Entsiegelungsmaßnahme Bäckerklint
Die Stadt Braunschweig hat in der baulich stark verdichteten und klimatisch zunehmend belasteten Innenstadt, die zugleich Defizite an vegetationsgeprägten Freiräumen aufweist, die Einrichtung mehrerer Pocketparks vorgesehen.
Als erste realisierte Vorwegmaßnahme wurde am Bäckerklint eine Entsiegelungsmaßnahme umgesetzt, um die Vitalität des vorhandenen Baumbestands zu stärken und diesen langfristig in die künftige Planung des Pocketparks zu integrieren.
Der Bäckerklint liegt zwischen dem Haupteinkaufsbereich der Innenstadt und den stadtgeschichtlich sowie touristisch bedeutenden Grün- und Parkanlagen an der Okerumflut. Mit der nun abgeschlossenen Maßnahme wurde an diesem Standort ein wichtiger „grüner Trittstein“ geschaffen, der den Stadtraum ökologisch und gestalterisch aufwertet und zugleich die Aufenthaltsqualität im innerstädtischen Zwischenraum deutlich verbessert.
Die Maßnahme war Bestandteil des Gesamtantrags der Stadt Braunschweig zum Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt!“ und wurde im Jahr 2023 vollständig umgesetzt.
Die Umsetzung erfolgte in mehreren Teilmaßnahmen, deren größte im Bereich der drei alten Linden in der Nähe des Till Eulenspiegel Brunnens umgesetzt wurde.
An diesem Standort wurde das Großpflaster rund um die drei Bestandsbäume vollständig aufgenommen, teilweise wiederverwendet und als Einfassung der neu geschaffenen Vegetationsfläche eingebaut. Der zuvor vollständig versiegelte Wurzelraum wurde vorsichtig freigelegt, die verdichtete Bodenschicht manuell gelockert und durch ein spezielles Baumsubstrat ersetzt. Dadurch konnten die Standortbedingungen der Bäume nachhaltig verbessert werden.
Die neu entsiegelte Fläche von etwa 110 m² wurde mit bodenbedeckenden, schattenverträglichen Stauden und Gräsern bepflanzt. Eine neu installierte Holzbank ergänzt den Standort als attraktiven, grünen Aufenthaltsort unter den Bestandslinden.
Durch die Entsiegelung wurden die Lebensbedingungen der Bestandsbäume signifikant verbessert. Ihre Vitalität hat sich spürbar erhöht, wodurch langfristig eine bessere Verschattung und Kühlung des Umfelds gewährleistet ist. Die Verdunstung von Wasser aus den Vegetationsflächen trägt zusätzlich zur Absenkung der Umgebungstemperaturen bei.
Darüber hinaus wird Regenwasser wieder dem natürlichen Kreislauf zugeführt, anstatt oberflächlich abgeleitet zu werden. Damit leistet die Maßnahme einen wichtigen Beitrag zur klimaökologischen Reaktivierung eines hochgradig versiegelten Innenstadtbereichs.
Die geschaffenen Vegetations- und Sitzflächen verbessern das Stadtbild deutlich, fördern die Biodiversität und bieten neue Aufenthaltsqualitäten im öffentlichen Raum.
Die Umsetzung der Maßnahme erfolgte im Zeitraum Februar bis Anfang Mai 2023.