07.09.2005 - Sechs Personen bei Kellerbrand aus Wohnhaus gerettet
Für die Bewohner eines Mehrfamilienhauses im Heidberg begann der Mittwoch Abend mit einem großen Schrecken.
Um 17:04 Uhr wurde der Integrierten Leitstelle der Feuerwehr von der Polizei eine Rauchentwicklung aus dem Keller eines Mehrfamilienhauses an der Köslinstraße gemeldet. Die Leitstelle alarmierte daraufhin zunächst die Ortsfeuerwehr Melverode und den Löschzug Süd der Berufsfeuerwehr.
Den nach nur drei Minuten eintreffenden Rettungskräften bot sich ein dramatisches Bild: Aus dem Eingangsbereich des Hauses drang dichter schwarzer Rauch. Am obersten Fenster des Treppenraumes war ein Mann mit einem Kind am Fenster zu sehen, aus dem dichter Rauch drang. Plötzlich waren der Mann und das Kind verschwunden. An einem Fenster einer Wohnung im obersten Geschoß rief eine Frau mit zwei Kindern um Hilfe; eine ältere Dame machte im Erdgeschoß ebenfalls hinter einem Wohnungsfenster auf sich aufmerksam.
Aufgrund der ersten Lageerkundung wurde sofort der Direktionsdienst der Berufsfeuerwehr, ein weiteres Löschfahrzeug sowie ein Notarzt und weitere Rettungswagen zur Einsatzstelle alarmiert.
Zur Rettung der vom Brandrauch eingeschlossenen Personen wurden sofort zwei Trupps unter Atemschutz eingesetzt. Die Bewohner wurden auf den Balkon der Gebäuderückseite verbracht und dort betreut, bis der aus dem Keller dringender Brandrauch mit einem Überdrucklüfter aus dem Treppenraum geblasen werden konnte. Durch den Notarzt wurden anschließend alle betroffenen Personen untersucht. Glücklicherweise wurde keine Person verletzt.
Parallel zu den Maßnahmen zur Menschenrettung wurde durch einen weiteren Atemschutztrupp der Ortsfeuerwehr Melverode das Feuer im Keller mit einem C-Rohr bekämpft. Im Fahrradkeller brannten Papier und Pappen. Die Brandursache wird zur Zeit von der Kriminalpolizei untersucht.
Für die Feuerwehr war der Einsatz um 18:04 Uhr beendet. Im Einsatz waren 42 Einsatzkräfte mit 12 Fahrzeuge von Feuerwehr und Rettungsdienst.
Aus Sicht der Feuerwehr erschien es verwunderlich, dass bei der deutlich sichtbaren Rauchentwicklung nur ein einziger Notruf einging, der noch dazu von der Polizei weiter geleitet werden musste.
Zu der nicht ungefährlichen Situation
für die Personen im stark verrauchten Treppenraum
gibt die Feuerwehr folgenden Hinweis:
Wenn eine starke Verrauchung im Treppenraum eines Mehrfamilienhauses festgestellt wird, stellt es ein nicht zu kalkulierendes Risiko dar, ohne Schutzmaßnahmen durch Hitze und Rauch ins Freie flüchten zu wollen. Vielmehr ist die Wohnungstür schnellstmöglich wieder zu schließen, nötigenfalls können Ritzen mit Tüchern abgedichtet werden. Gleiches gilt für Türen innerhalb der Wohnung.
Über Notruf ist umgehend die Feuerwehr zu alarmieren. Wenn möglich sollten Räume mit Fenstern zur Straße aufgesucht und sich dort für die Einsatzkräfte erkennbar gemacht werden.
Die Feuerwehr wird sofort Maßnahmen zur Abwehr von Gefahren durch Rauch und Feuer einleiten, wenn erforderlich alle Personen mit geeigneten Maßnahmen aus den gefährdeten Bereichen retten.
Soweit die eigene Wohnung nicht direkt vom Brand betroffen ist, bietet sie grundsätzlich bis zu den Rettungsmaßnahmen der Feuerwehr den besten Schutz vor Feuer und Rauch.
Für weitere Auskünfte und Beratungen steht die Feuerwehr gern zur Verfügung.
Ansprechpartner: Brandoberinspektor Winfried Cronauge