Gegen 09.44 Uhr wurde die Berufsfeuerwehr durch die Brandmeldeanlage der Fa. Verlagsservice Braunschweig GmbH zu einem Einsatz in die Borsigstraße alarmiert.
Beim Eintreffen des Löschzuges stellten die Einsatzkräfte fest, dass im Bereich des Hochregallagers die Sprinkleranlage scheinbar ausgelöst hatte. Ein erster Blick in das Gebäude ergab jedoch, dass durch einen Gabelstapler ein Hochregal angefahren wurde, welches daraufhin teilweise eingestürzt war. Hierdurch wurde eine Versorgungsleitung der Sprinkleranlage abgerissen und dadurch die Halle auf einer Fläche von ca. 200 m² mit Wasser geflutet.
Weiterhin konnte glücklicherweise festgestellt werden, dass der Gabelstaplerfahrer sich selbst in Sicherheit bringen konnte und nur leicht verletzt war. Nach einer kurzen Behandlung durch den ebenfalls alarmierten Notarzt, konnte er in Begleitung seiner Frau nach Hause geschickt werden.
Um weitere Schäden durch das aus der abgerissenen Versorgungleitung austretende Wasser zu vermeiden, wurde durch die Feuerwehreinsatzkräfte unverzüglich die beschädigte Sprinkleranlage abgeschaltet. Die weitere Erkundung ergab, dass aus ca. 15 m Höhe mehrere Paletten mit Drucksachen herabzustürzen drohten. Einige Stützen der benachbarten Hochregale waren ebenfalls eingeknickt oder verbogen, so dass als Sofortmaßnahme Baustützen eingesetzt wurden, um die Lasten abzufangen. Anschließend wurde ein Statiker hinzugezogen, um die weitere Einsturzgefahr zu bewerten. Da jede Palette im Hochregal ca. 800 kg wog, wurde entschieden, die betroffenen Regalteile zu leeren. Um die Voraussetzungen für den Einsatz eines weiteren Gabelstaplers zu schaffen, war es jedoch erforderlich, dass der Hallenboden absolut trocken ist. Dementsprechend mussten die Wassermassen zuerst mit entsprechenden Saugern, unter Berücksichtigung des Gefahrenbereiches, beseitig werden.
Um die weitere Gefährdung der Einsatzkräfte durch die in großer Höhe drohende Gefahr auszuschließen und zu verhindern, dass durch herabstürzende Paletten benachbarte Teile des Hochregals einstürzen könnten, wurden die Gebinde durch die Höhenretter der Berufsfeuerwehr geöffnet und in kleineren Einheiten kontrolliert zu Boden gebracht.
Nachdem diese Gefahr beseitigt war, musste sichergestellt werden, dass von dem beteiligten Gabelstapler keine Brandgefahr ausgeht. Da er mitten in dem Haufen aus Papier, Holzpaletten und verbogenen Metallstützen stand, wurden Teile des umgestürzten Regals mittels einer elektrischen Metallsäge entfernt und sich zu dem Gabelstapler vorgearbeitet. Mit dem Abklemmen der Batterie konnte danach die Brandgefahr beseitigt werden.
Der Schaden wird auf ca. 500.000 € geschätzt, da ca. 80 Paletten mit Druckmaterialien durch das Herabstürzen beschädigt oder durch das austretende Wasser durchnässt wurden. Lobenswert zu erwähnen ist die gute Mitarbeit durch die Beschäftigen, die mit Professionalität die Paletten aus den gefährdeten Bereichen des Hochregals entfernt haben. Dennoch zog sich der nicht alltägliche, kniffelige Einsatz bis in die Abendstunden hin.