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Niederflurgerechter Umbau von Bushaltestellen

Eine bürgerfreundliche und barrierefreie Haltestelle zeichnet sich u. a. durch folgende Merkmale aus:

  • Höhenunterschiede zwischen Fahrzeug und Wartefläche sind weitgehend vermieden oder überwindbar (z. B. durch Rampen mit geringer Neigung),
  • die Spaltbreite und die Reststufe zwischen Fahrzeugeinstieg und Haltestellenwartefläche sind minimiert,
  • die Wartefläche ist ausreichend dimensioniert,
  • der weiße Streifen aus Rillenplatten dient der Orientierung für Sehbehinderte,
  • Witterungsschutz und Sitzgelegenheit sind vorhanden
  • weitere Ausstattungsmerkmale wie beleuchtete Informationsvitrine und Papierkorb runden das Angebot ab.

Für die Priorisierung des barrierefreien Umbaus von Bushaltestellen gilt derzeit der Beschluss des Verwaltungsausschusses von 1998 (DS 604/98), wonach Bushaltestellen der Linien 413, 416 und 418 prioritär barrierefrei umgebaut werden sollen. Ergänzend werden auch Bushaltestellen anderer Linien mit mehr als 200 Ein- und Aussteigern barrierefrei umgebaut (DS 13409/13).
Diese Priorisierung ist aus heutiger Sicht jedoch nicht ausreichend, um ein gleichmäßiges und bedarfsgerechtes Angebot an barrierefreien Bushaltestellen stadtweit bereitzustellen. Darüber hinaus hat der Nahverkehrsplan (NVP) „die Belange der in ihrer Mobilität oder sensorisch eingeschränkten Menschen mit dem Ziel zu berücksichtigen, für die Nutzung des öffentlichen Personennahverkehrs bis zum 1. Januar 2022 eine vollständige Barrierefreiheit zu erreichen. Die […] genannte Frist gilt nicht, sofern in dem Nahverkehrsplan Ausnahmen konkret benannt und begründet werden.“ (PBefG § 8 Abs. 3 Satz 3 und 4). Der NVP 2016 des Regionalverbands Großraum Braunschweig fordert die Straßenbaulastträger auf, die erforderlichen Maßnahmen für einen vollständigen barrierefreien ÖPNV zu treffen. In einem weiteren Schritt ist für den NVP 2020 ein Konzept erforderlich, das darlegt wie dieses Ziel erreicht werden kann und Kriterien zu Anzahl, Lage und Ausstattung barrierefreier Haltestellen festlegt.

Im Rahmen der Mitwirkung der Stadt Braunschweig am NVP 2020 wird dieses Konzept für den barrierefreien Umbau von Bushaltestellen entwickelt. Ein Bestandteil des Konzepts wird eine stadtweite Rangfolge für den barrierefreien Umbau der Bushaltestellen sein. Diese Rangfolge wird einen Überblick über die noch umzubauenden Bushaltestellen geben und die bisherigen Kriterien aus 1998 weiterentwickeln sowie eingegangene Hinweise aus den Stadtbezirksräten berücksichtigen.

Im Vorgriff auf das zu erstellende Konzept und aufgrund des zeitlichen Vorlaufs für die Planung und die Fördermittelbeantragung sind für die Jahre ab 2019 die nachfolgenden Bushaltestellen für den barrierefreien Umbau vorgesehen.

Für den Umbau von Bushaltestellen stehen jährliche Haushaltsmittel in Höhe von 600.000 € zur Verfügung. Mit weiterer Konkretisierung der Planung der ab 2020 vorgesehenen Umbauten von Bushaltestellen kann es zu Verschiebungen im nachfolgend aufgeführten Zeitplan kommen.

Vorgesehen zur Realisierung in 2019:

Haltestelle Fahrtrichtung Bezug zu Drucksache
Bockshornweg Stadteinwärts 17-06103 (beschlossen)
 D.L.R. Beide 18-08087 (beschlossen)
Peterskamp Beide 18-06976 (beschlossen)
Klinikum Salzdahlumer Str. Stadtauswärts 19-10727 (beschlossen)

Vorgesehen zur Realisierung in 2020:

Haltestelle Fahrtrichtung Bezug zu Drucksache
Cyriaksring Norden 16594/13 (beschlossen)
Leonhardplatz Norden 16-02759 (beschlossen)
Am Grasplatz Beide auf der
(Celler Heerstraße)
19-10100 (beschlossen)
Wendener Weg Beide 19-10225 (beschlossen)
Feuerbrunnen Beide 19-10223 (beschlossen)
Altstadtmarkt* Beide 19-10218 (beschlossen)

Vorgesehen zur Realisierung in 2021:

Haltestelle Fahrtrichtung Bezug zu Drucksache
Hahnenkleestraße Beide 17-05487 (SBR 224)
Eutschenwinkel Gemeinsamer Bussteig
an Endstation
17-04643 (SBR 211)
Eichhahnweg** Beide 17-03707 (SBR 112)
Im Seumel Beide
Tostmannplatz Stadtauswärts
Reitlingsstraße Stadteinwärts

 Ergänzend werden Bushaltestellen im Zuge von Straßenplanungen barrierefrei umgebaut. Dies ist für die Bushaltestelle Korfesstraße und Herzogin-Elisabeth-Straße im Zuge der Planung der Georg-Westermann-Allee für das Jahr 2020 vorgesehen. 

*Der barrierefreie Umbau der Bushaltestelle Altstadtmarkt erfolgt als eigenständiges Projekt aufgrund des beschlossenen Antrags zum Haushalt 2018 (siehe DS 18-06747 Haushaltssatzung 2018 der Stadt Braunschweig). 

**Die Haltestelle Eichhahnweg wird zunächst im Zuge des Fuß- und Radverkehrskonzepts der Bevenroder Straße (DS 18-06475) betrachtet.