Stadtchronik

Einträge für den Zeitraum von 1820 bis 1839

Anzahl: 140

Eröffnung des Realinstituts (Realschule) durch Dr. August Brandes.
Inbetriebnahme der Husarenkaserne am Magnitore.
Wilhelm Gottlob Knittel, General- und Stadtsuperintendent von 1800 bis 1818, gestorben.
Einführung der Selbstverwaltung der Stadt. Der „Magistrat“, der bis dahin überwiegend Gerichts- und nur zum kleineren Teile Verwaltungsbehörde gewesen und demgemäß zuletzt auch als „Stadtgericht“ bezeichnet worden war, wird - aufgrund der Gesetze über die Trennung von Justiz und Verwaltung vom Jahre 1823 - nunmehr reine Verwaltungsbehörde. Seine Zuständigkeit auf dem Gebiete der Verwaltung wird vermehrt. Er verwaltet die ihm zugewiesenen Aufgaben nach dem Grundsatz der Selbstverwaltung.
Ausscheiden des Stadtdirektors Johann Heinrich Wilmerding. Übernahme des Amtes durch Dr. Wilhelm Julius Ludwig Bode (bis 1848).
Für die Rechtspflege in 1. Instanz werden drei herzogliche Stadtgerichte (seit 1850 nur noch ein herzogliches Stadtgericht) und ein herzogliches Distriktsgericht (seit 1833 Kreisgericht) eingerichtet.
Gründung der Firma August Wehrt, Kunstdruck.
Herzog Karl II. nimmt nach Beendigung seiner Auslandsreisen seine zuständige Residenz in Braunschweig. Zerwürfnis mit seinem Oheim König Georg IV. von England und Hannover und mit seinen Landständen.
Eröffnung des an die Stelle des Nationaltheaters tretenden Hoftheaters (August Klingemann, Gottlob Wiedebein).
August Christian Bartels, Vizepräsident des Konsistoriums, Pastor an St. Martini 1778-1789, in Wolfenbüttel gestorben.
Wilhelm Arnold Eschenburg, Generalsekretär des Präfekten Friedrich Christian Ludwig Henneberg, vorher und nachher in herzoglichen Diensten, geht als Regierungsdirektor nach Detmold (* 15. September 1778 Braunschweig).
Verleger Johann Heinrich Meyer, Inhaber der Firma gleichen Namens, Herausgeber des Braunschweigischen Adressbuches seit 1805, gestorben.
Abschiedspredigt von Heinrich Wilhelm Justus Wolff, Dr. phil., Pastor zu St. Andreas und Dozent am Collegium Carolinum, bei seinem Fortgange nach Hamburg.
Flucht des Geheimrats Justus von Schmidt-Phiseldeck, der Seele des Geheimratskollegiums seit 1814, nach erfolgtem Rücktritt, wegen der Beleidigungen und Nachstellungen durch Karl II. (* 08. April 1769 Braunschweig, † 23. September 1851 Wolfenbüttel).
Umbenennung des „Geheimratskollegiums“ in „Staatsministerium“.
Erstes Auftreten des gewaltsam aus Hannover nach Braunschweig entführten Hofschauspielers Heinrich Maar (in Braunschweig bis 1837).
Gründung der „Freien Turngemeinde“ am Obergymnasium (Beginn des Turnens und des Turnunterrichts in der Stadt).
Gottfried Martin Meyer gründet eine Notendruckerei und einen Musikalienverlag. Nach seinem Tode heiratet die Witwe den Klaviervirtuosen und Komponisten Henry Litolff (* 06. Februar 1818 London, † 06. August 1891 Paris), der seit 1845 in Braunschweig und ab 1859 in Paris lebt. Sein Adoptivsohn Theodor Litolff übernimmt 1860 das Geschäft.
Zusammenschluss des Martineums, des Katharineums und des Realinstituts zum Gesamtgymnasium. Es zerfällt in das Obergymnasium, Progymnasium und Realgymnasium. Leiter des Gesamtgymnasiums wird zunächst Dr. phil. et theol. Friedrich Traugott Friedemann (seit 1824 Direktor des Katharineums), nach dessen Fortgang noch im selben Jahre bis 1866 Dr. phil. et theol. Georg Theodor August Krüger (*11. Februar 1793 Braunschweig, † 04. Oktober 1873).
Gründung der Taubstummenanstalt.