25.05.2010 - Verkehrsunfall mit 5 beteiligten LKW - ein Fahrer eingeklemmt - chemische Reaktion auf der Autobahn
Ein schwerer Verkehrsunfall wurde der Integrierten Regionalleitstelle um 07:54 Uhr auf der A2 zwischen Kreuz Nord und Anschlussstelle Hafen gemeldet. Da auch Unfallbeteiligte in den Fahrzeugen eingeklemmt waren, wurden der Rüstzug der Berufsfeuerwehr, die Ortsfeuerwehr Bienrode, der Rettungshubschrauber Christoph 30, und 2 Rettungswagen alarmiert. Aufgrund entsprechender Anforderungen des Einsatzleiters wurden später noch 2 Wechselladerfahrzeuge mit dem Abrollbehälter Gefahrgut und einem Tankbehälter sowie ein weiterer Rettungswagen nachgefordert.
Die Anfahrt der Einheiten zur Einsatzstelle war ab Kreuz Nord nur langsam möglich. Von den Verkehrsteilnehmern wurde nicht genügend Freiraum für die anrückenden Einheiten gelassen. Mühsam mussten sich die Großfahrzeuge, insbesondere der Feuerwehrkran die Anfahrt mit der Sondersignalanlage „freiblasen“. Nachrückende Fahrzeuge mussten deshalb die Auffahrt Hafen nutzen und gegen die Fahrtrichtung anfahren.
Vorgefunden wurde ein Auffahrunfall mit 4 beteiligten LKW. Im letzten Fahrzeug war der Kraftfahrer im Beinbereich eingeklemmt. Er war aber ansprechbar und offensichtlich nur leicht verletzt. Eine weitere leicht verletzte Person wurde in einem über die 2. und 3. Fahrspur quer stehenden LKW mit Kofferaufbau aufgefunden und dem Rettungsdienst übergeben.
Die Befreiung des Fahrers aus seiner Zwangslage gelang mittels hydraulischem Spreizer und einem speziellen Zylinder sehr schnell. Dieser Patient wurde mit Notarztbegleitung in einem Rettungswagen in ein Braunschweiger Krankenhaus transportiert.
Kritisch war zunächst die Reaktion einer austretenden Flüssigkeit aus dem quer stehenden LKW zu sehen. Offensichtlich wurde Gefahrgut frei. Der Fahrer hatte aber keine entsprechenden Transportpapiere dabei und behauptete, dass die chemische Reaktion – es bildete sich auf dem Asphalt ein langsam aushärtendes Baiserähnliches Gebilde – ungefährlich sei.
Schon aufgrund dieser Reaktion mussten die Einsatzkräfte allerdings von gefährlichen Stoffen – sprich Gefahrgut – auf der Ladefläche des Fahrzeuges ausgehen. Insofern wurde die Einsatzstelle weiträumig abgesperrt und es erfolgte die Nachalarmierung der o.g. Gefahrgutkomponente.
Umfängliche Recherchen des Lagedienstführers der Integrierten Leitstelle führten aber zu folgender Erkenntnis. Für Abwasserrohrsanierungen führte der LKW auf der Ladefläche zwei chemische Komponenten mit. Einerseits Wasserglas und andererseits Milchsäureester. Beide Chemikalien sind jedoch nicht als Gefahrgut ausgewiesen, führten aber aufgrund der Aushärtereaktion zu dem weißen Schaumgebilde.
Schwierig war die Bergung des quer stehenden LKW. Die Mittelleitplanke war verbogen und die Vorderachse war im weichen Untergrund tief eingesunken. Zur Bergung wurde der Feuerwehrkran eingesetzt. Vorher musste die mit der Stoßstange des LKW verklemmte Leitplanke mit einem Brennschneidgerät durchtrennt werden.
Der Sachschaden ist erheblich – alle beteiligten LKW sind durch Stauchungen teilweise schwer beschädigt.