Stadtchronik

Einträge für das Jahr 1934

Anzahl: 143

Erlass eines Kirchengesetzes betreffend Änderung der Verfassung der Braunschweigischen Landeskirche (Herabsetzung der Zahl der Abgeordneten des Landeskirchentages auf 12, Umbildung der Kirchenregierung).
Eröffnung des Erbhofgerichtes für das Land Braunschweig.
Beginn der Arbeiten Reichsautobahn, Verschiebebahnhof, Thingplatz, Siedlungs- und Bauvorhaben in der Stadt Braunschweig (im Rahmen der von Nationlasozialisten ausgerufenen "Reichsarbeitsschlacht").
Die Große Strafkammer weist die Berufung des früheren SPD-Ministerpräsidenten Dr. H. Jasper gegen das Urteil des Schöffengerichts zurück. Das auf Geld- und Gefängnisstrafen lautende Urteil (Steuerhinterziehung u. a.) des Schöffengerichts erlangt somit Rechtskraft.
Feier des 1. Richtfestes in der Dietrich Klagges-Gartenstadt.
Prof. Dr. Heinrich Mack, Direktor des Stadtarchivs und der Stadtbibliothek tritt in den Ruhestand.
Gesandter Friedrich Boden tritt in den Ruhestand.
Der Oberbürgermeister gibt bekannt, dass am 01. April in Braunschweig die erste Reichsführerschule des deutschen Handwerks eröffnet werden soll.
Die Pastoren Martin Bücking (Braunschweiger St. Katharinen) und Bodo Steigerthal (Ölper) treten in den Ruhestand.
Oberpostrat Volker aus Karlsruhe wird Präsident der Reichspostdirektion in Braunschweig.
Obermedizinalrat Dr. Karl Roth, Stadtphysikus zu Braunschweig, tritt in den Ruhestand.
Eingemeindung von Melverode, Lehndorf, Ölper, Rühme, Querum, Gliesmarode und Riddagshausen, ferner von Teilen von Mascherode, Rautheim, Rüningen, Broitzem und Bienrode (Gesetz vom 09. April 1934, rückwirkende Kraft vom 01. April 1934 ab).
Dr. August Fink, Leiter des Herzog-Anton-Ulrich-Museums, wird zum Direktor dieser Anstalt ernannt.
Der frühere Leiter der Zahnärztlichen Klinik der Braunschweiger Allgemeinen Ortskrankenkasse, Zahnarzt Dr. Theodor Lewald wird wegen fortgesetzter Untreue in Einheit mit Betrug und wegen fortgesetzter Unterschlagung zu 4 Jahren Gefängnis, 5 Jahren Ehrverlust und 3500 RM Geldstrafe, Frau Lewald wegen des Verbrechens der Verleitung zum Meineid zu 2 Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Ehrverlust verurteilt.
Gustav Voigts, einer Braunschweiger Familie angehörig, in Windhuk, 68 Jahre alt, verstorben - Nachruf 21.April..
125. Wiedersehensfeier des Infanterieregiments 92 und des Husarenregimentes 17 unter allgemeiner Beteiligung der Stadt (125. Wiederkehr der Gründung der Regimenter).
Regierungsbaurat a. D. und früherer Technischer Leiter der Braunschweigischen Landeseisenbahngesellschaft Albert Höpken von der Anklage der Untreue und Unterschlagung freigesprochen.
Stadtrat Wahrhold Ammon legt sein Amt (unbesoldeter Stadtrat) nieder, weil er kommissarischer Geschäftsführer des städtischen Verkehrsvereins geworden ist. Bestätigung als Verkehrsdirektor (endgültig). Nachr. vom 30. August 1934. Als unbesoldete Stadträte werden gleichsam als Vertreter der eingemeindeten Orte die NSDAP-Mitglieder Meier und Bosse aus Melverode neu gewählt.
Der frühere Volksfreundredakteur Otto Thielemann wird wegen einer abfälligen Äußerung über die Reichsregierung zu 3 Jahren Gefängnis verurteilt.
Als Nachfolger für Stadtbaurat Schröder wird Dr. Reichow aus Dresden als Leiter des Hochbauamtes verpflichtet.