Der Gewittersturm am gestrigen Abend hat nur kurz über Braunschweig gewütet, der Feuerwehr aber Arbeit bis in die frühen Morgenstunden bescherrt.
Um kurz vor 19 Uhr erreichte das Gewitter die Stadt Braunschweig. Innerhalb von 10 Minuten liefen 8 Brandmeldeanlagen ein, die vermutlich alle durch das aufziehende Gewitter und den auffrischenden Wind ausgelöst wurden, ein Brand gab es in keinem der Objekte. Diese Ballung an Einsätzen führte dazu, dass die Einheiten der Berufsfeuerwehr aufgeteilt und mit Kräften der Freiwilligen Feuerwehr unterstützt wurden.
So konnten alle acht Objekte mit ausgelösten Brandmeldeanlagen schnell von der Feuerwehr erreicht werden. Gleichzeitig liefen in der Integrierten Regionalleitstelle zahlreiche Notrufe aus den Landkreise Peine und Wolfenbüttel sowie der Stadt Braunschweig ein. Die Bürger meldeten umgestürzte Bäume, umherfliegenden Baustellenabsicherungen, Plakate, Gartenmöbel, Mülltonne und ähnliches.
Da das Unwetter alle drei Gebietskörperschaften, für die die Leitstelle zuständig ist (BS-PE-WF), betroffen hatte, war insbesondere die schnelle Annahme der Notrufe eine große Herausforderung. Alle technisch möglichen Einsatzplätze und Notfall-Notruf-Annahmeplätze waren besetzt. Trotzdem kam es zu Wartzeiten bei der Notrufannahme. Der stv. Leiter der Feuerwehr Braunschweig, Branddirektor Torge Malchau: „Bei so zahlreichen Notrufen ist die Herausforderung auch die wirklich dringlichen Notrufe wie z.B. Brände oder Herzinfarkte schnell abfragen zu können.“ Mehrere Bäume waren auf Oberleitungen der Straßenbahn sowie Gleise und Oberleitungen der Deutschen Bahn AG gestürzt und konnten erst nach der Spannungsfreischaltung dieser geräumt werden. Zahlreiche Pkw wurden von Bäumen und dicken Ästen beschädigt.
Der Gewittersturm sorgte alleine in Braunschweig für über 100 Einsätze der Feuerwehr. Sämtliche Ortsfeuerwehren sowie zusätzlich alarmierte dienstfreie Kräfte der Berufsfeuerwehr waren im Einsatz, um den Bürgern schnelle Hilfe zu leisten.
Insgesamt über 500 Feuerwehrfrauen und -männer. Zum Glück gab es in Braunschweig keine Verletzten oder gar getötete Personen durch den Sturm, es blieb beim großen Sachschaden. Die Schadenshöhe kann aufgrund der zahlreichen Einsatzstellen nicht geschätzt werden. Ab 1:30 Uhr konnten die Einsatzkräfte nach und nach aus den Einsätzen entlassen werden, ein Großteil war über sechs Stunden am Stück im Einsatz. Die Versorgung der Einsatzkräfte wurde vom dem Fachzug Verpflegung der Freiwilligen Feuerwehr mit Bockwürsten und Kaltgetränken auf der Hauptfeuerwache sichergestellt.
Gesamteinsatzleiter Torge Malchau: „ Die Einsatzkräfte haben trotz des schwülwarmen Wetters an vielen Einsatzstelle körperliche Schwerstarbeit geleistet. Nur im Schulterschluss zwischen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Kräften konnten wir diese zahlreiche Einsätze so schnell und kompetent abarbeiten. Ein großes Dankeschön an alle Einsatzkräfte.“