Das Phänomen des "demografischen Wandels" - Fazit
Braunschweig hat aufgrund der selektiven Abwanderung geburtenstarker Jahrgänge in der Vergangenheit sowie der hohen Wanderungsfluktuation im Bereich jüngerer Altersgruppen zumindest mittelfristig bis zum Jahr 2020 keinen „Altenboom“ zu erwarten. Erst danach, ca. ab dem Jahr 2025, wird sich der „demografische Wandel“ bundesweit in Form einer rasch zunehmenden Alterung massiv bemerkbar machen.
Unter demografischen Gesichtspunkten befindet sich Braunschweig derzeit im Vergleich zu den 90er Jahren in einer günstigen Situation. Das Verhältnis von typischen Zuzugspotentialen (18- bis 25-Jährige) und Wegzugspotentialen (25- bis 40-Jährige) ist im Bevölkerungsbestand des Jahres 2005 deutlich günstiger ausgeprägt als noch vor 10 Jahren und lässt eine positive Wanderungsbilanz erwarten. Als typisches Wanderungsprofil Braunschweigs lassen sich Wanderungsgewinne in Relation zur Bevölkerungszahl nur im Alterssegment der 15- bis 26-Jährigen erkennen, alle übrigen Altersgruppen – insbesondere die der 27- bis 40-Jährigen in Verbindung mit Kindern un-ter 10 Jahren und auch Senioren ab 80 Jahren – sind traditionell durch eine negative Wande-rungsbilanz gekennzeichnet (vgl. Abb. 4).
Abb. 4
Entscheidendes Kriterium für eine Großstadt von der Arbeitsplatz- und Ausbildungszentralität Braunschweigs ist somit weiterhin, die gewonnenen jüngeren Zuzugspotentiale nach Beendigung der (universitären) Ausbildung bzw. bei Eintritt in die Phase der Familiengründung durch eine entsprechende Wohnattraktivität in Braunschweig zu halten. Langfristig gesehen ist aus demografischer Sicht die besondere Förderung von Familien mit Kindern (Motto „kinderfreundliches Braunschweig“) sicher gut angelegtes Kapital, um den Trends der langsam „voranschleichenden“ Überalterung ein Gegengewicht zu bieten. Eine vergleichende Gegenüberstellung der Bevölke-rungspyramiden der letzten 100 Jahre (siehe Abb. 5 (Öffnet in einem neuen Tab)) zeigt hier besonders eindrucksvoll im Bereich der Kinder- und Jugendlichen eine immer weiter fortschreitende „Verdünnung“ der Pyramiden-Basis – das allgemein wohl wichtigste „Phänomen“ des demografischen Wandels.