Geschichte des Wollmarkts
Braunschweig entwickelte sich aus fünf ursprünglich selbstständigen mittelalterlichen Weichbilden mit jeweils eigenem Markt, Kirche und Rathaus. Der heutige Bereich Wollmarkt/Alte Waage ist historisch das räumliche und soziale Zentrum des Weichbildes Neustadt. Um 1230 wurde hier St. Andreas, die evangelische Stadtpfarrkiche der Neustadt erbaut.
Jedes Weichbild besaß eine eigene Waage. Die Alte Waage, ein reich ornamentierter Fachwerkbau, der zu den größten mittelalterlichen Fachwerkbauten Braunschweigs gehörte, wurde 1534 errichtet. Das Bauwerk hatte eines besondere Solitärstellung und teilte den platzartig erweiterten Straßenzug in zwei verschieden große Räume. Seit 1828 trägt der nördliche Bereich die Bezeichnung Wollmarkt. Er hatte als Marktplatz aber nie große Bedeutung.
Luftangriffe 1944 zerstörten die Alte Waage und mit ihr die gesamte Fachwerkbebauung der Neustadt fast vollständig und auf dem alten Stadtgrundriss der Neustadt entstanden nach Kriegsende neue Strukturen.
Erst 1987 beschloss der Rat der Stadt Braunschweig den Wiederaufbau der Alten Waage für die Nutzung der Volkshochschule. In der Folge wurde zur Neugestaltung des Wollmarktes 1992 ein städtebaulicher Realisierungswettbewerbs ausgelobt. Der 1. Preis der Landschaftsarchitekten Martin Diekmann und Irene Lohaus wurde umgesetzt und ist bis heute fast unverändert.