Veranstaltungen zur Sonderausstellung "Mit eigener Stimme. 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland"
Öffentliche Führungen zur Sonderausstellung
5.7. 15:00 Uhr
19.7.15:00 Uhr
23.8. 15:00 Uhr
20.9. 15:00 Uhr
Buchbare Führungen für Gruppen auf Anfrage unter: buchungen.museumbraunschweigde
Szenische Lesung: Wo Menschen sich begegnen, muss man mit Wundern rechnen
3.7.2026 19:00 Uhr
4.7.2026 19:00 Uhr
Was passiert, wenn wir einander wirklich zuhören? Wenn unterschiedliche Lebenswelten nicht aufeinandertreffen, um sich abzugrenzen – sondern um sich zu berühren? Die szenische Lesung widmet sich jungem queeren jüdischen Leben in der Gegenwart. Zwischen persönlichen Gedanken, literarischen Fragmenten und philosophischen Impulsen entsteht ein vielstimmiger Raum, der Fragen von Identität, Zugehörigkeit und Sichtbarkeit verhandelt. Inspiriert von den Gedanken Hannah Arendts rückt die Lesung die Kraft des Dialogs in den Mittelpunkt: das Wagnis, einander zu begegnen, Differenzen auszuhalten und im Anderen nicht Bedrohung, sondern Möglichkeit zu erkennen. Es ist eine Einladung, innezuhalten – und sich auf das einzulassen, was entsteht, wenn Menschen einander offen begegnen: vielleicht Irritation, vielleicht Nähe, vielleicht sogar ein kleines Wunder. Eine Lesung über Mut, Empathie und die leise, aber transformative Kraft des Zuhörens.
Mit: Lucia Kotikova // Einrichtung: Christian Weiß, Lucia Kotikova // Ausstattung: Andrea Jensen // Technische Begleitung: Lukas Harris // Eine Produktion von xweiss-theater.formen. Gefördert von der Stadt Braunschweig - Kulturinstitut & der Braunschweigischen Stiftung.
Lucia Kotikova, geboren 1998 in Dortmund, stammt aus einem jüdisch-ukrainischen Elternhaus. Sie studierte von 2017 bis 2021 Schauspiel an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Während des Studiums spielte sie am Staatstheater Hannover und arbeitete dort unter anderem mit Marie Bues und Laura Linnenbaum zusammen. Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet sie mit Roger Vontobel. Unter seiner Schauspieldirektion in Bern war sie von 2021 bis 2026 festes Ensemblemitglied, wo sie mit Regisseur:innen wie Ruth Mensah, Anja Behrens und Alia Luque arbeitete. Eine besondere künstlerische Verbindung besteht zu den Texten von Kim de l’Horizon. Zudem ist sie in zahlreichen Hörspielen zu hören. Für ihren Monolog Blutbuch, der 2024 in Bern Premiere feierte, wurde sie von der Zeitschrift Theater heute als Nachwuchsschauspielerin des Jahres ausgezeichnet. Außerdem ist Lucia Kotikova Unterzeichnerin der Initiative ACT OUT. Ab der Spielzeit 2026/27 ist sie festes Ensemblemitglied am Düsseldorfer Schauspielhaus. Bei xweiss ist unter der VR-Brille in "Die Suche, die ich fand" zu erleben. Außerdem leiht sie den Produktionen "Der Prozess II - RAF" und "Es passiert was." ihre Stimme.
Christian Weiß arbeitet als Regisseur in Theater- und Tanzproduktionen, Audiowalkformaten und realisiert Installationen. 1978 geboren, studierte er Literatur-, Sprachwissenschaft und Geschichte an den Universitäten in Freiburg und Braunschweig. Er war zum Internationalen Forum des Berliner Theatertreffens eingeladen und erhielt ein Stipendium des European Network of Performing Arts für den Austausch mit internationalen Kolleg*innen in Belgrad (Programm der Venedig Biennale). Dies war der Beginn einer intensiven Zusammenarbeit mit dem spanischen Komponisten Alberto Bernal. Christian Weiß war künstlerischer Leiter des Braunschweiger LOT-Theaters (2007-2009) und von 2007 bis 2021 Dozent an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig. Am dortigen Institut für Performative Künste und Bildung war er zuerst als Gastwissenschaftler/-künstler beschäftigt, übernahm dann die Verwaltung der Professur »Kunst in Aktion« und anschließend die Vertretung der Professur »Didaktik des Darstellenden Spiels«. Christian Weiß ist Vorstandsvorsitzender des Dachverbandes Freie Darstellende Künste Braunschweig. Er war langjähriges Mitglied des Theaterbeirates und des Tanzbeirates der Landeshauptstadt Hannover.
3. Konzert der Konzertreihe: TRI(O)logie „Zart singend, verletzlich, leidvoll“
7.7.2026 18:00 Uhr
AVEU Trio
Paul Ben-Haim (1897-1984) Variations on a Hebrew Melody für Klaviertrio op.22
Aaron Copland (1900-1990) "Vitebsk, Study on a Jewish theme" für Klaviertrio
Felix Mendelssohn (1809-1847) Klaviertrio Nr. 2 c-Moll op. 66
Eintritt frei
Das AVEU Trio fand 2024 durch ihre gemeinsame Leidenschaft für Kammermusik zusammen.
Bestehend aus den bereits international ausgezeichneten Musikern Eun Che Kim, Noel Wilde und Jun-Ho Gabriel Yeo begeistert das Trio durch seine Präzision und Leidenschaft.
Ihren Lebensmittelpunkt genießen die drei Musiker in Berlin und Hannover; derzeit erhält das Trio wertvolle Anregungen von Prof. Oliver Wille und konzertieren unter dem Motto "Kammermusik gewagt - neue und interaktive Konzertmodelle - für alle".
Lyrik im Lichthof. Lesung und Gespräch mit Esther Dischereit
25.8. 2026, 19:00 Uhr
„Jogginghose die eine in Pink“
Die gegenwärtige jüdische Lyrik in Deutschland ist vielfältig und vielstimmig. Esther Dischereit gilt als wichtige Stimme unter den Nachkommen der Shoa. Sie ist Lyrikerin, schreibt Prosa, Essays, auch journalistische Texte und ist Autorin von Theater- und Hörstücken.
In ihren Gedichten thematisiert Esther Dischereit Klage und Anklage – wie in den Klageliedern, gewidmet den Opfern und Überlebenden der NSU-Mordserie. „Blumen für Otello Über die Verbrechen von Jena“. Über die Einsamkeit eines Mannes, der auf einem Marktplatz vor aller Augen stirbt, während zwei Polizisten ihn in Bauchlage halten, „In Memoriam Ante P.“, über einen Drahtbügel, den protestierende Frauen zeigen. Wir lesen von einer grünstichigen Rose und einer Frau in pinkfarbener Hose, die „den Berg hinauf ...“ In ihrer Audioinstallation „Eichengrünplatz“, zu hören in der Stadt Dülmen, bewegen sich Elemente elektroakustischer Musik (Dieter Kaufmann) und Sprachfetzen ineinander.
Dischereits lyrische Form ist häufig ein verknapptes Sprechen, die Überlappung des Alltäglichen und singulär Erfahrenen mit politischer Gegenwart und nicht vergehenden Vergangenheiten. Die abrupte Unterbrechung und immer wieder das Nicht-Gesprochene, das Ausgelassene sind nicht nur Thema, sondern auch poetische Ausdrucksform.
Moderiert wird der Abend von Prof. Dr. Cord-Friedrich Berghahn. Der Braunschweiger Germanist ist Präsident des Israel Jacobson Netzwerks.
Die Veranstaltung wird von der Stadt Braunschweig gefördert und ist Teil des Jüdischen Kulturtage zwischen Harz und Heide 2026.
Der Eintritt ist frei.
Kinderbuchlesung mit Autorin Eva Lezzi
29.8.2026 15:00 Uhr
»Die Großstadtdetektive. Wo ist Annabelle?«
Im ersten Band der spannenden Reihe »Die Großstadtdetektive« von Eva Lezzi mussten sich der jüdische Jona und der türkisch-deutsche Deniz zusammenraufen. Mit ihren Freunden Laura, Irina und Max bildeten sie schließlich die coolste Detektivbande.
Im zweiten Band »Die Großstadtdetektive. Wo ist Annabelle?«, der im März 2026 erscheint, suchen die fünf die entführte Schachspielerin Annabelle. Wichtige Hinweise hierfür finden sie in einem alten jiddischen Gedicht, das teuer versteigert werden soll. Doch irgendetwas stimmt mit dem Gedicht nicht. Sind die Detektive auch noch Fälschern auf der Spur?
Monteverdis „L´Orfeo“ – In der Entstehung: Eine neue Deutung
6.9. um 15 Uhr
Das künstlerische Team „Callisto Collective“ entwickelt die Geschichte Orpheus aus
einer aktuellen jüdischen Perspektive, in einer kompakten Fassung für reduzierte
Besetzung.
Grundlage für Monteverdis L’Orfeo von 1607 – eine der ersten Opern überhaupt – ist die bekannte mythologische Geschichte von Orpheus, der nach dem Tod seiner geliebten Eurydike in die Unterwelt hinabsteigt, um sie zurück ins Leben zu holen. Mit der Kraft seiner Musik gelingt es ihm, die Mächte der Unterwelt zu rühren und eine zweite Chance zu erhalten – jedoch unter der Bedingung, Eurydike auf dem Rückweg nicht anzusehen. Als er sich jedoch zu ihr umwendet, verliert er sie endgültig.
Das für die Neuinszenierung verantwortliche Team schreibt: "Das Callisto Collective bietet eine Lesart der Oper L´Orfeo, in der reale, gegenwärtige Erfahrungen mit Gewalt und Trauer an die Stelle der Nymphen und Hirten und ihrer Reigen und Klagen treten. Auch bei uns zerfällt die Geschichte in ein Trauma, das die Handlung triggert – hier in der Atmosphäre eines All-Night-Festivals, inspiriert von dem Nova Festival am 7. Oktober – und eine Nachgeschichte, in der künstlerische und intime Emotionen ihre Widersprüche aneinander abarbeiten. Was uns leitet, ist das frühbarocke Idiom und seine Nähe zu aktuellen Ausdrucksformen, sein improvisatorischer Charakter, seine Tänze, seine Rezitative. Auch die Gestalt der Musik als heilende und verklärende Kraft kommt bei uns neu zum Zug. Die Länge der Aufführung ist etwa 40 Minuten. Sie bietet eine szenische Fassung der ersten beiden Akte der Oper, interpretiert von einem Ensemble aus jungen professionellen Künstler:innen und Studierenden."
Wir danken dem Fachbereich Kultur und Wissenschaft der Stadt Braunschweig, dem Staatstheater Braunschweig und der Stiftung Braunschweiger Land für die freundliche Unterstützung.
Leila Schütz (Regie), Ariel Elbert (Ausstattung), Mika Ehrlich (Dramaturgie), Ron Kaslasy
(Choreographie), Tuna Dagdelen (Musikalische Leitung)
Vortrag: Zeitgenössische Synagogen in Deutschland: Architekturn, Rezeptionen, Debatten.
10.9.2026, um 17 Uhr
Mit PD Dr.-Ing. Ulrich Knufinke und Dipl.-Ing. Mirko Przystawik, Bet Tfila – Forschungsstelle für jüdische Architektur in Europa
Familienprogramm: Licht aus Steinen – Die Menora aus Lego bauen
13.9.2026 ab 14:00 Uhr
Wie kann man ein jahrtausendealtes Symbol mit bunten Bausteinen neu entdecken? In unserem Familienworkshop bauen wir gemeinsam eine Menora – das siebenarmige Leuchter-Symbol des Judentums – aus Lego-Steinen.
Die Menora ist eines der ältesten und bedeutendsten Symbole des Judentums. Sie stand im Tempel von Jerusalem und steht bis heute für Licht, Hoffnung, Weisheit und Gemeinschaft. Im Workshop lernen Groß und Klein spielerisch ihre Geschichte kennen – und gestalten anschließend eine eigene Lego-Menora.
Für Familien mit Kindern ab 6 Jahren
Eltern, Großeltern und Kinder gemeinsam
Dauer: ca. 60 Minuten
Israel Jacobson und das deutsche Judentum. Ein Festabend
17.09.2026
Anlässlich seines zehnjährigen Bestehens lädt das Israel Jacobson Netzwerk zu einem festlichen Abend in das Städtisches Museum Braunschweig ein. Die Veranstaltung ehrt Israel Jacobson, den bedeutenden Braunschweiger Rabbiner, Aufklärer und Vordenker eines modernen, weltoffenen Judentums wie auch das reiche jüdische Leben des Braunschweiger Landes in Geschichte und Gegenwart. In Wort, Musik und Lesung wird dieses geistige Erbe lebendig und in Beziehung zu aktuellen Fragen jüdischer Identität und gesellschaftlicher Verantwortung gesetzt. Der Festabend steht im Zeichen von Erinnerung, Dialog und zivilgesellschaftlichen Engagement und ergänzt die begleitende Ausstellung des Städtischen Museums durch künstlerische Akzente. Im Anschluss bietet ein Empfang Raum für Begegnung, Austausch und gemeinsames Weiterdenken. Die Veranstaltung ist Teil der Jüdischen Kulturtage zwischen Harz und Heide und wird von der Stadt Braunschweig gefördert.
Konzert: Ensemble Folkadu (Berlin)
19.9.2026 17:00 Uhr
Mit der Band Folkadu erleben Sie die Magie jüdischer Musik. Ihre einzigartige Kombination aus Gesang, Oud, Akkordeon, Trompete und dem uralten Schofar schafft einen Klang, der Traditionelles mit Zeitgenössischem verbindet und verschiedenste Facetten jüdischer Musik zeigt.
Mit einem Repertoire, das sowohl bekannte als auch vergessene Kompositionen und Gedichte in hebräisch, jiddisch und Ladino umfasst, baut Folkadu eine musikalische Brücke zwischen dem Orient und Okzident und fördert dabei ein kulturelles Verständnis, das zeitlos und zugleich höchst aktuell ist.
Website:
www.folkadu.com (Öffnet in einem neuen Tab)
Vergangene Veranstaltungen zur Sonderausstellung
Mittagspause im Museum
mit Renate Wagner-Redding, ehem. Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Braunschweig, und Museumsdirektor Peter Joch im Rahmen der Ausstellung Mit eigener Stimme. 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland
3.6.2026 12:30 Uhr
In der Mittagspause im Museum am 3.6.2026 ist Frau Renate Wagner-Redding zu Gast. Frau Wagner-Redding hatte von 1993 bis 2025 den Posten der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde in Braunschweig inne. Für ihr Engagement erhielt sie zahlreiche Ehrungen. So wurde sie im Jahre 2012 mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. 2022 wurde ihr im Städtischen Museum die Ehrenbürgerwürde der Stadt Braunschweig verliehen.
Im Zwiegespräch mit Museumsdirektor Dr. Peter Joch wird Frau Wagner-Redding von der Entwicklung der Jüdischen Gemeinde berichten und auf persönliche Erfahrungen und Ziele zurückschauen. So setzte sie sich dafür ein, dass in den 1990er Jahren die Rabbinerstelle mit einer Frau, Bea Wyler, besetzt wurde, sie begleitete den Neubau der Synagoge, der 2006 eingeweiht wurde, und engagierte sich für eine Fülle von Kulturprogrammen in der Gemeinde. Sprechen wird sie auch über die Fragen, wie der Alltag einer jüdischen Gemeinde in Braunschweig konkret aussieht, wie sich der Dialog mit anderen Religionen fördern lässt und wie sich die Gemeinde dauerhaft in das städtische Leben einbinden lässt.
Im Anschluss an das kurze, ca. 20 Minuten lange Gespräch, sind die Teilnehmer:innen herzlich eingeladen, sich bei einem Getränk und einem Stück Kuchen in der Cafeteria weiter auszutauschen.
Im Eintritttspreis enthalten
Konzertreihe: TRI(O)logie „Zart singend, verletzlich, leidvoll“
Das AVEU Trio fand 2024 durch ihre gemeinsame Leidenschaft für Kammermusik zusammen.
Bestehend aus den bereits international ausgezeichneten Musikern Eun Che Kim, Noel Wilde und Jun-Ho Gabriel Yeo begeistert das Trio durch seine Präzision und Leidenschaft.
Ihren Lebensmittelpunkt genießen die drei Musiker in Berlin und Hannover; derzeit erhält das Trio wertvolle Anregungen von Prof. Oliver Wille und konzertieren unter dem Motto "Kammermusik gewagt - neue und interaktive Konzertmodelle - für alle".
1. Konzert
17.5.2026 18:00 Uhr
Mieczyslaw Weinberg (1919-1996) Klaviertrio op. 24
Dmitri Schostakowitsch (1906-1975) Klaviertrio e-Moll op. 67
2. Konzert
5.6.2026 18:00 Uhr
Erich W. Korngold (1897-1957) Klaviertrio D-Dur op.1
Felix Mendelssohn (1809-1847) Klaviertrio Nr. 1 d-Moll op. 49
3. Konzert
7.7.2026 18:00 Uhr
Paul Ben-Haim (1897-1984) Variations on a Hebrew Melody für Klaviertrio op.22
Aaron Copland (1900-1990) "Vitebsk, Study on a Jewish theme" für Klaviertrio
Felix Mendelssohn (1809-1847) Klaviertrio Nr. 2 c-Moll op. 66
Lesung: Sara Klatt liest aus ihrem Roman "Das Land, das ich dir zeigen will"
27.5.2026 19:00 Uhr
Eintritt frei
Eine junge Frau auf den Spuren ihres Großvaters – eine Suche nach dem, was Verbundenheit wirklich bedeutet
»Das Israel meines Großvaters von 1948 ist ein anderes, als das meines Vaters von 1961. Es ist wieder ein anderes, als das Israel meiner Kindheit oder das meiner Jugend und es ist ein anderes Israel, als das von heute.«
Israel – das Land, das sie als Kind oft besuchte, da ein Teil ihrer Familie hier vor Jahrzehnten Zuflucht fand. Es ist das Land der Menschen, die S. durch Erzählungen ihres Großvaters kennenlernte, und gleichzeitig der Menschen, denen sie heute beim Trampen zwischen Tel Aviv und Jerusalem begegnet. Früher, da gab es den Untergrundkämpfer Jitzchak, der Tomaten in der Wüste überleben lassen konnte. Es gab Eva und Zwi Goldberg, die ihre Sehnsucht nach der alten Heimat mit deutschen Rosen zu besänftigen versuchten. Heute ist da Mohammad, der in einem Techno-Club auflegt und nicht über seine jüdische Exfreundin hinwegkommt. Es gibt den Siedler Rafi und den Beduinen Abdallah, die wie Zwillingsbrüder aussehen, aber keine sind. Und es gibt den Cafébesitzer Lior, der davon träumt, mit seiner Tochter einen Roadtrip in einem himmelblauen VW-Bus zu machen. Und während S. immer mehr über das Leben dieser Menschen lernt, eröffnet sich ihr Stück für Stück die eigene Geschichte, die ihres Vaters, ihres Großvaters – und ihr eigener Platz in diesem Land.
Sara Klatt zeigt uns ein Land, so vielschichtig wie seine Bewohner, und nimmt uns mit auf eine außergewöhnliche Reise durch das heutige und das vergangene Israel. Ein Land voller Lebendigkeit. Aber auch ein Land zwischen Traum und Trauma.
21.5.2026 Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt
Direktorenführung zum Aktionstag Zusammenhalt in Vielfalt
21.5.2026 19:00 Uhr
Eintritt frei
Museumsdirektor Dr. Peter Joch führt durch die Sonderausstellung "Mit eigener Stimme. 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland"
Lesung: Annette Hess liest aus ihrem Roman "Deutsches Haus"
21.5.2026 19:00 Uhr
Im Eintrittspreis enthalten
Annette Hess´ Roman „Deutsches Haus“ spielt in Frankfurt im Jahr 1963 und behandelt den ersten Auschwitzprozess, bei dem Fritz Bauer Generalstaatsanwalt war. Angeklagt wurden Wachleute und SS-Angehörige, die im Konzentrationslager Auschwitz für unzählige Morde verantwortlich gewesen waren. Zum ersten Mal wurde in der Öffentlichkeit umfassend über Auschwitz berichtet. Der Roman schildert die Geschehnisse aus der Perspektive der Dolmetscherin Eva, die den Auftrag erhält, als Übersetzerin zwischen polnischen Zeug:innen aus dem Todeslager und dem Gericht zu vermitteln. Familie und Verlobter versuchen sie, von dem Auftrag abzubringen. Die Eva stellt sich der Aufgabe, den Prozess gegen die Nazi-Mörder zu unterstützen. Oft steht die Dolmetscherin vor dem Problem, dass das unsägliche Leid in Ausschwitz nicht übersetzbar ist.
Annette Hess wurde 1967 in Hannover geboren. Nach dem Studium der Malerei und Innenarchitektur wandte sie sich dem Szenischen Schreiben an der Hochschule der Künste Berlin zu. Es folgten Tätigkeiten als freie Journalistin, Programm- und Regieassistentin beim ARD-Fernsehen und als Drehbuchlektorin für Produktionsfirmen und Sender. Seit 1998 ist sie als Drehbuchautorin tätig und erhielt für ihre Werke – u.a. die Serie „Weissensee“(ARD) und die Mehrteiler „Ku´damm 56/59/63“ (ZDF) – zahlreiche Auszeichnungen wie den Deutschen Fernsehpreis, den Grimme-Preis und den Preis der Autorenstiftung Frankfurt. Die Amazon-prime Serie „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ entwickelte Annette Hess als leitende Autorin. Im September 2018 erschien Hess' erster Roman ‚Deutsches Haus’, auf dessen Grundlage sie eine Fernsehserie entwickelte. Im Januar 2026 feierte die 4. Staffel der Ku'damm-Reihe im ZDF, die Hess als Showrunnerin und Co-Regisseurin verantwortet, ihre Premiere.
Moderiertes Konzert: Musik jüdischer Komponisten aus drei Jahrhunderten
12.3.2026 19:00 Uhr
Mit Jascha Nemtsov, Professor für Geschichte der jüdischen Musik an der Hochschule für Musik in Weimar
Dieses besondere Konzert widmet sich Klavierwerken jüdischer Komponistinnen und Komponisten aus verschiedenen Regionen Europas und aus verschiedenen Epochen – von der Romantik bis in die unmittelbare Gegenwart. Der Bogen spannt sich von Fanny Hensel-Mendelssohn bis zur heute in Deutschland lebenden Komponistin Sarah Nemtsov.
Die ausgewählten Werke spiegeln unterschiedliche Facetten jüdischer Identität wider: den Wunsch nach Assimilation im 19. Jahrhundert ebenso wie das Streben nach kultureller Autonomie und nationaler Renaissance zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Einige der vertretenen Komponisten wurden Opfer der Shoah, verfolgt, entrechtet, aus ihrer Heimat vertrieben oder ermordet.
Allen Werken ist eines gemeinsam: ihre emotionale Kraft. Sie sind leidenschaftlich, tiefgründig, oft von existenzieller Intensität – Musik, die bewegt, berührt und niemanden gleichgültig lässt.
Interpret des Abends ist der Pianist und Musikwissenschaftler Jascha Nemtsov, Professor für Geschichte der jüdischen Musik an der Hochschule für Musik in Weimar. International renommiert als Experte für jüdische Musik und als Konzertpianist, verbindet er wissenschaftliche Kompetenz mit künstlerischer Ausdruckskraft. Bekannt für seine lebendige und kenntnisreiche Moderation, macht er seine Konzerte zu ebenso informativen wie eindrucksvollen Erlebnissen. Mit über 40 CD-Einspielungen – vielfach Ersteinspielungen wiederentdeckter Werke bedeutender verfolgter und vergessener Komponisten – hat Jascha Nemtsov maßgeblich zur Wiederentdeckung von Musik jüdischer Komponisten beigetragen.
Ein Konzert, das Erinnerung, Identität und künstlerische Exzellenz eindrucksvoll miteinander verbindet.
Unser Tipp: Lesung und Gespräch: "... und es wurde Licht!" - Jüdisch-arabisches Zusammenleben in Israel
18.03.2026, 19:00 Uhr
mit Igal Avidan
Veranstalter und Ort: Theologisches Zentrum, Ev. Akademie Abt Jerusalem, Franziskussaal, Alter Zeughof 1, 38100 Braunschweig
Anmeldung über E-Mail: sekretariat.thzlk-bsde
Vortrag: Jüdische Friedhöfe in Deutschland - zwischen Schändung, Gedenken und Vermittlungsarbeit
26.3.2025, um 17:00 Uhr
Die mehr als 2000 jüdischen Friedhöfe in Deutschland wurden nicht nur in der Zeit des Nationalsozialismus schwer verwüstet, sondern waren auch nach 1945 immer wieder von Schändungen und anderen Angriffen bedroht. Angriffe auf Friedhöfe waren in der Vergangenheit häufig aber auch Anlass für ein wachsendes Bewusstsein für das jüdische Erbe vor Ort. Etwa seit den 1960er Jahren entwickelte sich ehrenamtliches Engegement für jüdische Friedhöfe. Der Vortrag stellt diese Entwicklung bis heute vor, die Probleme und Herausforderungen, aber auch die zunehmende Bedeutung jüdischer Friedhöfe für die Erinnerungskultur und Vermittlungsarbeit für unterschiedliche Zielgruppen.
Dr.-Ing. Katrin Keßler ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Bet Tfila - Forschungsstelle für jüdische Architektur, TU Braunschweig, mit Forschungsschwerpunkt jüdische Architekten und Architekturgeschichte und berichtet auch über ihr Projekt "Net Olam. Jüdische Friedhöfe im Fokus von Antisemitismus und Vermittlung", gefördert durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR).
Mittagspause im Museum: „Vom Tora-Mantel bis zum Chanukka-Leuchter“
6.5.2026 12:30 Uhr
Tempelweihe, duftende Kräuter, bekrönte Schriftrollen - bei der „Mittagspause im Museum“ erläutert Museumsdirektor Peter Joch die Bedeutung einiger religiöser Exponate aus dem Judentum in der Ausstellung „Mit eigener Stimme. 75 Jahre Zentralrat der Juden in Deutschland“.
Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, Fragen zu stellen und ins Gespräch zu kommen.
Im Anschluss an die kurze, ca. 20 Minuten lange Führung, sind die Teilnehmer:innen herzlich eingeladen, sich bei einem Getränk und einem Stück Kuchen in der Cafeteria weiter auszutauschen.
Mittagspause im Museum "Meet a Rabbi"
1.4.2026 12:30 Uhr
Bei der „Mittagspause im Museum“ ist der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Braunschweig, Herr Dr. Yuval Katz‑Wilfing, zu Gast. Er stellt in einem Kurzvortrag seine vielfältige Tätigkeit in der jüdischen Gemeinde vor.
Was macht eigentlich ein Rabbiner? Wie sieht sein Alltag aus? Welche Rolle spielt er im religiösen Leben der Gemeinde, in der Seelsorge und in der Vermittlung jüdischer Tradition und Werte? Wie sieht jüdisches Gemeindeleben heute in Deutschland aus? Was unterscheidet einen Rabbiner von einem christlichen Geistlichen? Unter anderem diesen Fragen ist die „Mittagspause im Museum“ gewidmet.
Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, Fragen zu stellen und ins Gespräch zu kommen – über die religiöse Praxis des Judentums und generell über das jüdische Leben in Deutschland heute.
Im Anschluss sind die Teilnehmer herzlich eingeladen, sich bei einem Getränk und einem Stück Kuchen in der Cafeteria weiter auszutauschen.
Im Eintrittspreis enthalten (inkl. Kaffee und Kuchen)
"Das Geheimnis der Königin"
19.4.2026 16:00 Uhr Puppenspektakel zum jüdischen Purim-Fest für Erwachsene & Kinder ab 6 Jahre
Eifersucht, Liebe, Hass, Intrigen und natürlich ein Happy End – Die alte biblische Geschichte von Königin Esther im persischen Reich, hat den Stoff zu einer Film-Serie. Deshalb bringt das neueste Stück der bubales, zum Purim-Fest, auch oder ganz besonders Erwachsene zum Lachen und Nachdenken.
Mit einem klugen Streich gelang es Königin Esther, den Vernichtungsplan eines bösen Wesirs zu vereiteln. So rettete sie, zusammen mit Cousin Mordechai, viele jüdische Menschenleben. Dafür werden Esther und Mordechai bis heute mit ordentlich viel Rums-Tata gefeiert. Am Purim-Fest findet in allen Synagogen der Welt eine Vorlesung aus der Esther-Pergament-Rolle statt.
Als lustiges Purim-Spiel wird die Geschichte auch theatralisch gern nachgestellt und unterschiedlich interpretiert. Manchmal stellt man auch Bezüge zum gegenwärtigen Weltgeschehen auf. Mit lebensgroßen und kleinen Stabfiguren wechseln die Machtverhältnisse im Stück und mit dem Fall der unsichtbaren Maske der Königin, endet die Geschichte mit einem Happy End.
Eine Geschichte, die seit Generationen Mut und Hoffnung schenkt
und Groß und Klein zum Lachen bringt.
Happy Purim!!!
Konzert: „Jewish Life“
24.4.2026 19:00 Uhr
Alon Sariel – Mandoline / Laute
Yehuda Inbar – Klavier
Mandolinist Alon Sariel und Pianist Yehuda Inbar beleuchten in ihrem Duo-Programm die Vielfalt jüdischer Musik des 20. Jahrhunderts. Werke u. a. von Paul Ben-Haim, Ernest Bloch, Marc Lavry und Maurice Ravel erzählen von kulturellen Aufbrüchen, Migration und künstlerischer Neuverortung zwischen Europa, Israel und Amerika. „Jewish Life“ verbindet unterschiedliche musikalische Traditionen und zeichnet ein facettenreiches Panorama jüdischer Klangwelten.
Konzert: Dreh Dich! – Ein bewegtes Konzert für Jung und Alt
25.4.2026 15:00 Uhr
Bei uns geht es rund! Das interaktive Familienkonzert verbindet Musik, Bewegung und jüdische Tanztraditionen. Das Publikum erlebt Kreistänze aus vier Jahrhunderten, erkundet Hintergründe jüdischer Tanzkultur und tanzt selbst kräftig und schwungvoll mit! Im Kreis sind alle gleich. Kein Erster und kein Letzter und alle miteinander freundschaftlich verbunden. Eine runde Sache eben!
für Erwachsene & Kinder
Mit: Alon Sariel (Mandoline/Laute), Tabea Debus (Blockflöte), Maja Hilke (Pädagogik, Stimme, Bewegung)
Eintritt: im regulären Eintrittspreis enthalten