01.01.2013 - Unruhiger Jahreswechsel für die Feuerwehr und den Rettungsdienst in Braunschweig
Verletzte bei Kellerbrand in der Grazer Straße – Großeinsatz nach Reizgasattacke in Disco - Zahlreiche Klein- und Containerbrände
Brand Grazer Straße:
Nachdem der Silvestermontag zunächst bis in die späten Abendstunden fast ungewöhnlich ruhig verlief – es mussten lediglich drei kleine Brände bekämpft werden – wurde der Feuerwehr um 23:27 Uhr ein Brand in der Grazer Straße gemeldet. Die Anruferin meldete, dass Sie nicht mehr ins Treppenhaus könne, da alles voll Rauch sei.
Beim Eintreffen der Einheiten der Hauptfeuerwache und der Ortsfeuerwehr Rühme rief die Frau bereits am Fenster um Hilfe. Sie hatte größere Mengen Rauch eingeatmet und befand sich in Lebensgefahr. Im Treppenhaus war starker Rauch erkennbar, der von einem Brand im Keller stammt. Die Bewohner konnten ihre Wohnungen nicht mehr selbständig verlassen.
Die Frau wurde von der Feuerwehr über eine Leiter gerettet und dem Rettungsdienst übergeben. Unter Notarztbegleitung wurde die Frau in die Intensivstation des Städtischen Klinikums transportiert. Das Feuer im Keller konnte schnell gelöscht werden.
Durch das Feuer im Keller platzte eine Wasserleitung. Der dadurch entstandene Wasserschaden wurde mit einem Wassersauger der Ortfeuerwehr Innenstadt beseitigt.
Zahlreiche Kleinbrände zum Jahreswechsel:
In der Zeit zwischen 23:30 Uhr und 02:00 Uhr kam es zu zahlreichen Bränden in Folge von Feuerwehrskörpern. In der Goslarschen Straße und Hamburger Straße brannte es auf Balkonen. Im Bereich des Gartenvereins Kennel brannte eine Gartenlaube nieder. Außerdem kam es zu zahlreichen Müllbehälter- und Vegetationsbränden. Ein Brand eines Baumes in einem Vorgarten in der Tunicastraße wurde sogar durch die in Dienst befindlichen Einsatzkräfte der Hauptfeuerwache entdeckt. Der Brand konnte rechtzeitig gelöscht werden, bevor die Flammen in ein benachbartes Fenster schlagen konnten.
Rettungsdienst im Großeinsatz:
Auch für den Rettungsdienst lief es zunächst ruhig bis zum Jahreswechsel. Ab ca. 23:30 Uhr war jedoch auch hier ein sehr hohes Einsatzaufkommen zu bewältigen. Zeitweise wurden Feuerwehrfahrzeuge eingesetzt um an Einsatzorten Erstversorgungen durchzuführen.
Besonders bemerkenswert sind neben dem „Standardsilvestereinsatzgeschehen“ (Alkoholintox, Kreislaufprobleme, Platzwunden nach Schlägereien, Verletzungen durch Feuerwerkskörper) eine besonders schwere Handverletzung durch einen „Polenböller“, die in eine Spezialklinik nach Magdeburg verlegt wurde und zahlreiche Augenverletzungen.
Reizgasattacke in Disco:
Um 03:51 Uhr wurden der Leitstelle schließlich mehrere Verletzte bei einer Reizgasattacke in einer Disco in der Küchenstraße gemeldet. Mehrere Rettungswagen, Notärzte u.a. auch aus Salzgitter und einige Feuerwehrfahrzeuge wurden alarmiert. Am Einsatzort stellte sich heraus, dass letztlich 26 Personen durch die Auswirkungen teilweise Anfangs von schwerer Atemnot betroffen waren. Nachdem die Betroffenen zunächst in die Hotellobby des benachbarten Mövenpick-Hotels gebracht wurden und dort durch Rettungsdienstkräfte behandelt wurden, besserte sich bei vielen im Laufe der Zeit der Zustand, so dass letztlich nur 4 Patienten zur weiteren Behandlung in Krankenhäuser transportiert werden mussten. Besonders hilfreich war hierbei auch die gute Unterstützung durch die Mitarbeiter des Hotels und der betroffenen Disco.
Zusammenfassung in Zahlen:
Insgesamt waren bis zum Morgen von 22:00 Uhr bis 6:00 Uhr 255 Einsätze durch die Regionalleitstelle zu bearbeiten.
Zwischen 22:00 und 6:00 Uhr
- brannte es 19 mal in Braunschweig
- musste die Feuerwehr neun Mal zu Wasserschäden, Verkehrsunfällen, Schlüsseldiensteinsätzen und sonstigen Hilfeleistungen ausrücken.
- waren 73 Notfallrettungseinsätze durch die Rettungsdiensteinsatzfahrzeuge zu bewältigen.
- Neben den Löschzügen der Haupt- und Südwache waren auch mehrere Freiwillige Feuerwehren an den Einsätzen beteiligt.
- Der Rettungsdienst war zum Datumswechsel mit insgesamt 11 Rettungswagen im Dienst.