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DFG-Projekt: Digitalisierung eines Teilbestandes der Plakatsammlung

(Wahlplakat der SPD zur Landtagswahl im Freistaat Braunschweig am 27. November 1927 (H XVII: 0011.0017)

Das Stadtarchiv Braunschweig hat im Rahmen eines zweijährigen DFG-Projektes Plakate und Flugblätter aus dem Zeitraum von 1848 bis 1933 digitalisiert, vertieft erschlossen und teilweise restauriert. Der insgesamt 794 Einzelstücke umfassende Bestand kann online auf den Seiten der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) und des Archivportals-D eingesehen und recherchiert werden (Links, siehe unten). 

Die bearbeiteten Plakate und Flugblätter sind Dokumente, die durch ihren Aushang oder die Verteilung für die Öffentlichkeit bestimmt waren. Sie dienten der Bevölkerung zur Information für administrative, kulturelle, politische und propagandistische Zwecke in einer Zeit, als das gedruckte Wort und gezeigte Bild die einzige Möglichkeit der öffentlichen Kommunikation war. Der Großteil der Archivalien ist in Zusammenhang mit den in Braunschweig abgehaltenen Wahlen und Volksabstimmungen sowie zu politischen Versammlungen und Kundgebungen von Parteien, Verbänden und Gewerkschaften aus der Zeit der Weimarer Republik (1918-1933) entstanden. Einen weiteren inhaltlichen Schwerpunkt der Kollektion bilden Plakate und Flugblätter aus der Zeit des Ersten Weltkriegs (1914-1918) und der Novemberrevolution (1918-1919). Einige wenige Stücke stammen aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1848-1898).

Typische Beispiele aus der Sammlung sind neben amtlichen Bekanntmachungen, Anordnungen und Aufrufen öffentlicher und militärischer Stellen auch Plakate zu Partei- und Wahlveranstaltungen sowie Wahlpropaganda. Für den Ersten Weltkrieg und die Zeit der Novemberrevolution 1918/1919 überwiegen Verlautbarungen der örtlichen Behörden zur materiellen Versorgung der Bevölkerung, u.a. mit Lebensmitteln sowie Anweisungen der militärischen Behörden zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung und Sicherheit. Zudem sind zahlreiche Aufrufe zu Kriegsspenden und Kriegsanleihen vorhanden. 

Die Besonderheit des nun online einsehbaren Bestandes zeichnet sich dadurch aus, dass für die Zeitspanne vom Ersten Weltkrieg bis zum Ende der Weimarer Republik (1914-1933) eine sehr dichte Überlieferung an Plakaten und Flugblättern mit sehr vielfältigen Text- und Bildinhalten vorliegt. Bei den rund 400 Plakaten und Flugblättern, die in der Stadt und Umgebung von Braunschweig  entworfen und gedruckt wurden, kann davon ausgegangen werden, dass es sich bei etlichen Plakaten um einmalige, unikale Einzelstücke handelt. 

 

Projektbeschreibung der DFG

Beispiele aus dem Bestand

Flugblatt aus der Zeit der Revolution in Braunschweig im März 1848 (H XVII: 0001.0013)

Aufruf zur Spende von Säuglingswäsche und Kindersachen für die Säuglinge im Herzogtum Braunschweig vom 12. bis 18. Mai 1918  (H XVII: 0003.0002)

Aufruf zum Zeichnen der [9.] Kriegsanleihe im September 1918 (H XVII: 0003.0108)

Anordnungen des General Maercker zum verhängten Belagerungszustand für das Gebiet des Freistaates Braunschweig, 17. April 1919 (H XVII: 0004.0029)

Werbeplakat für den Eintritt in die Reichswehr [1919-1921] (H XVII: 0004a.0010)

Wahlplakat der USPD zum Thema Fürstenabfindung, herausgegeben zur Landtagswahl am 22. Januar 1922 (H XVII: 0005.0082)

Wahlplakat der DNVP zur Reichstagswahl 1924 (H XVII: 0009.0006)

Wahlplakat der Wirtschaftlichen Einheitsliste zur Landtagswahl am 27. November 1927 (H XVII: 0011.0040)

Plakat der KPD zu einer Wahlkundgebung am 27. Februar 1931 in Braunschweig mit dem Parteivorsitzenden [Ernst] Thälmann als Redner (H XVII: 0015.0014)

Plakat zum Gautag der NSDAP des Gaus Südhannover-Braunschweig unter Beteiligung von Adolf Hitler am 21. und 22. Februar 1931 in Braunschweig (H XVII: 0016.0049)

Wahlplakat zur Reichspräsidentenwahl am 10. April 1932 für den Kandidaten Paul von Hindenburg (H XVII: 0017.0043)