03.02.2012 - Feuerwehr übte Eisrettung am Neustadtring
Warnung vor dem Betreten der Eisflächen – Bei derzeitigen Temperaturen nach wenigen Minuten Lebensgefahr
Aufgrund der sibirischen Temperaturen und der dadurch zufrierenden Gewässer steigt die Gefahr das Personen durch die noch dünnen Eisdecken einbrechen.
Dies nahm die Feuerwehr Braunschweig heute Vormittag zum Anlass, um die Eisrettung einer im Eis eingebrochenen Person zu üben.
Zunächst ging der mit einem speziellen Kälteschutzanzug ausgerüsteter Feuerwehrmann Jens Neumann auf dem Eis der teilweise zugefrorenen Oker bis er nach ca. 10m plötzlich ohne Vorwarnung ins Eis einbrach. Trotz des Spezialanzugs hatte er Mühe sich am Eisrand festzuhalten. An eine Selbstrettung war durch die scharfe und rutschige Kante des Eises nicht mehr zu denken.
Sofort wurde ein bereitstehender mit Kälteschutzanzug ausgerüsteter Feuerwehrmann mit einem sogenannten Resque-sled (Rettungsschlitten) eingesetzt. Dieser robbte sich mit dem Schlitten zum Eisloch und versuchte den Verunglückten jens Neumann auf den Schlitten zu ziehen. Mit etwas Mühe gelang es ihm. Umgehend zogen nun am Ufer verbliebene Kollegen mit einem Seil den Retter und den Geretteten zum Sicheren Ufer.
Aufgrund des Spezialanzuges war der „Verunglückte“ trocken und warm geblieben. Dennoch hatte er sich nach eigenem Bekunden über das plötzliche Einbrechen im Eis gewundert. Neumann:“ Auch wenn ich vorbereite war, habe ich keine Anzeichen wie Geräusche oder Risse vor dem Einbrechen im Eis bemerkt. Das Eintauchen kam plötzlich und unerwartet und ich hatte Probleme mich an der rutschigen Kante festzuhalten.“
Ohne den schützenden Anzug wären nach kurzer Zeit starke Unterkühlungen, Bewegungsunfähigkeit und schließlich der Tod eingetreten.Aus diesem Grund weist die Feuerwehr Braunschweig nochmals darauf hin, dass das Betreten der Eisflächen lebensgefährlich ist.
Insbesondere auch das Betreten des Eises der fließenden Gewässer (Oker und Schunter) hat besondere Tücken:
- bei einem Fließgewässer führt die Strömung dazu, dass Verunglückte im Zweifelsfall unter das Eis ziehen könnten
- Unter dem Eis kann es Hohlräume durch schwankende Gewässerpegel geben, die spontan ohne Vorwarnung einbrechen können.
Sollte es dennoch zu einem Unglück kommen, ist unverzüglich die Feuerwehr über 112 zu informieren.
Verunglückte sollten sich an der Eiskante festhalten und nur bei der Chance auf Erfolg versuchen auf das Eis zu ziehen.
Rettungsversuche von Passanten sollten möglichst liegend auf dem Eis bzw. mit einem Brett oder Vergleichbarem erfolgen, um die Last über eine große Fläche zu verteilen.