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Fragen und Antworten zum Thema Bombenräumung

Warum müssen Blindgänger geräumt werden?

Deutschlandweit liegen als Folge der Bombadierungen im Rahmen des 2.Weltkrieges, insbesondere in vielen großen Städten, Blindgänger verschiedenster Bombentypen und -größen im Erdreich verborgen. Im Rahmen des Wiederaufbaus wurden viele Blindgänger nicht ordnungsgemäß beseitigt.

Zünder, die im Rahmen des Bombenabwurfs nicht auslösten, können auch heute noch, über 60 Jahre nach dem Abwurf, aktiviert werden und stellen somit ein großes Gefährdungspotenzial dar.
Bedingt durch die Korrosion sind die Zünder schwer einschätzbar und können unkontrolliert nachträglich auslösen.

Warum muss der Evakuierungsradius so groß gewählt werden?

Erfahrungen von Bombenräumungen und -explosionen zeigen, dass Teile von Blindgängern bei einer Explosion auch in großem Abstand noch Schäden angerichtet haben und somit eine Gefahr für Menschen darstellen. 

Bei der Explosion eines Blindgängers einer amerikanischen Fliegerbombe in Göttingen noch vor den Entschärfungsarbeiten, bei der 2010 drei Mitarbeiter des Kampfmittelbeseitigungsdienstes starben, durchschlugen Trümmerteile in 700m Entfernung ein Dach.

Warum kam es häufiger zu kurzfristigen Absagen von Evakuierungen?

Häufig stellt sich die Frage, warum große Evakuierungen geplant werden, die dann in den letzten Tagen vor dem Termin abgesagt werden, weil sich die Fundstellen als harmlos herausstellten.
Betroffene fragen: Warum kann man nicht im Rahmen der Voruntersuchungen genauer untersuchen und erst dann die Bevölkerung informieren, wenn die Untersuchung den Fund beweisen?

Um den betroffenen Anwohnern und Gewerbebetrieben die Möglichkeit zu geben, die Planungen ihrer Vorhaben und Veranstaltungen auf den geplanten Evakuierungstermin abzustimmen, informiert die Stadt Braunschweig sie über längere Zeit im Vorfeld über den geplanten Termin.

Genaue Untersuchungen der Verdachtsstellen, für die häufig umfangreiche Vorarbeiten, wie z.B. das Absenken der Oker oder des Grundwasserspiegels erforderlich sind, können aus Sicherheitsgründen nur zeitnah zum geplanten Entschärfungstermin stattfinden. Stellt sich im Rahmen dieser weitergehenden Sondierungsarbeiten kurz vor dem Entschärfungstermin heraus, dass die zuvor durch das Luftbild entdeckte und mit Messgeräten untersuchte Verdachtsstelle z.B. eine alte Gasflasche beeinhaltet, kann man Entwarnung geben.

Wie aufwendig sind derartige Evakuierungen?

Der Zeit-, Planungs- und Arbeitsaufwand für eine Evakuierung großer Teile einer Stadt ist erheblich.

Eine Arbeitsgruppe der Feuerwehr und anderer städtischer Dienststellen befasst sich viele Monate vor dem eigentlichen Termin mit Fragen wie z.B.

  • Information der betroffenen Anwohner
  • Information der Gewerbetreibenden, Gastronomie, Kirchen, Vereinigungen
  • Personalbedarf (Kräfteansatz) für die Evakuierung
  • Buspendelverkehr
  • Infrastrukturelle Einflüsse (Versorgungsleitungen...)
  • Ausweichquartiere 
  • ggfs. Evakuierungen von Krankenhäusern, Altenheimen.

Am Tag der Evakuierung sind üblicherweise mehrere hundert Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr, Berufsfeuerwehr, städtischer Dienststellen, der Hilfsorganisationen und der Polizei im Einsatz, um einen reibungslosen Ablauf der Evakuierungsmaßnahmen sicherzustellen und den Kampfmittelbeseitigungsdienst zu unterstützen.