26.05.2005 - Großübung „Löwenfeuer 2005“ der Feuerwehr Braunschweig

Am 27. Mai 2005 brachen ca. 120 Feuerwehrangehörige mit 30 Fahrzeugen zum Truppenübungsplatz Munster auf. Unter dem Motto „Löwenfeuer“ sollten die Feuerwehreinheiten dieses Wochenende nutzen, um ihre Kenntnisse und Fähigkeiten zu verfestigen. Der Truppenübungsplatz stellt mit seinem ausgedehnten Gelände und der einmaligen Bebauung ein ideales Übungsgelände dar. Eine fast unberührte Landschaft und eine Reihe von Gebäuden für die Ausbildung von militärischen Verbänden zeichnen dieses Gelände aus.

Neben dem Ausbildungslehrgang der Berufsfeuerwehr nahmen der Fachzug „Technische Hilfeleistung“ und der Fachzug „Logistik“ der Freiwilligen Feuerwehr an diesem Ausbildungswochenende teil. Die Einheiten übten unter der Führung von angehenden Führungskräften der Berufsfeuerwehr und der Freiwilligen Feuerwehr.
Ein halbes Jahr mühevoller Vorbereitungszeit steckte in diesem Wochenende, bei dem so mancher Feuerwehrangehörige bis fast an seine Leistungsgrenze stieß.

Die an diesem Übungswochenende beteiligten Feuerwehrkräfte wurden in vier gleichstarke Löschzüge eingeteilt. Die Löschzüge mussten in den drei Tagen jeweils 14 Übungsszenarien absolvieren. Die Palette der Szenarien reichte von der Rettung einer abgestürzten Person, über die Brandbekämpfung in einem Wohngebäude bis hin zu einem Chemieunfall. Die Führung der Löschzüge wurde durch einen Einsatzleitwagen (fahrbare Leitstelle - ELW 2) koordiniert. Diese mit 5 Feuerwehrmännern besetzte Leitstelle sorgte für eine möglichst realistische Einsatzabwicklung.

Bei der Rettung der abgestürzten Person hatten die Feuerwehrmänner/-frauen eine Person aus einer unwegsamen Tiefebene zu retten. Neben dem eigentlichen Aufbau einer geeigneten Rettungsmöglichkeit mit den Mitteln eines Löschgruppenfahrzeuges galt es auch die kleinen Randerscheinungen kompetent zu beherrschen. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte wurde der Einsatzleiter zunächst vor die Aufgabe gestellt, eine Wegbeschreibung zur Unglücksstelle von dem offensichtlich ortsunkundigen und leicht verwirrten Begleiter des Verunglückten zu erfahren, bevor die eigentliche Rettungsmaßnahme eingeleitet werden konnte.
In einer weiteren Übung wurden die Übungsteilnehmer zu einem Chemieunglück gerufen. Bei dieser Übung war es an dem Einsatzleiter die Umgebungseindrücke zügig und sicher zu erfassen. Schnell war den eingesetzten Kräften klar, dass das Hauptaugenmerk weniger auf die Chemiefässer zu richten war, als auf das Kinderspielzeug, das sich neben dem Eingang eines verschlungenen Tunnelsystems befand. Nun galt es schnellstmöglich das Kind in diesem Röhrensystem zu suchen. Dabei durften die Einsatzkräfte die freigesetzten Chemikalien nicht außer Acht lassen. Die vorgehenden Kräfte mussten unter den größtmöglichen Schutzmaßnahmen das vermisste Kind suchen und retten. Bei Temperaturen um 30°C stellte diese Übung auch eine ganz besondere physische und psychische Herausforderung dar.

Die größte Herausforderung für die Übungseinheiten war aber die Abschlussübung am Sonntag. Bei dieser Übung war die gemeinsame Koordinierung aller Rettungsmittel gefragt. Die Mitarbeiter Ausbildungsstelle unter Leitung von Hauptbrandmeister Daeder hatten dazu den Flugzeugabsturz in ein Wohngebäude nachgestellt. Insgesamt galt es 14 Verletzte zu finden und einem Verletztensammelplatz zu zuführen. Zusätzlich musste die Brandbekämpfung des ausgelaufenen Flugzeugbenzins und die Kühlung eines Flüssiggasbehälters eingeleitet werden. Die Drehleiter der Feuerwehr Braunschweig wurde zur Rettung des Piloten eingesetzt. Der Pilot sprang vor dem Absturz seiner Maschine mit einem Fallschirm ab, und verfing sich in der Krone eines 15m hohen Baumes. Aber auch das zur Betreuung des Verbandsplatzes abgestellte Personal hatte alle Hände voll zu tun. Die Verletzten mussten  nicht nur versorgt, sondern auch teilweise beruhigt oder ruhig gestellt werden.

Der nach den Hochwassern in Braunschweig und an der Elbe neu ins Leben gerufene Fachzug „Logistik“ der Freiwilligen Feuerwehr Braunschweig konnte sich zum ersten Mal bewähren. Es galt 120 Einsatzkräfte an drei Tagen mit Essen und Getränken zu versorgen, was bei Temperaturen von über 30° C eine Herausforderung war. Diese Aufgabe wurde aber glänzend gemeistert.

Auch die Kameradschaftspflege kam nicht zu kurz. Nach den gemeinsamen Abendessen am Freitag und am Samstag saß man noch lange vor den Unterkünften im Truppenlager Trauen zusammen und ließ die eine oder andere lustige Begebenheit des verstrichenen Tages noch einmal aufleben.

Am Sonntag gegen 17:00 Uhr war die lange Kolonne der Feuerwehrfahrzeuge zurück in Braunschweig, wo die Fahrzeuge noch einsatzbereit gemacht werden mussten.

Alle an der Übung „Löwenfeuer 2005“ teilgenommenen Feuerwehrfrauen und –männer waren sich einig, dass das Übungswochenende ein voller Erfolg war.      

Digitale Bilder dieses Übungswochenendes können über die Ausbildungsstelle und die Integrierte Leitstelle abgefordert werden.

Ansprechpartner: Hauptbrandmeister Wolfgang Daeder.

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