtungen verfügen neben den bekannten Warnsignalen über die Möglichkeit, durch Sprachdurchsagen auf die spezielle Gefahrensituationen hinzuweisen. Die älteren Sirenen waren hierzu nicht in der Lage.
Die Bürgerinnen und Bürger werden beispielsweise informiert, ob eine Hochwasserlage vorliegt, ein Kampfmittel gefunden wurde oder ein Brandereignis stattfindet. Je nach Gefahrenlage werden spezifische Handlungsempfehlungen ausgegeben.
2. Ersetzen die Sirenen andere Warnmittel?
Der Weck- und Warneffekt von Sirenen ist Warnmittelmix von entscheidender Bedeutung.
Die Sirenen sind sichere und schnelle Warnmittel und nehmen eine zentrale Rolle im Warnmittelmix der Bundesrepublik Deutschland und der Stadt Braunschweig ein. Weiterhin erfolgen Warnmeldungen über Mobiltelefon-Netze (Cell Broadcast), Warn-Apps wie NINA und KatWarn, Lautsprecherdurchsagen, Rundfunk und Fernsehen oder Stadtinformationstafeln.
3. Wo sind die Sirenenstandorte und warum hat man sich für diese Standorte entschieden?
Die 107 Sirenen mit unterschiedlicher Leistungsfähigkeit werden sowohl auf Dächern als auch auf eigenen Sirenenmasten installiert. Hierfür werden vorwiegend Verwaltungsgebäude, Schulen, Kindertagesstätten, Spielplätze, aber auch sich im städtischen Eigentum befindliche Grünflächen genutzt.
Die Auswahl der Standorte erfolgte in Abstimmung mit einem Planungsbüro, welches die Schallpegel der Sirenen berechnet hat.
4. Sehen alle 107 Sirenen gleich aus?
Nein, je nach Standort sind die Sirenen an die örtlichen Gegebenheiten angepasst. Es gibt Aufbauten mit 4, 8, 12 und 16 Hörnern. Die Anlagen werden auf einem Dach, an einer Fassade oder auf einem Sirenenmast installiert. Bei manchen Sirenen zeigen alle Hörner in eine Richtung, bei anderen sind diese in verschiedene Richtungen ausgerichtet.
5. Werden auch die Ortsfeuerwehren über die Sirenen alarmiert?
Nein. Im Braunschweiger Stadtgebiet erfolgt keine Alarmierung der Feuerwehr über das Sirenennetz.
6. Gibt es regelmäßige Probealarme?
Ja, aktuell findet einmal pro Jahr – am bundesweiten Warntag – ein Probealarm statt. Der bundesweite Warntag findet jährlich am zweiten Donnerstag im September statt, das genaue Datum variiert also.
Die Einsatzfähigkeit der Sirenen wird außerdem über regelmäßige, „stille“ Testläufe fernüberwacht. Die hierbei genutzte technische Rückmeldung benötigt keine aktive Auslösung der Sirene.
7. Wie laut sind die Sirenen?
Die Sirenen besitzen eine Schalleistung von 107 bis 128 db(A) in 30m Entfernung zur Sirene.
Die hörbare Reichweite einer Sirene hängt von vielen beeinflussenden Faktoren (z. B. Höhe und Art des Montage-Standortes, Beschaffenheit des Geländes, Bebauung im Umfeld, Witterungslage und Windrichtung) ab und lässt sich nicht pauschal festlegen.
8. Könnten Tiere Angst vor den Sirenentönen haben?
Auch Tiere können auf ungewohnte Geräusche verängstigt reagieren – wie bei Feuerwerk, Martinshorn, Donner oder anderen plötzlichen, lauten und unerwarteten Geräuschen.
Sie kennen Ihr Tier am besten: Sorgen Sie als Halterin oder Halter entsprechend vor.
9. Wann werden die Sirenen genau ausgelöst? Auch wenn mein Haus brennt?
Sirenen werden bei großen Gefahrenlagen ausgelöst. Es ist möglich einzelne Sirenen, alle 107 Sirenen oder auch Gruppen von Sirenen auszulösen, je nach auftretender Gefahr.
Der Brand eines Mülleimers, einer Böschung oder eines Einfamilienhauses führt im Normalfall nicht zum Auslösen des Sirenenwarnsystems.
10. Was ist in Objekten mit installierter Sirenenanlage besonders zu beachten?
Der Schall einer Sirene verteilt sich über eine große Fläche. Unter der Anlage, etwa in einem Gebäude, ist die Lautstärke keinesfalls schädigend.
Wir empfehlen insbesondere lärmsensiblen Menschen, rechtzeitig vor dem Probealarm ein Gebäude aufzusuchen und während des Probealarms Schulhöfe, Freiflächen, Spielflächen, etc. der betroffenen Liegenschaften nicht zu nutzen und nötigenfalls Türen und Fenster der Objekte geschlossen halten.
11. Was bedeuten die Sirenensignale und wie verhalte ich mich bei einem Alarm richtig?
Der auf dieser Internetseite zum Download abgelegte Flyer „Verhalten bei Sirenenalarm“ erklärt Ihnen die Bedeutung der Sirenensignale und gibt entsprechende Handlungsempfehlungen.
Weiterführende Informationen
Das Sirenenförderprogramm wird aus Mitteln des Bundes finanziert und vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) gemeinsam mit den Ländern koordiniert.
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