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Wirtschaft in Braunschweig

Die Volksbank BraWo entwickelt sukzessive Büroflächen in Braunschweig.© BSZ/Leevke Draack

Mit rund 250.000 Einwohnern ist Braunschweig die zweitgrößte Stadt Niedersachsens und historisches Zentrum der wichtigsten Industrieregion des Landes. Die Automobilindustrie – vor mehr als 80 Jahren begann im Braunschweiger Vorwerk die Erfolgsgeschichte der Volkswagen AG – ist ein zentraler, aber bei Weitem nicht der einzige Wirtschaftszweig, der Braunschweig internationale Bedeutung verleiht. Eine rasante Entwicklung nahm auch die 1994 gegründete Volkswagen Financial Services AG, die für die Koordination der weltweiten Finanzdienstleistungen des Volkswagen Konzerns verantwortlich ist. Mit mehr als 22 Millionen Verträgen (Stand 2021) ist das Unternehmen Europas größter Finanzdienstleister im Automobilbereich. Zusammen mit der Braunschweigischen Landessparkasse, der Öffentlichen Versicherung Braunschweig und der Volksbank Braunschweig-Wolfsburg ist in Braunschweig ein bedeutendes Finanzcluster mit tausenden Beschäftigten entstanden.

Der Standort Braunschweig bietet die passende Infrastruktur für Großunternehmen, Mittelständler und Startups.© BSZ/Leevke Draack

Siemens Mobility beschäftigt sich mit der Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung der Mobilität und setzt in Braunschweig einen Schwerpunkt auf die Signaltechnik für den Bahnverkehr. Die aufstrebende GOM GmbH – 1990 in Braunschweig gegründet und 2019 mit ihren rund 600 Mitarbeitern von der Carl Zeiss AG übernommen – zählt zu den führenden Anbietern von Hard- und Software für die automatisierte 3D-Koordinatenmesstechnik. 

Die Nordzucker AG als einer der führenden Zuckerhersteller Europas, die Verlagsgruppe Westermann sowie die weltweit exportierenden, traditionsreichen Pianofortefabriken Grotrian-Steinweg und Schimmel Pianos sind weitere bedeutende Unternehmen, die die Wirtschaftsstruktur Braunschweigs kennzeichnen. Die Braunschweigische Maschinenbauanstalt BMA plant und errichtet weltweit Anlagen und ganze Fabriken für die Nahrungsmittelindustrie. Von hier aus expandierte auch das Mode-Unternehmen New Yorker in rund 40 Länder.

In Braunschweig arbeiten Wirtschaft und Wissenschaft Hand in Hand.© BSZ/Leevke Draack

Spitzenforschung von Mobilität bis Pharmazie 

Braunschweig ist nicht nur ein international bedeutender Forschungsstandort, sondern auch Zentrum der forschungsintensivsten Region Europas. An kaum einem anderen Standort gibt es eine vergleichbare Forschungsvielfalt und ein so dichtes Netzwerk aus Forschungseinrichtungen, Hochschulinstituten und Technologieunternehmen. Innovationen und interdisziplinäre Spitzenforschung kennzeichnen die Region, in der laut Eurostat (2017) 8,52 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Forschung und Entwicklung fließen.

Im Mittelpunkt des Forschungsstandorts steht die Mobilität von morgen. Rund um den Forschungsflughafen im Norden der Stadt ist in den letzten Jahren ein Mobilitätscluster entstanden, das zu den innovativsten Wirtschafts- und Wissenschaftsclustern in Europa zählt. In fachübergreifender Zusammenarbeit beschäftigen sich hier zahlreiche Forschungseinrichtungen und Unternehmen mit zukunftsweisenden Mobilitätslösungen für Straße, Schiene und Luft. Der Innovationsstandort Braunschweig und das nähere Umland spielen außerdem eine zentrale Rolle bei der Entwicklung und Fertigung innovativer Batteriesysteme und leisten einen entscheidenden Beitrag zum Voranschreiten der E-Mobilität.

Während im Volkswagen Werk Braunschweig schon seit Jahren Batteriesysteme entwickelt und gefertigt werden, hat der Weltkonzern jüngst in Salzgitter den Grundstein für die erste eigene Zellfabrik gelegt, um die Batterien für seine E-Autos selbst zu produzieren. Mit dem geplanten Trinity-Werk in Wolfsburg-Warmenau fertigt VW außerdem das künftige Leitmodell seiner Elektrofahrzeugflotte hier in der Region.

Am Forschungsflughafen Braunschweig will die Technische Universität Braunschweig in den kommenden Jahren die zirkuläre Produktion zukünftiger Generationen von Batterien und Brennstoffzellen erforschen, um einen souveränen und nachhaltigen Umgang mit wertvollen Rohstoffen zu gewährleisten. Mehr als 50 Millionen Euro für einen entsprechenden Forschungsneubau in direkter Nachbarschaft zum Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) haben Bund und Länder bereits bewilligt.

Mit der Battery LabFactory Braunschweig (BLB) betreibt die TU bereits ein Forschungszentrum, das sich mit dem gesamten Wertschöpfungskreislauf von der Materialentwicklung über die Elektroden- und Zellenfertigung bis hin zum Recycling befasst. Rund 100 Mitarbeiter:innen von den Universitäten Braunschweig, Clausthal und Hannover sowie der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) forschen gemeinsam in der BLB.

Doch Braunschweig ist neben der Mobilität auch in anderen Fachgebieten Spitze, wie unter anderem das Fraunhofer Projektzentrum für Energiespeicherforschung, das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, das Zentrum für Pharmaverfahrenstechnik oder das Zentrum für Systembiologie zeigen. 

Forschungseinrichtungen in Braunschweig

Übersicht der Forschungseinrichtungen und Hochschulen am Wirtschafts- und Innovationsstandort Braunschweig© BSZ/Steffen und Bach

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