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Vorschau

© Städtisches Museum Braunschweig

Horst Janssen, Nochmal, 1987, Gouache und Tusche auf Papier, Galerie Brockstedt, Berlin© VG Bild-Kunst, Bonn 2022

„Sex, Gewalt und andere Obsessionen: Horst Janssen“

Der berühmte norddeutsche Graphiker und Zeichner Horst Janssen (1929-1995) ist einerseits durch seine Stillleben, Landschaftsstudien und Selbstporträts einem breiten Publikum bekannt geworden. Andererseits stellen erotische Arbeiten einen für das Werk extrem bedeutenden Komplex dar. Seit den 1950er Jahren beschäftigte sich Horst Janssen – zunächst inspiriert durch Holzschnitte von Edvard Munch – intensiv mit der Beziehung zwischen Mann und Frau. Seit dieser Zeit entstanden zahlreiche Radierzyklen, Aquarelle, Zeichnungen und andere Druckgraphiken, in denen Janssen seine Sicht auf das Thema „Erotik“ künstlerisch verarbeitete. Die Motive bewegen sich in einem Spannungsfeld zwischen Begierde, Leidenschaft, Gewalt und Tod. 

In einzelnen Themeninseln wie „Erotische Landschaften“ „Eros und Tod“, „Kuss“, „Femme fatale“, „Geile Sybillchen“, „Phantasien“, „Alpträume“ sowie „Erotik und Gewalt“ werden unterschiedliche Einblicke in das „erotische Werk“ von Horst Janssen eröffnet. Die gezeigten Exponate umfassen Arbeiten, die Motive japanischer Farbholzschnitte aufgreifen, so der Farbradierung „Alter Mann träumt Landschaft“ (1988), den bekannten Radierzyklus „Totentanz“ (1973/74), Farblithographien wie „Der Kuss“ (1985) und schließlich Farbradierungen zum Thema „Femme fatale“wie „Terry“ (1988), „Susette Gontard“ (1992) oder „Lischi“ (1988). Selten gezeigte meisterhafte Aquarelle und Zeichnungen skizzieren ein konturiertes Bild des erotischen Werks von Horst Janssen. 

In Kooperation mit dem Horst-Janssen-Museum Oldenburg, dem Hauptleihgeber, präsentiert das Städtische Museum Braunschweig vom 26.03. bis 25.06.2023 die Ausstellung „Sex, Gewalt und andere Obsessionen: Horst Janssen“. Darüber hinaus werden Leihgaben aus der Hamburger Kunsthalle und den Galerien Brockstedt, Berlin, sowie St. Gertrude, Hamburg gezeigt.


Rechenmaschine der Firma Brunsviga, Modell 13 RK. Diese Sprossenradmaschine hatte die weiteste Verbreitung aller Brunsviga-Maschinen. Sie wurde von 1952 bis ca. 1965 produziert.© Städtisches Museum Braunschweig

Mensch, Maschine! - Neue Dauerausstellung zur Braunschweiger Industriegeschichte: Ab 17.1.2023!

Im 188 m² großen Gaußsaal des Altstadtrathauses entsteht eine Dauerausstellung, die die Übersicht zur Stadtgeschichte im Kellergewölbe um ein wichtiges Kapitel der Braunschweiger Geschichte ergänzt: Die Entwicklung und internationale Bedeutung von Industrieunternehmen, die zwischen 1850 und 1960 in Braunschweig und der Region ansässig waren. Ausgewählt sind vor allem Unternehmen, die in Braunschweig und Region gegründet wurden, maschinell produziert, eigene Produkte entwickelt und Innovationen hervorgebracht haben. Deswegen liegt der Schwerpunkt auf den Bereichen Maschinen- und Fahrzeugbau, Konservenindustrie und optische Industrie. Am Beispiel der ausgewählten Unternehmen sollen zudem die Auswirkungen der Industrialisierung auf die Gesellschaft aufgezeigt werden. Themen wie die Arbeiterschaft und Frauenerwerbsarbeit finden dabei besondere Berücksichtigung.


Elsa Daubert, Emmy (Galka) Scheyer im Garten© Städtisches Museum Braunschweig

Galka Scheyer und die Blaue Vier - Feininger, Jawlensky, Kandinsky, Klee

Das Städtische Museum Braunschweig plant eine große Sonderausstellung über die jüdische Kunstförderin Galka Scheyer und die revolutionäre Kunst der Blauen Vier. Zusammen mit dem Avantgardisten Alexej von Jawlensky und den Bauhaus-Visionären Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky und Paul Klee gründete die gebürtige Braunschweigerin 1924 die Verkaufsgemeinschaft „Die Blaue Vier“ mit dem Ziel, die Werke der Künstler in den USA zu vermarkten. Als eine der ersten übte Scheyer das neue Berufsbild der Kunstagentin aus und entwickelte innovative Marketingstrategien. Analog zu den Kunstförderinnen Katherine S. Dreier, Peggy Guggenheim und Hilla von Rebay leistete sie wichtige Pionierarbeit für die Rezeption moderner Kunst in den USA, wo sie bis zu ihrem Tod 1945 in Hollywood lebte. Das Ausstellungsprojekt erschließt ein wesentliches Forschungsdesiderat im Bereich der Gender- und Kunstmarktforschung und präsentiert das Thema erstmals in Scheyers Geburtsstadt Braunschweig. 
Ab dem ersten Quartal 2024 im Haus am Löwenwall!

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Bildnachweise

  • Städtisches Museum Braunschweig
  • VG Bild-Kunst, Bonn 2022