Aktuelle Hochwasserschutzmaßnahmen in Braunschweig

Schutz der Schuntersiedlung vor Hochwasser

Im  Hochwasserschutzkonzept der Stadt Braunschweig aus dem Jahr 2019 wurde der Bereich der Schuntersiedlung im Nordosten der Stadt an der Einmündung der Wabe/Mittelriede in die Schunter als prioritär zu schützender Bereich identifiziert. Ursprünglich war ein Schutz der Siedlung durch zwei Linienschutzmaßnahmen, eine im Norden zur Schunter und eine im Osten zur Mittelriede hin vorgesehen. Die Maßnahme im Norden konnte durch eine Maßnahme des Wasserverbandes Mittlere Oker überflüssig gemacht werden: Aktuell wird die Schunter im Bereich zwischen dem Borwall und der Brücke Bienroder Weg ökologisch umgestaltet (Öffnet in einem neuen Tab).

Zur Renaturierung  gehören die Anlage von Flutrinnen. Der Aufstau von Hochwasser vor dem Bienroder Weg wird durch zwei Flutmulden abgebaut.

Auch für den Maßnahmenabschnitt entlang des westlichen Mittelriedeufers ergab sich durch die Renaturierung eine geringere Schutzhöhe, die eine Plananpassung zur Folge hatte. Die Änderungen haben zu Verzögerungen im Planungsprozess geführt. Die Entwurfs- und Genehmigungsplanung soll möglichst bis zum 31.08.2026 vorliegen. Eine weitere Verzögerung tritt durch die Ankündigung des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz ein, einen neuen Abflussspendenlängsschnitt für das Einzugsgebiet der Oker aufzustellen. Vor Start des Planfeststellungsverfahrens wird die Stadt prüfen, ob eine Nachjustierung der Planung durch geänderte Bemessungsabflüsse notwendig ist.

Die geplante Auslegung auf ein HQ100 entspricht der Niedersächsischen „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Vorhaben des Hochwasserschutzes im Binnenland (RL Hochwasserschutz im Binnenland — HWS)“ und soll so die Möglichkeit einer Förderung durch das Land Niedersachsen unter finanzieller Beteiligung der EU eröffnen. Die Förderquote beträgt dabei bis zu 70 % der zuwendungsfähigen Ausgaben.

Nach Vorliegen der Entwurfs- und Genehmigungsplanung und ggfs. einer Nachjustierung der Planung wird ein Planfeststellungsverfahren durchgeführt, um Planungssicherheit zu erhalten. Im Rahmen des Anhörungsverfahrens werden Behörden, Träger öffentlicher Belange und die anerkannten Verbände beteiligt; Betroffene können Einwendungen erheben. Die Stellungnahmen und die Einwendungen werden in einem Erörterungstermin behandelt.

Die Präsentation aus dem Jahr 2022 zeigt die Grundzüge der Planung. Der Zeitplan und die Details sind durch die vorstehend beschriebenen Veränderungen überholt.

Hochwasserschutz Stöckheim (Rüninger Weg)

Im  Hochwasserschutzkonzept der Stadt Braunschweig aus dem Jahr 2019 wurde der Bereich der Stöckheim im Süden der Stadt im Bereich des Rüninger Weges als prioritär zu schützender Bereich identifiziert.

Der Hochwasserschutz für Stöckheim soll als stationärer Hochwasserschutz in Form einer Hochwasserschutzwand direkt entlang der Westseite des Rüninger Weges erfolgen. Die bauliche Umsetzung ist für das Jahr 2028 vorgesehen; die Maßnahme wird auf die Reparatur des westlichen Fahrstreifens mit FB 66 abgestimmt. Für die Anschlüsse im Norden in Richtung Kutheweg und im Süden Richtung Friedhof werden mobile Elemente eingeplant, die direkt an die Hochwasserschutzwand anschließen sollen. Gleichzeitig sollen von der SE|BS Absperrvorrichtungen für die Regenwasserkanalisation installiert und mobile Pumpen beschafft werden, die auch an anderer Stelle eingesetzt werden können.

Der Hochwasserschutz soll auf ein 100-jährliches Hochwasser (HQ100) ausgelegt werden. Zurzeit, im Sommer 2026, ermittelt der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz einen neuen Abflussspendenlängsschnitt für das Einzugsgebiet der Oker. Dies hat zur Folge, dass mit einem neuen (mutmaßlich höheren) Wasserabfluss in der Oker bei einem 100-jährlichen Hochwasser gerechnet werden muss.

Sobald das Land die neuen Abflussdaten zur Verfügung stellt, soll vom Wasserverband Mittlere Oker die Entwurfs- und Genehmigungsplanung für die Maßnahme beauftragt werden. Die Hochwasserschutzwand entlang des Rüninger Weges wird voraussichtlich eine mittlere Höhe von etwa einem Meter über Straßenniveau/Geländeoberkante aufweisen und verläuft etwa im Bereich der jetzigen Leitplanke. Im Einmündungsbereich der Straße Am Zoo, der voraussichtlich mit mobilen Elementen geschützt werden muss, ist eine Schutzhöhe von bis zu 1,5 Meter notwendig. Im Hochwasserfall müssen Mauerdurchbrüche im Bereich der Feldzufahrten temporär durch Dammbalken verschlossen und im Norden und Süden kürzere Abschnitte mit einem Mobilsystem an das Gelände angeschlossen werden. Die geplante Auslegung auf ein HQ100 entspricht der Niedersächsischen „Richtlinie über die Gewährung von Zuwendungen zur Förderung von Vorhaben des Hochwasserschutzes im Binnenland (RL Hochwasserschutz im Binnenland — HWS)“ und soll so die Möglichkeit einer Förderung durch das Land Niedersachsen unter finanzieller Beteiligung der EU eröffnen. Die Förderquote beträgt dabei bis zu 70 % der zuwendungsfähigen Ausgaben.

Die Präsentation aus dem Januar 2026 zeigt die Grundzüge der Planung.

Hochwasserwarnsystem

Die Stadt erarbeitet gemeinsam mit der Stadtentwässerung und einem beauftragten Ingenieurbüro ein Hochwasserwarnsystem, um im Hochwasserfall die Einsatzkräfte effizient einsetzen zu können. Auch externe Träger von Infrastruktureinrichtungen werden in die laufende Workshoparbeit einbezogen.

Grundlage sind vorberechnete Wassertiefenkarten für verschiedene Hochwasserereignisse. Die Karten geben ein einheitliches, einfaches, für jedermann leicht erfassbares Bild der berechneten Überschwemmung wieder.

Die zweite Säule des Warnsystems sind Hochwasservorhersagen für die Pegel im Stadtgebiet von Braunschweig.

Sowohl von der Hochwasservorhersagezentrale des Landes Niedersachsen als auch durch das beauftragte Büro wird es im Hochwasserfall eine Vorhersage geben, die ein vorausschauendes Handeln ermöglicht. Bei Ausfall beider Vorhersagen erlauben die in einem Dashboard  auflaufenden Pegeldaten eine aktuelle Interpretation des Hochwassergeschehens. Der Hochwasseralarmplan wird in Zuge des Aufbaus des Hochwasserwarnsystems grundlegend aktualisiert.

Große Teile des Warnsystems sind bereits einsatzbereit. Insbesondere die Vorplanung von Maßnahmen und der neue Hochwasseralarmplan werden aber noch erarbeitet.

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