Sein Leben

Am 5. April 1784 wurde der Komponist, Violinvirtuose, Dirigent und Violinpädagoge Louis (Ludewig) Spohr in Braunschweig als ältestes Kind von Karl Heinrich Spohr (1756-1843), einem Landphysikus, und Ernestine Luise Henke (1763-1840) geboren.

Spohrs Eltern: Medizinalrat Dr Carl Heinrich Spohr und Juliane Ernestine Luise, geb. Henke um 1840

Herzog Carl Wilhelm Ferdinand verpflichtete ihn bereits 1799 als zweiten Geiger und "Hofmusicus" in die Hofcapelle.

Auszug aus dem Taufregister der Kirchengemeinde St. Ägidien

Durch ein herzogliches Stipendium gefördert, wurde er dem Geiger Franz Eck (Mannheimer Schule) anvertraut, den er 1802 auf einer Studien- und Konzertreise nach Petersburg begleitete. Nach seiner Rückkehr im Juli 1803 nach Braunschweig wurde er in die Hofcapelle als "Kammermusiker" aufgenommen. Hier entstanden Spohrs erste eigenständige Instrumentalwerke. In den Jahren 1805-12 war er herzoglicher Konzertmeister in Gotha, heiratete 1805 die Klavier- und Harfenvirtuosin Dorette Scheidler. Von 1813-15 Orchesterdirektor im Theater an der Wien in Wien und 1816-19 Musikdirektor in Frankfurt/Main. Von 1822-57 war Spohr Hofkapellmeister in Kassel. Er starb dort am 22. Oktober 1859.

Louis Spohr galt neben Pierre Rode und Niccolò Paganini als der bedeutendste Violinvirtuose seiner Zeit und war zwischen 1810 und 1840 einer der richtungsweisenden Komponisten für Instrumentalmusik, Oper und Oratorium. Darüber hinaus genoss er hohe Reputation als Lehrer, begründete eine Geigendynastie und vollendete 1831 seine bei Haslinger erschienene Violinschule. Er erfreute sich der Wertschätzung u.a. von Paganini, Beethoven, Schumann, Mendelssohn und Chopin. Auch heute ist Spohrs Musik in den Konzertprogrammen häufig vertreten.

Lebenslauf

Carl Wilhelm Ferdinand, Herzog von Braunschweig; Spohr Mäzen war selbst ein befähigter Geiger

1797  Schüler des Martino Katharineums
1799  Herzog Carl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig (1735 - 1806),
1789/90  Erster Unterricht im Violinspiel
        Mäzen Spohrs, stellt ihn als zweiten Geiger in seine Hofkapelle ein
1802  Studienreise mit Franz Eck nach Petersburg
1804  Erste Konzertreisen (Leipzig, Dresden, Berlin u.a.)
1805  Konzertmeister der Gothaer Hofkapelle
1806  Heirat mit der Harfenistin Dorette Scheidler
1807/12  Konzertreisen, Musikfeste
1813/15  Orchesterdirektor am Theater an der Wien - Begegnungen mit Beethoven
1815/17  Konzertreisen: Deutschland, Italien, Schweiz, Holland, England, Frankreich
1821  im Dezember Verpflichtung als Hofkapellmeister nach Kassel
1834  Tod von Dorette Spohr
1836  Trauung mit Marianne Pfeiffer, Konzerte in England, Paris, Berlin, Prag, Breslau
1845  Spohr dirigiert in Bonn Beethovens Missa solemnis und die 9. Sinfonie
1847  25-jähriges Amtsjubiläum (wurde zum Generalmusikdirektor ernannt, führte den
         Taktstock ein, setzte sich für die sozialen Belange der Orchestermusiker ein)
1859  am 22. Oktober in Kassel gestorben

Dorette Spohr (Caroline von der Malsburg, um 1830) und Marianne Spohr, geb. Pfeiffer (Johann Friedrich Wilhelm theodor Roux)