Stadtchronik

Einträge für das Jahr 1934

Anzahl: 143

Das Teilstreckensystem auf der Straßenbahn soll probeweise eingeführt werden (ab 15. Januar).
Ministerpräsident Dieter Klagges zum Ehrenführer der SS im Range eines SS-Gruppenführers ernannt. Der SS-Reichsführer Heinrich Himmler durch Beschluss des Braunschweiger Staatsministeriums zum Kommandanten der pol. Polizei in Braunschweig ernannt. Damit ist die auch die gesamte außerpreußische pol. Polizei des Deutschen Reiches unter Führung der Nationalsozialisten zusammengefasst.
Feierliche Eröffnung der "Braunschweiger Zigarrenfabrik Rollergilde eGmbH" in dem Hause Bohlweg 69.
Tod der 100jährigen Stadtbraunschweigerin Luise Meyer geb. Günther, Witwe des verstorbenen Kaufmanns Meyer.
Welt-Uraufführung der Oper: "Die Legende vom vertauschten Sohn" von Malipiero im Landestheater im Beisein des italienischen Botschafters Exz. Cerutti.
Leiter der Augenklinik des Landeskrankenhauses Dr. Helmuth Happe gestorben.
Verlegung der Geschäftsstelle des Landesverkehrsverbandes Harz (früher: Harzer Verkehrsverband) von Wernigerode nach Braunschweig.
Kulturpolitische Woche.
Reichsgründungsfeiern an Hochschule und anderen Einrichtungen.
Das Volksfreundgebäude wird von den Nationalsozialisten in Gerhard-Landmann-Haus umbenannt.
Das Landeskirchenamt beschließt, den Propst Karl von Schwartz am Dom mit sofortiger Wirkung in den Ruhestand zu versetzen.
Einführung Wilhelm Beye als Landesbischof durch den Reichsbischof Müller.
Große Kundgebung auf dem Schlossplatz unter dem nationalsozialistischen Motto: Durchbruch der sozialen Ehre.
Der 7. Zivilsenat des Reichsgerichts weist die Revision des Gesamthauses Braunschweig-Lüneburg in der Klagsache des Braunschweiger Staates gegen das Gesamthaus zurück. Das Gesamthaus ist demnach verpflichtet, die (volle) Hälfte der Unterhaltungskosten von Herzog Anton Ulrich Museum und Herzog August-Bibliothek aufgrund des Auseinandersetzungsvertrages von 1925/26 zu tragen.
Durch verfassungsänderndes Reichsgesetz vom 30. Januar wird die Volksvertretung des Landes Braunschweig aufgehoben, gehen dessen Hoheitsrechte auf das Reich über und wird der Reichsstatthalter für Braunschweig und Anhalt der Dienstaufsicht des Reichsministers des Museums unterstellt - Rechtskraft mit dem 30.1. -. Errichtung der "Braunschweig-Stiftung", Stiftung des öffentlichen Rechts, zur Unterhaltung der Technischen Hochschule (58 %), des Landestheaters (40 %) und des Vaterländischen Museums (2 %). Überweisung von Staatsgütern (8438 Hektar) an die Stiftung.
Feier des Jahrestages der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler, Sonderverausgabung von 35000 Essensportionen.
Eröffnung der Volkshochschule für Politik im Grotrian-Steinweg-Saal durch Staatsrat Schmidt-Bodenstedt, Ansprachen des Ministerpräsidenten Klagges und des Oberbürgermeisters Dr. Hesse.
Die Aufhebung der Molkereischule Braunschweig steht bevor. Die Molkereischule in Hannover soll den Namen "Molkereischule Hannover-Braunschweig" erhalten.
Die Braunschweiger Staatszeitung stellt ihr selbständiges Erscheinen ein. Sie wird mit der Braunschweiger Tageszeitung verbunden. Die Gesetz- und Verordnungssammlung über das Amtsblatt der Braunschweiger Staatsverwaltung werden an das Große Waisenhaus B.M.V. verpachtet.
Leiter des Kartographischen Instituts von Georg Westermann, Kartograph Adolf Lieberst, verstorben im Alter von 72 Jahren.