Am Freitagabend um 20:00 Uhr wurde der Polizei über Notruf der Frontalzusammenstoß zweier Binnenschiffe im Bereich des Containerhafens Braunschweig gemeldet. Ersten Meldungen zufolge sollte eines der beiden Schiffe sinken.
Sofort wurden durch Polizei und Feuerwehr ein Großaufgebot an Einsatzkräften alarmiert, um einerseits eventuell betroffene Personen retten zu können und schnellstmöglich die Schiffe stabilisieren zu können. Beim Eintreffen der ersten Einheiten der Feuerwehr befanden sich beide Schiffe, die mit Schüttgut voll beladene St. Michael und die unbeladene Inga R., mitten im Kanal und wurden von einem herbeigeeilten Schleppschiff auseinander gezogen und Richtung Ufer geschleppt, um den Zugang für die Rettungskräfte zu ermöglichen.
Im Rahmen der ersten Erkundungsmaßnahmen bestätigte sich das Sinken eines der Schiffe glücklicherweise nicht. Die vollbeladenen, tief im Wasser liegende St. Michael hatte jedoch erhebliche Schäden an den Aufbauten im Bereich des Bugs zu beklagen, während die weit aus dem Wasser ragende Inga R. drei große Löcher und mehrere tiefe Risse im Bereich des Bugs aufwies. Glücklicherweise waren sämtliche Löcher oberhalb der Wasserlinie.
Aus einem Loch im Bug der Inga R. lief Öl ins Wasser, dass sofort mithilfe spezieller Ölsperren aufgefangen wurde. Da die Ursache lediglich eine kleine Menge ausgelaufenen Öls aus dem Ankerwindenraum war, konnte die Leckage schnell mithilfe eines Rettungsbootes der Feuerwehr abgedichtet werden.
Glücklicherweise wurden keine Tanks oder Leitungen der Schiffe beschädigt, so dass keine weitere Gefahr des Auslaufens von Ölen oder Flüssigkeiten bestand.
Die Taucher der ebenfalls alarmierte DLRG brauchten nicht mehr eingesetzt zu werden.
Neben den Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr waren die Ortsfeuerwehren Veltenhof und Rühme im Einsatz, um die Einsatzstelle in der Dunkelheit auszuleuchten. Die Hauptfeuerwache wurde durch die Freiwillige Feuerwehr besetzt.
Vertreter des Wasser- und Schifffahrtsamtes und der Unteren Wasserbehörde nahmen die Lage in Augenschein.
An beiden Schiffen dürfte der Sachschaden hoch sein. Aus Sicherheitsgründen wurde beiden Schiffen die Weiterfahrt untersagt.
Zur Untersuchung der Ursachen für die Kollision hat die Wasserschutzpolizei die Ermittlungen aufgenommen.
Gegen 22:00 Uhr war der Einsatz für die Einsatzkräfte der Feuerwehr beendet.