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Gedenkstätte Friedhof Hochstraße

Den Opfern ihre Namen zurückgeben

Im Mai 2001 übergab die Stadt Braunschweig gemeinsam mit dem polnischen "Rat für das Gedenken an die Kämpfe und das Martyrium" die neu gestaltete Gedenkstätte an der Hochstraße der Öffentlichkeit. Der hier von einer polnisch-deutschen Künstlergruppe geschaffene Ort der Trauer und des Gedenkens erinnert an Menschen aus Polen, Italien, Belgien, den Niederlanden, Österreich, Ungarn, Deutschland, Bulgarien, Frankreich, der Sowjetunion und der Tschechoslowakei, die in der Zeit des Nationalsozialismus in Braunschweig umkamen.

In den Jahren 1942 bis 1944 wurden auf dem Friedhof an der Hochstraße über 380 Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter sowie Kriegsgefangene beerdigt - gestorben an den Folgen menschenunwürdiger Arbeits- und Lebensbedingungen oder bei Bombenangriffen, denen sie schutzlos ausgeliefert waren. Auch über 150 Kinder sind auf diesem Friedhof begraben. Die Geschichte ihres Leidens und Sterbens ist erst in den letzten Jahren aufgearbeitet worden: Auf dem Grundstück Broitzemer Straße 200 existierte von 1943 bis 1945 ein sogenanntes "Entbindungsheim", in dem polnische und sowjetische Zwangsarbeiterinnen ihre Kinder zur Welt brachten. Kurz nach der Geburt mussten die Mütter ihre Säuglinge zurücklassen. Die Kinder blieben hilflos dem Hunger und der Vernachlässigung ausgesetzt. Die meisten überlebten nur wenige Wochen und wurden dann ohne Beisein ihrer Mütter an der Hochstraße begraben (www.krieggegenkinder.de).

Nach einer langen Zeit des Schweigens über diesen Ort erhalten die Opfer nunmehr ihre Namen zurück. Informationstafeln erläutern auf dem Friedhofsgelände die Geschichte dieser Stätte des Gedenkens.

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