23. April 2026 - 50 Jahre Schützenhaus
Ab 1960 gab es Pläne eine Ausweichstraße westlich von Braunschweig zu bauen, sie sollte den um die Innenstadt führenden Wilhelminischen Ring entlasten. Begonnen wurde im Süden der Stadt (Südtangente) und am 04. April 1978 konnte die erste Fahrbahn der Westtangente von der Hamburger Straße zur Hannoverschen Straße frei gegeben werden.
Für die Anschlußstelle (A 392) mußte die Hamburger Straße verbreitert und einige Häuser abgerissen werden. Betroffen davon war auch das Schützenhaus von 1911 und die dort noch vorhandenen älteren Gebäude.
Erste Planungen 1969 sahen ein Grundstück von 84.000 m² hinter dem alten Hauptbahnhof an der Eisenbütteler Straße vor. Davon waren jedoch 12.000 m² Gärten, wovon 1/3 längerfristig verpachtet waren. Die Kosten wurden auf 2,2 Millionen DM für das Grundstück und 1,5 Millionen DM für das Schützenhaus und die Schießstände veranschlagt.
Dieser Plan wurde ziemlich schnell verworfen.
Blieb noch die Möglichkeit für die Schützen ein neues Gebäude von der Straße aus zurückgesetzt auf ihrem 90.000 m² großem Grundstück zu errichten. Finanziert werden sollte es durch die Masch und die angeschlossene Gastronomie, denn in der Nähe waren ein Tennissportzentrum und eine Kunsteisbahn geplant.
Im Februar 1976 wurden die alten Schießstände abgerissen und die Bäume in diesem Bereich gefällt.
Und während bereits mit den Arbeiten für den Neubau begonnen wurde, mußte das alte Schützenhaus nach der Frühjahrsmesse Mitte April 1976 ebenfalls dem Straßenausbau weichen.
Geplant war ein modernes Schützenhaus mit 34 Ständen für Luftgewehr, 27 für Kleinkaliber, 5 für Pistole und 2 mit laufender Keilerscheibe. Um die Lärmbelästigung erheblich zu mindern sollten die Kugelfänge aus Gummi sein.
Daneben sollten 4 Räume für 20 bis 400 Personen, 10 Bundeskegelbahnen, ein Fitneßraum mit Tischtennisanlagen sowie ein Restaurant mit 70 Plätzen und einem großen Saal (nur 25 m² kleiner als der Saal im alten Schützenhaus) entstehen. Die Kosten waren auf 2,5 Millionen DM veranschlagt. Nach 8 Monaten Bauzeit waren es am Ende 3,2 Millionen DM.
Der oberste Schützenherr, Oberbürgermeister Günter Jaenicke, legte am 10.10.1976 den Grundstein.
Knapp 4 Wochen später, am 08.11.1976, war bereits Richtfest.
Und am 31.03.1976 wurde das Schützenhaus in Betrieb genommen, bevor am es am 23. April 1976 offiziell eröffnet wurde.
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© Manuela Wenderoth
Verwendete Quellen:
geoportal.braunschweig.de FRISBI Historische Karten
Braunschweiger Zeitung vom 10.10.1975, 11.10.1975, 12.02.1976 und 24.04.1976
Foto vom Schützenhaus 2025 von Manuela Wenderoth
Stand: 10.04.2026