Fremdstoffe im Bioabfall

© Nadine Goerigk, Lilly Geißler

Rechtsänderung zum 1.1.2024: Jegliches Bioplastik, auch zertifiziert biologisch abbaubare Kunststoffe, ist in der Biotonne verboten! 

Bioabfall in der grünen Tonne ist kein „Müll“, sondern er kommt von der Erde und wird als wertvoller Kompost wieder zu Erde. Dies ist ein echter Kreislauf. Sogar das dabei entstehende Gärungsgas wird aufgefangen und zur Erzeugung von grünem Strom genutzt.

Leider verpacken einige Bürgerinnen und Bürger ihren Biomüll in Plastiktüten (dazu gehören auch Tüten aus zertifiziert "kompostierbaren Kunststoffen“) und werfen die Tüten dann mit in ihre grüne Tonne. Diese Tüten verhindern jedoch die Produktion und Nutzung des Komposts:

Der Kompost kann nur dann uneingeschränkt genutzt werden, wenn er frei von Störstoffen wie z. B. Kunststoffen, Windeln, Steinen oder Verpackungen jeglicher Art ist!

Was viele nicht wissen: Auch "biologisch abbaubare Kunststoffe" ("kompostierbare Kunststoffe", „Bio-Plastik“) sind solche Störstoffe! Sie lassen sich nicht ausreichend kompostieren und ihre Schnipsel finden sich am Ende sichtbar im Kompost wieder.

Rechtsänderung

Aufgrund einer Gesetzesänderung im Abfallrecht sind zukünftig alle Entsorger gezwungen, rigoros gegen Fremdstoffe im Bioabfall vorzugehen. Die Stadt Braunschweig hat deshalb die Abfallentsorgungssatzung entsprechend geändert und es werden demnächst Biotonnen, die Fremdstoffe enthalten, nicht mehr geleert. Für diese Tonnen muss dann eine Sonderleerung als Restmüll beantragt werden. Diese Kosten würden zusätzlich anfallen und sich auch auf der Abfallgebühren-Rechnung niederschlagen.

Was zu tun ist

Wer auf eine Plastiktüte nicht verzichten möchte, kann den Biomüll in die grüne Tonne entleeren und die leere Tüte dann in den Restabfall oder in die Wertstofftonne geben. Dies gilt unbedingt auch für Tüten aus allen "Bio-Plastik"-Sorten, egal wie sie zertifiziert sind! Genau genommen kommt die Bioplastiktüte in den Restabfall zum Verbrennen, herkömmliches Plastik kommt sortenrein - d.h. ohne Inhalt - in die Wertstofftonne zum Recycling, enthält es aber Inhalt, so wird es verbrannt.

Bioabfall lässt sich aber auch gut in Zeitungspapier oder einer Papiertüte zur Biotonne tragen. Druckerschwärze stellt für den Kompost kein Problem mehr dar, weil sie (mittlerweile) gänzlich frei von Schadstoffen ist.

Oder die Bioabfälle einfach in einer Schüssel raustragen. Die Schüssel lässt sich danach einfach wieder abwaschen.

Und bitte: Sagen Sie es weiter! Auch wir werden uns in diesem Jahr auch sehr darum bemühen, diese Informationen unter den Braunschweigern bekannt zu machen.

© Nadine Goerigk, Lilly Geißler

Den fertigen Kompost gibt es übrigens im Abfallentsorgungszentrum Watenbüttel zu kaufen (6 € pauschal für eine kofferraumübliche Menge). Näheres zu unserem Kompost erfahren Sie hier:  Braunschweiger Kompost (Alba) (Öffnet in einem neuen Tab) 

Ein paar Beispiele, was in die Biotonne darf bzw. was auf keinen Fall hineinkommen darf:

  • Keine Kaffeekapseln (auch nicht aus zertifiziert kompostierbarem Kunststoff, denn der Kunststoff zersetzt sich auch in langen Zeiträumen nicht - versuchen Sie es z. B. mal in ihrem heimischen Kompost, wenn Sie das Experiment wagen mögen).
  • Keine Windeln (wirklich gar keine Windeln!).
  • Keine Plastikprodukte, auch keine aus biologisch abbaubaren Kunststoffen (wirklich nicht, denn das versaut den Kompost).
  • Kein Plastik, kein Glas, keine Dose, in dem noch altes Gemüse oder Obst enthalten ist (wirklich nicht, denn die Verpackung bleibt dann ja auch im Kompost und verrottet nicht).
  • Keine Asche, kein Katzenstreu, kein Metall, kein Porzellan, keine Steine und nochmals: Keinerlei Plastik.

Herzlichen Dank für Ihr Interesse und Ihre Mithilfe!

Gemeinsam schaffen wir Gutes für uns, die Natur und für unsere Kinder.

Zwei häufige Fragen kurz erläutert:

"Wieso sind dann Bioplastikbeutel im Bioabfall erlaubt?" Nein, biologisch abbaubare Kunststoffbeutel sind im Bioabfall nicht erlaubt! Sie sind in fast allen deutschen Kommunen aus der Bioabfallsammlung ausgeschlossen (d.h. im Bioabfall verboten), so auch ab 1.1.2024 in Braunschweig. 

"Wieso werden die Bioplastik-Produkte dennoch als kompostierbar zertifiziert?" Tja, was soll man dazu sagen? Vieles ist möglich, wenn es dafür eine Nachfrage gibt und wenn der Versuchsaufbau zielgerichtet konstruiert wird. Und mal weitergedacht: Falls ein Bioplastik erfunden wird, dass wirklich normal kompostiert und dennoch wie Plastik aussieht... wie sollen wir im Bemühen, alles Plastik irgendwie aus dem Bioabfall herauszufischen, auf die Schnelle erkennen, dass ausgerechnet diese eine Plastiktüte realistisch kompostiert und die andere nicht? Jedes Mal das Band anzuhalten, die Tüte rauszuholen und nach einem Aufdruck zu schauen, wäre jedenfalls ein für die Gebührenzahler sehr teurer Weg.

Sie möchten noch genauer wissen, was die Probleme mit zertifiziert biologisch abbaubarem Plastik sind, auch mit weiteren Hinweisen auf die aktuelle Studienlage? Dann empfehlen wir Ihnen diese Publikation der Dt. Umwelthilfe: Hintergrund Biokunststoffe (Öffnet in einem neuen Tab)

Für weitere Fragen und Anmerkungen wenden Sie sich bitte an: entsorgungbraunschweigde oder service-bsalbade oder an das ALBA-Servicetelefon zur Abfallberatung in Braunschweig 053188620

© Nadine Goerigk, Lilly Geißler
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  • Nadine Goerigk, Lilly Geißler