Förderprogramm Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben - Blau-Grüne Infrastruktur
Das Referat Grün- und Freiraumplanung der Stadt Braunschweig hat in den vergangenen Jahren bereits mehrere Förderprojekte erfolgreich umgesetzt. Im Jahr 2023 bewarb sich das Referat für ein zu 100 % gefördertes Verbundvorhaben, das gemeinsam mit neun weiteren Projektteams beantragt wurde. Das Projekt ist dem Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben „Regionale Blau-Grüne Infrastruktur in Stadtregionen“ zugeordnet und wird zu zwei Drittel vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des BMUKN und einem Drittel vom Regionalverband Großraum Braunschweig finanziert.
Das Verbundvorhaben erhielt im Mai 2025 die Bewilligung. Innerhalb des Verbundes kooperiert die Stadt Braunschweig mit den Städten Wolfsburg und Salzgitter. Dieser Blau-Grüne Städtebund zielt darauf ab, gemeinsam die wassersensible Stadtentwicklung insbesondere verwaltungsintern zu stärken und weiter zu etablieren.
Die Stadt Braunschweig verfolgt das Teilprojekt „Pocketpark Bäckerklint – Verbesserung innerstädtischer Lebensraumfunktionen durch Entsiegelung, Begrünung und angepasstes Regenwassermanagement“ und soll bis Mai 2030 umgesetzt werden.
Durchgrünte Städte sind resilienter hinsichtlich der Folgen des Klimawandels mit zunehmender Überhitzung und Trockenheit. Letztendlich müssen stark defizitäre Räume insbesondere auch für die dortigen Bewohner*innen umweltgerechter umgestaltet werden.
Eine Blau-Grüne Infrastruktur mit begrünten Gebäuden ist bei der Anpassung an den Klimawandel von großer Bedeutung. Altbaumbestände ragen mit ihrer Ökosystemleistung vor allem im Hinblick auf ihre Kühlleistung deutlich hervor. In Verbindung mit Entsiegelungsmaßnahmen verstärken sich diese Effekte u. a. auch durch die Erhöhung pflanzenverfügbaren Wassers im Untergrund. In Verbindung mit zusätzlichen Vegetationsflächen bekommen solche Bereiche eine regulierende Wirkung vor allem während der Hitzeperioden und bei Starkregenereignissen hinsichtlich der Temperatur und des Wasserhaushalts innerhalb der Stadt. Daneben ergeben sich positive Effekte auf die städtische Biodiversität und die Aufenthaltsqualität.
Ziel des Gesamtvorhabens ist es, die Ökosystemleistungen der Blau-Grünen Infrastruktur in der Region sichtbar zu machen, gleichzeitig den Freiraum aufzuwerten und die Zusammenarbeit regionaler Akteure zu stärken.
An der Planung sind verschiedene Fachbereiche der Stadt Braunschweig beteiligt, darunter die Stadtplanung, der Tiefbau, der Denkmalschutz sowie der Umwelt- und Naturschutz. Ebenso werden die Nachbarkommunen Wolfsburg und Salzgitter inhaltlich einbezogen. Auch die angrenzende Kirchengemeinde spielt eine wichtige Rolle, da ihr Grundstück direkt an den vorgesehenen Bereich des Pocketparks grenzt. Darüber hinaus werden politische Gremien beteiligt. Ein zentraler Baustein ist schließlich die Einbindung der Bevölkerung, insbesondere der Anwohner, deren Rückmeldungen in den Planungsprozess einfließen sollen.