Mitarbeiter des Kraftwerks entdeckten am 23 m hohen und mit rund 100 Tonnen gefüllten Steinkohlesilo eine Rauchentwicklung und alarmierten daraufhin die Feuerwehr. Geistesgegenwärtig verschlossen sie zeitgleich eine Rohrverbindung unterhalb des Silos und verhinderten somit vermutlich eine weitere Ausbreitung des Feuers in den darüber liegenden Silobehälter.
Der kurz danach eingetroffene Löschzug der Hauptfeuerwache erkannte über die Wärmebildkamera einen innenliegenden Brand an der Dosiereinrichtung des Silofußes. Die Temperaturen am Gehäuse betrugen über 250 Grad Celsius.
Silo und Kesselhaus sowie weitere Gebäudeteile des Heizkraftwerkes stellen eine Einheit dar. Aufgrund des erschwerten Zugangs zu den Siloöffnungen und der kompakten Anordnung des Industriegebäudes wurde Großalarm für die Braunschweiger Feuerwehr ausgelöst. Insgesamt waren die beide Löschzüge der Berufsfeuerwehr sowie mehrere Fachzüge der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.
Zusammen mit der Betriebsleitung des Kraftwerks wurde in einem Besprechungsraum neben der Leitwarte eine technische Einsatzleitung eingerichtet. In enger Absprache wurde das taktische Vorgehen abgesprochen dabei konnte die Ortskenntnis der Kraftwerksmitarbeiter und die taktischen Kenntnisse der Feuerwehr optimale ergänzt werden.
Im Einsatzverlauf wurde mit einem Sprühstrahl oberste Kohleschicht im Silo angefeuchtet. Zeitgleich fand über eine eigens geschaffene Entnahmeeinrichtung am sogenannten Zuteiler die glühende Kohle abgelöscht danach fand eine kontrollierte Entleerung des Silos statt, da nicht ausgeschlossen werden konnte, dass sich im Bunker noch weitere Glutnester befinden.
100 Tonnen Kohle mussten von Feuerwehrleuten unter schwerem Atemschutz mit einer Schaufel und Muskelkraft entnommen werden. Außerhalb des Kesselhauses wurden die restlichen Glutnester danach von Feuerwehrkräften abgelöscht.
In der Spitzenzeit waren 115 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr und Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.
Die Arbeiten der Feuerwehr werden noch mehrere Stunden andauern, derzeit sind noch 70 Einsatzkräfte im Einsatz.
Brandursache und Schadenhöhe stehen noch nicht fest und müssen noch ermittelt werden.
Stand: 00:45 Uhr
Dies ist die 2. PM, die unsere Meldung von 00:45 Uhr ergänzt
Stand dieser PM 12.09.2014 05:30 Uhr
Die Feuerwehr Braunschweig war die ganze Nacht hindurch am Heizkraftwerk Mitte im Einsatz.
In Absprache mit Vertretern der Kraftwerksleitung wurde beschlossen, den kompletten Kohlebunker zu entleeren, um sicher zu gehen, dass kein Glutnest im Bunker zurückbleibt. Schon ein einzelnes Glutnest hätte zu einer erneuten Brandausweitung führen können.
Über den sogenannten Zuteiler wurde die Steinkohle aus dem Bunker herausgefördert und mittels Wärmebildkamera laufend die Temperatur überprüft. Die Kohle wurde dann mittels Schaufeln aus der sogenannten Kohlemühle von Feuerwehreinsatzkräften – zeitweilig unter Atemschutz – in Behälter geschaufelt. Diese Behälter wurden mit einem Gabelstapler ins Freie transportiert und dort in große Container entleert. Auf dem ganzen Transport weg wurde die Kohle auf Glutnester kontrolliert und diese umgehend gelöscht.
Um 02:00 Uhr wurden die eingesetzten Feuerwehrkräfte durch einen weiteren Fachzug und Einheiten der Berufsfeuerwehr abgelöst. Ab diesem Zeitpunkt bis zum Einsatzende waren noch 43 Feuerwehrkräfte vor Ort.
Gegen 05:00 Uhr war der Bunker komplett entleert. Die im Bunker gelagerte Kohlemenge war deutlich geringer als am Anfang erwartet, insgesamt wurden rund 20 m3 Steinkohle aus dem Bunker geholt. Nach der Entleerung wurde der Bunker von Innen mit der Wärmebildkamera kontrolliert und somit sichergestellt dass sich keine Glutnester mehr in ihm befinden.
Der Feuerwehreinsatz wird in diesen Minuten beendet. Während der gesamten Einsatzdauer standen der Feuerwehr kompetente Mitarbeiter des Kraftwerks zur Verfügung, so dass alle Entscheidungen zum Vorgehen immer ein enger Abstimmung zwischen Feuerwehreinsatzleiter und Kraftwerksbetreiber erfolgen konnten.
Die Brandursache und die Schadenshöhe stehen weiterhin nicht fest.