Am heutigen Montag (10.06.2013) sind die Braunschweiger Feuerwehreinheiten vom Katstrophenstab der Stadt Magdeburg aus dem Hochwassereinsatz entlassen worden.
Da die Pegel sinken und die Feuerwehr Braunschweig eine der ersten überörtlich eigensetzten Einheiten war, wurden die Braunschweiger nach sechs Tagen Dauereinsatz von Einsatzkräften aus dem LK Harz und der Stadt Münster abgelöst.
Seit Dienstag letzter Woche (04.06.2013) war die Braunschweiger Feuerwehrbereitschaft täglich mit rund 100 Einsatzkräften im Einsatz. Alle 24 Stunden wurden sie ausgetauscht, so dass immer ausgeruhte Einsatzkräfte in Magdeburg zur Verfügung standen. Die Verkehrs AG stellte schnell und unbürokratisch jeden Tag zwei Busse für die Ablösung zur Verfügung. Insgesamt waren knapp 400 Kameradinnen und Kameraden sowie 30 Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr in der Braunschweiger Patenstadt eingesetzt.
Der Einsatzschwerpunkt lag im Industriehafen Rothensee. Hier galt es, anfangs Sandsäcke zu füllen und mit diesen einen 3km Sandsackwall auf den Kaianlagen zu errichten. Dieser musste dann in den folgenden Tagen verteidigt und massiv erhöht werden, da der Pegel deutlich höher stieg, als vom Katastrophen-Stab der Stadt Magdeburg vorhergesagt. Mit massiven Kräfteansatz und Unterstützung von anderen Feuerwehren, dem THW, der Bundeswehr und Zivilisten gelang diese Mammutaufgabe.
In dieser Zeit gab es mehrere kritische Situationen, in denen der Sandsackwall beschädigt wurde und das elbseitig deutlich über dem Gelände stehende Wasser mit massiven Druck ins Hafengelände strömte. Durch vereinten Kräfteansatz konnten die Leckagen aber immer schnell wieder geschlossen werden. Das Sickerwasser wurde mit zahlreichen Pumpen ständig in die Elbe zurückgepumpt.
Ein taktischer Schwerpunkt war die Verteidigung eines Umspannwerkes, welches für die Stromversorgung des nördlichen Magdeburger Stadtgebietes zuständig war. Hier wurde eine Spezialpumpe der Feuerwehr Braunschweig (sog. HFS – Hytrans Fire System) mit einer Leistung von 8.000 l/min eingesetzt, mit der das Umspannwerk erfolgreich trocken gehalten werden konnte.
Während des knapp einwöchigen Einsatzes gab es leider auch vier Feuerwehrkameraden, die aufgrund von Kreislaufproblemen und Verletzungen von der mitgeführten Braunschweiger Rettungswagenbesatzung versorgt und in Krankenhäuser transportiert werden mussten. Alle vier konnten die Krankenhäuser inzwischen wieder verlassen und befinden sich auf dem Wege der Besserung.
Alle 25 eingesetzten Feuerwehrfahrzeuge werden derzeit überprüft, um mögliche Schäden durch den Dauereinsatz festzustellen. Die Schäden werden in den nächsten Tagen schnellstmöglich behoben, damit die Feuerwehr Braunschweig für eine mögliche Anforderung aus dem nordöstlichen Niedersachsen wieder komplett einsatzbereit ist.
Branddirektor Torge Malchau, Abteilungsleiter Gefahrenabwehr und Rettungsdienst
„Der Schutz der Braunschweiger Bevölkerung war während des gesamten Einsatzes weiter auf hohem Niveau gegeben. Neben der Berufsfeuerwehr standen auch große Teile der Freiwilligen Feuerwehr weiterhin zur Verfügung.“
Unter Beweis wurde dies am Freitag gestellt, als nachmittags die Entschärfung von Bombenblindgängern erfolgen sollte. Zur Absperrung und Kontrolle Bevenrodes wurden kurzfristig weitere knapp 100 Einsatzkräfte der Feuerwehr Braunschweig alarmiert und standen zur Verfügung.
Ob ein Einsatz für die Feuerwehr Braunschweig an der niedersächsischen Elbe noch bevorsteht, entscheidet sich in den nächsten Tagen und hängt davon ab, wie sich die steigenden Pegel entwickeln.
Malchau: „Wir sind vorbereitet! Wenn die Anforderung kommt, werden wir uns wieder auf den Weg machen.“