Am späten Samstagvormittag wurde die Feuerwehr Braunschweig am 29.August 2015 zu einem Feuer im Dachbereich eines Mehrfamilienhauses auf einem landwirtschaftlichen Anwesen in Broitzem gerufen. Die Bewohner einer Dachgeschosswohnung hatten Brandgeruch und Brandrauch aus einer Photovoltaikanlage auf dem Hausdach bemerkt und die Feuerwehr über den Notruf 112 alarmiert.
Da sich die Bewohner sofort selbst aus der Wohnung retten konnten, bestand für sie beim Eintreffen der Einsatzkräfte des Löschzuges der Feuerwache Süd der Berufsfeuerwehr und der Ortsfeuerwehr Broitzem keine Gefahr mehr. Jedoch drohte das Hausdach durch die von der Solaranlage ausgehenden Gefahr selbst in Brand zu geraten.
Durch die Feuerwehr wurde unter Beachtung besonderer Sicherheitsanforderungen für Einsätze an elektrischen Anlagen die jederzeitige Löschbereitschaft hergestellt und mithilfe einer Wärmebildkamera wurden die Solarmodule auf dem Hausdach kontrolliert. Dabei wurde erkundet, dass die Verbindungsstecker der Verbindungskabel zwischen den Solarmodulen stark erhitzt waren und durch das Verschmoren der Isolierung Entstehungsbrände verursachten.
Die großflächige Anlage war bereits vor einigen Tagen nach einem Blitzeinschlag außer Betrieb genommen worden, jedoch bildete sich aufgrund der starken Sonneneinstrahlung in den Solarmodulen immer noch eine so hohe elektrische Spannung, dass sich die Verbindungsleitungen und Verbindungsstecker zwischen diesen Bauteilen stark erhitzten und in Brand gerieten. Dazu sagte Einsatzleiter Brandamtsrat Jörg Hollstamm: „Leitungen und Bauteile einer Photovoltaikanlage führen bei Lichteinfall bis zum Wechselrichter auch im abgeschalteten Zustand ständig elektrische Spannung.“
Da die durch einen hinzugezogenen Fachmann nochmals kontrollierte Außerbetriebnahme der Anlage nicht ausreichte, die Gefahr zu beseitigen und das Durchtrennen der Verbindungsleitungen zwischen den Solarmodulen aufgrund der bereits eingetretenen Brandschäden nicht mehr in Betracht kam, mussten alle Solarflächen durch die Feuerwehr verschattet werden, um die Stromproduktion der Anlage einzudämmen.
Hierzu wurden von den Einsatzkräften großflächige Gewebefolien unter Einsatz von 2 Drehleitern über alle Photovoltaikmodule auf dem Dach gespannt und befestigt.