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Förderprogramm "Perspektive Innenstadt"

Die Stadt Braunschweig will für zunächst 16 Projekte Fördermittel aus dem niedersächsischen Sofortprogramm „Perspektive Innenstadt“ beantragen. Eine entsprechende Vorlage zur Schaffung der finanziellen und haushaltsrechtlichen Voraussetzungen hat die Verwaltung den politischen Gremien vorgelegt. In welcher Höhe Mittel für die einzelnen Vorhaben nach Braunschweig fließen, hängt von der Bewertung der jeweiligen Projektanträge ab. Der Fokus liegt auf Projekten, die im Rahmen des Innenstadtdialogs erarbeitet und diskutiert wurden.

Das Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Landesentwicklung hatte im September den Budgetreservierungsantrag der Stadtverwaltung positiv beschieden. Aus dem Förderprogramm könnten bis zu 1,8 Millionen Euro nach Braunschweig fließen. Die am Sofortprogramm beteiligten Kommunen müssen für jedes Projekt einen einzelnen Antrag auf Bewilligung stellen. Für die Finanzierung der Projekte müsste die Stadt zusätzlich Eigenmittel von mindestens 200.000 Euro zur Verfügung stellen.

Das Wirtschaftsdezernat und die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Braunschweig Zukunft koordinieren die Antragstellung für die jeweiligen Einzelvorhaben.

Kurzübersicht über die geplanten Projekte

Für nachfolgende Projekte will die Stadt Braunschweig im Rahmen des Förderprogramms "Perspektive Innenstadt" Mittel beantragen. Die Oberthemen Aufenthaltsqualität, Stadtklima und Schaffung von Besuchsanlässen haben eine besondere Rolle bei der Konzeption und Auswahl der Projekte gespielt. Die Finanzierung und damit die Umsetzung der Projekte durch die jeweiligen Dezernate hängt vom Genehmigungsverfahren der beteiligten Akteure auf Landesebene ab.

Stadtplanungs-, Verkehrs-, Tiefbau- und Baudezernat

Architekturwettbewerb Sitzstufen an der Oker

Im Bereich der Innenstadt soll zwischen Friedrich-Wilhelm-Platz und Altem Bahnhof die Oker durch Sitzstufen auf beiden Seiten erlebbar gemacht werden. Die Sitzstufen beidseitig der Oker zwischen den Brücken zum Alten Bahnhof könnten ein großer Anziehungspunkt mit Kommunikationsmöglichkeit in der Innenstadt werden und das Wasser in der Stadt erlebbar machen, die Belebung und Attraktivität der Innenstadt mit ihrem Kultviertel steigern und die Verweildauer erhöhen.

Werbesatzung für die Innenstadt

Die fortschreitende Digitalisierung verändert auch die Art und Weise, wie der Einzelhandel auf sich aufmerksam macht. Werbung an Gebäuden und Schaufenstern wird zunehmend interaktiv und in dynamischer Form mit schnell wechselnden Bildern nachgefragt. Um dabei das beliebte Ambiente der Innenstadt zu erhalten und zu steigern, soll ein ausgewogener Gestaltungsrahmen für Werbeanlagen in der Innenstadt erarbeitet werden, der Maßstäbe für die verschiedenen Werbemedien aufzeigt.

Sitzbänke in der Innenstadt

Um die Belebung und die Aufenthaltsqualität in der Braunschweiger Innenstadt weiter zu steigern, sollen circa elf weitere zeitgemäße, modern gestaltete Bänke im Kern der Innenstadt an attraktiven zentralen Standorten hinzukommen. In Ergänzung des Freisitzangebots der örtlichen Gastronomie dienen sie als Orte der Kommunikation und Treffpunkte, Warte- und Erholungsorte und bereichern das Cityangebot für alle Altersgruppen. 

Kultur- und Wissenschaftsdezernat

Gross Form Art

Ansatz des Projekts Gross Form Art ist es, ungenutzte Hauswände und triste Fassaden in der Innenstadt in ansprechende Kunstwerke zu verwandeln, und so das erste frei zugängliche Museum für Fassadenkunst in der Region entstehen zu lassen. Dafür sollen sowohl regionale als auch nationale und internationale Künstler, sogenannte Street Artists, eingeladen werden.     

Das Projekt Gross Form Art wird durch die Art Braunschweig gGmbH verantwortet und koordiniert, als Kooperationspartner stehen der Gesellschaft das Kultur- sowie auch das Wirtschaftsdezernat zur Seite. 

In einer vorgeschalteten Pilotphase wurde Anfang September 2021 eine erste Fassade am ehemaligen Bunker und Diskothekenstandort am Kalenwall gestaltet. Dafür wurde durch eine eigens eingerichtete Jury der international bekannte Graffitikünstler N.O.Madski verpflichtet. Das Pilotprojekt wurde gänzlich mit Unterstützung von Sponsoren realisiert. 

Absicht ist es nunmehr, mit Hilfe einer entsprechenden Förderung, eine nennenswerte Anzahl an Fassaden zu gestalten und in der Gesamtschau eine Street Art Galerie entstehen zu lassen. 

Konzept Kulturraumzentrale Innenstadt

Kultur gilt angesichts des gegenwärtigen Strukturwandels der Innenstädte als eine der treibenden Kräfte für die Entwicklung der Innenstädte der Zukunft, die nach gegenwärtigen Prognosen von Mischnutzungskonzepten geprägt sein werden. 

Das Projekt Kulturraumzentrale Innenstadt soll einen wesentlichen Beitrag leisten, das innerstädtische Kulturangebot langfristig zu erweitern und zu steuern. Hierbei soll u. a. auch die Nutzung von leerstehenden Immobilien einbezogen werden. 

Voraussetzungen hierfür sind die Entwicklung eines strategischen Nutzungskonzepts für den innerstädtischen Kulturraum und die Planung einer Schaltstelle für seine Umsetzung: Eine „Kulturraumzentrale Innenstadt“, die auf der Basis des strategischen Nutzungskonzepts (Zwischen-)Nutzungen und Leerstandsbespielungen sowie Kunst im innerstädtischen öffentlichen Raum initiiert, vermittelt und ermöglichet und die Kunst- und Kulturschaffenden bei der Projekt-Durchführung berät. 

Immobilienbesitzer*innen, Künstler*innen, Vertreter*innen von Interessengruppen der Bürgergesellschaft sowie relevanter Schnittstellen-Verwaltungseinheiten sollen an der Entwicklung des Konzepts beteiligt werden. 

Wettbewerb temporärer Architekturpavillon

In Analogie und Anlehnung an die temporären Architekturprojekte der Londoner Serpentine Gallery soll ein Wettbewerb für einen temporären Architekturpavillon in Braunschweig ausgelobt werden. Auf diese Weise soll in der Innenstadt ein ungewöhnlicher Veranstaltungsort für die Sommermonate geschaffen werden, der das künstlerische Potenzial der Stadt abbildet und Tourist*innen wie Braunschweiger Bürger*innen in die Innenstadt lockt. Der temporäre Architekturpavillon ist einerseits ein Kunstwerk, zum anderen soll er (multifunktionaler) Raum für ein Veranstaltungsprogramm sein. 

Der Pavillon kann bestenfalls eine Brücke zwischen der Architekturgeschichte Braunschweigs und der Gegenwart sein. Als funktionales, temporäres Gebäude soll der Pavillon dazu beitragen, die Bedeutung der „Braunschweiger Schule“ sichtbar zu machen und gleichsam die aktuelle Kompetenz der Architektur Braunschweigs abbilden.

Sozial-, Schul-, Gesundheits-, und Jugenddezernat

Familien-Cafés mit Kinder- und Jugendbeteiligungsetage

Angedacht ist die Einrichtung eines Familien-Cafés in attraktiver Braunschweiger Citylage mit Charme und Strahlkraft als Treffpunkt für Eltern mit Kindern, mit fachkompetenten städtischen Ansprechpartner:innen und Fachkräften vor Ort, die rund ums Kind zu den verschiedensten Stichworten informieren, beraten, vermitteln und unterstützen können nebst einer Kinderbetreuung, z. B. für die Wahrnehmung eines kurzfristigen Termins ohne Kinder.

Daneben bzw. idealerweise darüber soll es eine Etage für Kinder-/Jugendbeteiligung geben, in der Veranstaltungen gemeinsam mit Kindern und/oder Jugendlichen zu spezifischen Themenstellungen durchgeführt werden (z. B. Kinderbeteiligung an der Planung von Spielplätzen oder Jugendkonferenz, etc.).

Darüber hinaus bietet die Beteiligungsetage Raum für andere Nutzergruppen, wie z.B. für Vorträge und Beratungen zu spezifischen Themen, z. B. Wiedereinstieg in den Beruf nach einer Kindererziehungspause, Lesungen, kleinere Veranstaltungen.

Der laufende Café-Betrieb soll inklusiv durch einen Kooperationspartner aus dem Feld der Behindertenhilfe erfolgen. 

Wirtschaftsdezernat

Citymanagement 2.0 für Innovationsthemen und Digitalisierungsprojekte

Die Pandemie sowie die fortschreitende Digitalisierung aller Lebensbereiche hat das Besuchs-, Einkaufs- und Nutzungsverhalten der Gäste der Braunschweiger Innenstadt nachhaltig verändert, was besonders den Einzelhandel vor große Herausforderungen stellt. Um diesen Herausforderungen effektiv zu begegnen, sollen folgende Maßnahmen im Rahmen des Projekts „Citymanagement 2.0“ durchgeführt werden:

a)     Markt- und Wettbewerbsanalyse Digitale Präsenz Braunschweig 2.0 
Basierend auf der in 2017 von der cima durchgeführten Studie soll die digitale Präsenz der Stadt Braunschweig inkl. Stadtverwaltung, Tochtergesellschaften sowie Braunschweiger Unternehmen erneut überprüft werden.

b)     Die aktuellen Bedürfnisse von Kund:innen und Händler:innen in allen innenstadtrelevanten Bereichen sollen durch Online- und Vor-Ort-Befragungen ermittelt werden. Die gewonnenen Daten dienen als Grundlage zur Profilierung aktueller und Entwicklung künftiger Maßnahmen.

c)     Bereitstellung einer digitalen Wissens- und Informationsplattform für Händler:innen, um so ein orts- und zeitunabhängiges Informationsangebot zu digitalen Themen zu bieten. Beratungsgutscheine ergänzen das theoretische Angebot und ermöglichen die professionelle Klärung von individuellen Frage- und Problemstellungen in der täglichen Praxis.

Digitales Gamification-Projekt zur Steigerung der Aufenthaltsdauer und der Frequenzen in der Innenstadt

Mit Gamification wird die Anwendung von Elementen aus dem Spieledesign oder von Spielprinzipien im spielfremden Kontext bezeichnet. In der hier vorgestellten Projektidee sollen mittels spielerischer Elemente der Aufenthalt in der Innenstadt attraktiver gestaltet werden. Ziel ist es, die Innenstadt zu beleben, die Aufenthaltsdauer zu erhöhen und bestimmte POIs in der Innenstadt zu stärken. Braunschweiger:innen und Gästen aus dem Umland, die die Innenstadt schon kennen, soll mit dem Projekt eine neue Perspektive auf die Innenstadt ermöglicht werden. Tourist:innen und Tagesgäste können damit ganz individuell und zeitunabhängig die Innenstadt entdecken. Das Projekt soll als digitale Lösung umgesetzt werden.

Veranstaltungen und Angebote zur Belebung der Innenstadt – Dinner in White

Den Braunschweigerinnen und Braunschweigern soll im Sommer 2022 an einem Sonntag die Möglichkeit gegeben werden, in Rahmen eines Dinner in White in kleinen Gruppen völlig unbekannte Menschen zu einer gemeinsamen Mahlzeit zu treffen. Dazu sollen in der Innenstadt rund 250 Tische aufgebaut werden, sodass bis zu 1.500 Braunschweiger:innen und Besucher:innen die Möglichkeit haben, andere Menschen kennenzulernen und sich beim Essen auszutauschen. Zusätzlich soll es ein Bühnenprogramm geben. Das Essen kann selbst mitgebracht werden, in Kooperation mit Braunschweiger Gastronom:innen können aber auch Cateringmöglichkeiten bestehen. Auch die Händler:innen in der Innenstadt haben die Möglichkeit, den Kund:innen entsprechende Angebote zu machen, denn nicht nur die Tischausstattung wird selber mitgebracht, sondern auch der Dresscode in Weiß ist vorgegeben. Die Veranstaltung soll identitätsstiftend sein, da die Teilnehmer:innen die eigene Innenstadt in einem ganz ungewöhnlichen Kontext erleben. Bereits 2015 fand „Braunschweig bittet zu Tisch“ mit rund 500 Braunschweiger:innen erfolgreich auf dem Magnikirchplatz statt, die Tische, die damals ebenfalls kostenlos zur Verfügung standen, waren in wenigen Minuten ausgebucht. 

Freizeitangebote zur Belebung der Innenstadt – Stadtgärten und -strand, Bewegungsangebote für Kinder und Jugendliche

Bereits 2015 haben Gärtnereien und Gartenbauunternehmen bei „Braunschweig blüht auf“ Garteninseln mitten in der Innenstadt kreiert. Auf geeigneten Innenstadtflächen wird im Sommer 2022 für mindestens vier Wochen erneut ein attraktives, kostenfreies Freizeitangebot geschaffen, das zur Belebung der Innenstadt beitragen soll. Dazu sind wieder Ruhe- und Erholungszonen wie Stadtgärten oder ein Stadtstrand geplant, es sollen aber auch Freizeitmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche ergänzt werden, wie bspw. Spielflächen, Rampen für BMX-Sport oder Klettermöglichkeiten, sodass auch den jungen Menschen, die sich aktuell stark online orientieren, ein Anreiz zum Besuch der Innenstadt geboten wird. An den Wochenenden kann ein ergänzendes Kunst- und Kulturprogramm angeboten werden. 

Gründerprogramm Innenstadt: Beratung und Begleitungsprogramm für innenstadtaffine Gründungsideen und -vorhaben

Der erste Schritt dieses Projekts wird der Ausbau der Gründungsberatung in der Innenstadt sein. Die Wirtschaftsförderung wird ein regelmäßiges, attraktives und sichtbares Angebot in der Innenstadt zur Erst- und themenbasierten Beratung für Gründungsinteressierte mit dem Hauptfokus Innenstadt schaffen. Die Beratung wird kooperativ mit Partnern aus dem Gründungsnetzwerk Braunschweig und weiteren Institutionen organisiert und durchgeführt. Es handelt sich um ein niedrigschwelliges Angebot, das im wiederkehrenden Rhythmus und mit wechselnden Themengebieten (abgedeckt durch die Kooperationspartner) für Gründende und Gründungsinteressierte in der Innenstadt bereitgestellt wird.  

Für die Beratung wird zukünftig die Nutzung von Leerständen angestrebt. In der Anfangsphase können auch Räumlichkeiten der Kooperationspartner oder der Braunschweig Zukunft GmbH in der Innenstadt genutzt werden.  

Der zweite Schritt umfasst eine zeitlich begrenzte Begleitung und Unterstützung von innovativen Geschäftsideen/Gründungen/Projekten mit dem Fokus Innenstadt.

Ziele dieses Projekts sind die Schaffung und Intensivierung von gemeinschaftlichen Unterstützungsangeboten für Gründende mit Fokus auf die Innenstadt, eine Attraktivierung der Innenstadt als Ansiedlungsort für Gründende und innovative Gründungsideen, die Bespielung von Leerflächen sowie die Steigerung der öffentlichen Wahrnehmung von Innenstadtbelangen und Gründungen.

Strategisches Rahmenkonzept Innenstadt

Die Stadt Braunschweig beabsichtigt, sich um Fördermittel aus dem Programm Resiliente Innenstädte zu bewerben. Voraussetzung zur Teilnahme an diesem Wettbewerbsverfahren ist die Erstellung einer Innenstadtstrategie (strategisches Rahmenkonzept). Diese muss im April 2022 zusammen mit einem Budgetreservierungsantrag beim Land Niedersachsen eingereicht werden.

Aufgrund des engen Zeitplans hat die Braunschweig Zukunft GmbH die Erstellung dieser Strategie bereits im September 2021 ausgeschrieben und vergeben.   

Basis für das Rahmenkonzept ist das vorhandene ISEK, weshalb kein komplett neues Innenstadtentwicklungskonzept erstellt werden soll. Das strategische Rahmenkonzept soll vielmehr einen strategischen und operationellen Rahmen darstellen, der die vorhandenen Konzepte, Entwicklungen, Papiere, Projekte usw. logisch verknüpft, Wechselwirkungen berücksichtigt, ihnen so eine schlüssige Struktur zur erfolgreichen Umsetzung gibt und auch fehlende Elemente/Maßnahmen aufgreift, die für ein schlüssiges Konzept notwendig sind. Dabei sollen neben der Stadtentwicklungsperspektive andere relevante Perspektiven eingenommen werden – etwa eine volks- bzw. immobilienwirtschaftliche, aber auch stadtplanerische oder kulturelle. 

Neben dem ISEK sollen weitere kürzlich erstellte Papiere als übergeordneter Bezugsrahmen berücksichtigt werden. Des Weiteren sollen die Projekte und Ergebnisse des Innenstadtdialogs ebenfalls in der Strategie aufgegriffen werden, um diese mit Blick auf die vorhandenen strategischen Empfehlungen zu reflektieren und einzuordnen. Dabei sollen auch Projekte und Aktivitäten externer Akteur:innen Eingang finden.

Umwelt-, Stadtgrün-, Sport- und Hochbaudezernat

Begrünung des Schlossplatzes

Maßnahme: Pflanzung von voraussichtlich neun zusätzlichen Bäumen auf bisher ver­sie­gel­ten Flächen im Umfeld des Schlosses und ECE-Gebäudes. Davon sieben Bäume in groß­zü­gigen, begrünten Baumbeeten (595 m²) mit bienen­freundlichen Stauden- und Gräser­pflanzungen, zwei Baumstandorte in Baumscheiben mit einem was­serdurchlässigen Kiesmaterial. Für die Baumpflanzun­gen werden soge­nann­te „Klima­bäume“ verwendet, d. h. Baumarten, die geeignet sind, mit den sich in Folge des Klima­wandels verschlech­ternden klimatischen Rahmenbedin­gung­en zurecht zu kommen. Im Zuge der Maßnah­me werden insgesamt circa 600 m² Fläche entsiegelt.

An sieben Baumstandorten werden die Einfassungen der Baumbeete mit Sitzangeboten kom­­­biniert und schaffen dort - perspektivisch im Schatten der Bäume - attraktive Auf­ent­halts- und Verweilangebote. 

Entsiegelungsmaßnahmen

Maßnahme: Die Stadt plant in der baulich hochverdichteten Innenstadt, die klimatisch bereits hoch und zunehmend belastet  sowie von Defiziten in der Versorgung mit ve­ge­tationsbestimmten Freiräumen geprägt ist, die Anlage mehrerer Pocketparks. Mit dem Konzept der Pocketparks soll der aufgezeigten siedlungsökologischen Be­las­tungs- und Defizitsituation entge­gengewirkt und die Attraktivität und Funktionalität der Innen­stadt sowohl für die dortige Wohnbevölkerung, für die dort arbeitenden Men­schen, für Innen­stadtbesucher*innen aus Braunschweig und der Region wie auch für Tourist*in­nen zu­kunftsfähig aufgewertet und weiterentwickelt werden. 

Im Vorgriff auf die in diesem Rahmen geplante Entwicklung von Pocketparks an den Standorten „Kannengießerstraße“ und „Bäckerklint“ sind dort als Sofortmaßnahme vorgezogene Flächenentsiegelungen geplant.

Entsiegelungsmaßnahmen sind regelmäßig mit aufwändigen Tiefbauarbeiten und Ent­sorgungskosten verbunden, um die notwendigen Vo­raus­setzungen für die Herstellung von Vegetationsflächen und die Optimierung vorhandener sowie neuer Baumstand­orte in den bisher stark versiegelten Bereichen überhaupt erst zu ermöglichen. 

Wirkungen: Entstehung von versickerungsfähigen Flächen für die Aufnahme und Ver­duns­tung von Regenwasser, Stärkung der Vitalität von Bestandsbäumen, Entstehung neuer Baumstandorte, Entstehung von insek­ten­freund­lichen Grünflächen → Ver­bes­se­rung des Stadt­klimas durch mikrokli­matische Wohlfahrtswirkungen in einer auf­grund großflächiger Versiegelung und Be­bauung bio­klimatisch stark belasteten Innen­stadtlage (Verdunstung/ Beschattung durch Vege­ta­tion), Förderung der Biodiver­sität in der Stadt.

Mobiles Grün

Maßnahme: Installation von Pflanzgefäßen in der Braunschweiger Innen­stadt. Die Ausführung kann standortbezogen von kleineren, reinen Pflanz­objekten bis hin zu größeren Modulen, z. B. auch in Kombination mit Sitzgelegen­heiten, variieren. Die Be­pflanzung kann abhängig von Größe und Standort des zu be­grünenden Objektes die gesamte Bandbreite von Stauden/ Gräsern bis hin zu solitären Großsträuchern oder ggf. auch kleinkronigen Bäumen abbilden. Auf die Verwendung bienen- und insekten­freundlicher Arten wird - neben anderen Eignungskriterien - bei der Artenwahl ein be­sonderes Augenmerk gelegt. Die Pflanzgefäße sollen ästhetisch ansprechend sein, ggf. auch mit künstlerischen Ak­zenten. In der Kombination mit Sitzgelegenheiten entstehen an den „Grünen Inseln“ attraktive Aufenthalts- und Verweilangebote. Entsprechend der Modellvielfalt liegen die Pflanzgefäße in einer großen Preisspanne, i. d. R. von 10.000 € bis 25.000 € (Komplettpreis incl. Bepflanzung). 

Prioritär werden derzeit beispielhaft die Straßenzüge Damm und Waisenhausdamm hin­­sichtlich ge­eigneter Standortpotentiale für ‘Mobiles Grün‘ untersucht. In Abhängigkeit von den Prüfergebnissen und anderen Einflussfaktoren ist eine Ausdehnung der Unter­suchung auf weitere Straßenzüge beabsichtigt. Nach der Standortfindung wird situati­ons­­bezogen das passende Pflanzgefäß/ Modul ausgewählt. Vorbehaltlich der noch er­forderlichen abschließenden Prüfschritte wird hier die Realisierung von zunächst ca. 4 - 6 Elemen­ten des ‘Mobilen Grüns‘ angestrebt. 

Wirkungen: Entstehung von Mikrostandorten mit Substrat- und Grünvolumen für die Aufnahme und Ver­duns­tung von Was­ser, Entstehung von Grünelementen mit hoher Gestaltqualität und er­ho­lungs­wirksamen Aufenthalts-/ Verweilangeboten, Entstehung von bienen- und insek­ten­freund­lichen Kleinstbiotopen → Verbesserung des Stadt­kli­mas/ punktuelle mikrokli­matische Wohlfahrts­wirkungen in einer aufgrund großflä­chi­ger Versiegelung und Be­bauung bio­klimatisch stark belasteten Innenstadtlage (Verduns­tung/ Beschattung durch Vege­ta­tion), Förderung der Biodiversität, Steigerung der Aufenthaltsqualität und Attrak­tivität der Innenstadt.