Ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg ist heute um etwa 12.15 Uhr in Braunschweig-Melverode vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Hannover (KBD) sicher entschärft worden. Gegen 12.30 Uhr konnte die Evakuierung des Bereiches von 1.000 Metern um die Fundstelle aufgehoben werden und die Bewohnerinnen und Bewohner konnten in ihre Häuser zurückkehren. In dem Bereich wohnen etwa 6.000 Menschen. Der Blindgänger war im Vorfeld eines Bauvorhabens auf einem Privatgrundstück bei Untersuchungen auf Kampfmittel durch eine Fachfirma geortet worden. Er hatte in rund zwei Metern Tiefe im Erdreich gelegen.
Es handelte sich um eine US-amerikanische Fliegerbombe von 250 Kilogramm Gewicht. Die Bürger waren gebeten worden, bis 10 Uhr ihre Häuser und Wohnungen zu verlassen. Ab 10 Uhr kontrollierte die Feuerwehr Braunschweig, die die Evakuierung vorbereitet hatte und durchführte, die Häuser. Für die Anwohner war das Schulzentrum Siekgraben als Ausweichzentrum angeboten worden, zu dem ein Buspendelverkehr der Verkehrs-AG pendelte. Knapp 100 Menschen warteten dort das Ende der Entschärfung ab. Für 43 Menschen, die nicht selbst ihre Wohnungen verlassen konnten, wurden vom Rettungsdienst Transporte organisiert.
Um das Herzogin Elisabeth Hospital (HEH) nicht evakuieren zu müssen, waren vier 20-Fuß-Überseecontainer um die Fundstelle aufgebaut worden, die mit Wasser gefüllt wurden. So sollten im Falle einer Explosion eventuell herumfliegende Bombensplitter abgeschirmt werden. Zudem wurden die Patienten des HEH in Räume verlegt, die in der dem Verdachtspunkt abgewandten Seite des Gebäudes liegen. So konnte den etwa 250 Patienten eine groß angelegte Evakuierung außerhalb des Klinikums erspart werden. Dieses Vorgehen war zwischen Stadt Braunschweig, Kampfmittelbeseitigungsdienst und HEH nach Vorschlag des KBD festgelegt worden.
Gegen 11.30 war die Überprüfung des Evakuierungsbereiches durch die Feuerwehr abgeschlossen. Es gab leichte Verzögerungen, weil einige Menschen sich noch im Evakuierungsbereich befanden. Insgesamt bezeichnete Einsatzleiter Winfried Cronauge die Evakuierung als problemlos, da alle Beteiligten gut zusammengearbeitet hätten. Er dankte insbesondere dem HEH für die gute Abstimmung im Vorfeld.
Die Autobahn A 39 und A 395 waren ab 9 Uhr teilweise gesperrt. Auch der Bahnverkehr in Richtung Salzgitter und Bad Harzburg wurde ab etwa 10.30 unterbrochen, es verkehrte Schienenersatzverkehr.
Die Feuerwehr hatte im Vorfeld die Anwohner per Wurfsendung sowie über umfangreiche Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und Rundfunkdurchsagen informiert. Heute war ein Bürgertelefon geschaltet, Bürgeranfragen wurden auch über Facebook beantwortet. Knapp 400 Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehr und der Hilfsdienste waren im Einsatz.