02.03.2011 - Parallele Feuerwehreinsätze durch LKW-Unfall und Wohnungsbrand mit 5 Ver-letzten beschäftigten die Feuerwehr
Stark gefordert waren die Einsatzkräfte der Haupt- und Südwache während der Tagesdienstschicht. Sogar mit im Verwaltungsdienst tätigen Führungskräften mussten Reserveeinsatzfahrzeuge besetzt werden. Auch Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr wurden alarmiert und besetzen die vakanten Wachen – der Fachzug 82, zusammengestellt aus den Ortsfeuerwehren Bienrode, Wenden und Veltenhof, die Hauptfeuerwache und die Ortsfeuerwehr Innenstadt die Südwache.
Zunächst lief die Brandmeldeanlage einer Forschungseinrichtung am Flughafen ein. Um 11:13 Uhr wurde dann der Rüstzug zu einem schweren Verkehrsunfall im Abfahrtsbereich Gartenstadt der A 391 eingesetzt. Das führte bereits dazu, dass auf der Haupt- und Südwache „Tagealarm“ für die Verwaltungsdienstleistenden ausgelöst wurde. Ein weiteres Führungsfahrzeug und zwei Löschfahrzeug konnten mit diesen Beamten zusätzlich besetzt werden.
Gerade von einem Wasserschaden in der Eichtalstraße zurückgekehrt wurde um 12:18 Uhr eine aus Fahrzeugen der Südwache und der Hauptwache zusammengestellte Einheit zu einem Feuer mit Menschenleben in Gefahr in die Weststadt in Marsch gesetzt.
Bei der Abfahrt von der A 391 über die Ausfahrt Gartenstadt hatte sich ein LKW mit einem beladenen Altpapiercontainer überschlagen und war quer über den neben der Abfahrt verlaufenden Rad- und Gehweg in Schräglage auf den Kopf gedreht zum Liegen gekommen. Der Fahrer des LKW war entgegen erster Meldungen zwar nicht eingeklemmt, jedoch musste er aufgrund seiner Verletzungen durch den Rettungsdienst medizinisch erstversorgt und in ein Krankenhaus transportiert werden. Da die Möglichkeit bestand, dass sich unter dem LKW weitere Personen befinden könnten, musste der LKW angehoben und der darunter befindliche Altpapierhaufen durchsucht werden.
Das Anheben des LKW gestaltete sich schwierig, weil zunächst der Altpapiercontainer vom LKW durch Brennschneidarbeiten an den Aufnahmeeinrichtungen getrennt und 2 Kräne (der Feuerwehrkran und der eines Bergungsunternehmens) gleichzeitig eingesetzt werden mussten, um unter den gegebenen räumlichen Bedingungen die Last anheben und versetzen zu können. Die abschließende Kontrolle des Altpapierhaufens ergab, dass keine weiteren Personen durch den Unfall in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Arbeiten wurden auch von der Ortsfeuerwehr Rüningen unterstützt.
Beim Wohnungsbrand in der Weststadt inhalierten fünf Bewohner eines 6-geschossigen Wohnhauses Rauchgase. Nach der Behandlung durch eine Notärztin wurden die Patienten auf drei Krankenhäuser verteilt.
Die Leitstelle alarmierte von der Haupt- und Südwache 2 Führungsdienste, 3 Löschgruppenfahrzeuge und 2 Drehleitern. Hinzu kamen 1 Notarzteinsatzfahrzeug und 5 Rettungswagen.
Von den Einsatzkräften wurde in der Schwarzastraße im 3. OG ein ausgedehnter Wohnungsbrand vorgefunden. Auf der Rückseite schlugen bereits lange Flammen aus den Fenstern; es drohte der Flammenüberschlag in die darüber liegenden Geschosse. Auf der Vorderseite waren in den mit Fenstern verschlossenen Laubengang Rauchgase eingedrungen. Beim Eintreffen der Feuerwehr war dieser „außen liegende Flur“ nicht mehr begehbar.
Mit Unterstützung der Polizei wurde das Gebäude im betroffenen Bereich geräumt. Eine gezielte, schnelle und wirkungsvolle Brandbekämpfung wurde auf der Vorderseite über den Treppenraum von 2 Trupps unter Pressluftatmern eingeleitet. Eine Drehleiter wurde vor dem Gebäude positioniert (Anleiterbereitschaft). Auf der Rückseite bestand keine Zufahrt zum Brandobjekt. Deshalb musste die Drehleiter „mit Schwung“ über eine weiche Rasenfläche an das Brandobjekt herangefahren werden. Über dieses Hubrettungsgerät wurde dann auf der Rückseite die Brandbekämpfung im Außenangriff durchgeführt. Der Brandüberschlag auf darüber liegende Geschosse konnte verhindert werden.
Der Schaden kann derzeit noch nicht abgeschätzt werden, liegt aber sicherlich über 150.000 €. Die Brandursache ist derzeit noch unbekannt – die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Eine besondere Prägung hatte der Einsatz dadurch, dass aufgrund des vorherigen Tagesdienstalarms die Fahrzeuge mit Einsatzkräften besetzt waren, die im Normalfall Führungsaufgaben wahrzunehmen haben. Nun musste selbst Hand angelegt und unter Pressluftatmern ein Löschangriff durchgeführt werden. Die Motivationslage war so groß und die Abstand zum Feuer so gering, dass einem Brandamtmann sogar das Visier des Helmes dahin schmolz. Jedenfalls war der Einsatzleiter mit der „Arbeit seiner Führungsmannschaft“ sehr zufrieden.
Die Fachleute aus dem Vorbeugenden Brandschutz konnten an der Feuerfront interessante Feststellungen über das Verhalten von Baustoffen im Brandfall und über die Rauch- und Wärmeausbreitung in mit Fenstern verschlossenen Laubengängen für die weitere „Verwaltungstätigkeit“ gewinnen.