Besenmännchen

© Stadt Braunschweig

Das Besenmännchen in der Mauernstraße

Das Besenmännchen wurde von dem Künstler und Bildhauer Jakob Hofmann 1938 als Symbol für die Altstadtsanierung in Braunschweig geschaffen. Die Stadt ließ den Entwurf der Figur 1939 in Bronze gießen und als Brunnenfigur eines bei der Altstadtsanierung entstandenen Kinderspielplatzes in der Weber-/Langestraße aufstellen. Das Besenmännchen, in der Darstellungsform einer Kindergestalt und mit einem Besen in den Händen, kehrte symbolisch die schlechten Wohnverhältnisse in der Stadt mit seinem Besen aus.

In der nationalsozialistischen Ideologie wurde diese Symbolik des Besenmännchens in Auskehren von sogenanntem „unwerten Leben“ umgedeutet. Die Figur überstand die Jahre des Zweiten Weltkriegs, ab 1944 in der Villa Salve Hospes eingelagert, unbeschadet.

In den Nachkriegsjahren erfuhr das Besenmännchen im durch Bomben großteils zerstörten Braunschweig einen weiteren Bedeutungswandel. Nach Abschluss der Trümmerräumung und dem Bau des sogenannten Schwedenheims an der Hugo-Luther-Straße erhielt das Besenmännchen im Jahr 1949 seinen neuen Standplatz auf dem Kinderspielplatz im Garten des Kinderheims. Von dort wurde das Besenmännchen im Jahr 1953 von Metalldieben gestohlen. Noch im selben Jahr wurde Jakob Hofmann von Oberstadtdirektor Erich Walter Lotz nach einem Beschluss des Rates damit beauftragt, eine originalgetreue Kopie der Figur herzustellen. Das neue Besenmännchen wurde als „Symbol der Trümmerräumung“ in Elmsandstein vom Bildhauer Otto Bank umgesetzt. In einer Erklärung von Oberstadtdirektor Lotz heißt es dazu: „Das Besenmännchen symbolisiert das große Aufräumen nach dem Krieg. Weil erst aufgeräumt werden musste, bevor mit dem Neubau begonnen werden konnte.“ An seinem neuen Aufstellungsort vor dem Gebäude der Braunschweiger Baugenossenschaft in der Mauernstraße wurde das steinerne Besenmännchen in den Jahren 1957, 1965 und 1967 beschädigt, jeweils anschließend restauriert und 1983 durch Vandalismus zerstört.

Anlässlich des 100-jährigen Bestehens der Braunschweiger Baugenossenschaft im Jahr 1987 übereignete die Stadt die Grünfläche in der Mauernstraße der Baugenossenschaft, die das Besenmännchen als Zeichen des Wiederaufbaus der Stadt als weitere Nachbildung in Bronze gießen und dort vor dem Unternehmenssitz aufstellen ließ.

© 12_A-XI-19, Stadtarchiv Braunschweig

Das Besenmännchen an seinem ursprünglichen Aufstellungsort als Brunnenfigur in der Langen Straße. Die Figur und der Brunnen waren bei spielenden Kindern sehr beliebt.

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Bildnachweise

  • Stadt Braunschweig
  • 12_A-XI-19, Stadtarchiv Braunschweig