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Vereine in der Südstadt

Die Vereine in der Südstadt.

Was gibt es denn schon an Vereinen in der Südstadt? Eine häufig und skeptisch gestellte Frage. Beginnen wir doch einfach  `mal mit der Vorstellung der Vereine.

Siedlerbund – Die Siedlergemeinschaft – BS Südstadt, Verband Wohneigentum im Deutschen Siedlerbund Landesverband Niedersachsen e.V. ist der älteste Verein in der Südstadt.

Um eine einheitliche Beratung der Siedler zu sichern, kam es im Jahr 1935 zur Gründung des Deutschen Siedlerbundes e.V. im Deutschen Reich.

Nach dem Bezug der ersten Siedlerhäuser im Jahr 1937 entstand in der Südstadtsiedlung Mascheroder Holz im gleichen Jahr die Siedlergemeinschaft Mascherode im Deutschen Siedlerbund. Damit wird die Siedlergemeinschaft in diesem Jahr 60 Jahre alt.

Über die fachliche Beratung hinaus betreute und betreut der Siedlerbund auch heute seine Mitglieder in Fragen des Haus- und Grundbesitzes. In den letzten Jahren ist der Verleih von Gartengeräten dazu gekommen.

Solid Brass

Der Siedlergemeinschaft angeschlossen ist das Fanfarencorps „Solid Brass“. 1973 von Hermann Strien als Spielmanns- und Fanfarenzug gegründet, hat er bei Wettkämpfen mehrfach den Titel eines Bezirksmeisters errungen und andere Preise geholt.

Nicht nur bei Volks- und Schützenfesten der Südstadt, auch bei Auftritten außerhalb Braunschweigs hat sich das Fanfarencorps „Solid Brass“ einen guten Namen gemacht.

Box-Club 72

Als nächster Verein soll einer der jüngsten  - der Box-Club 72 – vorgestellt werden, der in diesem Jahr sein 25jähriges Bestehen feiert. Anfang 1972 löste sich die Boxabteilung des SV Süd auf. Hans-Jürgen Schmalz, Hans-Dieter Knisse und einige andere, die den Boxsport weiter betreiben wollten, gründeten daraufhin einen neuen Boxverein – den Box-Club 72. Er ist der letzte Boxverein in Braunschweig, in dem noch aktiv geboxt wird – und das mit großem Erfolg.

Damit setzt der Box-Club 72 die Tradition der Boxabteilung des SV-Süd fort, zu den führenden Mannschaften in Norddeutschland zu zählen.

In den Gruppen „Damen-Gymnastik“ sowie „Rückenschule und Wirbelsäulengymnastik“ wird etwas für die Figur und die Gesundheit getan.

SV Süd

Zweitältester Verein in der Südstadt ist der SV Süd. Nach Genehmigung durch die Britische Militärregierung wurde der Sportverein Süd am 5. November 1945 gegründet. Der erste Vorstand bestand aus Hermann Berke, Rudolf Gerlich, Hans Claß, Ewald Rasehorn, Walter Rolle und Gerhard Schmalz.

Die Fußballmannschaft, wie auch die Handballmannschaft, haben mit großem Erfolg das Sportgeschehen in Braunschweig mitgestaltet, so gelang z.B. der Handball-Damenmannschaft1985 kurzfristig der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Bevor sich die Boxabteilung vom SV Süd trennte, zählte die Box-Staffel zu den führenden Mannschaften in Norddeutschland.
Zum 50. Jubiläum im Jahr 1995 konnte der Umbau der gesamten Sportanlage abgeschlossen werden. Der Sportplatz an der Salzdahlumer Straße – der ehemalige Leu-Platz – mit einem Vereinsheim, das von den Mitgliedern in Eigenarbeit errichtet wurde, ist seit 1949 die Heimat des SV Süd.

Männergesangverein „Liedertafel Braunschweig-Süd“

Sangesfreudige Sportler der SV Süd und Interessierte der Siedlung gründeten am 14. März 1948 den Männergesangverein Liedertafel Braunschweig-Süd. Öffentliche Chorkonzerte und das Singen in Krankenhäusern oder Altersheimen führten zu großem Ansehen des Vereins. Infolge zurückgehender Mitgliederzahlen entschloss man sich, mit dem MG „Harmonia“ Mascherode eine Chorgemeinschaft einzugehen.

Dadurch könnendas Lied und der Chorgesang zur Freude anderer, aber auch zur eigenen Freude am Singen, weitgerhin gepflegt werden.

Kolpingsfamilie.

Die Kolpingsfamilie in der Südstadt konnte im letzten Jahr auf ein 40jähriges Bestehen zurückblicken. Am 16. Februar 1956 fand die Gründungsversammlung statt. Ziel und Aufgabe der Kolpingsfamilie ist, dass sich seine Mitglieder als Christen in Beruf, Ehe und Familie, in Kirche, Gesellschaft und Staat bewähren. Die Kolpingsfamilie lebt vor allem als lebensbegleitende Gesellschaft aus dem selbstverständlichen und zuverlässigen Füreinander der Mitglieder. Das Programm der Kolpingsfamilie bietet religiöse, kulturelle, politische und wirtschaftlicheVorträge sowie sportliche und vergnügliche Veranstaltungen. In der Südstadt ist sie ein Teil des Lebens und der Gemeinschaft.

Grüne Gilde

Am 3. Oktober 1952 gründeten Bürger der Siedlung Mascheroder Holz einen Schützenverein – die „Grüne Gilde“. Im Ortsteil Jägersruh wurde in Eigenarbeit eine Schießanlage erstellt, die am 8. August 1959 mit einem Schießwettbewerb eingeweiht wurde.

Auf der Bezirkssportanlage – sie wurde immer wieder erweitert – kann mit dem Luftgewehr, der Luftpistole und dem Kleinkalibergewehr geschossen werden. In dem 45jährigen Bestehen der „Grünen Gilde“ führte die Beteiligung am Wettkampfschießen zu beachtlichen Erfolgen. Aber nicht nur die sportlichen Leistungen machte den Schützenverein bekannt; mit der Bürgergemeinschaft richtet die „Grüne Gilde“ das jährliche Volks- und Schützenfest aus.

Schreberjugend.

Anlässlich eines Gartenfestes wurde am 16. August 1953 die Deutsche Schreberjugend – Landesverband Braunschweig e.V. – Bezirksgruppe Augusttor von Hans-Joachim Lüttge, Klaus-Jürgen Krone, Hermann und Renate Claus u.a. gegründet.

Während der Übungsstunden gibt es in den Kinder- und Jugendgruppen nicht nur Volkstanz; es gibt auch viel Spiel und Spaß.

Aus der Volkstanzgruppe entstand der Volkstanzkreis „De Brunswiker Tanzluit“. In ihren Braunschweiger Trachten, wie sie um 1830 von der hiesigen Landbevölkerung getragen wurde, sind sie weit über die Grenzen der Stadt Braunschweig bekannt geworden.

Nachbarschaftshilfe.

Die letzte Vereinsgründung in der Südstadt erfolgte im Jahr 1993 – es war der Verein Nachbarschaftshilfe Südost e.V. Er ist auf privater Basis gegründet für die Elmaussicht, Lindenbergsiedlung, Mascherode, Rautheim und Südstadt. Zweck des Vereins ist es, Hilfesuchende und Hilfeleistende schnell zusammenzuführen, insbesondere älteren Menschen den Verbleib in der gewohnten Umgebung zu ermöglichen oder zu erleichtern.

Seniorentreff.

Neben den beiden Altenkreisen der evangelischen und katholischen Kirche gibt es den „Seniorentreff Südstadt“ in der Bürgergemeinschaft. Als Begegnungskreis für alte Menschen am 16. November 1966 gegründet, feierte er im letzten Jahr 30jähriges Bestehen. Ein vielfältiges Programm sorgt bei den wöchentlichen Zusammentreffen immer wieder für Abwechselung.

Bürgergemeinschaft.

Am 5. August 1950 sprachen sich die Delegierten aller Parteien, Vereine und Verbände in der Siedlung mit Mehrheit für die Gründung der Bürgergemeinschaft aus.

Es galt damals die Sorgen zu mildern und Wünsche der ca 12.000 Einwohner der Siedlung Mascheroder Holz, soweit es machbar war, zu erfüllen. Die Belange, die von allgemeinem Interesse waren, sollten gewahrt werden.

Die Bürgergemeinschaft Südstadt e.V. will u.a. das Bewusstsein für die Mitverantwortung aller in der Südstadt wecken und die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Bürgern, Vereinen und Verbänden fördern.

Neben dem Weihnachtsmarkt, der seit dem Jahr 1990 mit den Geschäftsleuten und Vereinen der Südstadt ausgerichtet wird, ist die Bürgergemeinschaft mit den Vereinen Veranstalter des seit 1950 stattfindenden Volks- und Schützenfestes.

Beim Karnevalsumzug in Braunschweig ist sie seit 1990 mit einem Festwagen vertreten.

Man sieht, es gibt ein Vereinsleben in der Südstadt, und dieses sollten wir uns erhalten.


Ortsheimatpfleger Wilhelm Lehmann

aus: Festschrift Volks- und Schützenfest 1997